Galerie im Wohnzimmer

Es ist nicht wichtig, ob die Kunstwerke von namhaften Künstlern stammen. Bei der Präsentation der Bilder sollte man allerdings einige Regeln beachten.


Kunst kann in jedem Raum stattfinden

Manche Menschen schließen im Laufe ihres Lebens in gewisser Weise Freundschaft mit ihren Bildern. Sie verbinden die Werke mit Erinnerungen an  die Kindheit, manche Bilder haben den Besitzer in besonderem Maße beeinflusst oder erinnern ihn an außergewöhnliche Lebenssituationen.

Doch sie erfüllen auch einen dekorativen Zweck. Ein sehr farbenfrohes, großes Bild gibt einem schlichten Raum eine ganz eigene Ausstrahlung. Genauso kann ein Ton in Ton gehaltenes Werk mit einem ausgewogenen Motiv beruhigend wirken. Und: Kunst kennt keine Sperrbezirke. Gerade an ungewöhnlichen Orten wie beispielsweise in der Küche oder im Bad kommt Kunst groß heraus und verwandelt einen Funktionsraum in einen Erlebnisbereich. Dabei muss es sich nicht um ein sündhaft teures Kunstwerk handeln. Kinderbilder, Fotos oder Gemälde vom Trödelmarkt sind ebenso geeignet wie ein teuer erstandenes Gemälde.

Kunst kennt keine Sperrbezirke.


Bilder mit unterschiedlichen Formaten

Hängen mehrere kleine Bilder an einer Wand, sollte man darauf achten, dass sie dicht nebeneinander platziert sind. So wirken sie als Gruppe und gehen nicht auf einer großen Wand optisch verloren. Sind die Bilder gerahmt,  vermitteln sie einen ruhigeren Eindruck, wenn sie in gleichen Rahmen unterschiedlicher Größe nebeneinanderhängen. Manchmal sind Passepartouts auch eine Hilfe, um Fotos oder Zeichnungen unterschiedlicher Formate in gleich großen Rahmen präsentieren zu können. Die Kartons mit entsprechend großem Bildausschnitt in der Mitte sollen eigentlich den Blick auf das Bild lenken. Sie haben aber den angenehmen Nebeneffekt, dass man mit ihrer Hilfe unterschiedliche Bildformate  einheitlich präsentieren kann.

Natürlich ist eine gute Beleuchtung entscheidend, um die Kunstwerke in Szene zu setzen. Wichtig ist, dass nicht nur das Bild ausgeleuchtet ist, sondern dass auch der Raum eine ausgewogene Lichtstimmung hat. Steh- und Tischleuchten sorgen für eine stimmige Atmosphäre im Raum.

Galerie im Wohnzimmer: Buchtipp "Wohnen mit Kunst"
BUCHTIPP: Das Buch „Wohnen mit Kunst“ zeigt, wo welche Kunst am besten wirkt (Callwey-Verlag, 46 Euro)

Beleuchtung setzt Akzente

Spezielle Bildbeleuchtung setzt Akzente. Am unkompliziertesten ist die klassische Bildleuchte. Sie wird direkt über dem Bild positioniert. Der Nachteil: Will man das Bild umhängen, kann die Beleuchtung nicht ohne Hilfe eines Elektrikers mitwandern. Es gibt sie in unterschiedlichen Oberflächen, Längen und Neigungswinkeln. Am unauffälligsten lassen sich Bilder mit Deckenspots ausleuchten. Sie können auf  oder je nach Deckenaufbau in die Decke gesetzt werden. Das Leuchtmittel lässt sich meist schwenken, so dass das Kunstwerk perfekt angestrahlt wird.

Hier gilt die Faustregel: Die Leuchte sollte zum Ausstellungsobjekt einen Abstand von circa einem Drittel der Wandhöhe haben. Für Leute, die ihre Bilder immer mal wieder umhängen möchten, sind von Wand zu Wand laufende Lichtleisten genau das Richtige. Man kann an ihnen an jeder beliebigen Stelle nicht nur die Spots, sondern auch die Bilder platzieren.

Leuchtköpfe sind dreh- und schwenkbar

Tipps für den Kunstkauf und die Kunstpräsentation

Klassischerweise werden Kunstwerke über Galerien verkauft. Aber auch auf Messen wie beispielsweise der „Art Basel“ oder der „Art Cologne“ in Köln besteht die Möglichkeit, Werke vor Ort zu kaufen. Allerdings stellen hier meist hochkarätige Galerien ihre Stücke zu entsprechend hohen Preisen aus.

Einen Kunsthandel der modernen Art betreiben Händler, die Werke sowohl unbekannter als auch weltberühmter Künstler per Internet oder Versandkatalog den Besitzer wechseln lassen. Sie spüren in Lagern oder Sammlungen interessante Kunstwerke auf, die Sachverständige prüfen und schätzen. Die Kunstwerke werden meist günstiger angeboten, da die Kosten eines Galeriebetriebs entfallen (zum Beispiel bei Artax).

Auch Auktionen sind eine interessante Möglichkeit, Kunst zu erstehen. Aber Achtung: Erhält man bei der Versteigerung den Zuschlag, erhöht sich der Preis um das so genannte Aufgeld – eine Art Bearbeitungsgebühr des Auktionators – sowie um die Mehrwertsteuer.

Galerie im Wohnzimmer: Tipps für den Kunstkauf
Galerien, Kunsthandel, Auktionen, Internet: viele Wege führen zum Gemälde (Foto: WhiteWall)