Fliesen legen selbst gemacht

Fliesenbeläge für Boden und Wand sind praktisch und attraktiv. Da Fliesen eine harte Oberfläche haben und feuchtigkeitsfest sind, eignen sie sich nicht nur für Nassräume, sondern auch für viel begangene Flure oder Eingangsbereiche. Begabte Heimwerker können das Fliesen legen selbst erledigen.


Do it yourself: Werkzeuge zum Fliesen verlegen

Das Verfliesen von Bad und Küche gilt als klassisches Einsatzgebiet für Bauherren, die selbst Fliesen legen möchten und so ihre Finanzierung entlasten wollen. Natürlich braucht man zum Fliesenlegen schon ein bisschen Talent und vor allem Fähigkeit zur Präzision.

Anfänger sollten sich auch nicht gleich das komplette Badezimmer oder ein diagonal verlegtes Bodenmuster in drei Farben vornehmen. Ein schlichtes Fliesenschild an der Küchenwand ist vielleicht das bessere Übungsprojekt. Ansonsten hängt das Gelingen vom richtigen Werkzeug, geeigneten Materialien und guter Planung ab.

 

Schritt für Schritt: Fliesen verlegen

  • Fliesenkleber verteilen mit Zahnkelle oder Zahnspachtel. Bei einem zu dicken Auftrag ragt die Fliese über das gewünschte Bodenniveau hinaus – also erst mit weniger Kleber arbeiten und gegebenenfalls etwas nachfüttern. 
  • Für Heimwerker reicht beim Fliesen-Legen ein manueller Fliesenschneider. Sollten Sie Fliesen mit einer Stärke von mehr als zwei Millimetern verlegen, müssen Sie sie entweder mit der Flex oder einem Feuchtschneidegerät zuschneiden. Beides kann man in Baumärkten ausleihen.
  • Wandfliesen lochen mit Lochboy und Spitzhammer. Bei diesen Arbeitsschritten kommt es leicht zu Fliesenbruch – kalkulieren Sie also besser ein paar mehr Fliesen ein. 
  • Praktische Hilfe beim Fliesen-Legen: Ein Fliesenlaser blendet auf Knopfdruck zwei auf 90 Grad ausgerichtete Laserlinien ein.
  • Fugenmörtel nach Angaben des Herstellers anrühren. Da das Material sehr ergiebig ist, rührt man zuerst nur eine geringere Menge an.
  • Verteilen des Fugenmörtels, zum Beispiel mit einem Fugengummi, überschüssiges Material abziehen. Fugenmörtel trocknet schnell an, lässt sich aber im Eimer einfach wieder durchrühren und flexibel halten.
  • Reinigen der Fliesenoberfläche mit feuchtem Schwamm. In diesem Arbeitsschritt kann man auch zu dick aufgetragene Fugenmörtelabschnitte korrigieren.
  • Wenn der Fugenmörtel einige Stunden durchgetrocknet ist, wird die Fläche mit einem weichen Tuch nachpoliert.

Und so wird es gemacht

Das Fliesen-Legen beginnt mit der Wahl der richtigen Fliese. Am gängigsten sind keramische Fliesen, aber auch Ton- oder Natursteinfliesen stehen zur Wahl. Bei den keramischen Fliesen unterscheidet man die relativ weichen, vor allem für den Innenbereich geeigneten Steingutfliesen und die stärker belastbaren, frostsicheren Steinzeugfliesen.

Für Nassräume kommen eigentlich nur Fliesen mit glasierter Oberfläche infrage. Als Bodenfliesen ausgewiesene Produkte müssen bestimmte Werte bezüglich Trittsicherheit und Rutschfestigkeit einhalten, zum Beispiel in einer bodengleichen Dusche.

  • Tipp: Achten Sie beim Fliesenkauf auf gleiche Brandnummern, um Farbunterschiede minimal zu halten.

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So vermeiden Sie Anfängerfehler

Nach diesem 15-Minuten-Video können auch Anfänger auf einfachen Flächen Fliesen legen.

Beim Fliesen-Legen gibt es ein paar einfache Tipps, die die Arbeit besonders für Anfänger erleichtern. Mischen Sie nicht zu viel Kleber auf einmal an – schade um das Material, wenn es hinterher fortgeworfen werden muss. Und tasten Sie sich vorsichtig an das richtige Mischungsverhältnis heran. Wenn der Kleber zu „schlank“, also zu dünnflüssig ist, können Sie die Fliesen zu tief ins Kleberbett eindrücken – eine unebene Oberfläche ist das Ergebnis. Zu trocken geratene Klebermischung lässt sich immer mit einer geringen Wasserzugabe geschmeidiger machen.

Und denken Sie an die Arbeitspausen – kurz vorher angemischter Kleber ist nicht mehr verwendungsfähig, wenn man nach der Pause weitermachen will. Reinigen Sie schließlich Ihr Werkzeug gleich nach der Arbeit. Dann ist es wieder einsatzbereit, wenn Sie Lust bekommen, wieder einmal Fliesen zu legen.


Beim Fliesen-Legen nicht vergessen: Untergrund vorbehandeln

Die Einkaufsliste der Verlegematerialien beginnt mit einem Produkt zur Vorbehandlung des Untergrunds. Benötigt wird zum Beispiel ein Staub bindender Tiefgrund für Putz- oder Estrichböden oder eine Haftemulsion für alte Fliesenbeläge. Manchmal ist auch eine Abdichtung des Bodens gegen Feuchtigkeit notwendig.

Als Fliesenkleber kommen für Heimwerker im Wesentlichen zwei Produktgruppen infrage: Die gebrauchsfertigen Dispersionskleber eignen sich für Wandfliesen, nicht aber für Bodenfliesen oder im Außenbereich. Hier kommen Pulverkleber zum Einsatz, die vor Gebrauch mit Wasser angerührt werden. Zum Füllen der Fugen zwischen den Fliesen verwendet man Fugenmörtel in Weiß, Grau oder Bunt. Dehnungs- und Anschlussfugen werden mit dauerelastischen Fugenmassen wie Silikon verschlossen. Benötigt werden noch Fliesenkreuze als Abstandshalter und Fliesenschienen für Abschlüsse.

  • Tipp: Hersteller und Baumärkte liefern zu den Produkten auch detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Jetzt können die Hobbyhandwerker die Fliesen legen – aber bitte mit Plan! Da Räume selten genau rechtwinklig und Wände kaum exakt im Lot sind, sollte man nie von einer Ecke aus planen. Wird der Belag von der Mitte her aufgebaut, ergibt sich der Ausgleich fast automatisch. Bei komplexeren Verlegemustern sollte man einen maßstabsgerechten Verlegeplan anfertigen.

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