Wärmeschutz mit System

In harten Wintern wachsen die Heizkosten schnell ins Unermessliche, wenn das Haus schlecht gedämmt ist. Höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.


Energie-Check vom Experten schafft Klarheit

Die Außenwände sind die Visitenkarte eines Hauses: Sie vermitteln den ersten Eindruck von einem Gebäude. Was man ihnen dagegen nicht ansieht, ist, wie gut (oder schlecht) sie gedämmt sind – wie viel Heizwärme das Haus also im Winter nach draußen abgibt und wie schnell es sich im Sommer aufheizt. Auch der Hausherr selbst weiß das oft genug nicht. Erst der Energiecheck vom Experten, der zum Beispiel mit der Thermografiekamera alle Wärmelecks ermittelt, schafft Klarheit – und neue Herausforderungen.


Gegenmaßnahme: Wärmedämmverbundsystem

Die Gegenmaßnahme heißt Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS. Wer es anbringt, kann staatliche Fördergelder in Anspruch nehmen – und spart auch langfristig: Was es für das Konto bedeutet, wenn man ein Viertel weniger Heizöl oder Erdgas benötigt, um sein Haus zu heizen, dürften die Endabrechnungen nach einem strengen Winter jedem vor Augen führen.

Wem jedoch die 80 bis 120 Euro, die man pro Quadratmeter für ein WDVS investieren muss, zu viel sind, der kann bei zweischaligem Mauerwerk alternativ auch eine Kerndämmung der Hohlräume (ca. 20 Euro/m2) vornehmen lassen. Oder die mit 25 bis 30 Euro/m2 ebenfalls deutlich günstigere Innendämmung des Hauses.


Außendämmung ist nicht immer möglich

Oft genug finden sich bei Altbauten aber auch Situationen, die ein WDVS nicht erlauben oder nicht wünschenswert machen: Bei historischen Fassaden können Denkmalschutzauflagen entgegenstehen – oder schlicht der Wunsch des Besitzers, das Bild nicht zu verändern. Altes Mauerwerk hat oft aber nicht nur schlechte Dämmwerte, sondern nimmt auch Feuchtigkeit verstärkt auf, zumal wenn es wetterseitig liegt und häufig Schlagregen ausgesetzt ist.

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Innendämmung ist preisgünstiger, aber bauphysikalisch riskant

Erfahrungsgemäß ist die Innendämmung jedoch bauphysikalisch riskanter als das WDVS: Im Winter besteht die Gefahr der Tauwasserbildung an der Wand hinter der Dämmung. Deshalb müssen die Arbeiten für die luftdichte Ebene, die die kalten Bauteile vor der feuchten, warmen Raumluft schützt, besonders sorgsam ausgeführt werden. Schon kleine Fehlstellen können hier auf Dauer zu Schäden führen.

Doch auch wer sich für ein Wärmedämmverbundsystem entscheidet, erkennt bereits: Seine Anbringung ist grundsätzlich eine Sache des Fachmanns. Dessen Erfahrung ist nicht nur bei der Auswahl des geeigneten Dämmstoffs gefragt, sondern vor allem bei der Gewährleistung der Lückenlosigkeit des Systems. Denn nur wo alle kritischen Stellen – etwa der untere Abschluss zum Keller hin, Balkonplatten, Fensterlaibungen und Türöffnungen – so abgedichtet werden, dass keine Wärmebrücken mehr entstehen können, funktioniert das WDVS optimal. Wird aber unsauber gearbeitet, kommt es zu Temperaturschwankungen innerhalb der Mauer. Mauerrisse können die Folge sein – und gesundheitsgefährdende Schimmelbildung im Haus, wenn an kälteren Stellen Innenraumfeuchte kondensiert.


Spar-Check zum Wärmeschutz

Kosten pro Quadratmeter Wandfläche 

  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS): 80 bis 120 Euro
  • Vorhangfassade: 150 bis 250 Euro
  • Innendämmung: 25 bis 30 Euro

Hinweis: In den Preisen sind Kosten enthalten, die ohnehin für die Sanierung der Fassade anfallen würden. Die Zusatzkosten für die reine Wärmedämmung sind deutlich niedriger.

Eine kostengünstige Alternative bei zweischaligem Wandaufbau ist die Kerndämmung:
Dabei wird der Dämmstoff in die Hohlräume der Außenwand eingeblasen. Die Stärke der Dämmung ist allerdings begrenzt. Kosten: ca. 20 Euro.


Erzielbarer Effekt durch Wärmeschutz 

  • bei ungedämmten Altbauten: 1,0 bis 2,0 W/m2K
  • bei Sanierungen gut erzielbar: 0,2 bis 0,3 W/m2K
  • bei Passivhäusern: < 0,15 W/m2K


Beispielrechnung

  • Eine unsanierte Wand hat vor der Isoliermaßnahme einen U-Wert von 1,4 W/m2K.
  • Durch die Sanierung mit einem 16 Zentimeter starken Wärmedämmverbundsystem wird ein U-Wert von 0,21 W/m2K erreicht.
  • Die jährliche Energieeinsparung pro Quadratmeter Außenwandfläche beträgt rund 90 kWh (das entspricht etwa neun Litern Heizöl).
  • Die jährliche Heizkostenersparnis beträgt 5,40 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.
 

Besonderer Schutz durch hydrophobierende Imprägnierungen

Einen „unsichtbaren“ Schutz gegen Feuchtigkeit bieten sogenannte hydrophobierende Imprägnierungen: Sie verringern die Wasseraufnahme, erhalten aber die Diffusionsfähigkeit des Mauerwerks, lassen es also weiter „atmen“. Untersuchungen am Fraunhofer-Institut für Bauphysik haben gezeigt, dass selbst eine stark feuchtigkeitsbelastete Ziegelwand durch eine erfolgreiche Hydrophobierung nach zwei Jahren wieder ausgetrocknet ist. Eine Maßnahme also, die im Verbund mit einer Innen- oder Kerndämmung überaus sinnvoll ist.

Bei komplizierten Untergründen schließlich, deren Bild verändert werden darf, kann eine hinterlüftete Vorhangfassade die Lösung sein. Sie ist teurer als das WDVS, aber auch baupysikalisch sicherer. Sie besteht aus Dämmung, Unterkonstruktion und Sichtbekleidung. Die Unterkonstruktion kann aus Holz- oder Metallhaltern gefertigt sein, auf denen die Sichtplatten befestigt werden – in ausreichendem Abstand zur Dämmschicht, wodurch die Hinterlüftungsebene entsteht.

Bei den Sichtplatten ist die Palette der Angebote mittlerweile so bunt wie hochwertig. Sie reicht von Holz über Riemchen und diverse Kunstsoffe bis hin zu Edelmetall, Glas und sogar Keramik.

Know-How: WDVS – Wärmedämmverbundsystem

  • Ein WDVS besteht aus den drei Komponenten Dämmstoff, Armierung und Außenputz. Der Dämmstoff wird hohlraumfrei und lückenlos auf die Wand geklebt. Auf der Wand vorhandener alter Putz bleibt dabei je nach Zustand erhalten oder wird abgeschlagen. Nur wo die vorhandene Wandfläche plan und nicht beschädigt ist (was auch für Ziegelmauern gilt), können die Dämmplatten so verklebt werden, dass keine kalte Außenluft mehr ins Mauerwerk gerät.
  • Für das abschließende Verputzen der Dämmschicht wird eine Drahtarmierung auf die Platten gelegt, die den Sichtputz trägt. Er schließt die Dämmung nicht nur optisch ab, sondern schützt auch vor Beschädigungen. Die Putzsorte richtet sich nach dem Dämmmaterial: Auf Polystyrol-Platten kommt kunststoffgebundener Putz, auf Mineralwolle oder Holzfaserplatten mineralischer Putz zum Einsatz. Gänzlich aus organischen Materialien ist das System mit Stroh, Lehm und Jutegeflecht – plus Lehmputz als Abschluss.
  • An kritischen Stellen und aus Haltbarkeitsgründen (z. B. mehrgeschossiger Aufbau oder starke Windlasten auf der Wand) muss oft zusätzlich verdübelt werden. Wichtig dabei: Es dürfen nur spezielle Tellerdübel aus nicht wärmeleitendem Kunststoff verwendet werden.
 

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