Bibliophile Ordnung

Wohin nur mit den Lieblingsbüchern und Neuerwerbungen? Für echte Leseratten ist das eine stetige Herausforderung. Hier ein paar Aufbewahrungstipps.


Baukastenprinzip für individuelle Ansprüche

Pfiffige Konstruktionen machen’s möglich. Doppelte Böden holen zum Beispiel die zweite Reihe der Bibliothek (die bei leidenschaftlichen Sammlern unweigerlich entsteht) wieder nach vorn. Statt hintereinander werden Bücher hier übereinander angeordnet. Schieberegalsysteme offenbaren den gewünschten Titel im Hintergrund nach einem kleinen Schwenk. Das spart selbst bei großen Bibliotheken Platz und bietet dennoch optimalen Zugriff auf die komplette Lektüre.

Als wahre Raumspartalente gelten Taschenbuchregale. Diese Gestelle kommen mit einer Tiefe von 15 bis 18 Zentimetern aus und bieten den beliebten Buchausgaben im handlichen Format maßgeschneidert Platz. Man kann aber auch mischen: sowohl die Tiefe und Breite der Tablare als auch die Höhe der Wangen. Getreu dem Baukastenprinzip lassen sich Regale nach individuellen Ansprüchen variieren.

Als wahre Raumspartalente gelten Taschenbuchregale.


Vom Bücherregal zur multifunktionalen Wohnwand

Vielfach können sich Bibliomanen ihre ganz persönliche Kombination schon übers Internet am Computer konfigurieren. Hinter Dreh- oder Schiebetüren aus klarem, satiniertem oder farbig lackiertem Glas verschwinden wertvolle Bände oder der TV-Flatscreen. Schübe und Klappen lockern die strenge Geometrie des Büchergestells auf und verstecken zerfledderte Lieblingsschmöker oder aber das gute Porzellan. Das Urmöbel Regal wandelt sich so zur multifunktionalen Wohnwand.

Massivholz ist nach wie vor beliebt, aber auch furnierte und vor allem lackierte Leichtbauplatten. Nicht erst seit den Möbelmessen in Mailand und Köln angesagt: Hochglanzlack, vorzugsweise in Weiß. Er lässt die Gestelle filigraner und leichter erscheinen. Und die Nichtfarbe Weiß rückt das Möbel in den Hintergrund, bietet dekorativen Bänden eine optimale Bühne.
 
Ob der Bücherfreund lieber Werke oder Regal optisch sprechen lassen will, liegt in seiner Hand. Denn neben funktionellen Aufbewahrungsmöbeln wächst die Zahl der extravaganten Solisten aus Designschmieden, die skulpturengleich zum Blickfang im Raum werden. Zumeist lassen sich darin aber nur wenige, also vornehmlich die liebsten Werke zur Schau stellen.

Bücherregal: Buchtipp " Räume für Menschen, die Bücher lieben"
BUCHTIPP: „Räume für Menschen, die Bücher lieben“ von Leslie Geddes-Brown, 29,95 Euro (DVA Architektur)

Vor dem Kauf steht die Regalplanung

Eine Bestandsaufnahme der heimischen Bibliothek sollte stets am Anfang aller Kaufüberlegungen stehen, gefolgt von einer Stauraumberechnung. Wie viel und was soll wo untergebracht werden – vielleicht neben den Büchern noch CDs oder Geschirr? Auch der Blick in die Zukunft hat sich bewährt: Was mache ich mit dem Regal, wenn ich umziehe oder ein neuer Lebenspartner samt seiner Bücherkartons ins Haus kommt? Hochwertige Systemmöbel lassen sich zumeist problemlos erweitern.

Selbstredend gebührt der Stabilität eines Büchermöbels besondere Aufmerksamkeit. Und nicht zuletzt lohnt eine Investition in eine sichere Wandmontage, damit kleine Kletterer in einem unbeobachteten Moment nicht gleich die ganze Sammlung samt Gestell zu Boden reißen.

 Stauraummöbel