Profi-Pflanztipps für den Kleingarten

Praktische Empfehlungen für die fachgerechte Topfbeflanzung von beliebten – aber anspruchsvollen – Klettergewächsen wie Rosen, Waldrebe (Clematis) und Glyzinien (Blauregen).


Glücklich im Topf: Die Erde macht’s

Hätte sie die Wahl, wäre jede Pflanze lieber im Beet als im Topf. Deswegen muss man es ihr in der künstlichen Umgebung so gemütlich wie möglich machen.

  • Wichtig ist die Erde. Sie sollte den Nährstoffvorlieben der Pflanze entsprechen. Oft ist Staunässe ein Problem. Dagegen hilft eine Schicht aus Splitt am Topfboden. Pflanzen, die kalkigen Boden mögen (Rosen), kann man zerkleinerte Eierschalen als Kalkdepot mit in den unteren Bereich geben.
  • Den meisten Topfpflanzen reicht eine Mischung aus guter Pflanzerde (torffrei) und nährstoffreicher Komposterde. Durstigen Pflanzen, z. B. Rosen und Clematis, kann man Katzenklumpstreu untermischen. Die Tonmineralien speichern Gießwasser. Lavendel und andere Mittelmeergewächse mögen die Tonmineralien auch, brauchen aber einen sehr durchlässigen Boden – viel groben Sand dazugeben.
  • Auch Pflanzen für saure Böden, wie Hortensien, können sich im Topf wohlfühlen. Ihre Ansprüchen erfüllt man, wenn die Pflanzerde mit Kaffeesatz und Kaninchenmist angereichert ist und mit Rindenmulch der gewünschte Waldhumus simuliert wird.

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Pflanzenpracht für kleine Gärten

Im Kleingarten sollte man sich auf Pflanzen beschränken, die wenig Platz brauchen. Viele davon sind wunderschön. Angenehmer Nebeneffekt: Die Genügsamen sind oft pflegeleicht.

 

Königin des Schattens 

könnte man die Waldrebe nennen. Bis zu zehn Meter hoch klettern einige Sorten: Die Clematis montana kommt auch gut mit trockenem Schatten zurecht.

 

Hortensien 

bringen Unglück –  meinte man früher. Heute weiß man es natürlich besser: Wenn die Sträucher im Juni ihre Blütenbälle öffnen, machen sie einfach nur glücklich.

 


Patagonisches Eisenkraut

wird am liebsten in Massen gepflanzt. Die violetten Schirme schweben regelrecht über einem schmalen Pflänzchen.

 

Seerosen

überdecken sogar einfache Wasserbottiche mit ihren attraktiven Blüten. Dafür benötigen sie nur reichlich Sonne – und in einem Kübel zweimal pro Jahr Spezialdünger.

 

Lilien

können in Töpfen ebenso gut leben wie im Beet. Sie sehen extravagant aus, duften exquisit – und sind sehr genügsam. Es gibt für fast jeden Lebensbereich die passende Art.

 
 

 

 


Pflanztipps: So fühlen sich Kleingartenpflanzen wohl

Gute "Erstversorgung"

Topfpflanzen sind auf die Nährstoffe angewiesen, die man ihnen mitgibt. In Hungerzeiten können sich ihre Wurzeln keine neuen Nahrungsquellen in weiterer Entfernung erschließen. Umso wichtiger ist es bei großen, also hungrigen Pflanzen, dass das Substrat zu ihren Füßen genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

Kletterpflanzen wie Rosen, Waldrebe (Clematis) und Glyzinien (Blauregen) gehören zu solchen anspruchsvollen Balkonbewohnern.

Wenn man beim Pflanzen gut vorsorgt, sind sie den Rest des Jahres dafür recht anspruchslos - und danken einem die Mühe mit aufregenden Blütenwasserfällen.

 

Ausreichende Topfgröße

Generell muss überhaupt einmal genug Erde für eine Vegetationsperiode da sein. Dafür braucht man einen großen Topf. Wenn man ihn kaum alleine tragen kann, ist man auf der sicheren Seite: minimum sind 45 Zentimeter in Durchmesser und Höhe. Und je höher, desto besser: Kletterer wurzeln tief.

 

Keine Plastiktöpfe

Holz- und Tongefäße sind erste Wahl. Plastik erhitzt sich im Sommer zu stark, unter solch ungewohnten Temperturschwankungen leiden die Wurzeln.

 

Kampf der Staunässe

Um Wurzelfäule zu verhindern, sollte man immer zuerst am Pflanztopfboden eine Drainageschicht einbauen: Das Loch im Topfboden mit einer nach oben geölten Tonscherbe abdecken, ca. 5 Zentimeter Kies oder Blähton darüber schichten und mit einem Vlies (z.B. aus dem Winterschutzsortiment) abdecken.

Dann erst kommt das Wichtigste - das so genannte Substrat, die Erde. Rosen, Glyzinien und Clematis haben ganz unterschiedliche Ansprüche an den Boden: „Fett“, also lehmig, soll er für Rosen und Blauregen sein, eher sandig, mit gutem Wasserabzug für Waldreben.

Rosen mögen es außerdem, wenn ein ordentlicher Kalkvorrat im Boden steckt, Blauregen und Waldreben bevorzugen eine saure Mineralmischung.


Erde selbst mischen

Die Bayrische Landesanstalt für Gartenbau empfiehlt, für Waldreben Citruspflanzenerde zu verwenden und die Pflanzen auf diesem sauren, wasserdurchlässigen, aber viel zu nährstoffarmen Substrat mit Clematisdünger zu ernähren. Billiger ist es, die Clematiserde selbst zu mischen: zu je gleichen Teilen werden kalkarme Pflanzende oder Kompost mit Steinchen (Kies oder Lavastücke) und Torfersatz oder Rindenhumus (kompostierter Rindenmulch) vermischt.Für die Kübelkultur eignen sich besonders die so genannten Hybriden. Sie möchten sonnig stehen und müssen im Sommer gut gegossen werden. Eine Schicht aus Stroh als Abschluss der Erdschicht schützt sie vor dem Austrocknen.

 

Der richtige Ton

Für Glyzinientöpfe kann man diese Citruspflanzenerdemischung übernehmen - nur dass die Steinchen durch Ton ersetzt werden. Den gibt es als Bentonit im Gartenfachhandel - oder deutlich billiger als „Katzenklumpstreu“ in der Drogerie. Mit Ton angereicherte, fertig gemischte Hortensienerde ist ebenfalls eine Möglichkeit.

 

Nichts geht über Humus

Auch teure Rosenerde kann man selbst herstellen: Dazu wird kalkhaltige Pflanzerde mit gut abgelagertem Kompost und Ton (s.o.) zu gleichen Teilen vermischt, außerdem mischt man pro Topf ca. 3 Esslöffel Hornspäne darunter.Rosen sind so hungrig, dass sie einen unterirdischen Imbissvorrat schätzen: ca. eine Hand voll Eierschalen, Kaffeesatz, Hornspäne, Rinderdung (z.B. als Pellest im Gartencenter) und zerkleinerte Bananenschalen legt man auf die Drainageschicht, darüber kommt erst Erde und dann der Wurzelballen der Rose.

 

Düngen erlaubt!

Wer biologisch gärtnern möchte, kann die Topfpflanzen durch eine etwa zehn Zentimeter dicke Kompostschicht füttern, die einmal im Monat erneuert wird.

Andernfalls müssen einige Monate nach dem Pflanzen bis zum Späten Sommer die verbrauchten Nährstoffe durch spezielle Rosen-, Clematis - oder bei Gyzinien Hortensiendünger ersetzt werden.

 

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