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Ein Gartenhaus bauen – darauf ist zu achten

  • Tipps zur Planung 
  • Kosten für ein Gartenhaus 
  • Baugenehmigung – ja oder nein?  

Wer plant, ein Gartenhaus zu bauen, kann einen Fachbetrieb beauftragen oder selbst Hand anlegen. Auch begabte Heimwerker sollten im Vorfeld sorgfältig prüfen, ob das Bauvorhaben eigenständig umsetzbar ist. Lesen Sie hier, welche Punkte Sie bei der Planung und Realisierung beachten sollten, welche rechtlichen Vorschriften es gibt und was der Bau eines Gartenhauses kostet.


Gartenhaus bauen: Planung

Bevor Sie sich an die Arbeit machen, sollten Sie Ihr Gartenhaus zunächst sorgfältig planen und dabei auf folgende Punkte achten:

  • Ab einer bestimmten Größe des Gartenhauses benötigen Sie eine Baugenehmigung. Die Regelungen variieren je nach Bundesland. Auskünfte erteilt das Bauamt Ihrer Stadt. 
  • Achten Sie auf den Grenzabstand zum Nachbargrundstück. Der muss auch bei nicht genehmigungspflichtigen Bauten berücksichtigt werden. 
  • Bedenken Sie bei der Standortwahl, dass ein sonniges Plätzchen für die aus Holz bestehenden Häuschen besser geeignet ist als ein feuchter Platz im Schatten. 
  • Um späteren Streit zu vermeiden, informieren Sie frühzeitig Ihre Nachbarn über Ihre Pläne. 
  • Arbeiten Sie unbedingt mit einem Bauplan. Falls Sie einen Fertigbausatz nutzen, liefert Ihnen der Hersteller meist eine detaillierte Anleitung. Planen Sie das Gartenhaus in Eigenregie, entwerfen Sie den Bauplan selbst. Inspiration und Ideen hierzu finden Sie zum Beispiel online.  
Gartenhaus aus Holz mit Veranda
Bevor ein neues Gartenhaus entstehen kann, sind gegebenenfalls auch baurechtliche Aspekte zu berücksichtigen. (Quelle: ©RossandHelen photographers - stock.adobe.com)

Gartenhaus bauen: Schritt für Schritt

Entscheiden Sie sich dafür, einen fertigen Bausatz für Ihr Gartenhaus zu verwenden, folgen Sie ganz einfach der beiliegenden Anleitung. Schwieriger wird es, wenn Sie das Gartenhaus selbstständig planen und bauen. Überlegen Sie sich genau, wie groß das Gartenhaus werden soll, welchen Zweck es erfüllen soll und wie viel Geld Sie ausgeben möchten. Je nachdem, welches Gartenhausmodell Sie wählen, sind verschiedene Baumaßnahmen nötig. 

Grundsätzlich sind für den Bau eines Gartenhauses diese Arbeitsschritte zu befolgen:

  1. Fundament: Nötig bei größeren Gartenhäusern. Umfang bestimmen, Art des Fundaments auswählen, Fundament einschalen, Fundament gießen
  2. Wände: Wände montieren und befestigen: Streifenflachverbinder für Grundbalken einbringen, Grundgerüst montieren aus Grundbalken, Eckpfosten und Querbalken, Seitenwände anbringen
  3. Tür und Fenster: Öffnung für Tür und Fenster sägen, einpassen und einbauen
  4. Dach – verschiedene Dachformen möglich, z. B. Satteldach: je einen Dachbalken und zwei Dachsparren zu einem Dreieck verbinden, mit oberen Querbalken verschrauben, Dachlatten auf Dachsparren schrauben

Das Fundament: Die Basis für Ihr Gartenhaus

Eckpfosten mit Einschlaghülse im Erdreich
Bei einfachen Gartenhäusern reicht ein Fundament für den Eckpfosten. (Quelle: ©mika - Fotolia)

Wenn Sie ein Gartenhaus bauen, haben Sie je nach Größe und Bodenbeschaffenheit die Wahl zwischen unterschiedlichen Fundamentarten:

  • Für ein Fundament aus Gehwegplatten wird das Erdreich ca. 25 Zentimeter tief ausgehoben, mit Kies oder grobem Split aufgefüllt und verdichtet. Darauf kommt eine ebene Schicht aus feinerem Kies oder Sand, die später die Platten trägt. 
  • Stabiler ist ein Betonfundament. Dabei wird das ausgehobene Erdreich mit Beton aufgefüllt. Bewehrungsmatten (Stahlgitter) verhindern, dass der Beton reißt.
  • Stehen lediglich die Außenwände auf einem Betonfundament, spricht man von einem Streifenfundament. Hier sollte der Beton allerdings mindestens 60 Zentimeter tief gegossen werden. 

 

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Wände und Dach: Witterungsschutz

Damit Ihr Gartenhaus witterungsbeständig ist, müssen Sie verschiedene Dinge berücksichtigen.

Für die Wände gilt:

  • Achten Sie darauf, dass die Wände aus hochwertigem Holz bestehen. Hölzer aus kalten Regionen, wie etwa nordische Fichtenhölzer, versprechen eine längere Lebensdauer. 
  • Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Fäulnis sollten Sie die Einzelteile schon vor dem Aufbau mit einer Grundierung versehen. So werden auch alle Ritzen erreicht. 
  • Nehmen Sie für den Außenanstrich offenporige Farben, damit das Holz „atmen“ kann. 
  • Wichtig ist ein ausreichender Dachüberstand – je größer er ist, desto größer ist auch der Witterungsschutz für die Wände.  
Mann sprüht roten Holzschutz auf Gartenhauswand
Der Anstrich des Gartenhauses ist auch für den Witterungsschutz wichtig. (Quelle: ©Henry Czauderna - Fotolia)

Beim Dach sollten Sie diese Punkte berücksichtigen:

  • Zusätzlich zur Dachpappe empfiehlt es sich, Schindeln oder Wellplatten anzubringen. Das sieht besser aus und schützt vor Wind und Wetter.
  • Als Alternative zu Dachpappe kann auch eine Dachfolie aus EPDM zum Einsatz kommen. Dieser elastische Kunststoff ist sehr witterungsbeständig.
  • Auf dem First sollte zur Wasserableitung ein Firstblech angebracht werden.
  • Mit einer Regenrinne können Sie abfließendes Wasser in einer Tonne sammeln und zum Bewässern nutzen.

Weitere Tipps rund ums Gartenhaus bauen

  • Versicherung: Steht das Gartenhaus auf demselben Grundstück wie das Wohnhaus, ist es meist über die Gebäudeversicherung mitversichert. Die Inneneinrichtung wird in der Regel von der Hausratversicherung abgedeckt. 
  • Elektrizität: Wenn Sie ein Erdkabel vom Wohnhaus zum Gartenhaus verlegen lassen, können Sie auf Verlängerungskabel u. ä. verzichten. Dies sollte aber auf jeden Fall ein Profi übernehmen. 
  • Wasser: Sie möchten ein Gartenhaus mit Wasseranschluss bauen? Lassen Sie sich unbedingt beraten! Rohre müssen tief genug verlegt und unter Umständen mit einer Isolierschicht umwickelt werden. Auch hier sollten Sie einen Profi zu Rate ziehen.  

Gartenhaus: Baugenehmigung nötig?

Informieren Sie sich über die rechtlichen Bestimmungen, bevor Sie mit dem Bau Ihres Gartenhauses beginnen. Unter Umständen benötigen Sie eine Baugenehmigung, um Ihre Pläne umsetzen zu dürfen. Ob in Ihrem konkreten Fall eine Baugenehmigung nötig ist, erfragen Sie bei der zuständigen Behörde.

Dies hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Größe/Umfang: Gartenhäuser mit einem Volumen von weniger als 10 Kubikmetern und einer Maximalgröße von drei Metern sind meist genehmigungsfrei. Für alle Bauten die diesen Umfang überschreiten, gilt eine Genehmigungspflicht. Die genauen Regelungen sind je nach Bundesland verschieden.
  • Fundament: Gartenhäuser mit festem Fundament erfordern in jedem Fall eine Baugenehmigung.
  • Nutzung: Nutzen Sie Ihr Gartenhaus lediglich als Geräteschuppen, ist es in der Regel genehmigungsfrei. Installieren Sie aber beispielsweise eine Küche oder eine Toilette, gilt das Häuschen als bewohnbar und genehmigungspflichtig. Durch das Errichten einer Schlafgelegenheit wird Ihr Gartenhaus als Aufenthaltsraum eingestuft und bedarf einer Baugenehmigung – auch bei nachträglichem Einbau.
  • Bebauungsplan: Befindet sich das Gartenhaus im Innenbereich oder Außenbereich einer bebauten Siedlung? Bauten im Außenbereich sind meist genehmigungspflichtig.

Gut zu wissen: Um sicherzustellen, dass Sie Ihr Gartenhaus wie geplant bauen dürfen, können Sie beim Bauamt eine Bauvoranfrage stellen. Außerdem empfiehlt es sich, die angrenzenden Nachbarn bereits vor Baubeginn über Ihr Vorhaben zu informieren.   


Gartenhaus selber bauen: Kosten

Welche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie ein Gartenhaus selber bauen, hängt maßgeblich von Umfang Ihres Projekts und der Wahl des Materials ab.

Kostengünstig, preislich gut kalkulierbar und vergleichsweise einfach ist die Errichtung eines Fertigbausatzes aus dem Baumarkt. Die Kosten für ein kleines Häuschen, etwa zur Nutzung als Geräteschuppen, beginnen bei rund 300 Euro, für ein mittelgroßes Gartenhaus mit fünf Quadratmetern starten die Preise bei etwa 1.000 Euro. Die Kosten für größere, bewohnbare Bausatzhäuser liegen zwischen 5.000 und 15.000 Euro.

Bevorzugen Sie eine individuelle Lösung, müssen Sie mit hohen Materialkosten und größerem Aufwand bei der Umsetzung rechnen. Dafür ist Ihr Gartenhaus dann ein absolutes Einzelstück und entspricht genau Ihren Vorstellungen. 

Für den Bau eines 10 Quadratmeter großen Gartenhauses fallen folgende Kosten an:

  • Etwa 150 bis 200 Meter Blockbohlen: 500 bis 700 Euro
  • Bodenbretter und Dachschalung: ca. 400 Euro
  • Weiteres Material, z. B. Sand, Zement, Schindeln: ca. 500 Euro

Damit schlägt das Gartenhaus mit Gesamtkosten von über 1.500 Euro zu Buche. Hinzu kommen möglicherweise Kosten für die benötigen Werkzeuge, zum Beispiel Sägen oder Akkuschrauber.

Tipp: Erkundigen Sie sich, ob Ihr Baumarkt Werkzeuge verleiht. So sparen Sie sich die Anschaffungskosten.


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