Nützlicher Niederschlag

Mit dem weltbesten Trinkwasser die Toilette spülen? Das ist in Deutschland normal, aber deswegen noch lange nicht sinnvoll. Zumal die Alternative erschwinglich ist.


Und so funktioniert´s:

Abbildung einer Regenwassernutzungsanlage

Manche Tatsachen sind wirklich nur schwer zu begreifen: Jeden Tag verbrauchen wir etwa 135 Liter Wasser, aufwendig aufbereitet, von allerbester Qualität und entsprechend teuer - und zwei Drittel davon, immerhin 90 Liter, gehen für Toilettenspülung, Rasensprengen, Wäsche oder Blumengießen drauf. Dabei kann man dieses Wasser ebenso gut kostenlos ins Haus bekommen: aus Regenwolken. Damit könnte ein Vier-Personen-Haushalt im Jahr auf circa 130.000 Liter Trinkwasser verzichten.

Und so funktioniert eine Regenwassernutzungsanlage: Das Wasser aus dem Regenfallrohr durchläuft einen Filterschacht, zum Beispiel mit einem Kiesbettfilter, und wird in einem Erd- oder Kellertank gesammelt. Im Speicher klärt sich das vorgefilterte Wasser selbst, Bakterien und Staubpartikel setzen sich am Boden ab. Mit Hilfe einer Pumpe inklusive Ansaugfilter wird es dann über ein Rohrleitungssystem den Verbrauchsstellen zugeführt. 


Auf anschlussfertige Komponenten achten

Im Handel bekommt man einbaufertige Anlagen mit Kunststoff- oder Betonsammelbehälter. Die sinnvolle Speichergröße (der Tank soll einen ausreichenden Vorrat für Trockenzeiten aufnehmen können, aber auch nicht ständig halbleer sein) kann mittels einer Faustregel ermittelt werden:
• etwa 800 Liter pro Person im Haushalt oder
• etwa 30 Liter pro Quadratmeter angeschlossener Regenauffangfläche.

Für ein Einfamilienhaus liegt die durchschnittliche Größe zwischen drei und fünf Kubikmetern. Die Kosten dafür betragen zwischen 3.000 und 6.000 Euro, talentierte Heimwerker können jedoch bis zu 1.000 Euro sparen. "Sie sollten bei der Auswahl der Anlage darauf achten, dass sie aus anschlussfertigen Komponenten besteht", rät Rainer Keutmann vom Hersteller Intewa.

Am einfachsten ist die Installation im Neubau. Liegen Toilette und Waschmaschine in der Nähe des Technikmoduls, kann auch eine Nachrüstung sinnvoll sein. Immer möglich ist hingegen die Installation einer Anlage zur Bewässerung des Gartens. Komplettsysteme mit Zisterne, Pumpe und Filter kosten circa 1.400 Euro.

Wichtig: Alle Rohre müssen die Kennzeichnung "Kein Trinkwasser" erhalten, an Haupthahn und Zapfstellen gehört der Hinweis "Regenwasseranlage installiert", Regen- und Trinkwasserleitungen dürfen nicht miteinander in Verbindung stehen. Das könnte ganze Trinkwassernetze verkeimen.

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Förderung: Zuschüsse vom Staat

In verschiedenen Bundesländern und Gemeinden wird Regenwassernutzung gefördert. Eine bundeseinheitliche Förderung existiert dagegen nicht. Für genauere Informationen, ob eine Anlage in Ihrem Ort gefördert wird, wenden Sie sich an das Rathaus, die Kreisverwaltung oder das zuständige Wasserwerk.  

 

Technik im Überblick

Bestandteile einer Regenwassernutzungsanlage

Der Schnitt durch ein Einfamilienhaus zeigt die Bestandteile einer Regenwassernutzungsanlage:

  • Die Zisterne: Hier sammelt sich das Wasser, das über das Fallrohr der Regenrinne sowie durch einen Filter hineinfließt.
  • Das Steuermodul: die Zentrale der Anlage. Sie schaltet die Versorgungspumpe automatisch ein und aus und sorgt dafür, dass im Bedarfsfall, wenn der Speicher leer ist und Waschmaschine oder Toilette Wasser benötigen, Trinkwasser nachgespeist wird.
  • Zweites Leitungsnetz: Hiermit werden alle Verbrauchsstellen versorgt, an denen kein Trinkwasser nötig ist: die Toiletten, die Waschmaschine, das Waschbecken im Keller und die Zapfstelle für den Gartenschlauch. Dieses Netz darf keine Verbindung zum Trinkwassernetz haben.