Energiesparhäuser

  • Vorteile und Rechtliches
  • Arten von Energiesparhäusern
  • Staatliche Förderungen

Wer heute den Bau oder die Modernisierung eines Hauses plant, steht vor der zentralen Frage, welchen Energiestandard das Gebäude haben soll. Welche Vorschriften gelten, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und welche Arten von Energiesparhäusern es gibt, lesen Sie hier.

Was ist ein Energiesparhaus?

Die Bezeichnung „Energiesparhaus“ ist ein Sammelbegriff für Häuser, die einen geringen Energiebedarf haben. Eine allgemeingültige Definition für Energiesparhäuser gibt es nicht.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) stellt gewisse Anforderungen an Gebäude, die beheizt und klimatisiert werden. Zum Zeitpunkt der Bauabnahme muss die Immobilie die vorgegebenen Mindeststandards erfüllen. Das Gebäudeenergiegesetz ist für alle Bauherren verbindlich, die einen Neubau oder die energetische Sanierung eines bestehenden Gebäudes planen.

Je nachdem, welcher Energiestandard erreicht wird, darf ein Haus als KfW Effizienzhaus 100, 70, 55, 40 (niedrigere Kennzahl = höhere Energieeffizienz), als Passivhaus, Nullenergiehaus oder Plusenergiehaus bezeichnet werden. Ob es sich dabei um ein Fertighaus oder ein Massivhaus handelt, spielt hierfür keine Rolle.


Richtlinien zur Einstufung sind die Werte zum Primärenergie- und Heizenergiebedarf. Hier gilt:

  • Der jährliche Primärenergiebedarf von 121 kWh pro Quadratmeter darf nicht überschritten werden.
  • Der Heizenergiebedarf muss zwischen 40 und 80 kWh pro Jahr und Quadratmeter liegen.

Kosten für energiesparende Häuser

Die Kosten für den Bau eines Energiesparhauses sind gegenüber den Kosten eines konventionellen Hauses höher. Mehrkosten entstehen etwa durch aufwändigere Dämmung und mehrfach verglaste Fenster. Im Verhältnis zum Energiestandard des Hauses steigen auch die Kosten. Das heißt, je energieeffizienter Sie bauen oder sanieren, desto höher sind die Baukosten.

Im Vergleich zu einem konventionell gebauten Haus sind die Kosten für Energiesparhäuser rund 10 bis 20 % höher. Wie viel Sie letztlich für eine nachhaltig gebaute Immobilie zahlen, hängt mitunter von den verwendeten Baustoffen ab.

Doch die hohe Erstinvestition zahlt sich aus: Durch die nachhaltige Bauweise senken Sie Ihre Energiekosten beträchtlich. Und das sogar langfristig. Das gilt insbesondere, wenn Sie erneuerbare Energien nutzen. Die Installation einer Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach beispielsweise produziert Solarstrom für den Eigenbedarf.

Gut zu wissen: Für die Umsetzung von Gebäuden nach Energiestandard bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verschiedene Förderprogramme wie etwa zinsvergünstige Darlehen und Zuschüsse. Auch für die Haussanierung und Modernisierung von Bestandsimmobilien gibt es viele Förderungsmöglichkeiten, von denen Sie als Eigentümer profitieren. Informieren Sie sich im Vorfeld, welche Optionen für Sie in Frage kommen. Das kann Ihre Baukosten erheblich senken.


Maßnahmen zur Energieeinsparung

Wer ein umweltbewusstes, nachhaltiges Leben führen möchte, sollte nicht nur seine Reise- und Ernährungsgewohnheiten anpassen, sondern auch einen Blick auf das eigene Zuhause werfen. Ökologisch bauen bedeutet, bereits in der Bauphase auf die Ökobilanz des Hauses zu achten, Aspekte wie Kreislaufwirtschaft sowie das Cradle-to-Cradle-Prinzip miteinzubeziehen und gesundheitsbelastende Stoffe und Emissionen zu vermeiden.

Um ein Haus möglichst energieeffizient zu gestalten, gibt es eine Reihe an Maßnahmen:

  • Kompakte Bauweise, die Energieverlust verhindert
  • Ausrichtung der Fensterflächen nach Süden, nach Norden hin eher geschlossen
  • Umfassende Dämmung: Fassadendämmung, Wärmedämmung, Dach, Kellerdecke, Warmwasser- und Heizungsleitungen
  • Moderne Heizung, zum Beispiel Pelletheizung oder Erdwärmeheizung
  • Mehrfachverglasung der Fenster
  • Luft- und winddichte Verarbeitung aller Bauteile

Vorteile von Energiesparhäusern: Gut für Mensch & Umwelt

Energiesparhäuser haben im Vergleich zu Häusern mit niedrigem Energiestandard viele Vorteile:

  • Umweltfreundlichkeit und Klimaschutz
  • Niedrige Unterhaltskosten durch geringen Energieverbrauch
  • Möglichkeit zur autonomen Energieversorgung
  • Unabhängigkeit von Preisen des Energiemarkts
  • Höherer Wiederverkaufswert der Immobilie
  • Angenehmes Wohnklima mit vermindertem Schimmelrisiko
  • Förderungsmöglichkeit durch KfW

Demgegenüber stehen die hohen Investitionskosten als einziger Nachteil.

Mit einem Energiesparhaus entlasten Sie langfristig betrachtet nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Durch den sinkenden Energiebedarf verringert sich auch der CO2-Ausstoß Ihres Haushalts. Der Verzicht auf schadstoffhaltige Materialien verbessert neben der Umweltbilanz des Hauses auch das Raumklima innerhalb Ihrer vier Wände. So profitieren Mensch und Umwelt.

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Arten von Energiesparhäusern

Alle Häuser, die über eine energieeffiziente Bauweise nach den Standards des Gebäudeenergiegesetzes verfügen, dürfen als Energiesparhäuser bezeichnet werden. Auch Passivhäuser, Plusenergiehäuser und Nullenergiehäuser zählen dazu.

Alle drei Haustypen erfüllen gewisse Kriterien, die sie als energieeffizient ausweisen. Sie unterscheiden sich aber hinsichtlich einiger Merkmale:

  • Passivhaus: Ganz wie der Name sagt, zeichnet sich ein Passivhaus dadurch aus, dass es seine Energie passiv gewinnt. Das heißt, die benötigte Wärme wird durch Sonneneinstrahlung, Körperwärme der Bewohner und technische Geräte gewonnen. Die Dämmung ist so gut, dass kaum eine Heizung benötigt wird. Um als Passivhaus klassifiziert zu werden, darf der jährliche Heizenergiebedarf 15 kwH pro Quadratmeter nicht überschreiten. Im Vergleich zu normalen Neubauten sparen Passivhäuser etwa 75 % Heizenergie ein.
  • Plusenergiehaus: Auch hier ist der Name Programm. Ein Plusenergiehaus erzeugt wesentlich mehr Energie als es verbraucht – und schafft damit ein Plus an Energie. Dies gelingt über eine südseitige Ausrichtung mit Solarthermie auf dem Dach, dreifachverglaste Fenster, gute Dämmung, ein Lüftungssystem zum permanenten Luftaustausch und eine sparsame Fußbodenheizung.
  • Nullenergiehaus: Analog dazu produziert ein Nullenergiehaus genau so viel Energie, wie es verbraucht. Die benötigte Energie wird über Photovoltaik gewonnen und gespeichert, sodass sie bei Bedarf abrufbar ist. Ein Wärmetauscher sorgt für frische Luft im Innenraum.

Gute Beratung ist unverzichtbar

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