Sie sind hier:

Hausgeld bei Eigentumswohnungen

Wer eine Eigentumswohnung erwirbt, wandelt seine Kostenbelastung: Statt Miete gehören jetzt die regelmäßige Darlehenstilgung und das sogenannte Hausgeld ins Budget. Die tatsächliche finanzielle Belastung sollte aber schon vor dem Kauf bekannt sein: Das obligatorische Hausgeld deckt zwar weitgehend die früheren Nebenkosten ab. Doch es umfasst mehr – und hier kann es zu unerwarteten Überraschungen kommen.


Hausgeld: Was ist das?

Mit dem Erwerb einer Eigentumswohnung wird der Käufer – ob Kapitalanleger oder Selbstnutzer – Mitglied der Wohnungseigentümergemeinschaft. Diese definiert sich laut Wohnungseigentumsgesetz (WEG) als die Gesamtheit aller Teil- und Wohnungseigentümer an einer Wohnungseigentumsanlage. Das WEG regelt Aspekte des rechtlichen und wirtschaftlichen Miteinanders dieser Eigentümer, unter anderem die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gemeinschaftseigentum – in Form von Wartungs- und Instandsetzungskosten. Und die sind Teil des Hausgeldes.


Das Hausgeld ist Teil des Wirtschaftsplans

Was Sie zum Bausparen für Bau oder Kauf einer Immobilie wissen sollten.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneJetzt Infos anfordern

Zumeist verschafft der von einem Hausverwalter aufgestellte Wirtschaftsplan einen Überblick über die grundlegenden finanziellen Fragen. Das darin festgelegte Hausgeld der Eigentumswohnung richtet sich einerseits nach dem sogenannten Verteilerschlüssel, der auf den Miteigentumsanteilen basiert. Die zweite relevante Größe sind die jeweiligen konkreten Kosten. Vereinfacht gesagt, richtet sich die Höhe des Hausgeldes nach dem Anteil am Gemeinschaftseigentum – Bedachung, Garten, Fahrstuhl – sowie der Höhe der laufenden monatlichen Kosten. Und die sind bei größeren und luxuriösen Wohnanlagen naturgemäß höher als bei kleinen.

Laufende Kosten und Sonderkosten

Insgesamt deckt das Hausgeld die Nebenkosten sowie weitere für Wohneigentümergemeinschaften typische Extrakosten ab. Hierzu zählen

  • die Betriebskosten
  • die Heizkosten (mit Ausnahme einer Gasetagenheizung)
  • die Verwaltungskosten
  • die Instandhaltungskosten für das Gemeinschaftseigentum
  • die Instandhaltungsrücklage

Allerdings kann in den beiden Posten für die Instandhaltung der Pferdefuß stecken: Sind diese Abschläge zu niedrig angesetzt, muss im Zweifel bei umfangreicheren Renovierungsmaßnahmen Geld nachgeschossen werden – manchmal in erheblichem Maße.


Rechtzeitige Prüfung unabdingbar

Für eine persönliche Beratung sprechen Sie mit Ihrem Experten vor Ort.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneBeratung vereinbaren

Wer eine Eigentumswohnung kaufen will, sollte sich über die Höhe der angesparten Instandhaltungsrücklagen informieren. Der Blick in die Wirtschaftspläne der vergangenen Jahre sowie die Protokolle der Eigentümerversammlungen ermöglicht die realistische Einschätzung der Folgekosten. Aus diesen Unterlagen wird ersichtlich, ob eventuell ein Instandhaltungsstau vorliegt oder ob die monatlichen Ansparungen für Instandhaltungsbelange zu niedrig angesetzt sind. Denn als Miteigentümer ist der Käufer später gegebenenfalls zu Sonderzahlungen verpflichtet. Je neuer ein Haus ist, desto geringer fallen im Hausgeld die Instandhaltungsanteile aus. Sind sie bei einem älteren Gebäude ebenfalls niedrig angesetzt, ist also eine gründliche Prüfung sinnvoll.

In einer seriösen Finanzierung beim Erwerb einer Eigentumswohnung sind neben Kaufpreis und Kaufnebenkosten die laufenden Verpflichtungen ein relevanter Faktor. Hier spielt das Hausgeld eine ebenso wichtige wie oft übersehene Rolle – es kann das monatliche Budget um einige Hundert Euro belasten.