Brandschutz: Feuerstättenschau ist Pflicht

Die regelmäßige Feuerstättenschau durch den Bezirksschornsteinfeger ist aus Brandschutzgründen gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt in erster Linie für Hauseigentümer – aber auch, wer eine Immobilie bauen oder kaufen will, sollte die Vorschriften kennen. Hier haben wir sie zusammengefasst.


Feuerstättenschau ist Sache des Bezirksschornsteinfegers

Hausbesitzer sind seit 2013 in der Wahl ihres Schornsteinfegers bei normalen Kehr- und Messarbeiten frei. Die gesetzlich vorgeschriebene Feuerstättenschau übernimmt aber nach wie vor der Bezirksschornsteinfeger, der nun offiziell bevollmächtigter  Bezirksschornsteinfeger genannt wird.

Die Feuerstättenschau muss zweimal innerhalb von sieben Jahren durchgeführt werden. Dabei werden alle Feuerungsanlagen des Gebäudes auf Funktionsfähigkeit und Sicherheit kontrolliert. Hierzu gehören

  • Kamine und Kachelöfen
  • Heizungsanlagen
  • Gas- und Ölanlagen
  • Schornsteine, Zuluftleitungen und Ofenrohre
  • Leitern, Ausstiegsluken, Laufbohlen

Hauseigentümer müssen sich um die Ausführung kümmern

Nach der Kontrolle fertigt der Bezirksschornsteinfeger einen Feuerstättenbescheid an, den er dem Hauseigentümer aushändigt. Darin sind alle Arbeiten aufgelistet, die an den Anlagen notwendig sind, zum Beispiel Reinigungs- und Messarbeiten. Verantwortlich dafür ist der Hauseigentümer. Ob er damit einen freien Schornsteinfeger oder den Bezirksschornsteinfeger beauftragt, kann er selbst entscheiden.

Außer den durchzuführenden Arbeiten und den Feuerungsanlagen in nummerierter Reihenfolge enthält der Bescheid auch Fristen für die Erledigung der Aufgaben. „Der Hauseigentümer ist damit in der Pflicht“, erklärt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB). „Er muss die vorgeschriebenen Arbeiten fristgerecht erledigen lassen – und dies dem Bezirksschornsteinfeger auch nachweisen.“

Wichtige Umwelt- und Sicherheitsfragen

Zwar erinnern manche Bezirksschornsteinfeger die Hausbesitzer rechtzeitig daran, welche Arbeiten anstehen – verpflichtet sind sie dazu nicht. Deshalb sollte man sich die Termine notieren oder von Zeit zu Zeit in den Bescheid schauen, um keine Frist zu versäumen. Wer auch nach nochmaliger Erinnerung nicht auf den Bescheid reagiert, muss damit rechnen, dass das Ordnungsamt von sich aus einen Schornsteinfeger beauftragt. Das ist dann mit zusätzlichen Gebühren verbunden.

Man sollte nicht vergessen, dass nicht nur die Durchführung der Feuerstättenschau, sondern auch die Ausführung der im Prüfbescheid niedergelegten Wartungs- oder gar Reparaturarbeiten gesetzlich vorgeschrieben sind. Da hiervon sowohl der Schutz der Umwelt als auch gegebenenfalls Sicherheitsaspekte berührt sind, sollte die Umsetzung der auferlegten Arbeiten möglichst rasch erfolgen.


Bei Hauskauf Feuerstättenbescheid aushändigen lassen

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Nach jeder Feuerstättenschau stellt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger eine neue Bescheinigung aus. Die ist auch wichtig für Käufer einer Bestandsimmobilie. VPB-Sprecherin Reinhold-Postina: „Achten Sie darauf, dass Sie mit den Hausunterlagen auch den aktuellen Feuerstättenbescheid bekommen, und schauen Sie am besten gleich nach den nächsten Terminen.“

Die Kosten für Feuerstättenschau und -bescheid werden relativ kompliziert nach der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) ermittelt. Ausschlaggebend sind einerseits sogenannte Arbeitswerte, die von Bundesland zu Bundesland variieren, andererseits die Zahl der überprüften Feuerstätten. Die Ausstellung des Bescheides schlägt normalerweise bei bis zu drei Feuerstätten in einer Größenordnung von zehn bis 15 Euro zu Buche. Bei mehr Feuerstätten können Kosten von maximal 30 bis 45 Euro entstehen. Hinzu kommen noch die Gebühren für die Feuerstättenschau selbst. Sie werden individuell berechnet und richten sich unter anderem nach der Gesamtlänge der begutachteten Abgasleitungen. Nähere Auskünfte dazu erhalten Sie bei der für Ihre Region zuständigen Schornsteinfegerinnung.