Junge Wohntrends: Tiny House bis Loft

Alternative Wohnformen sind im Kommen. Hohe Mietpreise und verstärkte Nachfrage in Ballungszentren führen zu ungewöhnlichen Unterkünften. Minihaus auf Rollen, Containerhaus oder ein Großstadt-Loft als Wertanlage kaufen? Wir stellen spannende Wohntrends vor.


Tiny House: Unterkunft für Minimalisten

Materiellen Besitz reduzieren, nur das Nötigste nutzen. Minimalismus liegt im Trend. Genauso wie Tiny Houses, also Kleinsthäuser. Sie haben rund zehn bis 40 Quadratmeter. Die meisten, die sich für ein Tiny House interessieren, sind umweltbewusst, wollen noch besser mit Ressourcen umgehen.
Für Singles und Paare bedeutet das Wohnen im Tiny House zwangsläufig ein Leben auf kleinstem Raum. Und ein spartanisches: Heizen mit Holz, Kochen mit Gas und Sammeln von Regenwasser sind angesagt. Die komprimierte Wohnform ist extrem günstig und energieeffizient. Ein mobiles Mikroeigenheim kostet weniger als 50.000 Euro. Solar- und Windkraft zur Stromerzeugung sowie die Einhaltung des Passivhausstandards sind gegen Aufpreis möglich.
In den USA sind rollende Tiny Houses nicht mehr wegzudenken. In Deutschland gibt es spezialisierte Schreiner, die Tiny Houses von Hand bauen und auf individuelle Kundenwünsche zuschneiden. Natürlich mit bis zu zwei Stockwerken, gedämmten Wänden und doppelt verglasten Fenstern. Und Humustoilette.
Die Minihäuser gibt es in zwei Varianten: als fest stehendes Haus oder als mobile Bleibe auf Rädern mit selten mehr als 15 Quadratmetern. Mobile Kleinsthäuser dürfen maximal 3,5 Tonnen wiegen, vier Meter hoch und 2,55 Meter breit sein, damit sich der Anhänger sicher bewegen lässt. Das hat den Vorteil, nicht an einen Standort gebunden zu sein. Das dauerhafte Aufstellen ist allerdings genehmigungspflichtig. Zudem steht in einem Tiny House nicht alles sofort zur Benutzung bereit. Für tägliche Routinen gilt es, mehr Zeit einzuplanen. Wenig Platz bedeutet außerdem geringen Stauraum. Logische Konsequenz: Ein Tiny House ist aufgrund des Platzangebots kein ideales Familienhaus für mehr als drei Personen.  


Leben im Loft: Wohnen mit rustikalem Charme

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Loft-Wohnungen sind zum Wohnen und Arbeiten ausgebaute Lagerhallen, Industrieräume, Fabriketagen oder Werkstätten. Ihren Ursprung haben sie in den USA der 1940er-Jahre. In Deutschland etablierten sich Loft-Wohnungen in den 1980er-Jahren in Großstädten wie Frankfurt und Berlin.
Charakteristisch für Lofts sind hohe Decken wie in Altbauwohnungen, rustikale Details wie massiv vernietete Stahlträger und unverputzte Backsteinwände sowie eine üppige Wohnfläche von mehr als 100 Quadratmetern. Im Loft findet das Leben auf einer Etage in einem einzigen großen Raum statt. Lofts eignen sich für Singles und Paare ohne Nachwuchs, eher weniger für eine WG. Wollen mehrere Personen einen Loft bewohnen, müssten Trockenbauwände zur Raumtrennung eingezogen werden. Das mindert allerdings den Charme des offenen Wohnens deutlich.
Lofts finden sich häufig in Industriegebieten. In Metropolen wie Hamburg werden immer öfter auch alte Fabriken im Stadtkern und Gebäude der berühmten Speicherstadt zu luxuriösen Loft-Wohnungen saniert – natürlich nach den neuesten Gebäudestandards. Mit den improvisierten Künstlerwohnungen von damals haben diese Traum-Lofts mit Parkettböden nicht mehr viel gemein. Wer möchte, kann auch selbst eine geeignete Fabriketage erwerben und zum Loft ausbauen.
Bezugsfertige Loft-Wohnungen sind begehrt und stellen eine sichere Wertanlage dar. Das führt zu hohen Mieten und Anschaffungskosten – vielleicht sollte die erste eigene Wohnung nicht gleich ein Loft sein.  

Containerhaus: Modernes Refugium

Junge Leute benötigen in der Regel nicht viel Platz, da sie gern unterwegs sind. Vielleicht reicht da als erste Bleibe ja ein Container? Containerhäuser sind wie Tiny Houses extrem günstige Eigenheime für junge Erwachsene.
Angefangen hat das modulare Bauen vor Jahren mit ausgedienten Schiffscontainern. Die Anschaffungskosten eines gebrauchten, 30 Quadratmeter großen Transportcontainers belaufen sich auf 2.000 bis 3.000 Euro. Er besteht aus massivem Stahl, wiegt bis zu vier Tonnen, ist zwölf Meter lang und etwa 2,5 Meter breit. Je nach Bodenbeschaffenheit ist ein Fundament notwendig.
Wenn ein einzelner Schiffscontainer als Minihaus nicht ausreicht, können mehrere nebeneinandergestellt oder gestapelt und miteinander verbunden werden. Dem individuellen Ausbau zum Wohnraum sind dann – mit allerdings hohem Aufwand – kaum Grenzen gesetzt. Wie jedes Gebäude ist in Deutschland ein Containerhaus seitens der Baubehörde genehmigungspflichtig und muss die Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEv) erfüllen.
Mittlerweile gibt es auch Fertig-Containerhäuser als moderne und vor allem stilvolle Wohnalternative für junge Menschen. Ein kleines Containerhaus hat 50 bis 100 Quadratmeter und kostet inklusive Transport und Montage um die 1.200 Euro brutto pro Quadratmeter. Je größer die Wohnfläche, desto günstiger der Quadratmeterpreis im Verhältnis. Ein voll ausgestattetes Baucontainerhaus steht einem modularen Fertighaus in Sachen Wohnkomfort in nichts nach.


Modulhaus: Das Häuschen, das mitwächst

 

Modulhäuser sind modulare Fertighäuser und bieten mehr Komfort als Containerhäuser. Sie überzeugen mit einer kurzen Bauzeit in Holzbauweise, einem niedrigen Anschaffungspreis und den Umbaumöglichkeiten. Flexibel bleiben: Wächst die Familie, kann auch das Modulhaus mitwachsen.
Bei einem Umzug zieht die Unterkunft falls gewünscht mit um. Die Module lassen sich einfach auseinanderbauen und mit einem Tieflader abtransportieren. Wichtig: Eine Baugenehmigung ist wie bei einem herkömmlichen Haus notwendig. Kleinere Modelle für junge Paare und Familien mit einem Kind sind laut Bundesverband Deutscher Fertigbau schon für rund 50.000 Euro erhältlich.
Nachteilig bei Modulhäusern ist erfahrungsgemäß der niedrigere Wiederverkaufswert sowie die im Vergleich zu Massivhäusern reduzierte Schall- und Wärmedämmung.  


Im Hausboot auf dem Wasser wohnen

Kann ein Hausboot den anderen Wohntrends das Wasser reichen? Amsterdam ist ein Paradebeispiel für das idyllische Leben auf den Grachten. Hausboote und schwimmende Häuser sind seit vielen Jahren eine abenteuerliche Möglichkeit, alternativ zu wohnen und (dauerhaft) Teil der Natur zu sein.
Der Grund für die steigende Nachfrage: In Großstädten sind freie Flächen rar. Bezahlbare Baugrundstücke sind zum Luxusgut geworden. Das Wasser als Wohnfläche nutzen? Wenn junge Erwachsene eine individuelle Unterkunft suchen, ist das eine Überlegung wert. Verschiedene Kommunen entwickeln geeignete Wasserflächen und Uferzonen an Flüssen, Seen und Kanälen als neue Wohnviertel. Allerdings sind insbesondere Floating Homes alles andere als günstig.
Solche modernen Schwimmhaus-Modelle sehen nicht aus wie Boote, sondern wie futuristische Containerhäuser oder Bungalows, kosten mit 200.000 Euro aufwärts so viel wie kleine Einfamilienhäuser. Die Liegeplatzgebühr von 1.000 Euro und mehr pro Jahr nicht eingerechnet. Auch die Instandhaltungskosten für Unterhaltung und anfallende Reparaturen sind beachtlich.
Hausboote sind bis zu 24 Meter lang, haben einen Motor und können sich selbstständig auf dem Wasser fortbewegen. Dafür ist ein Sportbootführerschein notwendig. Schwimmende Häuser stehen hingegen auf Schwimmkörpern und müssen von einem Boot abgeschleppt werden. Mit einem klassischen Hausboot sind Besitzer flexibler unterwegs. Schwimmende Häuser haben meist einen festen Liegeplatz auf einem See oder Fluss in der Stadt. Beide eignen sich eher als Zweitwohnsitz.


Wohngemeinschaft: Ein Klassiker für jung – und alt!

Last but not Least: Die WG. Ein alter Hut? Stimmt! WGs sind trotzdem eine etablierte und alternativlos günstige Wohnform, bis eine eigene Wohnung gefunden ist. Die Kosten für Miete, Strom, Wasser und Internet werden geteilt. Eine Wohngemeinschaft bietet sich für alle an, die Geld sparen und nicht allein wohnen möchten. Wer eine WG gründen möchte, muss sich vorher unbedingt beim Vermieter absichern. Alternative: Eigentumswohnung kaufen und Mitbewohner dazuholen – und so beispielsweise günstig in einem Großstadt-Loft in bester Lage wohnen.
Relativ neu ist das Wohnkonzept „Wohnen für Mithilfe“. Mehr als 30 deutsche Städte nehmen an diesem außergewöhnlichen WG-Projekt teil. So funktioniert es: Auszubildende und Studenten ziehen in eine Senioreneinrichtung oder Anlage für betreutes Wohnen. Dort haben sie ihr eigenes kleines Apartment mit Küche und Bad, sparen Miete und leisten im Gegenzug mehrere Stunden pro Woche einen ehrenamtlichen Beitrag für die anderen Bewohner. Eine Win-win-WG für beide Seiten. Und zugleich eine gute Möglichkeit, nach dem Auszug aus dem Elternhaus das selbstständige Wohnen auszuprobieren


Bei der Finanzierung gut beraten

Ob Sie ein Tiny House, Hausboot, Modulhaus oder eine Loft-Wohnung kaufen möchten: Die Finanzierung des neuen Eigentums muss exakt zu Ihrer Lebenssituation und Ihren Einkommensverhältnissen passen. Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall informieren Sie gern über alle Möglichkeiten der Finanzierung. Sie unterstützen Sie beim Kassensturz zur Ermittlung Ihres für ein Darlehen verfügbaren Budgets und erarbeiten dann mit Ihnen Ihren individuellen, langfristig zinssicheren Finanzierungsplan. Dann steht Ihrem Wohnglück in der Traumimmobilie nichts mehr im Weg.

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