Holzdielen richtig sanieren

Erst kommt der Abschliff, dann wird versiegelt und poliert – wie man einen alten Holzfußboden perfekt aufarbeitet.


Dielenböden in Eigenregie sanieren

Um die Schönheit eines Dielen­bodens wiederherzustellen, hilft nur eine Renovierung. Wer sich diese Aufgabe selbst zutraut, braucht für den Abschliff mehrere Profigeräte. Am besten leiht man sich diese – zu Preisen ab etwa 6 Euro pro Tag und Maschine. Hier hat man sich für das System von Lägler entschieden. Es bietet jeweils eine Maschine für den Vorschliff, den Feinschliff und die Bearbeitung von Kanten.

Bestückt werden die Geräte mit Sandpapier. Ein viertes Gerät, die Einscheibenschleifmaschine, kommt beim Polieren zum Einsatz. Auch wenn diese Maschinen holzstaubarm arbeiten, bleibt eine Staubbelas­tung. Das Tragen einer Staubmaske ist ratsam. Die Inhalte der Auffang­säcke sind Sondermüll.

Nach dem Abschliff kann der Boden lackiert oder geölt werden. Empfehlenswert für eine Versiegelung im Wohnbereich sind Imprägnieröle, die einen hohen Anteil natürlicher Pflanzenstoffe enthalten und den Charakter des Holzes betonen. Die einmal geölte Fläche muss innerhalb von 15 Minuten poliert werden. Nach zwölf Stunden Trocknungszeit wird noch Euku-Pflege­öl aufgetragen. Und spätestens nach fünf Tagen ist der Boden komplett trocken.

Es fallen Kosten um 300 Euro für ein 30-Quadratmeter-Zimmer an, wenn man alles selbst macht.

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Werkzeug & Material


    • Bandschleifer
    • Dreischeibenschleifer
    • Rand- und Eckschleifer
    • Einscheibenmaschine mit Schleifpad und Polierwolltuch
    • Sandpapier in unterschiedlicher Körnung von 40 bis 120
    • Imprägnieröl
    • Edelstahlspachtel
    • Pflegeöl
    • Staubmaske
    • Ohrenschützer
     

Und so wird´s gemacht

Dielen sanieren: Ausgangszustand der Dielen
(Foto: Living Art)

Vorher:
Nur an dem ehemaligen Schrankplatz kann man noch erkennen, wie
schön der Boden mal war. Um seine natürliche Schönheit wieder
herzustellen, hilft nur eine gründliche Renovierung d. h. ein Abschliff
und eine neue Oberflächenversiegelung. 


Dielen sanieren: Sockelleisten werden entfernt, um Beschädigungen zu vermeiden
(Foto: Living Art)

Empfehlung:
Um ein optimales Endergebnis zu erreichen, sollten die Sockelleisten entfernt werden. Dadurch werden Beschädigungen vermieden und das Einschleifen eines sichtbaren Absatzes im Randbereich verhindert.

 


Dielen sanieren: Nagel- oder Schraubenköpfe werden versenkt
(Foto: Living Art)

Bei genagelten oder geschraubten Holzfußböden müssen Nagel- oder Schraubenköpfe versenkt werden. Dadurch wird vermieden, dass Teile der Maschine (wie z.B. Schleifmittel, Schleifwalze, Schleifteller) beschädigt werden und beim Schleifen keine Funken entstehen können (Vermeidung von Brandgefahr)!
 


Dielen sanieren: vor dem Abschleifen wird grober Schmutz entfernt
(Foto: Living Art)

Bevor mit dem Abschleifen begonnen wird, grobem Schmutz, Sand
etc. entfernen und...

 


Dielen sanieren: nach dem Abschleifen werden die Randfugen gereinigt
(Foto: Living Art)

...dabei nicht vergessen, auch die Randfugen auszusagen.
 


Dielen sanieren: Dielen werden abgeschliffen, um eine gleichmäßige Ebene zu erreichen
(Foto: Living Art)

Da Böden unterschiedlich begangen werden und dadurch Aushöhlungen entstehen, den ersten Abschleifgang mit 40er diagonal im Winkel von ca. 30° zu der Verlegerichtung vornehmen und mindestens zwei Dielen gleichzeitig schleifen, um eine ebene Fläche zu erhalten. Die einzelnen Bahnen vorwärts und rückwärts und die weiteren Bahnen jeweils mit halber Überlappung der bereits geschliffenen Dielen abschleifen. 


Dielen sanieren: Ränder werden mit der Flipmaschine abgeschliffen
(Foto: Living Art)

Nach dem ersten Abschliff der Gesamtfläche die Ränder mit der Flipmaschine und gleicher Körnung schleifen und dann mit den gleichen Geräten und 60er oder 80er Papier den Vorgang um 90° gedreht wiederholen. Zwischen den einzelnen Gängen die Flächen immer absaugen.


Dielen sanieren: Auffangsäcke werden befestigt
(Foto: Living Art)

Werden alte Dielen abgeschliffen ist der Inhalt voller Auffangsäcke ist der Inhalt i. d. R. Sondermüll.


Dielen sanieren: Ränder werden abgeschliffen
(Foto: Living Art)


Mit Vorsätzen für die Maschine können die Ränder problemlos und staubarm geschliffen werden. Die Körnung des Schleifpapiers entspricht der Fläche.


Dielen sanieren: der verbliebene Schleifstaub wird entfernt
(Foto: Living Art)

Entfernen des verbliebenen Schleifstaubes. Dieses sollte nach jedem
Schleifgang erfolgen.


Dielen sanieren: Feinschliff mit 60er Körnung wird vorgenommen
(Foto: Living Art)

Der Feinschliff beginnend mit 60er Körnung erfolgt mit der „Trio“ in den beschriebenen Schleifrichtungen. Nur der letzte Gang mit 120er wird in Verlegerichtung vorgenommen.
Hinweis: ein zu feiner Schliff beeinträchtig das Eindringen des Öls ins Holz.

 


Dielen sanieren: Maschine erhält entsprechenden Aufsatz, um Nische zu bearbeiten
(Foto: Living Art)

Für Nischen, Ränder und Ecken die Maschine mit den erforderlichen Vorsätzen und dem Sandpapier entsprechend der Fläche ausstatten und den Feinschliff vornehmen.

Nach dem Abschliff kann der Boden lackiert oder geölt werden. Im Trend sind geölte Oberflächen aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften und ihrer wärmeren Optik. Neben schichtbildenden Ölen mit einem hohen Anteil an Lösemitteln gibt es Imprägnieröle mit einem hohen Gehalt natürlicher Pflanzenöle. Für den Wohnbereich empfehlen sich Imprägnieröle für eine offenporige natürlichen Charakter des Holzes betonende Oberfläche. „eukula“ bietet als Spezialist für Parkettlacke und -öle solche Imprägnieröle auf Basis nachwachsender Rohstoffe an. Neben transparenten Ölen sind im Sortiment von eukula auch colorierte Öle mit einer Vielzahl an besonderen Gestaltungsmöglichkeiten für den Boden. Alle Öle sind auch für Holzböden auf Fußbodenheizung geeignet.

 


Dielen sanieren: Einscheibenmaschine, Pflegeöl und Wolltuch zur Fußbodenpflege
(Foto: Living Art)

Zusätzlich zu dem Fußbodenöl (hier Coloröl in schnee) wird für die Versiegelung die Einscheibenmaschine „Single“ mit einem beigen Schleifpad und einem Polierwolltuch für die Polierung, ein Edelstahlspachtel für den Ölauftrag benötigt. Um die regelmäßige Pflege zu erleichtern sollte der Boden zusätzlich einen Auftrag mit dem euka-Pflegeöl erhalten.


Dielen sanieren: Öl wird gleichmäßig mit einem Spachtel aufgetragen
(Foto: Living Art)

Das Öl gut aufrühren damit sich die Farbpigmente gleichmäßig verteilen und dieses dünn und gleichmäßig mit dem Spachtel auf der gesamten Fläche auftragen.


Dielen sanieren: geölte Fläche wird mithilfe der Einscheibenmaschine poliert
(Foto: Living Art)

Innerhalb von 15 Minuten die geölte Fläche mit der Einscheibenmaschine und dem beigen Pad polieren. Danach das Pad in das Polierwolltuch einschlagen und die Oberfläche mit der Maschine auspolieren.
Empfehlung: Nach mind. 12 Std. Trocknungszeit mit einem T-Wischer oder Tuch das Pflegeöl auftragen und mit einem trockenen Tuch auspolieren. Dieses Öl frischt auch abgenutzte, geölte Böden wieder auf. Für die Zeit der Trocknung der Öle für eine gute Belüftung (Frischluftzufuhr) sorgen.
Nach ca. 3 – 5 Tagen ist der Boden komplett trocken.


Dielen sanieren: Boden wird mit einer auf das Holz abgestimmten Emulsion gepflegt
(Foto: Living Art)

Für die regelmäßige Pflege empfiehlt sich die auf das Öl abgestimmte euku-pflege-emulsion, die entsprechend der Herstellerangabe dem Wischwasser zugegeben wird. Hinweis: Geölte Flächen sind offenporig und dadurch empfindlicher bezüglich Feuchtigkeit. Darum sollte Wasser auf geölten Flächen sofort entfernt werden. Sollte ein geölter Boden mal einen Kratzer erhalten muss nicht der ganze Boden geschliffen sondern nur diese Stelle ausgebessert werden.