Sie sind hier:

Ein Haus kaufen: Gezielte Schritte zur Immobilie

Wohneigentum macht unabhängig, gibt Sicherheit und ist eine hervorragende Altersvorsorge. Wer sich entschließt, ein Haus zu kaufen statt selbst zu bauen, spart Zeit und schont seine Nerven – sofern man den Kauf gründlich vorbereitet. Was Sie dabei beachten sollten, haben wir hier für Sie zusammengestellt.


Kosten richtig kalkulieren – so geht’s

69 Prozent der Deutschen nennen den Wunsch, in den eigenen vier Wänden zu leben, als Hauptmotiv für den Erwerb einer Immobilie. Der zweitwichtigste Grund ist materielle Absicherung im Rentenalter (65 Prozent), so eine aktuelle Umfrage des Statistikportals Statista. Welche Wohnträume man sich in Bezug auf Größe, Lage und Ausstattung des Hauses konkret erfüllen kann, hängt natürlich von den finanziellen Möglichkeiten ab. Wer hier nicht sauber kalkuliert, läuft Gefahr, sich zu übernehmen. Als ersten Schritt auf dem Weg zum Hausbesitzer sollten Sie sich deshalb immer ein finanzielles Limit setzen, das Sie fortan streng einhalten.

Bedenken Sie aber bitte, dass in dieser Summe nicht nur der reine Kaufpreis enthalten sein darf. Wenn Sie ein Haus kaufen, kommen in jedem Fall Ausgaben für den Notar hinzu, der den Kaufvertrag beurkunden muss (ein bis zwei Prozent des Kaufpreises).

Außerdem wird je nach Bundesland eine Grunderwerbsteuer von bis zu 6,5 Prozent fällig. Möglicherweise macht ein Immobiliengutachten Sinn, besonders beim Erwerb eines Altbaus. Bei Altbauten müssen Sie fast immer mit zusätzlichen Modernisierungs- und Reparaturarbeiten rechnen (mehr zu diesem Thema siehe unten). Falls Sie nicht direkt vom Eigentümer kaufen, entstehen darüber hinaus zumeist Maklergebühren, die man mit rund fünf Prozent einkalkulieren kann. Auch wenn Sie fortan mietfrei wohnen werden, kommen zu Ihrer monatlichen Belastung durch Zinsen und Tilgung des Baudarlehens noch Wohnnebenkosten (Heizung, Gas, Wasser) sowie die Grundsteuer hinzu. Und schließlich ist es ratsam, stets eine stille Reserve bereit zu halten, um unvorhergesehene Ausgaben bestreiten zu können.


Ein Haus kaufen – und solide finanzieren

Als nächstes sollte man genau ausrechnen, wie viel Eigenkapital man zur Verfügung hat und welche Summe durch ein Darlehen finanziert werden muss. Experten raten zu einem Eigenanteil von 20 bis 25 Prozent der Gesamtkaufsumme, also inklusive der Kaufnebenkosten. Zu den beliebtesten Möglichkeiten, Eigenkapital aufzubauen und sich gleichzeitig günstige Kreditkonditionen auch für die Zukunft zu sichern, gehört seit Jahrzehnten der Bausparvertrag. Dabei wird zunächst eine bestimmte Summe angespart. Ist das Sparziel erreicht, stellt die Bausparkasse ein Baudarlehen zu bereits bei Abschluss vereinbarten Konditionen zur Verfügung.

Mit der Gesamtsumme können Sie dann nicht nur ein Haus kaufen oder bauen, sondern auch Renovierungskosten oder Umbauten bereits bestehender Immobilien finanzieren. Staatliche Leistungen wie Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage sowie Mittel aus der Riester-Förderung machen den Bausparvertrag zusätzlich attraktiv. Ein Schwäbisch-Hall-Berater in Ihrer Nähe informiert Sie gern zu allen weiteren Details. Sobald die finanziellen Grundlagen geklärt sind, können Sie sich auf die Suche nach Ihrer Wunschimmobilie machen. Angebote aus allen Preis- und Qualitätsklassen finden sich im Internet, in Zeitungen und Zeitschriften. Auch öffentlich angekündigte Versteigerungstermine können interessant sein.


Checken Sie auch Grundstück und Infrastruktur!

Haben Sie ein Haus ins Auge gefasst, vergewissern Sie sich am besten zunächst, ob Lage und Infrastruktur Ihren Ansprüchen genügen. Achten Sie zum Beispiel darauf, wie die Verkehrsanbindung mit Bus und Bahn sowie für den Autoverkehr ist. Wie viel Zeit müssen Sie für die tägliche Anfahrt zu Ihrem Arbeitsplatz einrechnen? Sind Supermärkte, Bäcker und Bioladen in der Nähe? Wie steht es mit möglicher Lärmbelästigung? Gerade in dieser Frage ist es wichtig, den künftigen Wohnort mehrmals zu unterschiedlichen Tageszeiten aufzusuchen.

Wichtig für Familien mit Kindern: Können die Kleinen ungefährdet im Freien spielen? Sind Kindergärten und Schulen in der Nähe? Ältere Kaufinteressenten sollten sich auch nach Arztpraxen und Apotheken umsehen. Ein grundsätzlicher Tipp: Reden Sie ruhig einmal mit einigen Anwohnern. Die können Ihnen zu Details des Alltagslebens Auskunft geben, an die man häufig selbst nicht denkt. Befinden sich Industrieanlagen oder landwirtschaftliche Betriebe in der weiteren Umgebung, die bei bestimmten Wetterlagen und Windrichtungen für unangenehme Gerüche sorgen? Oder wird die geplante Umgehungsstraße hinter Ihrem Wunschaus verlaufen? Gegen solche unliebsamen Überraschungen kann man sich durch frühzeitige Erkundigungen wappnen.

Persönliche Beratung

Unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Umweltaspekte – jetzt und in Zukunft

Wichtig ist auch die Lage des Grundstückes, auf dem das Haus Ihres Interesses steht. Fast alle Klimawissenschaftler rechnen für die Zukunft mit zunehmenden Wetterrisiken, etwa durch Sturm oder Starkregen. Bewohner eines Hauses in Hanglage werden vermutlich mit größeren Mengen an abfließendem Regenwasser zu rechnen haben. Steht das Haus offen und ungeschützt auf freiem Feld, können in den nächsten Jahren Arbeiten für den Sturmschutz anfallen, zum Beispiel an Dach und Fassade. Und: So schön ein Zuhause in Wassernähe auch ist – hier sind Hochwasserschutzmaßnahmen zwingend vorgeschrieben. Dass diese sich in Zukunft noch verschärfen werden, ist ebenfalls nicht auszuschließen.

Außerdem sollten Sie sich unbedingt vergewissern, dass das Erdreich keine Altlasten wie Chemikalien, Öl oder Benzin aufweist. Vielleicht wurde hier vor Jahren einmal eine Tankstelle, eine Autowerkstatt oder eine chemische Reinigung betrieben? Am besten stellen Sie eine meist kostenpflichtige Anfrage ans Umweltamt oder Bauamt der zuständigen Gemeinde. Ziehen Sie im einen Bodengutachter hinzu. So schließen Sie aus, dass es später ein böses Erwachen gibt.


Besichtigung professionell organisieren

Stehen womöglich Bauvorhaben in der Nachbarschaft bevor? Erkundigen Sie sich anhand des Bebauungsplans der Gemeinde, ob mit weiteren Bauprojekten in Ihrer unmittelbaren Umgebung zu rechnen ist. Diese könnten die Nachbarschaft und das Umfeld Ihres künftigen Zuhauses deutlich verändern.

Vor dem Immobilienerwerb stehen dann mehrere gründliche Besichtigungen. „Wer ein Haus kaufen will, muss sich bewusst sein, dass dies – neben einem ausgewogenen Kaufvertrag – die Grundlage für einen sicheren Kauf ist“, betont etwa die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Einige Aspekte kann man dabei leicht selbst beurteilen, bei anderen empfiehlt es sich, einen Fachmann dabei zu haben.

Beim ersten Besichtigungstermin sollte man sich zunächst einen groben Überblick über Lage, Ausstattung, Raumaufteilung und allgemeinen Zustand des Hauses verschaffen. Ein strukturiertes Vorgehen (immer bei Tageslicht!) vom Keller bis zum Dach ist bereits bei diesem ersten Besuch notwendig. Nur so können Sie etwaige Probleme erkennen, die den Wert des Gebäudes möglicherweise erheblich mindern. Einige Fragen, die Sie ohne fachliche Begleitung bei der ersten Besichtigung klären können, sind:

  • Macht das Gebäude von außen und innen einen gepflegten Eindruck?
  • Wer waren die Vorbesitzer und aus welchem Grund wird das Haus nun verkauft?
  • Wie hoch sind bisher die Wohnnebenkosten?
  • Wie alt sind Heizungsanlage sowie Wasser- und Stromleitungen?
  • Wie sind die Fenster verglast, zweifach oder dreifach?
  • Wann wurde das Dach das letzte Mal gedeckt?
  • Riecht es beispielsweise im Keller muffig, sind Feuchtigkeitsspuren zu entdecken?
  • Gibt es genug Anschlüsse für Elektrogeräte, Wasch- und Spülmaschine etc.?
  • Welche Qualität hat der vorhandene Internetanschluss?

Lassen Sie sich außerdem den Energieausweis des Hauses zeigen. So können Sie checken, ob energetische Modernisierungsmaßnahmen in nächster Zeit notwendig werden.


Auch beim Kaufvertrag gründlich absichern

Bei allen Auskünften, die Sie von einem Makler erhalten, ist laut Verbraucherzentrale allerdings Vorsicht geboten. Er haftet nämlich in der Regel nicht für falsche Angaben, sondern gibt lediglich die Informationen weiter, die er vom Eigentümer bekommen hat. Der Eigentümer steht in der Haftpflicht, wenn er den Käufer mit falschen Angaben zum Gebäude oder Grundstück getäuscht hat. Deshalb sollte man versuchen, dass spätestens bei der zweiten Besichtigung der Hauseigentümer anwesend ist. Falls er dazu nicht bereit ist, stellen Sie ihm Ihre offenen Fragen schriftlich und bestehen Sie auf aussagekräftige Antworten.

Ebenso ist es ratsam, beim Wiederholungstermin mit einem Bau-Experten – einem Architekten oder Gutachter – zu erscheinen. Vor allem, wenn es sich um ein altes Gebäude handelt, sollten Sie zur Sicherheit auch ein Immobiliengutachten anfertigen lassen, bevor Sie das Haus kaufen. Ein Gutachter prüft bis ins Detail den kompletten baulichen Zustand der Immobilie und klärt die baurechtlichen Bedingungen. Bei Altbauten gehören dazu auch Fragen des Denkmalschutzes. Achten Sie bei der Auswahl des Gutachters darauf, dass er über die notwendigen Qualifikationen verfügt – und nicht etwa auf Gewerbeimmobilien spezialisiert ist, obwohl er ein Einfamilienhaus unter die Lupe nehmen soll. Da die Honorare für Gutachter frei vereinbart werden und sich in der Höhe erheblich unterscheiden können, sollte man Angebote von mehreren Gutachtern einholen.

Die Ausgaben für den Gutachter sind fast immer sinnvoll angelegt: Von ihm dokumentierte Mängel sind bei Preisverhandlungen hilfreich. Außerdem bekommen Sie eine Übersicht anstehender Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen.


Vertrag eingehend prüfen

Bis hierhin ist alles gut gegangen? Dann fehlt eigentlich nur noch die Unterschrift unter den Kaufvertrag. Verbraucherschützer raten allerdings auch hier zu einer genauen vorherigen Prüfung. Ein notariell beurkundeter Vertrag ist im Nachhinein praktisch nicht mehr zu ändern oder gar rückgängig zu machen. Der Notar prüft aber ausschließlich die rechtlichen Aspekte. Inwieweit Zustand des Hauses und Kaufpreis im richtigen Verhältnis zueinander stehen, beachtet er nicht. Die Begutachtung durch einen immobilienrechtlich versierten Anwalt kann also sinnvoll sein. Wenn Sie alle diese Punkte beachtet haben, können Sie das auserwählte Haus kaufen und Ihr neues Zuhause genießen!

Persönliche Beratung

Unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Hinweis: Sie verwenden einen veralteten oder nicht unterstützten Browser. Gegebenenfalls kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung der Webseite kommen.