Neu und gemütlich

Weiche Formen, clevere Kombinationen und angesagte Stoffe: Im Wohnzimmer wird nicht mehr nur gesessen, sondern gelebt. Nehmen Sie Platz!


Die Sofa-Runde

Historisch gesehen hat sich das Sitzen im Kreis, das lediglich der Muße und Entspannung diente, im 18. Jahrhundert entwickelt. Es war der Ehrgeiz der gebildeten Schicht, in einer Runde Unterhaltungen zu führen. Nach dem Zeitalter der Aufklärung setzte sich dann eine immer weniger förmliche Gruppierung der Sitzmöbel durch, bis hin zu den heutigen Übereck-Sitzlandschaften im XXL-Format.

 

Kombination von Sofa und Sesseln

Immer noch gruppieren die meisten intuitiv die Sitzmöbel in einer Runde oder um einen Mittelpunkt wie zum Beispiel einen Kamin. Dabei ist es wichtig, zu überlegen, wie der Wohnalltag mit Familie und Freunden aussieht. Auf einem geraden Zweier- oder Dreiersofa beispielsweise sitzt man in Gesellschaft nicht gern nebeneinander. Entspannte Unterhaltungen sind nur möglich, wenn man dem Gegenüber den ganzen Körper zuwenden kann. Auf dem Sofa wird man zu einer eher steifen Haltung gezwungen. Deshalb ist eine Kombi von Sesseln und Sofa oft die ideale Lösung. Sessel sind flexibel. Die Nähe zu den anderen Menschen im Raum lässt sich durch sie variieren. Sessel und Sofa müssen nicht aus einer Serie stammen. Das Miteinander von einem antiken Sessel mit ausladenden Formen und einer modernen Couch mit klaren Linien kann dem Raum eine gute Spannung verleihen. 

Die neue Gemütlichkeit: Sitzlandschaften weiterhin im Trend besonders für Familien

Optische Raumteilung

Klassischer Ohrenbackensessel

Bei offenen Grundrissen mit Wohn-Essbereich lassen sich mit Sitzmöbeln Zonen in einem Raum abgrenzen. Ein Teppich unterstützt diese optische Raumteilung. Nicht immer passt das Maß des Einzelteppichs zu den Möbelmaßen. Hier kann man sich behelfen, indem ein Teppichboden auf die individuellen Wünsche zugeschnitten und dann gekettelt wird. Zum Lieblingsstück avanciert ein Sitzmöbel allerdings erst, wenn man auch bequem darauf sitzt. Hier sind Verarbeitung, Polsterung sowie die ergonomischen Maße wie Sitzhöhe und Sitztiefe entscheidend. Untergestell und Polsterung müssen sowohl unser Gewicht als auch die scheuernden Bewegungen unserer Kleidung aushalten. Hochwertige Polsterungen bestehen aus mehreren Schaumstoffschichten mit unterschiedlichen Stärken.


Auch wichtig: Die Position der Möbel

Sie geben dem Möbel die nötige Stabilität. Der Schichtenaufbau sorgt für festes Sitzen im vorderen und weiches Sitzen im hinteren Bereich. Preiswerte Modelle dagegen bestehen meist nur aus einem maßgenauen Schaumstoffstück. Diese Unterschiede sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen, erst bei längerer Benutzung verliert das Modell an Stabilität. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist daher das sogenannte Raumgewicht des Schaumstoffs. Hier gilt: Je höher das Raumgewicht, desto langlebiger und formstabiler ist die Polsterung. Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) hat Mindestwerte für ein hochwertiges Sitzmöbel festgelegt: Die Sitzfläche sollte 35 kg/m3, die Rückenpolsterung 28 kg/m3 aufweisen.

 

Sofa oder Sessel in die Raumecke

Wichtig für ein gutes Wohngefühl im Raum ist auch die Position der Sitzmöbel. Sofa oder Sessel sollten in der Raumecke stehen und nicht mit Blick auf Zimmertüren, die zu Durchgangsbereichen führen. Wer seine Sitzmöbel frei in den Raum stellen möchte, kann eine Ablage in Rückenhöhe gegen das Rückenpolster stellen. So wird der Sitzbereich auch im Falle eines offenen Grundrisses gemütlich.

Sofalandschaft für die ganze Familie

Wohlfühloasen

Problematisch bei frei im Raum stehenden Sofas ist die Beleuchtung. Die Sitzzone erfordert eine atmosphärische und auch eine gezielte Beleuchtung – zum Lesen etwa. Ideal ist es, wenn man bei einer Sanierung oder einem Neubau gleich Bodensteckdosen einplant. Wer bei einer Renovierung den Boden nicht nachträglich für Kabel öffnen möchte, kann diese über den meist vorhandenen Deckenauslass an die gewünschte Stelle ziehen und Leuchten aufhängen.

Eines ist in jedem Fall klar: Ob Wohnlandschaft oder knuffiger Sessel – die neuen Relaxermöbel zeigen sich als Oasen zum Wohlfühlen.

 

Tipps zum Möbelkauf

Stoffqualität
Die Schönheit von Material, Design und Farbe ist ein wichtiges Entscheidungskriterium. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Qualität des Bezugsstoffs. Stimmt diese nicht, muss man den Stoff nach ein paar Jahren erneuern, und es kommt schnell Ärger auf. Bezugsstoffe werden einem Testverfahren unterzogen, bei dem sie mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Diese misst man in sogenannten Scheuertouren. Je höher die Anzahl der Touren, desto resistenter verhält sich der Stoff gegen Abrieb und Verschleiß. Richtwert: Ein Bezugsstoff im privaten Haushalt sollte mindestens 15.000 Scheuertouren aufweisen.

Sitzen nach Maß
Das Design gefällt, die Außenmaße sind aber nicht passend? Oder die Sitztiefe ist perfekt, aber die Polsterung zu weich? Es gibt einige Hersteller (zum Beispiel Rolf Benz), bei denen man sich sein Sofa individuell zusammenstellen lassen kann. Nach einer Art Baukastenprinzip wird das perfekte Sofa gefertigt – mit Sitzbreite und -tiefe, Polsterung sowie Seitenteil- und Fußausführung nach Wunsch.

Für Sitzenbleiber
Eigentlich ist es kaum möglich, Sitzmöbel herzustellen, die jeder Mensch als bequem empfindet. Dennoch gibt es ein paar Anhaltspunkte, die bei der Kaufentscheidung helfen: Sitzhöhe- und tiefe stehen in engem Zusammenhang. Je niedriger die Sitzhöhe, desto tiefer sollte die Sitzfläche sein. Idealerweise ergeben die beiden Maße addiert 90 bis 93 Zentimeter. Ältere Menschen bevorzugen höhere Sitzmöbel mit entsprechend geringerer Sitztiefe und fester Polsterung.

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