Erste Wohnung: Der Start in die Eigenständigkeit

Tschüs Elternhaus, hallo eigene vier Wände! Die erste Wohnung verspricht Freiheit und Unabhängigkeit, geht aber auch mit neuen Verantwortungen einher. Wie die Suche nach der ersten eigenen Wohnung klappt und was Mieter vor, während und nach dem Umzug beachten müssen, steht hier.  


Eine passende Wohnung finden: Suchen und besichtigen

Um die Idee von der ersten Wohnung in die Tat umzusetzen, muss die passende Mietimmobilie gefunden werden. Für die Suche bieten sich Immobilien- und Kleinanzeigenportale im Internet an. Um eine Vorauswahl treffen zu können, sollten die Rahmenbedingungen klar sein:

  • Möchte ich allein oder in einer Wohngemeinschaft wohnen?
  • Wie viele Quadratmeter benötige ich?
  • Kann ich mir Miete, Nebenkosten und Kaution leisten?
  • Hat die Wohnung eine gute Verkehrsanbindung an Uni, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, befinden sich Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe?

Stimmen Eckdaten und Lage der Wohnung, geht’s ab zur Besichtigung. In Großstädten vereinbaren Vermieter häufig Sammelbesichtigungen mit mehreren Interessenten. Hier gilt es besonders, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Wer alle Unterlagen parat hat, gepflegt und freundlich auftritt, hat bessere Chancen, die Zusage für die Wohnung zu bekommen. In der Regel verlangen Vermieter eine ausgefüllte Selbstauskunft, eine Bonitätsprüfung oder Bürgschaftserklärung der Eltern. So können sie sich ein besseres Bild von ihrem zukünftigen Mieter machen und sicher sein, dass er die Miete zahlen kann.
Der Mieter wiederum sollte sich während der Besichtigung davon überzeugen, dass die Wohnung tatsächlich das Potenzial hat, die erste eigene Wohnung zu werden. Passen die Räumlichkeiten zu den Bedürfnissen? Gibt es etwas, das den Wohnkomfort stören könnte, zum Beispiel eine laute Straße vor dem Fenster oder fehlendes Tageslicht? Ist der Zustand der Wohnung angemessen?


Mietvertrag: Das Wichtigste im Überblick

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Überzeugt die Wohnung und gibt der Vermieter seine Zustimmung, wird der Mietvertrag unterzeichnet. Ein besonderes Augenmerk legen Mieter auf folgende Punkte:

  • Die Nebenkosten sollten verständlich aufgeschlüsselt sein. Instandhaltungs- und Verwaltungskosten zahlt nicht der Mieter, sondern der Vermieter.
  • Die Kaution darf drei Nettokaltmieten nicht übersteigen. Sie kann bei Bedarf in drei gleichen Monatsraten bezahlt werden. Die Kaution gibt’s am Ende der Mietzeit plus Zinsen zurück, sofern keine Nachzahlungen fällig sind oder vom Mieter verschuldete Renovierungen durchgeführt werden müssen.
  • Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate. Bei einer Kündigungsausschlussklausel kann die Wohnung erst nach vereinbarter Mindestmietdauer, meist ein oder zwei, maximal vier Jahre, ordentlich gekündigt werden.
  • Bei Staffelmiete oder Indexmiete erhöhen sich die Mietkosten jedes Jahr um einen bestimmten ausgewiesenen Betrag beziehungsweise Prozentsatz.
  • Hat der Vermieter einen Makler beauftragt, muss er dem Bestellerprinzip entsprechend dessen Provision bezahlen.
  • Der Mietvertrag regelt, wer sich um die Treppenhausreinigung und die Grünflächen kümmert und ob ein Haustier erlaubt ist.

Bei der Schlüsselübergabe begehen Vermieter und Mieter gemeinsam die Wohnung: Besonderheiten und Mängel halten sie in einem Übergabeprotokoll fest. Auch die Zählerstände von Gas, Wasser und Strom werden für die genaue Abrechnung protokolliert.  

Eine Wohngemeinschaft hat Vor- und Nachteile

Die erste Wohnung soll eine Wohngemeinschaft sein? Das hat viele Vorteile, bringt aber auch einige Einschränkungen mit sich. Die Bewohner müssen sich bewusst sein: In einer WG sind sie nicht allein. Das kann angenehm sein, wenn sie neu in der Stadt sind und so gleich Anschluss finden, zusammen kochen und die Abende miteinander verbringen. Doch es ist Rücksicht gefragt, wenn ein Mitbewohner lieber für sich ist oder Ruhe fürs Lernen benötigt. Die neue Wohnung sollte deshalb groß genug sein, damit alle Bewohner einen Rückzugsort haben. Bei vier und mehr Bewohnern sind zudem mehrere Badezimmer sinnvoll.
Neben den Miet- und Anschaffungskosten für neue Möbel lassen sich auch die Aufgaben im Haushalt teilen. Damit es nicht zu Streit kommt, sollte ein Haushalts- und Putzplan regeln, wer wann das Bad reinigt, den Müll wegbringt und neues Toilettenpapier kauft.
Tipp: Im Mietvertrag sollte eindeutig geregelt sein, ob es nur einen Hauptmieter und mehrere Untermieter oder mehrere Hauptmieter gibt, die gleichermaßen für die Mietzahlungen verantwortlich sind. Daraus ergeben sich auch die Bedingungen, wenn einzelne Mitbewohner ausziehen, die anderen aber wohnen bleiben wollen.


BAföG, BAB, Wohngeld – die Miete für die erste Wohnung finanzieren

 

Selbst wenn das eigene Einkommen oder die Unterstützung der Eltern nicht ausreicht – die erste eigene Wohnung muss kein Traum bleiben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Wohnung samt Miete, Nebenkosten und Lebenshaltungskosten zu finanzieren.

  • Mit Fördergeldern des Bundesausbildungsförderungsgesetzes, dem BAföG, erhalten Studenten und Auszubildende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, finanzielle Unterstützung. Die Höhe des BAföGs hängt von den eigenen finanziellen Mitteln, dem Verdienst der Eltern und der Art der Ausbildung ab. Der Betrag für den Grundbedarf sowie den Bedarf für die Unterkunft liegt bei 649 Euro pro Monat.
  • Wer eine Erstausbildung oder ein duales Studium absolviert, dafür von zu Hause ausziehen muss und nicht genügend Einkommen hat, kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen.
  • Hat der Mieter weder Anspruch auf BAföG noch auf BAB, kann er bei der zuständigen Behörde Wohngeld beantragen und damit fehlendes Einkommen ausgleichen. Die Höhe des Wohngelds ermitteln die Beamten individuell.  

Grundlegende Ausstattung für die erste Wohnung

Mietvertrag und Wohnungsschlüssel für die erste eigene Wohnung sind in der Tasche – dann wird es Zeit, sich um die Ausstattung zu kümmern. Am besten vor dem Umzug eine Bestandsaufnahme machen: Welche Möbel sind bereits da, was fehlt noch? Vielleicht wollen sich Eltern oder Großeltern schon länger einen neuen Staubsauger und ein neues Bügelbrett zulegen und können die alten Geräte abgeben. Wasserkocher und Mikrowelle sind in der Küche praktisch. Ohne Töpfe und Pfannen lässt es sich nicht kochen, ohne Teller, Besteck, Gläser und Becher nicht essen und trinken. Im Badezimmer sind Spiegel, Handtücher und gegebenenfalls ein Duschvorhang unerlässlich. Bett, Sofa, Tisch und Stühle sowie Stauraum in Form von Schrank, Regal und Kommode runden die Einrichtung ab. Bevor Möbelmärkte und Internetportale nach neuen oder gebrauchten Möbeln durchforstet werden, am besten die Wohnung genau ausmessen und einen Möbelstellplan erstellen: Passt das Bett besser in die Ecke oder an die Wand? Ist die Sofalandschaft zu groß für das Wohnzimmer?


Bei Strom, Gas und Versicherungen Geld sparen

 

Ohne Strom, Wasser und Heizung ist es in der schönsten Wohnung ungemütlich. Rechnet der Vermieter die Energieversorgung nicht schon mit den Nebenkosten ab, kümmern Mieter sich selbst um entsprechende Abschlüsse mit den Versorgern. Wer Preise und Konditionen vergleicht, kann für Strom und Gas günstige Verträge abschließen. Nicht vergessen, rechtzeitig auch einen Internet- und Telefonanbieter zu buchen oder einen Antrag auf Mitnahme des bestehenden Anschluss zu stellen.
Mit der ersten Wohnung werden meist auch die ersten eigenen Versicherungen fällig. Wer eine zweite Lehre beginnt, ein Zweitstudium aufnimmt oder ins Berufsleben startet, ist nicht mehr über die Privathaftpflichtversicherung der Eltern abgesichert. Eine Haftpflicht deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab. Insbesondere wenn Menschen zu Schaden kommen, können ohne Haftpflicht sehr hohe Summen anfallen. Außerdem schützt optional eine Hausratversicherung das Hab und Gut: Sie springt etwa nach einem Einbruch oder Wohnungsbrand ein und übernimmt die Kosten für den Ersatz.  


Den Umzug organisieren: Auf eigene Faust oder mit Profis

Der Umzug steht an: selbst organisieren oder die Möbel und Kartons von einem Unternehmen schleppen lassen? Für den Umzug in Eigenregie mobilisieren Mieter Familie und Freunde. Je mehr Hände mit anpacken, desto schneller steht alles am rechten Fleck. Umzugskartons und Transporter lassen sich relativ günstig mieten. Ein Umzugsunternehmen schlägt mit höheren Kosten zu Buche. Die Ausgaben für die Profis lohnen sich beispielsweise bei Wohnungen im fünften Stock ohne Aufzug, wenn der neue Wohnort sehr weit weg liegt, Mieter nur wenig Zeit haben oder körperlich eingeschränkt sind und keine Helfer zu finden sind.
Tipp: Wer durch Ausbildung oder Studium bereits Geld verdient, kann einige Kosten für den Umzug in die erste Wohnung von der Steuer absetzen oder sich durch eine Umzugspauschale zurückerstatten lassen. Wichtig: Alle Ausgaben mit Belegen dokumentieren.


Papierkram erledigen: Die neue Adresse anmelden

Nach dem Umzug in die erste eigene Wohnung stehen die letzten To-dos an. Spätestens zwei Wochen nach dem Umzug sollten Mieter sich beim Einwohnermeldeamt mit ihrer neuen Adresse an- beziehungsweise ummelden. Dazu benötigen sie die Wohnungsgeberbestätigung, die sie vom Vermieter bei der Schlüsselübergabe oder Mietvertragsunterzeichnung bekommen haben. Wer ein Auto besitzt, muss es ebenfalls ummelden.
Auch die Krankenkasse, alle Versicherungen, die Bank und Finanzdienstleister sowie der Arbeitgeber beziehungsweise das Arbeitsamt werden über die veränderte Adresse informiert. In der Regel lassen sich die neuen Kontaktdaten bequem über die jeweiligen Onlineportale eintragen. Mit einem Nachsendeauftrag bei der Post wird die persönliche Post automatisch zur neuen Wohnung geleitet und auf Wunsch den Absendern der weitergeleiteten Post die neue Adresse mitgeteilt.
In der ersten Wohnung wird zudem der Rundfunkbeitrag für die öffentlich-rechtlichen Sender fällig – gleichgültig, ob es im Haushalt ein Radio oder einen Fernseher gibt. Wer BAföG oder Sozialleistungen bezieht, muss den Beitrag für ARD, ZDF, Deutschlandradio und Co nicht zahlen und kann Befreiung oder Ermäßigung beantragen.  


Die erste eigene Wohnung kaufen

Auch wenn es auf Anhieb utopisch klingen mag: Es lohnt sich, den Kauf einer ersten eigenen Wohnung ernsthaft durchzuspielen. Auch mit anfangs geringem Einkommen können junge Leute mit dem speziell geförderten Bausparen für junge Leute beginnen. Jeder Euro, den sie in den Aufbau von Eigenkapital stecken, erleichtert dann später den Kauf.
Um aus dem Start ins eigenständige Leben das Beste zu machen und möglicherweise eine Altersabsicherung durch die eigene Immobilie vorzubereiten, ist ein Beratungstermin mit den Heimatexperten von Schwäbisch Hall hilfreich. Im persönlichen Gespräch vor Ort helfen die Fachleute dabei, aus dem vorhandenen Einkommen, familiärer Unterstützung, vermögenswirksamen Leistungen und staatlicher Förderung die optimale Finanzierung der ersten Wohnung zu erarbeiten – die dann wirklich die erste eigene Wohnung ist.

Persönliche Beratung

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