Tapezieren wie die Profis

Hobbyhandwerker können ihre Wände durchaus selbst tapezieren. Mit folgender Anleitung inklusive Profitipps gelingt das Vorhaben.


Tapezieren in Eigenregie

Eine angenehme Wohnatmosphäre in den eigenen vier Wänden zu schaffen, dürfte Anspruch jedes Wohnungs- und Hausbesitzers sein. Die Gestaltung der Räume ist immer auch Ausdruck der Persönlichkeit und des Geschmacks der Menschen, die hier leben. Eine entscheidende Rolle nehmen dabei die Wandflächen ein. Besonders nach einem Hauskauf geht es oft den alten Tapeten an den Kragen. Sie spiegeln unweigerlich Moden und Stile wider, die schnell veralten können.

Wer Geld sparen möchte, kann das Tapezieren in Eigenregie vornehmen. Sie haben noch nie den Kleisterquast geschwungen und am Tapeziertisch gearbeitet? Keine Sorge: Fachgerechtes Tapezieren ist kein Zauberwerk, und mit etwas handwerklichem Geschick kann man seine Wände auch selbst in einen ansehnlichen Zustand versetzen und Wohnung oder Haus ein neues Aussehen geben. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie es geht.


Die Vorarbeit

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Bei neu verputzten Wänden sollte vor dem Tapezieren an mehreren Stellen die Saugfähigkeit der Wand getestet werden. Dafür die Wand an den Teststellen leicht anritzen und mit etwas Wasser einstreichen. Verfärben sich diese Stellen unterschiedlich, variiert die Saugfähigkeit des Untergrundes.

Um das Saugverhalten des Untergrundes für das Tapezieren zu optimieren und den Untergrund zu verfestigen, sollten die zu tapezierenden Flächen mit Tapeziergrund gestrichen werden. Passend auf die Wandart gibt es entsprechende Grundierungen. Der Auftrag der Grundierung erfolgt mit Pinsel oder Deckenbürste. Tipp: Die Hinweise der Hersteller für den Auftrag berücksichtigen.

Tapete ausmessen und zuschneiden

Wandhöhe ausmessen und mit einer Zugabe von circa zehn Zentimetern die Tapeten auf dem Tapeziertisch ausrollen. Tipp: Um nicht jede Bahn neu auszumessen mit Klebeband auf dem Tapeziertisch die Länge markieren. Ende Markieren und die Tapetenbahn umknicken. In dem Knick die Tapeten mit einem Tapetenmesser oder mit einer Tapetenschere zuschneiden.

Bei gemusterten Tapeten ist der Rapport, der vom Hersteller auf dem Tapeteneinleger angegeben ist, zu berücksichtigen. Bei einem versetzten Rapport erfolgt der Zuschnitt für jede zweite Bahn um die Hälfte versetzt. Das bedeutet: Die Bahnen mit ungerader und die Bahnen mit gerader Nummer müssen für das korrekte Tapezieren identisch sein. Tipp: Bahnen auf der Rückseite markieren. Zur Kontrolle können die zugeschnittenen, trocknen Bahnen vor dem Tapezieren noch nebeneinandergelegt werden.


Kleister anmischen und auftragen

Passend zu der Tapetenart den Kleister für das Tapezieren wählen und diesen entsprechend der Herstellerangaben mit kaltem Leitungswasser anmischen. Beim Behälter darauf achten, dass dieser sauber ist und nicht rostet. Angemischter Kleister kann abgedeckt 14 Tage aufbewahrt werden. Das Wasser mit einem Rührstab kreisförmig in Bewegung bringen, bis ein Strudel entsteht, dann zügig den Kleister in das bewegte Wasser einschütten. Ist der Packungsinhalt geleert, kurz und zügig weiterrühren und dabei auch die Richtung wechseln. In der Regel muss der Kleister nach der Quellzeit nochmals umgerührt werden, bevor er verstrichen wird und das Tapezieren beginnen kann.

Wenn der Kleister aufgetragen ist, muss die Tapete eine gewisse Zeit einweichen (siehe empfohlene Weichzeit auf der Packung). Darauf achten, das jede Tapetenbahn für die gleiche Zeit einweicht. Um eine ideale Benetzung beim Tapezieren zu erreichen, wird die Tapetenbahn von einer Seite um ein Drittel und von der anderen Seite um zwei Drittel eingeschlagen. Die Kanten sollten bündig abschließen.


Das Tapezieren kann beginnen

Bevor Sie die erste Bahn tapezieren, markieren Sie mithilfe einer Wasserwaage eine senkrechte Linie an der Wand. Das obere Drittel der ersten Bahn mit ein wenig Überstand an der Wand ansetzen. Die Tapete kann durch Verschieben mit leichtem Druck an die exakte Position gebracht werden. Begonnen wird an der Wand zur Fensterseite. Das Tapezieren erfolgt dabei mit dem Licht vom Fenster weg. Wenn Sie den unteren Bereich der Tapete ausgeklappt und entlang der senkrechten Linie hinuntergelassen haben, wird die Tapete nach dem Tapezieren von der Mitte ausgehend mit einer Tapezierbürste angedrückt. Die Luftblasen zu den Seiten hin herausstreichen. Hierbei ist auch der Einsatz einer Gummirolle hilfreich.

Um den kleinen Überstand an der Decke nach dem Tapezieren gerade abzuschneiden, den oberen Rand der Tapete ablösen und eine Schneidekante unterlegen. Den Überstand mit einem Cutter abschneiden.


Bahn für Bahn tapezieren

Persönliche Beratung

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Die zweite Bahn wird beim Tapezieren ebenfalls oben mit wenig Überstand angesetzt und beim Ausklappen an der bereits angebrachten Bahn ausgerichtet. Das Andrücken, um die Luftblasen zu entfernen, erfolgt ebenfalls von der Mitte heraus zu den Rändern. Bei Nicht-Prägetapeten werden die Nähte mit einem konischen Nahtroller zusätzlich zusammengedrückt.

Alternativ kann die Tapete nach dem Tapezieren mit einem Tapezierspachtel von der Wand in die Ecke gedrückt werden: Den Knick markieren, dann den Überstand mit der Tapezierschere oder einem Cutter in der Markierung abschneiden und das Ende andrücken.

Wenn Sie neben dem Tapezieren noch größere Renovierungsmaßnahmen planen, kann das mit mehr Kosten verbunden sein, die eine gut geplante Finanzierung erfordern. Lassen Sie sich dabei durch einen Experten von Schwäbisch Hall beraten. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin.