Badrenovierung für neuen Glanz

Eine Badrenovierung macht aus der Nasszelle ein Wohlfühlzentrum - das Badezimmer gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die wichtigsten Tipps für die Planung und Durchführung.


Neue Bedeutung für das Bad

Badrenovierung: Mehr Raum zum Wohlfühlen

Wenn sie eine 10.000-Euro-Reserve für ihr Haus hätten, würden 28 Prozent der Deutschen dieses Geld ins Wohnzimmer, 19 Prozent in die Küche und 17 Prozent ins Badezimmer investieren. Das Bad hat eine neue Bedeutung bekommen. Es dient längst nicht mehr nur der Körperhygiene, sondern ist auch ein intimer Raum zum Wohlfühlen, für die Entspannung und die Regeneration. Das größte Problem bei bestehenden Badezimmern ist oft, dass sie klein sind. Nur jedes vierte Bad in Deutschland umfasst zehn oder mehr Quadratmeter. Das durchschnittliche Bad hat eine Größe von 7,7 Quadratmetern. Mit ein bisschen Fantasie und der richtigen Planung lassen sich aber auch die mit einer Badrenovierung in eine schöne kleine Wellness-Oase verwandeln. 


Badrenovierung: Die Planung

Wenn man sein Bad neu plant, sollte man zunächst zwei Dinge tun. Erstens: Man erstellt eine Bedarfsanalyse. Was sollte das Badezimmer nach der Badsanierung beinhalten, was ist mir wichtig? Waschbecken, Wanne und WC sind Pflicht. Eine separate Dusche wäre schön. Bei Familien ist ein Doppelwaschbecken sinnvoll. Heizkörper mit Handtuchwärmer sind eine angenehme Erfindung, die man bei der Badrenovierung einbauen kann.

Zweitens: Man vermisst das Bad und entwirft klassisch auf Rechenpapier einen Grundriss im Maßstab 1:50. Dann zeichnet man die Objekte maßstabsgerecht auf Pappe, schneidet sie aus und plant die verschiedenen Varianten durch. Komfortabler geht die Planung der  Renovierung im Internet.

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Wichtige Aspekte der Badrenovierung

Großzügig geschnittenes Badezimmer
Achten Sie bei der Badsanierung auf ausreichend Platz.

Badezimmer können in ganz grundlegend verschiedenen Stilen renoviert und neu gestaltet werden. Überlegen Sie, was Ihnen am besten gefallen würde und welcher Bad-Typ Sie sind. Das macht alle weiteren Schritte der Badplanung einfacher und sensibilisiert Sie für besondere Objekte und Gestaltungsmöglichkeiten.

Bewegungsraum schaffen

  • Öffnungswinkel beachten: Badezimmertüren gehen in den meisten Fällen nach innen auf. Berücksichtigen Sie also, dass ein Öffnungswinkel von 90 bis 110 Grad nötig ist.
  • Genügend Platz: Vor Waschtisch, WC oder Bidet sollte man mindestens 80 Zentimeter Platz haben, wobei sich der Abstand bei gegenüberliegenden Objekten nicht verdoppeln muss. Die Objekte sollten nicht dichter als 40 Zentimeter nebeneinander stehen.
  • Ecken nutzen: Nutzen Sie bei der Badrenovierung die Ecken - zum Beispiel für die Dusche oder das WC.
  • Kurze Wege: Beachten Sie schon bei der Planung der Badrenovierung spätere Wege! Sind zum Beispiel die Handtücher in Armlänge erreichbar, wenn man nass in der Dusche steht?
  • Wichtig: Denken Sie auch an die kommenden Jahre – eine grundlegende Badrenovierung ist die beste Gelegenheit, den Raum barrierefrei zu gestalten. So lässt sich beispielsweise die Dusche ebenerdig anlegen.  

Zusätzliche Aufwände vermeiden

  • Anbringen von Fliesen: Nicht alle Wände müssen komplett gefliest werden. Wichtig sind wasserdichte Bereiche in der Dusche oder der Duschwanne; hinter Waschbecken und WC reichen halbhohe Fliesen.
  • Positionierung von Objekten: Verteilen Sie die Objekte im Zuge der Badrenovierung nicht über alle Wände des Raumes, sondern positionieren Sie sie, wenn möglich, nur an zwei sich berührenden Wänden. So halten Sie die Wasserzu- und -ableitungen kurz. Zudem verringern Sie den Installationsaufwand erheblich.
Modernes Bad mit bodengleicher Dusche und halbhohen Fliesen
Im Badezimmer müssen nicht alle Wände komplett gefliest werden.

(Quelle: Jürgen Weller Fotografie)

Grenzen der Eigenarbeiten

  • Wasserschäden vermeiden: Bei allen Arbeiten rund um die Sanitärinstallation sollte man sich bewusst sein, dass Wasser erheblichen Schaden anrichten kann. Falsch oder nicht sorgfältig ausgeführte Arbeiten bei der Badrenovierung können einen teuer zu stehen kommen. Auch erfahrene Heimwerker lassen die wichtigen Arbeiten besser von einem Klempner erledigen.
  • Keine Arbeiten am Hausanschluss: Absolut tabu für Heimwerker ist der Hausanschluss - hier kommt die Leitung des Wasserversorgers an. Zu diesem Anschluss mit Zähler und Hauptabsperrventil muss man aus Sicherheitsgründen jederzeit ungehindert Zugang haben. Er darf bei der Badrenovierung auch nicht mit einem Schrank umbaut werden. Arbeiten am Hausanschluss und an der Zählanlage dürfen nur der örtliche Wasserversorger und von ihm autorisierte Handwerksbetriebe ausführen.
  • Auf Materialien achten: Für die Trinkwasserversorgung dürfen bei der Badrenovierung nur solche Materialien eingesetzt werden, die hierfür ausdrücklich zugelassen sind. Bei Leitungssystemen aus Kunststoff sollten ausschließlich Systembauteile namhafter Hersteller verwendet werden.
  • Ersatzfliesen aufbewahren: Bestellen Sie bei der Badrenovierung mehr Fliesen, als Sie benötigen.Insbesondere farbige Fliesen sollten aus einem Brand stammen. Nur so ist eine gleichmäßige Tönung garantiert. Die übrig gebliebenen Fliesen kann man für eventuelle spätere Reparaturen aufbewahren.

Zusätzliche Einbauten einkalkulieren

  • Vorgesetzte Wände: Neue Rohrleitungen in den Wänden unter Putz zu legen ist oft nicht  möglich, denn die Leitungen müssen auch ein gewisses Gefälle haben. Planen Sie die Badrenovierung deshalb mit vorgesetzten Wänden. Diese sind leicht zu installieren und bieten eine Vielzahl an gestalterischen Möglichkeiten.
  • Belüftungsanlage: Hat das Bad keine Fenster, denken Sie an eine Belüftungsanlage.
  • Fußbodenheizung: Sehr angenehm, besonders im Bad, ist eine Fußbodenheizung. Sollte ein nachträglicher Einbau in Ihrem Bad möglich sein, lassen Sie sich von Ihrem Installateur ein Angebot machen.
  • Laminat: Da das Bad mehr und mehr zum Wohlfühlraum wird, in dem man sich längere Zeit aufhält, wird es durch einen Laminat-Fußboden extra wohnlich. Es gibt Materialien, die auch für Feuchträume perfekt geeignet sind.
Fußbodenheizung mit Kunststoffrohren
Der Einbau einer Fußbodenheizung erhöht den Wohnkomfort.

Badrenovierung: Die nächsten Schritte

Kommen wir nun zur Umsetzung: Wie geht man vor, wenn die Planung der Badrenovierung steht? Zunächst bestellt man die nötigen Materialien, Fliesen und Sanitärobjekte. Es kann mitunter ein paar Wochen dauern, bis alles lieferbar ist. Zwei Dinge sollten Sie beachten:

Nur die wenigsten Wände sind wirklich gerade. Deshalb sind rahmenlose Türen oder Trennwände aus Glas Maßarbeit. Erst wenn die Dusche praktisch fertig ist, werden sie von einem Mitarbeiter des Lieferanten exakt vermessen und individuell angefertigt. Zwischen Aufmaß und Installation können auch hier ein paar Wochen ins Land gehen. Überlassen Sie diese Arbeiten einem Profi - selbst vermessene Glastüren im Zuge einer Badrenovierung sind vom Umtausch ausgeschlossen.

 

Badsanierung - zuerst die Mauerarbeiten

Handwerker dichtet Badewannenfugen ab
Renovierung einer Badewanne.

Nach der Deinstallation des alten Bades werden - sofern geplant -  zunächst grundlegende Maurerarbeiten wie das Mauern von Duschkabinen oder der Aufbau von Vorwandelementen vorgenommen. Im zweiten Schritt der Badrenovierung erfolgt dann die Installation der Wasserzu- und -ableitungen. Bevor es an die Verkleidung der Wände geht, sollten die  Aufhängungen der Sanitärobjekte vorbereitet werden. Noch kommt man an alles gut heran. Jetzt können Sie Wände und Decken neu gestalten, also mit Gipsplatten verkleiden, fliesen oder verputzen. Als Letztes bei der Badrenovierung ist der Boden dran.

Nun muss es nicht gleich eine komplette Badrenovierung sein, die zudem kostenintensiv ist. Auch mit günstigen Mitteln lässt sich einiges machen. Oft sind unansehnliche, unhygienische oder unzeitgemäße Fliesen der Hauptanlass für eine Badrenovierung. Wenn die Fugen unschön ins Auge stechen, reicht oft schon ein Fugenstift oder ein Anstrich mit Fugenfarbe.

Einfachstes Rezept für ganze Wände: Man malt die Fliesen einfach an. Es gibt spezielle Fliesenlacke, die leicht zu verarbeiten sind. Sie werden mit Rolle und Pinsel in zwei Schichten aufgetragen. Damit der Lack nach der Badrenovierung gut haftet, werden die alten Fliesen zuvor mit einer Grundierung vorbehandelt. Selbst alten Badewannen kann man mit speziellen Lacken einen neuen Anstrich geben.


Überfliesen spart Zeit und Geld

Eine beliebte Methode der schnellen und günstigen Badsanierung ist auch das Überfliesen. Der große Vorteil: Man braucht die alten Fliesen nicht abzuschlagen, sondern klebt die neuen Fliesen einfach auf die alten. Die alten Fliesen werden gründlich gereinigt und mit Haftgrund bestrichen. Dann wird mit einem Zahnspachtel der Kleber aufgebracht, und schließlich werden die Fliesen gesetzt. Abstandshalter aus Plastik sorgen bei der Badrenovierung für eine schöne Regelmäßigkeit. Ist der Kleber trocken, wird das Fugenmaterial aufgetragen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Grundierung, Kleber und Fugenfüllung möglichst vom selben Hersteller stammen, also chemisch aufeinander abgestimmt sind. Und sparen Sie nicht beim Fliesenschneider. Bei Billigware ist der Bruch
meist vorprogrammiert.

 

Fazit

Generell gilt: Ob es nun um eine aufwendige Rundum-Badrenovierung oder um eine kleine Schönheitsreparatur geht, eine Investition ins Badezimmer lohnt sich immer - schließlich beginnt man in diesem Raum den neuen Tag.

 

Onlineplanung der Badrenovierung

Eine äußerst praktische Hilfe bietet das Internet: Unter www.bad24.de und www.gutesbad.de gibt es kostenlose und kinderleicht zu bedienende Programme für die Badplanung, mit denen sich zahlreiche Einrichtungsvarianten für die Badrenovierung durchspielen lassen.

Zunächst zeichnet man seinen Raum nach (jeder Grundriss ist möglich) und setzt Türen und Fenster. Dann kann das maßstabsgetreue Spiel mit der Einrichtung beginnen. Zum Schluss gibt es eine dreidimensionale Aufsicht, und mit einer Kamera lässt sich der Raum aus allen Perspektiven betrachten. Einziges Manko ist die noch relativ geringe Auswahl an Fliesen und Waschtischen.

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