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Interview mit Florian Wellmann

Haussuche mit Makler

 

 

Immobilienmakler im Gespräch

Für viele, die nicht länger zur Miete wohnen wollen, stellt sich die Frage, wie sie an ihre Traumimmobilie kommen. Ein möglicher Weg: die Haussuche mit Makler. Immobilienmakler Florian Wellmann erzählt im Interview, worin die Vorteile liegen, mit Makler auf Haussuche zu gehen – und warum man auch weniger beliebten Lagen eine Chance geben sollte.

      

Herr Wellmann, welche Vorteile habe ich, wenn ich einen Makler für die Haussuche engagiere?

Ein guter Makler hat einen guten Überblick über den Immobilienmarkt und kann so auch einschätzen, ob die gesuchte Immobilie in der gesuchten Lage überhaupt realisierbar ist. Heißt, das Immobilienbüro weiß genau, welche Preise realistisch sind. Wir bekommen leider immer wieder Anfragen von Interessenten, die auf Haussuche sind und dabei in Top-Lagen zu einem zu niedrigen Budget suchen. Da sage ich dann gleich: Das wird schwer, das wird nicht klappen.

Ein zweiter Grund, warum die Haussuche mit Makler Sinn macht: Gute Immobilienmakler verfügen über ein hervorragendes Netzwerk und kommen so an Immobilien, die gar nicht auf den gängigen Portalen angeboten werden. Wir haben Häuser in der Schublade, die es dort nicht gibt.

      

Nun haben Immobilienmakler nicht überall den besten Ruf. Das liegt auch daran, dass die Zahl der Makler in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Wie finde ich darunter einen qualifizierten, seriösen Makler?

Als allererstes würde ich mich im Freundes- und Bekanntenkreis umhören. Oft gibt es irgendjemand, der einen Tipp hat, und das ist natürlich der beste Weg für die Haussuche mit Makler, die direkte Empfehlung. Ansonsten würde ich mich auf der Internetseite des Maklers darüber informieren, welche Referenzen er hat und ob die angebotenen Immobilien zu meinen Wünschen passen. Ist das ein renommiertes Unternehmen, hat er ein Büro, das für mich gut erreichbar ist oder nur eine Scheinadresse? Solche Fragen sollte man stellen. Darüber hinaus gibt es Auszeichnungen, zum Beispiel von Focus oder der Fachzeitschrift Capital. Und Immobilienscout24 führt eine Liste von Maklern, auch daran kann man sich gut orientieren.

      

Nehmen wir an, ich habe mich dafür entschieden, für meine Haussuche einen Makler zu beauftragen. Wie sieht der Ablauf der Immobiliensuche mit Makler aus?

Grundsätzlich gibt es erst einmal ein Qualifizierungsgespräch bei uns im Büro. Wir haben auch Suchinteressentenbetreuer, die sich nur um diejenigen kümmern, die auf Immobiliensuche sind. Sehr viele Kaufinteressenten wissen am Anfang gar nicht genau, was sie wollen und was zu ihren Bedingungen passt. Da werden die Kriterien im Laufe der Haussuche immer wieder angepasst.

      

Welche Infos brauchen Sie von den Interessenten?

Neben den Suchkriterien wie Personenanzahl, Anzahl der Zimmer oder Fläche spielen die Einkommenssituation und die Bonität natürlich eine große Rolle. Bevor wir auf Haussuche gehen, brauchen wir eine Finanzierungsbestätigung der Bank, dass Sie einen Kredit über Summe X vergeben hat.
 

Und wie sieht es mit der Makler-Provision aus, was kostet ein Makler?

In Bremen sind es derzeit 5,95 Prozent Provision auf die Kaufsumme, in Hamburg 6,25 Prozent, in Berlin sogar 7,14 Prozent. Nach aktueller Beschlusslage des Bundestages wird Ende des Jahres die Provision dann bundesweit zwischen Käufer und Verkäufer hälftig geteilt. Denn der aktuelle Gesetzesentwurf sieht vor, dass Käufer von Wohnimmobilien nicht mehr verpflichtet werden können, mehr als die Hälfte der Maklerprovision zu übernehmen.

      

Das ist ja eine positive Entwicklung für Kaufinteressenten. Wie lange dauert es in der Regel, bis Sie eine passende Immobilie finden?

Ich würde mal sagen, ohne Statistiken an der Hand zu haben: In der Regel dauert eine Haussuche zwischen 3 und 4 Monate. Aber das ist nur ein grober Durchschnittswert, das kann natürlich im Einzelfall auch deutlich länger dauern.

      

Welche Faktoren führen dazu, dass es mit der Haussuche länger dauert?

Das hängt stark von der Art und Weise der Immobilie ab. Wenn ich zum Beispiel eine 3-Zimmer-Wohnung in einem gutbürgerlichen Viertel suche, habe ich eine große Auswahl. Suche ich aber zum Beispiel ein Pferdeanwesen in einer Außenanlage, das an verschiedene Auflagen geknüpft ist, wofür ich vielleicht eine bestimmte Genehmigung brauche, dann wird es natürlich schwieriger. Umso ausgefallener die Suche ist, umso länger wird es dauern.

      

Solch eine Haussuche ist auch für Sie mit Aufwand verbunden. Was passiert, wenn ich mich doch für eine andere Immobilie entscheide, die ich auf anderem Weg gefunden habe?

Dann gehen wir leer aus, für Sie als Suchenden fallen in dem Fall keine Kosten an.

So steht Ihre Finanzierung auf festen Beinen

Bevor Sie auf Haussuche gehen, sollten Sie Ihre Finanzen gut im Blick haben und sich über die Finanzierungsmöglichkeiten im Klaren sein. Mit einem Immobilienkredit legen Sie sich für viele Jahre oder Jahrzehnte fest.

Wägen Sie sorgfältig die verschiedenen Möglichkeiten ab. Für einen ersten Überblick über unsere Raten und Konditionen können Sie unseren Finanzierungsrechner nutzen. Dieser ersetzt allerdings nicht die persönliche Beratung. Unser Heimatexperte kennt alle Seiten des Themas. Er entwickelt mit Ihnen einen langfristigen zinssicheren Finanzierungsplan und bespricht mit Ihnen die einzelnen Schritte der Finanzierung.

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Haben sich die Wünsche und Anforderungen in den letzten Jahren oder Jahrzehnten verändert?

Also ich bin jetzt seit 10 Jahren Immobilienmakler, daher kann ich nur Gespräche mit Kollegen wiedergeben, die schon etwas länger im Geschäft sind. Die haben immer gesagt: Früher gab es die Landflucht, dann wollten viele zurück in die Stadt. Alle Jahrzehnte ändert sich das sozusagen. Ich kann aber nicht sagen, dass sich die Art der gesuchten Immobilien stark geändert hat. Junge Familien suchen immer noch häufig ein Reihenhaus, 120 bis 150 Quadratmeter groß und in gutbürgerlicher Lage.

      

Was sich hingegen stark verändert hat, sind auf jeden Fall die Preise. Was empfehlen Sie, wie findet man noch Immobilien zu bezahlbaren Preisen?

Wirklich günstige Immobilien werden definitiv seltener, oder sie sind dann stark renovierungsbedürftig, was auch wieder mit Kosten verbunden ist. Trotzdem will man kaum auf einen Garten oder auf Zimmer verzichten und sich arg einschränken.

Ich spreche jetzt vorwiegend für Bremen, denke aber, die Situation lässt sich auf viele Orte übertragen. Wenn beliebte Stadtteile immer teurer werden, weichen die Kaufinteressenten bei der Haussuche auf Nachbarstadtteile aus, die sich dadurch dann auch wieder weiterentwickeln. Hier in Bremen gibt es zum Beispiel den Stadtteil Woltmershausen. Vor einigen Jahren haben die Leute sofort abgewunken und gesagt: Auf gar keinen Fall! Inzwischen ist dieser Stadtteil aber deutlich attraktiver geworden, weil immer mehr Leute dorthin ziehen und alte Immobilien saniert wurden. Auch das Bremer Umland partizipiert so an dem Immobilienboom in den Städten.

      

Heißt das, im Zweifel sollte ich auf einen weniger attraktiven Stadtteil ausweichen und dann darauf hoffen, dass sich dieser noch entwickelt?

Na ja, man sollte zumindest ein Stück weit bei der Haussuche kompromissbereit sein, wenn man die sportlichen Preise in sehr beliebten Gegenden nicht zahlen kann oder will. Natürlich muss man auch schauen, ob die Lage, die Entfernung zur Arbeit, passt. Aber es gibt es oft auch in Ortsteilen, die man vielleicht nicht gleich auf dem Radar hatte, schöne Mikrolagen mit Einfamilienhäusern.

Sinnvolle Reihenfolge von SanierungsmaßnahmenSinnvolle Reihenfolge von Sanierungsmaßnahmen
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Gibt es denn bei der Preisverhandlung noch Spielraum?

Das ist immer unterschiedlich, aber ich würde mal sagen, zwischen 4 und 8 Prozent sind theoretisch möglich. Aber ich bin als Makler ja immer für beide Seiten tätig, auch für den Eigentümer. Ich kann mich daher nicht komplett auf die Interessentenseite schlagen und den Kaufpreis nach unten drücken. Denn ich bin ja am Ende des Tages auch vom Eigentümer beauftragt. Meist haben wir mehrere Kaufinteressenten pro Immobilie, da wird der Spielraum für Preisverhandlungen meist klein.
 

Das heißt, sie sind immer für beide Seiten tätig?

Richtig, das ist generell so.

      

Gibt es neben den Preisen weitere Veränderungen auf dem Immobilienmarkt?

Eigentlich nicht. Ich glaube eher, dass die Corona-Situation durchaus Veränderungen nach sich zieht. Die Leute legen jetzt mehr Wert darauf, dass die Immobilien einen Garten oder Balkon haben. Wer viel zuhause ist, sucht gerade Immobilien mit Möglichkeiten einer eigenen kleinen grünen Oase.

      

Merken Sie ansonsten Auswirkungen durch Corona?

Der Immobilienmarkt ist schwerfälliger als der Aktienmarkt, so schnell merken wir da nichts. Ich denke auch, dass der Immobilienmarkt immer noch stark und stabil ist. Die Zeit der wachsenden Preise ist allerdings so langsam vorbei, das merken wir bereits. Wir werden in Zukunft eher eine Seitwärts- als eine Aufwärtsbewegung haben. Da durch Corona viele in Kurzarbeit sind und einige ihren Job verlieren könnten, wird die Kaufkraft sicher etwas schwächer. Das könnte ebenfalls dazu führen, dass die Preise nicht mehr so stark ansteigen. Dass sie in naher Zukunft fallen, kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Da wird sich erst mal nicht viel tun, denn das Zinsniveau wird vorerst wohl niedrig bleiben. Und beides bedingt einander.


Gute Beratung ist unverzichtbar

Ein Makler kann bei der Haussuche hilfreich sein, ist aber gleichzeitig ein weiterer Kostenfaktor. Wer eine Immobilie kaufen will, muss gut kalkulieren – und alle Posten im Blick haben. Unser Heimatexperte berät Sie gerne zu Finanzierungsmöglichkeiten. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und profitieren Sie von unserer umfassenden Beratung.

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