Die Baukosten: Ihr Wunschhaus in Zahlen

Die Baukosten sind naturgemäß eine der größten Positionen beim Bau eines Eigenheims. Auf diesen Posten haben Sie den entscheidenden Einfluss – angefangen von der Entscheidung für einen bestimmten Haustyp bis zur Wahl des Bodenbelags. Hier ein Überblick.


Baukosten und ihre Bedeutung

Die Baukosten sind die Aufwendungen für Güter, Leistungen und Abgaben, die für die Planung und Ausführung von Baumaßnahmen erforderlich sind. Dabei sind die reinen Baukosten die Aufwendungen, die für das Bauwerk direkt anfallen. Hinzu kommen Kosten für die Außenanlagen und die Baunebenkosten.


Baukosten steigen schneller als die allgemeinen Preise

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Im Internet und bei verschiedenen Verbänden gibt es zahlreiche Schätzwerte für die Baukosten je Quadratmeter. Da jedoch jedes Bauprojekt einzigartig ist, ist es riskant, sich auf durchschnittliche Schätzwerte zu verlassen.
Einig sind sich die Experten, dass die Baukosten seit einiger Zeit stark steigen. Das zeigen auch Zahlen des Statistischen Bundesamts. Ende 2018 liegt der Preisindex für Bauleistungen um rund 20 Prozent über dem Basiswert von 2010. Hinzu kommt: Die Baupreise steigen deutlich schneller als die Preise für die allgemeine Lebenshaltung. Das liegt vor allem am jahrelangen Bauboom, der die Kapazitäten der Branche erschöpft hat.
Auch private Bauherren können schnell in die Situation kommen, dass vorgesehene Maßnahmen plötzlich teurer werden als erwartet. Daher ist es umso wichtiger, alle Einzelposten der Baukosten sorgfältig zusammenzustellen – nur so können Sie schnell reagieren und Ihre Pläne gegebenenfalls anpassen.

Selbst anpacken und Baukosten sparen

Die Baukosten sinken mit der Wohnfläche – wenn Ihre Baukosten das Budget zu sprengen drohen, könnte eine Lösung sein, kleiner zu bauen. Ein Kompromiss sieht für viele so aus, dass sie den Dachboden oder Keller für einen späteren Ausbau anlegen, aber noch nicht komplett fertigstellen.
Eine weitere Möglichkeit, Baukosten einzusparen, sind die Eigenleistungen am Bau. Wenn Sie handwerklich begabt sind, können Sie viele Arbeiten übernehmen und benötigen weniger Geld für Handwerkerleistungen. Diese Leistungen lassen sich zudem als Eigenkapital aktivieren und in der Finanzierung berücksichtigen.
Allerdings hat die Eigenleistung Grenzen, und manche Hausbauer überschätzen ihre Fähigkeiten oder ihr Zeitbudget. Zudem sind einige Arbeiten ausschließlich Profis vorbehalten – überlassen Sie ihnen Elektrik und Heizung, denn hier droht Laien Gefahr für Leben und Gesundheit.
Bei anderen Arbeiten besteht das Risiko darin, dass Fehler bei der Eigenleistung teure Folgeschäden verursachen können. Wenn Sie selbst diese Arbeiten durchführen, haften Sie auch für die Schäden. Pfuscht dagegen die Baufirma, so haben Sie immerhin Anspruch auf Mängelbeseitigung. Überlassen Sie daher Arbeiten an Fundament und Rohbau dafür ausgebildeten Handwerkern. Ideal für die Eigenleistung sind beispielsweise das Verlegen von Bodenbelägen, Malerarbeiten und andere Tätigkeiten des Innenausbaus.
Eine dritte Möglichkeit zur Senkung der Baukosten liegt in der Vereinfachung. Wählen Sie jeweils die einfachste Variante, beispielsweise ein Dach ohne Dachfenster oder Gauben, und setzen Sie auf einfache Technik. Auch bei Fenstern gibt es große Preisunterschiede zwischen der schlichten Lösung und hochwertigen Fenstern. Allerdings sparen die modernen Lösungen oft Energie, daher sollten Sie die Energiespareffekte auf jeden Fall gegenrechnen.

 

Baukosten je nach Haustyp

 

Die Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche hängen vom Haustyp ab. Die Baukosten im Mehrfamilienhaus fallen üblicherweise geringer aus als im Einfamilienhaus. Die Baukosten im Bungalow sind oft höher als im zweigeschossigen Haus mit Dachschräge. Und auch der Vergleich des Neubauprojekts mit den Kosten für Kauf und Sanierung eines bestehenden Hauses darf nicht fehlen.
Hier sind einige Überlegungen zu den Baukosten der verschiedenen Haustypen.


Baukosten für ein Einfamilienhaus kalkulieren

Diese Übersicht zeigt, wie Sie die Baukosten für ein Einfamilienhaus kalkulieren können. Das Grundprinzip ist bei allen Haustypen gleich: Jede Einzelentscheidung verursacht Kosten. Gehen Sie daher das Bauprojekt Schritt für Schritt durch und ermitteln Sie jeweils die Kosten für die gewünschte Variante. Am Schluss werden alle Einzelposten addiert.

Hier eine Übersicht der wichtigsten Kostenfaktoren beim Bau eines Einfamilienhauses:

  • Kosten für den Architekten oder die Baufirma

Bauen Sie selbst, benötigen Sie einen Architekten, Statiker, Bauleiter und Energieberater. Wenn Sie schlüsselfertig von einem Bauträger kaufen, übernimmt die entsprechende Firma die Planung und Überwachung. Die Kosten sind in den Gesamtkosten enthalten.

  • Bodenplatte

Planen Sie das Fundament. Eine Thermobodenplatte, beispielsweise die sogenannte Schwedenplatte, ist die teuerste Variante. Sie enthält aber oft bereits eine Fußbodenheizung und den Estrich. Einfache Bodenplatten sind günstiger.

  • Außenwände

Wie wird der Rohbau gefertigt? Bei dieser Entscheidung spielen die Energiekennzahlen eine große Rolle. Zur Auswahl stehen verschiedenste Materialien und Bauweisen.

  • Innenwände und Putz

Auch im Innenbereich entscheiden Sie sich für bestimmte Materialien und Bauweisen. Die Auswahl reicht vom Massivbau über Trockenbauwände bis zu Holzinnenwänden. Zu unterscheiden sind außerdem tragende und nicht tragende Wände.

  • Geschossdecke

Im Massivhaus ist die Geschossdecke meist Beton, bei Holzhäusern sind es sichtbare oder nicht sichtbare Holzbalkendecken.

  • Fassade

Zu den verschiedenen Fassadenarten zählen Außenputz, Holzverschalung und Klinkerfassade. Die Fassadenentscheidung ist natürlich abhängig von der Bauweise.

  • Dachstuhl, Eindeckung und Dämmung

Welches Dach Ihr Haus schützen soll, ist eine grundlegende Entscheidung. Das Dach ist ein großer Kostenfaktor. Wie wird es konstruiert? Auch bei der Eindeckung und den Ziegeln gibt es eine große Auswahl zu unterschiedlichen Preisen. Sparen Sie allerdings bei der Wärmedämmung, leidet die Energieeffizienz.

  • Fenster und Haustür

Je nach Material und Technik gibt es große Preisunterschiede, aber auch hier gilt: Vernachlässigen Sie nicht die Kostenspareffekte durch gute Dämmung, selbst wenn die Fenster in der Anschaffung teurer sind. Eine Schallschutztür kostet mehr als eine Tür in Standardausführung.

  • Technik und Heizung

Auch in diesem Bereich sind viele Entscheidungen fällig: Wahl der Heizungsanlage, der Heizkörper, Kombination mit erneuerbaren Energieträgern – besonders innovative Systeme kosten viel in der Anschaffung, haben aber einen großen ökologischen und Kostenspareffekt.

  • Sanitäranlagen

Sie entscheiden, ob einfache oder gehobene Ausstattung – mit den entsprechenden Folgen fürs Budget.

  • Lüftung

Ein Einfamilienhaus kann ohne Lüftung auskommen. Eine automatische Lüftung beugt jedoch Feuchtigkeit vor und spart Energie. Bei steigenden Sommertemperaturen ist eine Klimaanlage sinnvoll.

  • Innenausbau

Dazu zählen Bodenbeläge, Tapeten oder Anstrich, Treppen, Türen und alle weiteren Innenmaßnahmen.


Baukosten im Mehrfamilienhaus

 

Beim Bau eines Mehrfamilienhauses haben die Baukosten einen großen Einfluss auf die Rendite. Das ist dann wichtig, wenn Sie die Eigentumswohnung im neu gebauten Mehrfamilienhaus oder das ganze Haus vermieten wollen. Falls Sie die Wohnung im Neubau von einem Bauträger kaufen, sollten Sie die Baubeschreibung überprüfen lassen. So können Sie herausfinden, welche Baukosten vereinbart sind und ob zusätzliche Baukosten auf Sie zukommen könnten.
Schätzungen gehen davon aus, dass die Baukosten im Mehrfamilienhaus bei etwa 1.500 Euro je Quadratmeter beginnen, 1.800 bis 2.000 Euro sind realistisch. In städtischen Gebieten liegen die Baukosten für Mehrfamilienhäuser oft noch höher.


Baukosten beim Bungalow

Im Bungalow liegen alle Räume auf einer Ebene. Diese eingeschossige Bauweise sieht einfach aus, führt aber tatsächlich nicht unbedingt zu niedrigeren Baukosten für den Bungalow. Das liegt an folgenden Effekten:

  • Der Bungalow benötigt im Vergleich zum 1,5- oder zweigeschossigen Haus eine größere Grundfläche für die gleiche Wohnfläche. Daher muss das Grundstück größer sein, was die Kosten treibt.
  • Die größere Dachfläche führt zu höheren Baukosten.
  • Die Außenfläche ist relativ gesehen groß und benötigen entsprechend mehr Dämmung. Dadurch steigen die Baukosten.

Die Vorteile des Bungalows – leichte Raumaufteilung, einfache Trennung verschiedener Bereiche und Barrierefreiheit – können diese Kostenfaktoren natürlich je nach Bedarf wettmachen.

 

Baukosten im Doppelhaus

Nicht nur von den Baukosten her ist das Doppelhaus günstiger als das frei stehende Einfamilienhaus, auch andere Faktoren sprechen für das Doppelhaus:

  • Es kann auf einem kleineren Grundstück gebaut werden, weil die Abstandsregeln zum Nachbarn leichter zu erfüllen sind. Das senkt die Gesamtkosten.
  • Die Energieeffizienz steigt, da das Doppelhaus weniger Außenfläche hat. Die Betriebskosten sind geringer.

Auch in Bezug auf die Baukosten liegt das Doppelhaus vorn:

  • Planung und Bau werden günstiger, vor allem wenn die Häuser spiegelbildlich oder symmetrisch entworfen werden.
  • Handwerkerarbeiten können parallel durchgeführt werden.
  • Die gemeinsame Wand spart Baukosten.
  • Auch eine gemeinsame Heizungsanlage kann Baukosten sparen. Diese enge Gemeinschaftsnutzung ist allerdings nicht immer gewünscht.

Baukosten in der Finanzierung

Die genaue Kalkulation der Baukosten ist nicht nur wegen der Höhe wichtig, sondern auch wegen der Verteilung der fälligen Zahlungen. Die Baukosten müssen nämlich Schritt für Schritt beglichen werden. Finanzierung und Zahlung der Baukosten werden im sogenannten Auszahlungsplan aufeinander abgestimmt. So können Sie zum vereinbarten Zeitpunkt die betreffende Kreditrate abrufen und die Baukosten begleichen.
Wenn der Zeitplan durcheinandergerät, gerät auch Ihr Finanzierungskonzept unter Umständen aus dem Tritt, und es entstehen Kosten. Lassen Sie sich daher bei Ihrem Immobilienprojekt von Anfang an professionell beraten. Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall begleiten Sie gern durch den gesamten Prozess vom ersten Kassensturz zur Einschätzung des Budgets über die Darlehensplanung bezüglich der Kreditsumme, der Monatsratenhöhe und Darlehenslaufzeit bis zur Integration möglicher staatlicher Förderung wie etwa Baukindergeld oder Wohn-Riester. Am Schluss haben Sie einen langfristig zinssicheren Finanzierungsplan – und können Ihren Immobilientraum sicher verwirklichen.

Für eine persönliche Beratung sprechen Sie mit Ihrem Heimatexperten vor Ort.

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