Themenspecial: Fensterrahmen

Soll es Holz sein, Kunststoff oder Metall – oder eine Kombilösung? Wie steht es um Wärmedämmung und Schallschutz? Bei der Wahl der richtigen Fenster und der Fensterrahmen stellen sich viele Fragen. Von optischen Gesichtspunkten über Umwelt- und Energieaspekte bis hin zum Thema Sicherheit – in unserem Themenspecial finden Sie die Antworten.


Jedes Material hat seine Vorzüge

Beginnen wir mit dem Material der Fensterrahmen. Holz, Kunststoff und Aluminium haben jeweils spezielle Vorteile. Es gibt bei der Auswahl einiges zu beachten.

So gehören Holzrahmen nach wie vor zu den beliebtesten Fensterrahmen. Sie schaffen eine wohnliche Atmosphäre und verfügen über gute Dämmeigenschaften. Allerdings müssen sie alle vier bis fünf Jahre nachgestrichen werden. Auch die Behandlung mit einem Pflege-Öl zweimal im Jahr tut ihnen gut.

Aus ökologischen Gesichtspunkten sollte man bei der Wahl des Holzes darauf achten, dass es möglichst aus zertifiziert nachhaltiger Bewirtschaftung in heimischen Wäldern stammt. Aber auch bei Tropenhölzern muss man nicht mehr automatisch ein schlechtes Umweltgewissen haben. „Sie stammen heutzutage teilweise schon aus kontrolliertem Anbau“, erklärt Diplom-Ingenieur Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren (VPB). Der Bausachverständige: „Man sollte beim Kauf aber unbedingt auf Zertifikate wie das FSC- oder PEFC-Siegel achten. Damit werden Hölzer ausgezeichnet, die aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen.“


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Alle Hölzer reagieren als natürliche Werkstoffe auf äußere Witterungseinflüsse wie Regen, Frost und Sonnenlicht. Deshalb bietet der Handel häufig Kombinationen aus Holz- und Metallrahmen an. Dabei ist außen am Rahmen eine Metallverschalung angebracht. Auf diese Weise lässt sich die Witterungsbeständigkeit der Fensterrahmen optimieren.

Eine solche äußere „Wetterschale“ haben auch manche Kunststoffrahmen. Sie zeichnen sich vor allem durch ihren günstigen Preis bei langer Lebensdauer aus und sind ausgesprochen pflegeleicht. Lediglich die Dichtungsgummis sollten von Zeit zu Zeit mit einem Gummipflegemittel geschmeidig gehalten werden. Sie können sonst porös werden. Einwandfrei abgedichtet, halten Kunststofffenster von den Wärmedämmeigenschaften her durchaus mit Holzrahmen mit.

Schließlich stehen noch reine Aluminiumrahmen zur Auswahl. Auch sie sind sehr langlebig, verlangen kaum Wartung, sind leicht und stabil und bleichen nicht aus. Die Robustheit des Materials hat allerdings ihren Preis: Alu-Fenster können bis zu 50 Prozent teurer sein als Fenster mit Kunststoffrahmen. Auch im Vergleich zu Holzrahmen muss man tiefer in die Tasche greifen. Außerdem schneiden Aluminiumrahmen bei der Wärmedämmung schlechter ab als beispielsweise Holz.

Fenster haben vielfältige Funktionen

Im Grunde sind alle Materialien miteinander kombinierbar. Viele Händler bieten im Internet einen Online-Konfigurator an, mit dem man die unterschiedlichen Varianten durchspielen und sich sein individuelles Fenster virtuell zusammenstellen kann. So erhält man einen guten Überblick über die Eigenschaften und Kosten des jeweiligen Fenstertyps.

Die Wahl der richtigen Fenster stellt sich natürlich nicht nur bei Neubauten. Auch in Bestandsgebäuden, vor allem in Altbauten, ist ein Austausch oft sinnvoll, etwa im Rahmen der Wärmedämmung. Mit neuen Fenstern können Sie aufgrund der Energieersparnis unterm Strich sogar viel Geld sparen. Und es gibt weitere Vorteile: Neben dem Hereinlassen von Luft und Licht besteht die Funktion der Fenster im Haus auch in der Schalldämmung sowie im Einbruchschutz.


Fenster austauschen? Machen Sie den Selbsttest!

Besonders Hauseigentümer, deren Gebäude noch mit alten Fenstern aus der Zeit vor 1995 ausgestattet sind, sollten sich ernsthaft Gedanken über eine Sanierung machen. Diese Fenster verfügen meist nur über eine simple Zweifachverglasung, auch die Rahmen dürften inzwischen nur noch schlechte Dämmwerte aufweisen. Ein guter Teil der geschätzten 560 Millionen Fenster in Deutschland stammt sogar aus den Jahren vor 1978, also aus einer Zeit, da die Einfachverglasung noch Standard war. An Wärmeschutzfenster wurde damals noch nicht gedacht.

„Fenster sind sehr komplexe Bauteile“, sagt VPB-Experte Weber. „Vor allem aber sind sie entscheidend für das Raumklima.“ Unabhängig vom Baujahr ist es also immer ratsam, die Fenster im Haus oder in der Wohnung zu erneuern, wenn bestimmte Mängel auftreten. Machen Sie doch mal den Selbsttest. Beobachten Sie:

  • Luftzug am geschlossenen Fenster?
  • eindringende Feuchtigkeit nach starkem Regen?
  • Scheiben, die im Winter von innen beschlagen?
  • klemmende Griffe?
  • störend lauten Straßenlärm trotz geschlossener Fenster?

Fensterrahmen und Verglasung entscheiden über Dämmqualität

All dies sind Anzeichen für eine mangelhafte Dämmung, die auf keinen Fall mehr den heute vorgeschriebenen Werten der deutschen Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht. Wissenschaftlich-technisch gibt über die Qualität der Wärmedämmung der Wärmedurchgangskoeffizient Auskunft: der sogenannte U-Wert oder auch Uw-Wert (früher sprach man vom K-Wert).

Dieser Wert gibt die Energiedurchlässigkeit der Fenster in Watt pro Quadratmeter und Kelvin an. Laien sollten sich einfach die Faustregel merken: Je kleiner der Wert, desto besser ist die Wärmedämmung der Fenster. Ein Beispiel: Alte Fenster mit Einfachverglasung kommen auf einen U-Wert von über 5, bei modernen Wärmeschutzgläsern mit Dreifachverglasung liegt er gerade noch bei 0,2.

Da für die Energieeffizienz des Fensters aber nicht nur das Glas, sondern zu 30 bis 40 Prozent auch der Fensterrahmen entscheidend ist, gibt es für beides getrennte U-Werte:

  • den Uf-Wert (f für engl. frame = Rahmen) sowie
  • den Ug-Wert (g für engl. glazing = Verglasung).

Entscheidend ist aber der Gesamtwert Uw (w für engl. window = Fenster). Seit 2010 sind die Hersteller verpflichtet, ihn für jedes Fenster anzugeben.


Licht ist ein zentrales Element für den Wohnkomfort. So werden Häuser heller:


Verbesserte Technik für Scheibendämmung

Wer alte Fenster gegen neue austauschen möchte, muss dabei die Vorgaben der bereits erwähnten Energieeinsparverordnung beachten. Danach darf der Uw-Wert nicht über 1,3 liegen. Bei Dachfenstern ist ein Grenzwert von 1,4 vorgeschrieben. Soll nicht das ganze Fenster, sondern lediglich das Glas ersetzt werden, gilt ein Ug-Höchstwert von 1,1.

Diese Werte werden im Grunde von allen auf dem Markt befindlichen Fenstern eingehalten. Die neueste Entwicklung geht hin zu sogenannten Vakuumverglasungen. VPB-Experte Weber: „Dabei wird der übliche Scheibenabstand, der zurzeit noch mit einem Edelgas gefüllt ist, durch ein Vakuum ersetzt. Auf diese Weise erreichen Fenster mit nur zwei Scheiben die thermischen Werte einer Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung, sind aber viel leichter, was wiederum die Verwendung auch zierlicherer Rahmen erlaubt.“


Neue Fenster – verändertes Lüften

Der Einbau solch hochmoderner Fenster ist in den allermeisten Fällen nichts für den Heimwerker. „Neben der Auswahl der passenden Fenster ist besonderes Augenmerk auf den fachgerechten und luftdichten Einbau zu legen“, warnt die Verbraucherzentrale. Die Verbraucherschützer machen auch auf einen weiteren Punkt aufmerksam: „Mit jeder fachgerechten Fenstererneuerung steigt die Luftdichtigkeit, sodass die Abfuhr von Luftfeuchtigkeit durch angepasstes Lüftungsverhalten oder eine Lüftungsanlage sichergestellt werden muss.“ Andernfalls droht die Bildung von Schimmel.

Der Grund: Feuchtigkeit kondensiert immer an der kältesten Stelle im Raum. In älteren Gebäuden sind das in der Regel die schlecht gedämmten Fenster. Werden diese nun durch top-gedämmte Fenster ersetzt, schlägt sich die Feuchtigkeit an den kältesten Stellen der Wandinnenseiten nieder. „Liegt diese Stelle beispielsweise hinter einem Schrank, kann das lange unbemerkt bleiben und der Schimmel sich in aller Ruhe ausbreiten“, so Thomas Weber. Sein Tipp: Wenn mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht werden, sollte man sich von einem Fachmann in Sachen angemessener Lüftung beraten lassen.


Umfassende Wärmesanierung sinnvoll

Viele Experten empfehlen, den Einbau neuer Fenster gleich mit einer kompletten Wärmeeffizienz-Sanierung des Gebäudes zu verbinden, also mit der Sanierung der Türen und Wände. So können alle Maßnahmen „in einem Rutsch“ aufeinander abgestimmt werden.

Zu den entstehenden Kosten für die energetische Sanierung schießt der Staat übrigens unter bestimmten Voraussetzungen einiges zu. Finanzielle Förderungen für energiesparende Umbauten gibt es zum Beispiel bei der KfW-Bank (www.kfw.de). Sie reichen von günstigen Krediten bis hin zu Tilgungszuschüssen. Auf lange Sicht rentieren sich die Investitionen durch die folgenden Einsparungen bei den Energiekosten ohnehin. Der Verband Privater Bauherren rät aber, sich in jedem Fall vor einer umfassenden Sanierung fachlich beraten zu lassen. Für alle Finanzierungsfragen steht Ihnen auch Ihr Schwäbisch-Hall-Ansprechpartner gern zur Verfügung.


Durchsichtiger Schallschutz

Weniger laufende Ausgaben, mehr Umweltschutz – mit neuen Fenstern steigen aber auch Wohnkomfort und Sicherheit erheblich. So spielen etwa beim Lärmschutz die Fenster eine entscheidende Rolle: Schallschutzfenster verfügen über spezielle Schallschutzfolien, die störende Geräusche weitgehend aussperren. Die verwendeten Gläser sind annähernd doppelt so dick wie normales Fensterglas. Bei den Kosten muss man pro Quadratmeter Glasfläche zwischen zehn und 30 Euro mehr einplanen.

Beim Einbau ist darauf zu achten, dass zwischen Fenster und Außenwand keine sogenannte Schallbrücke entsteht. Was Bauherren gelegentlich vergessen: Auch das beste Schallschutzfenster nützt nur wenig, wenn die alten Rollladenkästen an Ort und Stelle bleiben. Hier bieten sich Anti-Lärm-Einlagen im Kasten oder dämmende Rollladenaufsatzkästen an. Zusätzlich kann man weitere Maßnahmen zur Schalldämmung ergreifen.


Besserer Schutz vor Einbrechern

Beim Einbau neuer Fenster bietet es sich an, sich auch gleich gegen mögliche Einbrüche zu wappnen. Alles, was potenzielle Täter aufhält und Zeit kostet, trägt dazu bei, dass sie den Einbruchsversuch möglicherweise abbrechen oder von vornherein unterlassen. Dazu zählen mechanische Vorrichtungen an Fensterrahmen (zum Beispiel Riegel, abschließbare Griffe oder Pilzkopfzapfenbeschläge) ebenso wie eine Sicherheitsverglasung. Dies empfiehlt die Polizei vor allem bei leicht zugänglichen Fenstern und Glastüren im Erdgeschoss und an Balkonen.

Erkundigen Sie sich im Handel nach einbruchhemmenden Fenstern nach DIN EN 1627. Sie sind in sechs „Resistance Classes“ (RC) eingeteilt – zu Deutsch: Widerstandsklassen. RC 6 bietet dabei die höchste Sicherheit. Für weniger leicht zugängliche Fenster in Wohngebäuden raten Kripo-Experten mindestens zu RC 2. Ab RC 3 sind die Fenster mit Sicherheitsverglasung ausgestattet. Das eingesetzte Verbundsicherheitsglas, bei dem mehrere Scheiben aufeinandergeklebt sind, ist besonders schwer einzuschlagen. Diese Fenster sind allerdings deutlich schwerer als herkömmliche Glasscheiben und verursachen laut VPB pro Quadratmeter rund 100 Euro Mehrkosten.


Förderung für neue Fenster

Auch für Maßnahmen des Einbruchschutzes gibt es Zuschüsse der KfW-Bank. Tipp: Erstellen Sie mit einem Experten ein umfassendes Sanierungskonzept für die Fenster in Ihrem Zuhause. Dann wohnen Sie sicher, warm und ruhig, schonen die Umwelt – und auch die Kosten bleiben im Rahmen!

Persönliche Beratung

Unsere Experten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

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Fenster spielen in Hauskonzepten eine zentrale Rolle. Hier finden Sie spannende Beispiele:


Verlassen Sie sich nicht allein auf Wärmedämmung durch neue Fenster