Abschied vom Einheitslook

"Raufaser weiß" ist längst nicht die einzige Lösung. Ob pur, mit Putz, Tapete oder Holz, Wände und Decken lassen sich ganz dem individuellen Wohnstil entsprechend gestalten.
 


Und so wird es gemacht...

Lehmputze lassen sich grundsätzlich auf jeden Wandaufbau auftragen, auch auf Holz, Poren- oder Stahlbeton. Eventuell ist vorher ein Anstrich mit einem Lehmhaftgrund nötig, mitunter verschafft man dem Putz auch durch eine Matte, etwa aus Schilfrohr, festen Halt. Darauf wird in ein oder zwei Schichten verputzt – mit der Kelle oder bei großen Flächen mit dem Spritzschlauch.

Wer eine natürliche Farbgebung in Naturweiß- oder Brauntönen liebt, kann auf einen Anstrich verzichten. Es gibt aber auch Farbputze, denen bereits die entsprechenden Pigmente beigemischt sind. Verarbeitet man mehrere Farben übereinander, entstehen reizvolle Lasureffekte.

Auch im Do-it-yourself-Verfahren anwendbar sind Streich- oder Rollenputze, die wie Wandfarben einfach mit der Deckenbürste oder der Malerrolle aufgetragen werden. Sie haben allerdings eine sehr feine Struktur, die an Schleifpapier erinnert. Wer also eine ausdrucksstärkere Oberfläche wünscht, sollte auf Profiputz und einen professionellen Verputzer zurückgreifen. Durch Bürsten, Fegen oder Formen mit speziellen Kellen erzeugte Struktureffekte sehen nur wirklich gut aus, wenn die Arbeit fachgerecht ausgeführt wird.

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Wand pur mit Sichtbeton

Wandtrends: Tapeten zeigen sich im verspielten Design
Musterhaft: Tapeten zeigen sich gern wieder mit verspielten Designs. Die Kollektion FlipFlopGeneration von Rasch steht für diesen modernen Trend

Eine interessante Variante der „Wand pur“ ist die unverkleidete Innenwand aus Beton, der sogenannte Sichtbeton. Die Oberflächenstruktur wird hier durch die Schalung bestimmt, in die der flüssige Beton gegossen wird: Eine Hülle aus ebenem Stahl ergibt eine scharfkantige, glatte Fläche, raue Bretter hinterlassen eine Holzmaserung. Nahtstellen der Schalelemente kann man als gestalterische Details mit einbeziehen oder kaschieren. Zuschläge wie Granit, Quarz oder Glasgranulat im Beton machen weitere Struktur- und Farbeffekte möglich.

Purismus ist nur einer der momentan gefragten Bau- und Wohnstile. Es gibt in den letzten Jahren auch einen Trend zu mehr Wärme und Behaglichkeit, der Mut zu Mustern und Dekoren zeigt sich wieder. Und da feiert die Mustertapete ein ziemlich fröhliches Comeback: verspielt mit Blümchen, edel gestreift, geometrisch gemustert im Retro-Stil, mit weichem Samt- oder kühlem Metallic-Effekt. Dass all dies nicht bizarr oder geschmacklos wirkt – wie noch aus früheren Tapetenzeitaltern in Erinnerung –, dafür sorgen namhafte Designer, die inzwischen die Tapete zur Chefsache gemacht haben.

Zudem ist das Tapezieren im Vergleich zu früher meist sehr viel einfacher, was am Siegeszug der Vliesfasertapete aus Zellstoff- und Polyesterfasern liegt. Sie lässt sich ohne Einweichen trocken verkleben und direkt an der Wand zuschneiden. Darüber hinaus ist sie wasserdampfdurchlässig und frei von Schadstoffen wie Formaldehyd, PVC oder Weichmachern.


Wieder im Trend: Verkleidungen aus Holz

Und noch ein Trend kommt zurück, nämlich Verkleidungen oder Paneele aus Holz und anderen Materialien an Wand und Decke. Ihr praktischer Vorteil: Hinter den Profilen lassen sich Dämmmaterial oder Kabel verstecken. Verschwunden ist glücklicherweise die dunkle, erdrückende Holzdecke der 70er Jahre. Heute verleihen helle Holzarten und Farben an der Decke dem Raum Leichtigkeit. Mit dunklen oder farbigen Paneelen setzt man dagegen einzelne Akzente, etwa im Kontrast zu einem hellen Putz. Ganz gemäß der Devise: Mehr Vielfalt, bitte!