Die ganze Welt der Rosen

Die historischen Rosen-Pflanzen erleben gerade eine Renaissance in den deutschen Gärten. Und mit ihnen das Thema Rosenzucht.
 


Manche Rosen-Pflanzen gab es schon im Mittelalter

Je älter, desto besser: Was für alten Wein gilt, stimmt auch beim Duft der Rosen-Pflanzen. Wer im Sommer den Rosenpark „L’age bleu“ von Raphaela Langenberg im schleswig-holsteinischen Labenz betritt, der ist überwältigt. Seit zehn Jahren sammelt die Künstlerin fast vergessene Rosensorten und widmet sich dementsprechend intensiv dem Thema Rosenzucht. Inzwischen hat sie etwa 1.300 Rosen-Pflanzen beisammen – genug für einen ganzen Hektar Land.

Viele sind über 150 Jahre alt. Manche Rosen-Pflanzen gab es schon im Mittelalter oder vielleicht bereits im alten Rom. „Alt“ sind all die Rosensorten, die vor der ersten so genannten „Teehybriden“ entstanden – also vor 1867. Ihre Familien tragen so poetische Namen wie Gallica, Bourbon, Damaszener, Hundertblättrige, Noisette oder Portland. Und sie duften nicht nur ganz unbeschreiblich. Zur Hauptblütezeit im Juni überziehen Kaskaden von Blüten die Büsche – „Wasserfälle“ in Purpur, Rosa, Weiß und Elfenbein.


Rosen-Pflanzen: Prachtvolle Überlebenskünstler

„Alte Rosen haben das Image, kränkelnd und anfällig zu sein, etwas für Spezialisten“, sagt Langenberg. „Aber das Gegenteil ist der Fall. Viele von ihnen sind einfach unverwüstlich. Echte Anfängerrosen.“ Wie zum Beispiel die Sorte „Rose de Resht“: Die Portland-Rose verströmt den sinnlichen Duft teuren Rosenwassers und ist eng mit den Rosen-Pflanzen verwandt, die von Kreuzrittern nach Europa gebracht wurden. Die kleinen Purpur-Blüten kommen nach starkem Regen einfach wieder – ein unschlagbarer Vorteil, gerade in deutschen Sommern.

Dass viele alte Rosen-Pflanzen Überlebenskünstler sind, sieht man an den zahlreichen Fundrosen, die inzwischen aus ganz Deutschland nach Labenz geschickt werden: Die Rosenstöcke haben an Klostermauern oder in Bauerngärten Jahrhunderte überdauert und entpuppen sich oft als Sorten, die Rosenspezialisten für verloren hielten.

Etliche gehören zu den Moosrosen, einer Gruppe, die früher in keinem Landgarten fehlen durfte und heute kaum noch bekannt ist. Sie duften nicht nur während ihrer Blütezeit. Die Triebe dieser Rosen-Pflanzen sind von einem bronzefarbenen oder grünen Flaum überzogen, der bei jeder Berührung sein Parfum verströmt, vom Sommer bis zum ersten Schnee.

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So bleiben Rosen gesund:

Rosen bleiben auch bei bester Pflege nicht von Schädlingen und Pilzkrankheiten verschont. Wer den Rosen aber als gute Nachbarn Pflanzen zugesellt, die sie vor Schädlingen und Krankheiten schützen, kann die chemische Keule im Schrank lassen.

Lavendel, Salbei und Rosmarin ...

... verhindern, dass Ameisen ihre Blattlauskulturen auf den Rosen anlegen. Blattläuse fressen nämlich nicht nur an Blättern und Knospen, sie übertragen auch Pilzkrankheiten. Der Duft der Heilkräuter irritiert auch Schmetterlinge, deren Raupen den Rosen schaden.

Kapuzinerkresse ...

... als Unterpflanzung wehrt schwarze Läuse ab und hält durch ihre Wurzelausscheidungen den Boden gesund.

Die Wurzeln von Tagetes ...

... halten Nematoden aus dem Boden fern, die oft ein Grund sind, dass Rosen kümmern. Auch oberirdisch vertreibt der strenge Duft fast alle Schädlinge.

Narzissen ...

... vertreiben Wühlmäuse.

Spinat ...

... schließt das Eisen im Boden auf und verhindert Chlorose.

Knoblauchpflanzen ...

... zwischen den Wurzeln fördern die Gesundheit.

Ringelbumen ...

... locken Nützlinge an, die Schädlinge dezimieren. 

Rosen Lavendel
Lavendel als Nachbar der Rosen-Pflanzen schützt vor Schädlingen. (Quelle: Fotolia-85970853-monropic)