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Singlehaus: Klein & fein!

Das Singlehaus liegt im Trend. Kein Wunder: Immer mehr Menschen in Deutschland leben allein. Suchen sie ein Haus, sind die meisten Objekte zu groß. Die Lösung: ein Singlehaus bauen. Hier erfahren Sie mehr über Möglichkeiten, Kosten und Finanzierung.


Warum ein Singlehaus bauen?

Single zu sein, ist eine Lebensform. Vier von zehn Menschen in Deutschland leben allein in ihrem Haushalt. Doch nicht jedem gefällt das Leben in einem Mehrparteienhaus – egal, ob zur Miete oder in der Eigentumswohnung. Eine Wohnung bietet selten einen Garten, oft sind die Nachbarn zu hören. Und bei Eigentumswohnungen müssen viele Dinge mit der Eigentümergemeinschaft abgestimmt werden.

Die klassischen Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften sind meist nicht das Richtige für Singles: zu groß in der Grundfläche, falsch geschnitten, in der Raumaufteilung zu kleinteilig. Und oftmals wirken sie innen, gerade als Fertigbaumodell, zu bieder. Darum benötigt eine neue Wohnform auch eine neue Bauform: das Singlehaus. „Wir beobachten, dass kleinere Häuser zunehmend nachgefragt werden“, sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau. Wer ein Singlehaus bauen will, spart schließlich Geld: Der Bauplatz kann kleiner sein, der Materialverbrauch ist geringer. Und wenn ein Partner dazukommen soll, ist das Singlehaus anpassungsfähig.


Das Besondere am Singlehaus

Augenfällig ist natürlich als erstes die Größe des Singlehauses. Oftmals haben die Gebäude eine Grundfläche von nur 40 bis 45 Quadratmetern. Dafür gibt es häufig zwei Stockwerke, so können Sie über eine Wohnfläche von insgesamt 80 bis 90 Quadratmetern verfügen. Es gibt aber noch deutlich kleinere Varianten, die mit nur 30 oder noch weniger Quadratmetern Grundfläche auskommen. Wenn Sie solch ein Singlehaus bauen und mit drei Geschossen planen, können Sie trotzdem auf 90 Quadratmeter kommen. Welche Gebäudehöhe Sie an welchem Ort realisieren können, hängt immer vom jeweils geltenden Baurecht oder dem konkreten Bebauungsplan ab.

Wie bei anderen Häuser auch haben Sie beim Singlehaus die Möglichkeit, einen Architekten zu engagieren. Oder Sie lassen ein Fertighaus errichten. Beides ist eine Kosten- und Geschmacksfrage. Zur Umsetzung sehr individueller Vorstellungen ist die Zusammenarbeit mit einem Architekten sinnvoll. Da die Nachfrage nach Singlehäusern seit einigen Jahren steigt, haben auch die Anbieter von Fertigbauten inzwischen geeignete Modelle im Programm. Dabei gibt es für Singlehäuser unterschiedliche Bezeichnungen:

  • Tiny House
  • Mini- oder Mikrohaus
  • Modulhaus
  • Klein- oder Kleinsthaus

Ein Singlehaus verträgt auch Zuwachs

Der Name verrät es: Das Singlehaus ist in Größe und Schnitt für allein lebende Bewohner konzipiert. In der Regel soll es eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Ein Singlehaus kann eine Wohnlösung für einige Jahre sein, bis sich das Lebenskonzept ändert. Es ist Ausdruck eines Lebensmodells oder einfach eine Geldanlage. In jedem Fall ist es eine interessante Alternative für Sie, wenn Sie aktuell nicht mit einem Partner zusammenwohnen möchten und keine Kinder haben.
Doch was, wenn Sie als Besitzer eines Singlehauses irgendwann doch Tisch und Bett mit jemandem teilen möchten? Wenn Sie sich ein Fertighaus ausgesucht haben, stellt das meist kein Problem dar. Viele Anbieter setzen auf die Modulbauweise: Ist Ihr Singlehaus zu klein, können Sie weitere Module anfügen lassen. So erweitert sich der Wohnraum deutlich. Setzen Sie auf eine individuelle Bauplanung, sprechen Sie mit Ihrem Architekten über das Thema Erweiterung. Tipp: Wenn ein Zusammenleben zu zweit für Sie generell infrage kommt, denken Sie beim Grundstückskauf an die Ausbauoption. Dann sind Sie auf der sicheren Seite, wenn aus Ihrem Singlehaus ein Haus für ein Paar werden soll.


Offenes Wohnkonzept im Singlehaus

Wenn Sie ein klassisches Singlehaus bauen möchten, haben Sie trotz der begrenzten Wohnfläche einige Gestaltungsmöglichkeiten. Stärker als bei Einfamilienhäusern setzen Architekten beim Singlehaus auf offene Wohnkonzepte. Genauso halten es die Entwickler der entsprechenden Fertighausmodelle. Oft ist nur ein Wohnraum pro Etage vorgesehen – in der Regel gibt es ja nur eine Person im Haushalt. Auf Rückzugsmöglichkeiten, abgetrennte Arbeitsräume und separate Kinderzimmer kann verzichtet werden.
Im Singlehaus wird viel mit Raumteilern und Regalen gearbeitet. Sie kommen zum Einsatz, um den einen großen Raum in verschiedene Bereiche zu unterteilen. Auch platzsparende Möbel, beispielsweise Schrankbetten oder Klapptische, gehören oft zur Ausstattung. Clevere Staumöglichkeiten sind ebenfalls wichtig. Unter dem Stichwort „Raumwunder“ finden sich in den Wohnmagazinen zahlreiche Wohnideen. Auch lassen sich viele Anregungen für kleine Wohnungen gut aufs Singlehaus übertragen – von der Küche bis zum Bad.


Kosten sparen mit dem Singlehaus

Wenn Sie ein Singlehaus bauen, können Sie es selbstverständlich extravagant und damit teuer gestalten. Doch in der ursprünglichen Idee liegt der Vorteil darin, dass ein Singlehaus vergleichsweise günstig ist. Zunächst einmal benötigen Sie ein nur relativ kleines Grundstück. Teilweise finden Sie ein solches sogar noch in dicht besiedeltem Stadtgebiet. Beispiel: Legen wir einen Quadratmeterpreis von 200 Euro für Bauland zugrunde. Kaufen Sie ein Grundstück mit 800 Quadratmetern für ein Einfamilienhaus, liegen Sie bei 160.000 Euro. Wenn Sie ein Singlehaus bauen, können 120 Quadratmeter reichen. Damit liegt der reine Kaufpreis für das Grundstück bei nur 24.000 Euro.
Ein kleines Aber: Sie müssen berücksichtigen, dass in der Praxis kleine Grundstücke im Schnitt einen höheren Quadratmeterpreis haben als große. Beispiel Nordrhein-Westfalen: Dort kostete im dritten Quartal 2018 der Quadratmeter laut immowelt.de durchschnittlich 241 Euro – wenn das Grundstück weniger als 300 Quadratmeter groß war. Bei einer Grundstücksgröße von 700 bis 800 Quadratmetern lag er bei 100 Euro. Auch wenn die Beträge sich dadurch annähern, bleibt es unterm Strich dabei: Den Grundstückskauf für ein Singlehaus können Sie mit deutlich weniger Eigenkapital realisieren.


Das kostet es, wenn Sie ein Singlehaus bauen

Sicherlich denken Sie schon vor der Suche nach einem Grundstück über die Gestaltung Ihres Singlehauses nach. In Zusammenarbeit mit einem Architekten sind Ihren Ideen für das Singlehaus wenig Grenzen gesetzt – außer durch die Kosten. Die günstigere Variante ist in jedem Fall, wenn Ihr Singlehaus von der Stange kommt. Dabei kann es sich um ein Fertighaus oder ein genormtes Massivhaus handeln. Da viele Fertighaushersteller auch individuelle Wünsche umsetzen, muss das kein Manko sein.
Zahlreiche Anbieter haben sich auf Singlehäuser spezialisiert. Das Portal musterhaus.net zum Beispiel kooperiert mit verschiedenen Anbietern und zeigt deren Modelle. Auf fertighaus.de finden Sie ebenfalls diverse Angebote, für einen ersten Überblick sind solche Portale eine gute Anlaufstelle. In einfacher Version gibt es ein Singlehaus zum Selbstausbau schon ab etwa 70.000 Euro. Soll es schlüsselfertig sein oder aus besonders hochwertigen Materialen errichtet werden? Dann kann Ihr Singlehaus preislich bis an ein günstiges Einfamilienhaus heranreichen.


Im Singlehaus Energie sparen

Energieeffizienz ist bei neuen Wohnhäusern gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt selbstverständlich auch, wenn Sie ein Singlehaus bauen. Die energetischen Anforderungen an Gebäude sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegt. Die Verbraucherzentralen bieten einen guten Überblick über das Thema Energiesparen:

  • Ziel ist, den Energiebedarf zum Heizen und zur Warmwasserbereitung zu reduzieren.
  • Regenerative Energien sind zu bevorzugen, beispielsweise Solarkollektoren, Erdwärme oder Biogas.
  • Auf die Luftdichtheit des Gebäudes ist zu achten. Außerdem sollen Wärmebrücken reduziert werden. Durch Wärmebrücken gelangt Wärme von innen nach außen, beispielsweise über Balkone oder Fensterrahmen.

Wenn Sie die gesetzlichen Anforderungen an die Energieeffizienz übertreffen, können Sie Fördermittel erhalten. So unterstützt die staatliche KfW-Bankengruppe den Bau von Effizienzhäusern. Als Effizienzhaus wird ein Bau bezeichnet, der über die gesetzlichen Standards hinaus energiesparend ist. Konkrete Informationen hält die KfW online bereit. Sie gehen beim Umweltschutz noch einen Schritt weiter, wenn Sie für Ihr Singlehaus die Passivbauweise erwägen. Ein Gebäude ist ein Passivhaus, wenn es so gedämmt und technisch ausgerüstet ist, dass keine klassische Gebäudeheizung erforderlich ist.


Singlehaus als Geldanlage

Wenn Sie ein Singlehaus bauen, haben Sie die Zeichen der Zeit erkannt. Die Zahl junger Singles steigt, auch die Zahl der allein lebenden Senioren wächst. Für beiden Gruppen sind Singlehäuser attraktive Wohnformen. Wenn Sie sich heute für ein Singlehaus entscheiden, legen Sie sich nicht zwingend langfristig fest. Nach drei Jahren möchten Sie wegziehen, eine Familie gründen oder doch wieder in die Altbauwohnung in der Innenstadt zurück? Das ist kein Problem. An Ihrem Singlehaus werden auch andere Gefallen finden.
Voraussetzung ist, dass Sie beim Bau zwei wichtige Kriterien berücksichtigt haben. Zum einen geht es dabei um die erwähnte Energieeffizienz Ihres Baus. Je höher sie ist, umso länger gilt Ihr Singlehaus als umweltschonend. Das ist ein Argument, auf das immer mehr Käufer Wert legen. Zum anderen: Wenn Sie ein Singlehaus bauen, gestalten Sie es von vornherein möglichst barrierefrei. So halten Sie sich den Zugang zur großen Interessengruppe der Senioren offen. Und wenn Sie selbst bis ins hohe Alter in Ihrem Singlehaus wohnen bleiben, kommt auch Ihnen die Barrierefreiheit zugute.


Das Singlehaus finanzieren

Der Weg zum Singlehaus führt wie bei allen Immobilien über eine clevere Finanzierung. Bevor Sie das geeignete Haus suchen oder einen Architekten planen lassen, sollten Sie Ihre wirtschaftliche Ausgangsbasis prüfen. Neben einem Kassensturz gehört das Berechnen der verfügbaren Eigenmittel dazu. Je höher die Werte sind, die Sie einbringen, desto weniger Geld müssen Sie aufnehmen oder können es umso schneller zurückzahlen.
Eine möglichst präzise Vorstellung Ihres finanziellen Spielraums hilft bei der Konkretisierung Ihrer Objektwahl und macht sie realistisch. Da die Wenigsten Erfahrung mit der Finanzierung von Immobilien haben, ist eine fachkundige Beratung durch einen Heimatexperten ein sicherer Weg. Gemeinsam können sie Ihre ganz individuelle, zinsgünstige Finanzierung aufsetzen. Damit der Verwirklichung Ihres Wohn- und Lebenskonzepts in eigenen Räumen nichts im Wege steht.

Persönliche Beratung

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