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Eigentümergemeinschaft: Was das Protokoll verrät

Die Eigentümergemeinschaft – sie gewinnt doch erst an Bedeutung, wenn man die Wohnung schon gekauft hat, oder? So einfach sollte man es sich als Käufer einer Eigentumswohnung nicht machen. Denn die Freude an der Immobilie hängt auch davon ab, wie intakt die Wohnungseigentümergemeinschaft ist. Die Protokolle ihrer Versammlungen können wichtige Hinweise liefern.


Die Eigentümergemeinschaft – gesetzlich geregeltes Miteinander

Besitzen mehrere Parteien eine Wohnung in einem Gebäude, ist für sie die Wohnungseigentümergemeinschaft als Rechtsform vorgeschrieben. Ihre Rechte und Pflichten sind im Wohneigentumsgesetz (WEG) geregelt. Dazu gehört die formelle Teilung von Grundstück und Gebäude durch eine Teilungserklärung.

In der Teilungserklärung ist geregelt, welche Bereiche Sondereigentum des Wohnungsbesitzers sind und welche Teileigentum:

  • Sondereigentum ist der Wohnbereich.
  • Teileigentum ist der gemeinschaftlich genutzte Nichtwohnbereich wie z.B. Garten, Treppenhaus oder Fahrstuhl. Die Gemeinschaft muss die Kosten für Wartung und Instandsetzung tragen.

Auch die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums ist für die Wohnungseigentümergemeinschaft per Gesetz vorgeschrieben. Zu den Aufgaben des Verwalters gehören die Organisation der jährlichen Eigentümerversammlung und die Erstellung eines Protokolls. Darin sind die Tagungsordnungspunkte und Beschlüsse aufgeführt.


Wo gibt es Informationen über die Eigentümergemeinschaft?

In den Protokollen können Sie erkennen, welche Uneinigkeiten oder gar Streitereien es in der Eigentümergemeinschaft gab. Womöglich handelt es sich sogar um andauernde Probleme. Vom Verwalter können Sie sich auch die Teilungserklärung erläutern lassen.

Sehr wichtig sind die bereits gebildeten Rücklagen für größere Instandhaltungsmaßnahmen. Ob solche in nächster Zeit anstehen, können Sie ebenfalls in den Protokollen sehen. Gibt es zum Beispiel Hinweise auf anhaltende Probleme mit dem Fahrstuhl oder Feuchtigkeit in der Tiefgarage? Muss in naher Zukunft ein neuer Heizkessel eingebaut werden?

Fragen Sie den Verkäufer der Immobilie, ob er Erfahrungen mit der Eigentümergemeinschaft hat. Lassen Sie sich von ihm die Protokolle der vergangenen Versammlungen zeigen. Falls er die nicht zur Hand hat, bitten Sie um die Einwilligung, die Protokolle bei der Verwaltung einsehen zu dürfen. Wenn der Verkäufer behauptet, dass er das nicht dürfe, verweisen Sie auf § 24 Abs. 6 WEG: „Einem Wohnungseigentümer oder einem Dritten, den ein Wohnungseigentümer ermächtigt hat, ist auf sein Verlangen Einsicht in die Beschluss-Sammlung zu geben.“


Zwischen den Zeilen lesen

Natürlich steht in den Protokollen nicht explizit, welche möglicherweise kontroversen Positionen es in der Eigentümergemeinschaft gibt. Auch der Verkäufer wird Ihnen vermutlich nicht direkt offenbaren, wenn einer der Eigentümer ein Querulant ist, der gern Streit vom Zaun bricht. Doch wer die Protokolleinträge richtig interpretiert, kann daraus viele Erkenntnisse ziehen. Die Aussagen des Verkäufers können bei aller Zurückhaltung ebenfalls Bände sprechen. Druckst er bei einem Thema herum, ist das ein Indiz für Probleme in der Eigentümergemeinschaft.

Unter allen Fragen rings um den Kauf Ihrer künftigen Eigentumswohnung ist eine besonders wichtig: die Finanzierung. Ein Experte von Schwäbisch Hall berät Sie gern. Vereinbaren Sie gleich einen unverbindlichen Termin.

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