Gartenteich anlegen: Schmuckstück fürs Grundstück

Schön anzusehen und ein Quell der Entspannung: Wer einen Gartenteich anlegt, kann sich das ganze Jahr daran erfreuen – besonders natürlich im Sommer. Doch einen Teich anlegen will gut geplant sein. Folie oder feste Form, mit oder ohne Filter, natürlich oder gestylt? Wir geben Ihnen einen Überblick in Sachen Material und Gestaltung – und gute Tipps für den Eigenbau.


Die ersten Schritte beim Anlegen des Gartenteichs

Sie haben sich entschlossen, einen Gartenteich anzulegen. Die erste Frage ist nun: An welchem Standort? Licht und Schatten, Baumbestand – all das will bedacht werden. Relevant ist zunächst einmal der Abstand zum Haus. Soll Ihr Teich viele Tiere anlocken? Dann bauen Sie ihn ein wenig abseits des Trubels. Schätzen Sie vor allem den Anblick Ihrer Wasserpflanzen? Dann legen Sie Ihren Gartenteich so an, dass Sie ihn vom Wohnzimmer oder von der Terrasse gut sehen können. Achten Sie auf den Verlauf von bereits verlegten Versorgungsleitungen: Eventuell kommen diese Ihnen beim Ausheben der Grube in die Quere. Und selbst, wenn sie tief genug liegen: Sollten die Leitungen irgendwann repariert werden müssen, ist Ihr Teich dabei im Weg.

Auch Sonneneinstrahlung ist ein Thema. Ein Standort in der prallen Sonne erwärmt das Wasser im Sommer stark. Die Folge ist vermehrtes Algenwachstum. Das Wasser wird grün-braun, der Sauerstoffgehalt sinkt. Das ist tödlich für Fische und bekommt der Bepflanzung ebenfalls nicht. Sie sollten den Teich aber nicht an einem zu schattigen Platz anlegen: Dort gedeihen die Wasserpflanzen gar nicht. „Ein guter Richtwert sind fünf Sonnenstunden pro Sommertag“, empfiehlt das Magazin „Mein schöner Garten“ in seiner Online-Ausgabe.


Teich anlegen: Wie nah an den Bäumen?

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Im Hinblick auf die Beschattung ist es gut, ein paar Bäume in der Nähe zu haben. Wenn Sie einen Gartenteich anlegen, achten Sie darauf, dass diese keine weitreichenden Wurzeln besitzen. Zum einen verursacht das Schwierigkeiten beim Ausheben der Grube. Zum anderen können Wurzeln später die Teichfolie beschädigen.

Im Herbst kann das Laub Ihren Teich verschmutzen – ob vom Blätter- oder Nadelbaum. Schließlich verlieren auch Tannen ihr „Laub“. Tipp: Verzichten Sie in der Nähe der Stelle, wo Sie Ihren Teich anlegen, auf Bäume und Sträucher, die viele Blüten und Pollen verlieren. Der Goldregen beispielsweise – so schön er aussieht – wird Ihnen in Teichnähe eher Verdruss bereiten. Auch den Honigtau der Linden werden Sie dort, wo Sie Ihren Gartenteich anlegen, nicht mögen.

Pro und Contra Fertigteich

Fertigteiche werden auch Teichbecken oder Teichschalen genannt. Was dafür, was dagegen spricht:

  • Pro: Fertigteiche bestehen in der Regel aus Kunststoff. Mitunter sind sie mit Glasfaser verstärkt. Bei sehr steinigem Untergrund sind Fertigteiche durch ihr widerstandsfähiges und bruchsicheres Material im Vorteil. Außerdem sind kleine Teiche von nur 100 bis 150 Litern Fassungsvermögen mit einer festen Form einfacher zu bauen.
  • Contra: Sie sind an die Vorgaben der Hersteller gebunden. Es gibt zwar heutzutage viele Formen und Größen bei den Teichschalen. Dennoch hat ein Fertigteich nie eine solch natürliche Anmutung wie ein individuell angelegter. Außerdem ist ein Fertigteichbecken meistens zu klein und flach, um darin Fische zu halten.

Argumente für und gegen Teichfolie

Teichfolie gibt es in verschiedenen Qualitäten. In der Regel sind sie aus PVC, PE oder EPDM gefertigt. PVC ist das günstigste, aber am wenigsten umweltverträgliche Material: Nach einigen Jahren sondert es Weichmacher ab. PVC kostet zwischen vier und zehn Euro pro Quadratmeter. Polyethylen (PE) liegt preislich im Bereich von PVC, ist jedoch besser recycelbar. EPDM besteht aus Kautschuk, ist daher besonders weich und beim Anlegen eines Teichs gut zu verarbeiten. Das Material bleibt auch bei Kälte hochflexibel, ist UV-beständig und langlebig, allerdings mit rund 12 Euro pro Quadratmeter teurer. Der Preis hängt bei jedem Material auch von der Stärke ab. 0,5 Millimeter reichen zwar; empfehlenswerter – weil unempfindlicher – sind aber Folienstärken von mindestens einem Millimeter.

  • Pro: Für die Teichfolie spricht die Individualität. Damit können Sie einen Teich anlegen, der in der Form ganz Ihren eigenen Vorstellungen entspricht.
  • Contra: Das Anlegen eines Gartenteichs mit Folie ist aufwendiger und teurer als mit einem Fertigteich. Außerdem zeigt sich das Material empfindlicher als die feste Form. Sie müssen also vorsichtiger arbeiten.

Teich anlegen mit der passenden Form

Welche Form Sie Ihrem Teich geben, ist eine Geschmacks- und Stilfrage. Möchten Sie einen möglichst natürlichen Gartenteich anlegen, gestalten Sie ihn rund oder oval. Wählen Sie auf jeden Fall eine weiche Form – rechte Winkel wirken unnatürlich. Bei einem japanischen Zierteich dagegen sind sowohl runde als auch eckige Formen möglich. Den Zierteich kennzeichnen zusätzliche künstliche Bachläufe und Wasserspiele. Das wird ein deutlich größeres Bauvorhaben, als einfach „einen Gartenteich anlegen“.

Wer viel Platz hat, dem empfiehlt das Portal „Mein schöner Garten“ in Bezug auf den Gartenteich: „Je größer, desto besser.“ Denn ausgedehnte Gartenteiche wirken natürlicher. Die größeren Wassermengen begünstigen zudem das ökologische Gleichgewicht, was wiederum den Pflegeaufwand reduziert. Aber Achtung: Je nach Bundesland müssen Sie einen großen Gartenteich genehmigen lassen. Der Begriff „groß“ wird außerdem unterschiedlich interpretiert. In Schleswig-Holstein beispielsweise sind Teiche ab einer Fläche von 30 Quadratmetern genehmigungspflichtig. Ein Anruf beim kommunalen Bauamt hilft weiter.


Unterschiedliche Zonen im Teich

Wenn Sie einen Gartenteich anlegen, sollten Sie mit drei verschieden tiefen Zonen planen.

  • Sumpfzone: Der flachste Bereich in einem Teich. Die Sumpfzone fällt vom Ufer ausgehend recht schnell ab, bis sie ihre maximale Tiefe von 20 Zentimetern erreicht hat. Am Übergang zur nächsten Zone erhebt sich der Boden im Idealfall wieder ein wenig. So entsteht eine Stufe. Dieser Wall ist wichtig, um die einzelnen Zonen mit Steinen, Kies oder spezieller Teicherde aufzufüllen – dort finden Teichpflanzen Halt und können anwachsen. Tipp: mit Pflanzgewebe arbeiten. Das gibt es im Baumarkt.
  • Flachwasserzone: Dieser Bereich hat eine Tiefe zwischen 20 und 60 Zentimetern. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der Sumpfzone: Dem recht schnellen Abfall folgt eine Ebene bis zur nächsten Stufe.
  • Tiefwasserzone: Sie beginnt bei 80 Zentimetern. Wollen Sie einen Gartenteich anlegen, um darin auch Fische zu halten, muss diese Zone mindestens einen Meter tief sein. So gehen Sie sicher, dass Ihr Teich im Winter nicht komplett einfriert.

Pflicht beim Gartenteich: der Filter

Wenn Sie einen Gartenteich anlegen, denken Sie gleich an eine Filteranlage. Der nachträgliche Einbau ist viel aufwendiger. Filter und die dazugehörige Pumpe sorgen für sauberes Wasser und Sauerstoff im Teich. Algen haben dann keine Chance. Faustregel: Je größer der Teich, umso leichter reguliert er sich selbst. Aber ob es mit dem ökologischen Gleichgewicht unter allen Voraussetzungen klappt, stellt sich in der Regel erst später heraus.

Für Teiche bis 60 Kubikmeter Wasservolumen reichen Filtersysteme mit zwei bis drei Kammern. Ein Netzgitter oder grobporiger Schwamm in der ersten Kammer fängt die größten Schmutzpartikel ab. In der zweiten Kammer absorbiert feinporiges Filtermaterial Schwebstoffe. In der dritten Kammer schließlich wandeln Bakterien das giftige Ammonium und Nitrit zu unschädlichem Nitrat und weiter zu gasförmigem Stickstoff um, das sich dann verflüchtigt und Algen nicht mehr als Nährstoff zur Verfügung steht. Phosphor, ebenfalls ein wichtiger Algen-Nährstoff, wird durch Zusätze wie Zeolithgranulat absorbiert. Je nach Filtersystem und Pumpenleistung verbauen Sie den Filter ebenerdig zur Wasseroberfläche oder leicht erhöht, beispielsweise an einem zuführenden Bachlauf.


Die Teichschale in den Boden einsetzen

Ob Sie einen Fertigteich oder Teichfolie verwenden: Zunächst müssen Sie ein Loch im Boden ausheben. Einen Fertigteich setzen Sie beim Ausheben immer wieder in die Grube, bis er „satt“ sitzt, empfiehlt das Gartenlexikon auf seinen Online-Seiten. Der Teichrand sollte etwa fünf Zentimeter höher sein als seine Umgebung. Damit verhindern Sie, dass bei Regen Erde in den Teich geschwemmt wird. Auch Rasen- oder Pflanzendünger hat so keine Chance, ins Wasser zu gelangen. Nach dem Entfernen aller Steine und Wurzeln heben Sie etwa zehn bis 15 Zentimeter Boden zusätzlich aus und ersetzen ihn durch einfachen Sand. Zum Schluss stampfen Sie den Sand fest.

Danach: Teichbecken einsetzen, mit einer Wasserwaage ausrichten und den Spalt am Rand mit Sand auffüllen. „Dabei wird mit dem Gartenschlauch der Sand rund um das Teichbecken eingeschlämmt“, heißt es auf dem Portal Gartenteich-Info. So werden Sand und Erde rundherum verdichtet. Das verhindert, dass das gefüllte Becken später durch sein Gewicht absackt.


Die Folie in die Grube einbringen

Wenn Sie Ihre Teichgrube mit einer Folie auskleiden wollen, verlaufen die ersten Schritte ähnlich wie beim Fertigteich. Zwischen Sandschicht und Folie bringen Sie allerdings noch ein Schutzfließ ein. Es wirkt wie ein Polster, wenn das Gewicht des Wassers später auf die Folie drückt. Wichtig: Sie brauchen am Rand eine sogenannte Saugsperre, auch Kapillarsperre genannt. Sie trennt den Teich vom umgebenden Erdreich ab. Das geht beispielsweise, indem Sie den Rand der Folie aufrichten und ihn zwischen Steinen oder Holzlatten fixieren. Am einfachsten ist es, wenn Sie sich gleich mit der Teichfolie und dem Schutzfließ zusammen ein Teichrandsystem kaufen.


Pflanzen und Fische: Die Bewohner des Teiches

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Wenn Sie Ihren Teich anlegen und Fische einsetzen, sind kleine Arten die richtige Wahl. Die Elritze beispielsweise wird nur acht Zentimeter groß. Stichlinge und Moderlieschen bleiben ebenfalls klein. Bei den beliebten Goldfischen sollte man bedenken, dass sie 30 Zentimeter lang werden können. Am besten lassen Sie sich im Aquaristik-Fachhandel beraten.

Seerosen, Hornblatt, Wasserlinsen und Rohrkolben sind populäre Wasserpflanzen. Mit ihnen können Sie beginnen. Das Onlineportal Der Westen hat dazu Helge May vom Naturschutzbund befragt. Er warnt: „Lieber am Anfang etwas weniger Pflanzen kaufen und erst mal ausprobieren und abwarten, wie sie sich entwickeln.“ Denn die meisten Pflanzen breiten sich sehr schnell aus.

Für den Randbereich eignen sich beispielsweise die Sumpfdotterblume und die Rosenprimel. Beide vertragen Staunässe. In der Flachwasserzone haben sich die Sumpfcalla und die Kalmus bewährt. Letztere sollten Sie aber nicht der prallen Sonne aussetzen, sondern eher in schattigen Bereichen einsetzen. Auf dem Grund auch tieferer Teiche wird die unter Naturschutz stehende Krebsschere gepflanzt. Sie hemmt das Algenwachstum und spendet dem Wasser Sauerstoff. Zur Blütezeit kommen die von stacheligen Blättern gesäumten weißen Blüten der Krebsschere an die Wasseroberfläche. Ebenfalls für die tiefen Zonen eignet sich der Wasserschlauch, eine fleischfressende Pflanze, die sich von in sogenannten Fangblasen eingefangenen Insektenlarven ernährt. Der Wasserschlauch kommt also auch ohne Nährstoffe im Teich aus.

Der Gartenteich ist ein wichtiger erster Schritt zur Neugestaltung eines Gartens. Wenn daraus ein größeres Gestaltungsprojekt erwächst, können Sie es clever finanzieren. Die Heimatexperten der Schwäbisch Hall beraten Sie gern.

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