1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Zum Hauptinhalt springen

Wasserstoffheizung: H2-ready, Kosten und Regeln nach dem GModG

Eine Wasserstoffheizung kann eine zulässige Heizungsoption sein. Für private Eigentümer kommt es aber entscheidend auf den Unterschied zwischen einer reinen Wasserstoffheizung und einer H2-ready-Gasheizung an.

Zeichen für Information

Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 23.09.2026

  • Eine reine Wasserstoffheizung kann nach dem GModG grundsätzlich zulässig sein, wenn die Anlage und der verwendete Wasserstoff die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
  • Eine H2-ready-Gasheizung läuft zunächst mit Gas. Die spätere Versorgung mit Wasserstoff ist nicht garantiert; außerdem befreit die technische Umrüstbarkeit nicht automatisch von der Bio-Treppe.
  • Vor dem Kauf sollten Eigentümer die technische Umrüstbarkeit, die örtliche Netzplanung und die Gesamtkosten einschließlich einer möglichen späteren Umrüstung prüfen.
Dirc Kalweit

Artikel erstellt von
Dirc Kalweit
Schwäbisch Hall-Redaktion

Wasserstoffheizung und H2-ready-Gasheizung: Der Unterschied

Reine Wasserstoffheizung

Eine reine Wasserstoffheizung wird mit Wasserstoff betrieben. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) nennt dafür grünen, blauen, orangenen und türkisen Wasserstoff als mögliche Brennstoffe. Die Anlage muss die zusätzlichen gesetzlichen Anforderungen an die Heiztechnik und den verwendeten Wasserstoff erfüllen. 

Das GModG stellt außerdem Anforderungen an die Nachhaltigkeit und die Nachweisführung. Bei einer leitungsgebundenen Brennstoffversorgung kann beispielsweise ein Massebilanzsystem erforderlich sein. Eigentümer sollten sich die notwendigen Nachweise vom Brennstofflieferanten bestätigen lassen. 

H2-ready-Gasheizung

Eine H2-ready-Gasheizung ist zunächst eine Gasheizung. Sie soll technisch so vorbereitet sein, dass sie später auf den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff umgerüstet werden kann.

Der Begriff H2-ready beschreibt vor allem eine technische Eigenschaft des Geräts. Er bedeutet nicht automatisch, dass die Anlage heute mit Wasserstoff betrieben wird oder dass am Standort später Wasserstoff zur Verfügung steht.


H2-ready-Gasheizung im Gasbetrieb: Was gilt nach dem GModG?

Das GModG ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Die frühere pauschale Pflicht, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, ist entfallen. Die neuen Anforderungen an den Einbau von Heizungsanlagen stehen insbesondere in § 42 GModG. Eine mit Wasserstoff betriebene Heizungsanlage wird dort als zulässige Option genannt.

Eine H2-ready-Gasheizung wird jedoch zunächst mit Gas betrieben. Nach der aktuellen offiziellen Darstellung des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) müssen neue Gasheizungen die Vorgaben der sogenannten Bio-Treppe einhalten. Eine pauschale Befreiung allein wegen des Begriffs H2-ready wird dort nicht genannt.

Für Eigentümer bedeutet das: Die spätere technische Umrüstung auf Wasserstoff ersetzt nicht automatisch die Anforderungen, die für den zunächst vorgesehenen Gasbetrieb gelten.

Ingenieur arbeitet am Teststand der Wasserstoffheizung h2ready
H2-ready befindet sich technologisch gesehen noch auf dem Prüfstand. (Quelle: Vaillant GmbH)

Bio-Treppe: Diese Quoten gelten für neue Gasheizungen

Nach § 43 GModG müssen neue Gas-, Heizöl- und Flüssiggasanlagen schrittweise steigende Anteile bestimmter klimafreundlicher Brennstoffe nutzen.

Dazu gehören neben Biomethan, Bioöl und biogenem Flüssiggas auch grüner, blauer, orangener und türkiser Wasserstoff einschließlich daraus hergestellter Derivate, soweit die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind.

Die Mindestanteile steigen dabei bis 2040 wie folgt an:

  • 1. Januar 2029: 10 Prozent
  • 1. Januar 2030. 15 Prozent
  • 1. Januar 2035: 30 Prozent
  • 1. Januar 2040: 60 Prozent

Heizungswechsel clever finanzieren

Heizungswechsel clever finanzieren

Welche Förderung ist für welche Heizungsanlange möglich? Wie finanziere ich die Maßnahmen? Sprechen Sie mit unserem Heimatexperten.

Beratungsfuchs


⚠️ Für eine H2-ready-Gasheizung ist damit vor allem die Übergangsphase relevant. Solange die Anlage mit Gas betrieben wird und noch nicht auf 100 Prozent Wasserstoff umgerüstet wurde, muss geprüft werden, wie die jeweils geltenden Mindestanteile erfüllt werden. Das H2-ready-Merkmal allein weist jedoch nicht nach, dass die Bio-Treppe eingehalten wird.


Gibt es eine besondere Ausnahme für H2-ready?

Mit dem GModG entfiel auch die frühere Systematik der 65-Prozent-Anforderung und ihrer besonderen H2-ready-Regelung. Für die konkreten rechtlichen Rahmenbedingungen beim Einbau kommt es unter anderem auf folgende Punkte an:

  • Zeitpunkt des Einbaus
  • Art des zunächst verwendeten Brennstoffs
  • konkrete technische Ausführung
  • Nachweis der Umrüstbarkeit
  • örtliche Netz- und Wärmeplanung
  • Vorgaben des zuständigen Netzbetreibers

👉 Vor der Beauftragung sollten Eigentümer klären lassen, ob das geplante Gerät die Anforderungen des GModG im vorgesehenen Betriebszustand erfüllt.


Checkliste für den Kauf einer H2-ready-Gasheizung

Interessierte Eigentümer sollten vor dem Kauf einer H2-ready-Heizung folgende Punkte schriftlich klären:

  • Ist das konkrete Gerät auf 100 Prozent Wasserstoff umrüstbar?
  • Welche Herstellerfreigabe oder Zertifizierung liegt vor?
  • Welche Bauteile müssen bei der Umrüstung ausgetauscht werden?
  • Ist ein passender Umrüstsatz verfügbar?
  • Welche Kosten entstehen voraussichtlich für die Umrüstung?
  • Wird die Anlage zunächst mit Erdgas betrieben?
  • Wie wird die Bio-Treppe ab 2029 erfüllt?
  • Welche Wasserstoffarten sind für das Gerät zugelassen?
  • Gibt es eine konkrete Auskunft des Netzbetreibers zur Wasserstoffversorgung?
  • Betrifft die kommunale Wärmeplanung das eigene Grundstück?
  • Welche Kosten entstehen für einen späteren Wasserstoffanschluss?
  • Sind Abgasführung, Leitungen und Regelung für die geplante Nutzung geeignet?
  • Welche Teile des Angebots gelten nur für den heutigen Gasbetrieb?

Lohnt sich der Einbau einer H2-ready-Heizung?

Eine reine Wasserstoffheizung ist nach dem GModG grundsätzlich eine zulässige Heizungsoption, wenn die Anlage und der verwendete Wasserstoff die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Eine H2-ready-Gasheizung wird dagegen zunächst mit Gas betrieben. Deshalb muss geprüft werden, wie die Vorgaben der Bio-Treppe bis zu einer möglichen Umrüstung eingehalten werden.

Vor dem Kauf sollten Eigentümer nicht nur auf das H2-ready-Label achten. Entscheidend sind die konkrete Zertifizierung, die örtliche Netzplanung, die Anforderungen des GModG und die Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer.


FAQs: Fragen und Antworten zur H2-ready-Heizung

Akkordeon öffnen

Die kommunale Wärmeplanung soll unter anderem zeigen, welche Wärmeversorgung an einem Standort langfristig vorgesehen ist. Dazu kann auch die Frage gehören, ob ein Gasnetz künftig für Wasserstoff oder Biogas ausgebaut werden soll. Eine solche Planung ist jedoch nicht automatisch eine Liefergarantie für jedes einzelne Grundstück. 

Wer eine H2-ready-Gasheizung plant, sollte deshalb zusätzlich beim örtlichen Netzbetreiber nachfragen:

  • Ist eine Umstellung des Netzes auf Wasserstoff konkret vorgesehen?
  • Betrifft die Planung das eigene Grundstück?
  • Gibt es einen verbindlichen Zeitplan?
  • Welche Wasserstoffqualität soll geliefert werden?
  • Welche Kosten können für Anschluss und Umrüstung entstehen?

Eine allgemeine Aussage wie „Das Gasnetz wird später wasserstofffähig“ reicht für eine langfristige Investitionsentscheidung nicht aus.

Akkordeon öffnen

Das reine Gerät und die Installation kosten im Schnitt ca. 9.000 bis 15.000 Euro (ähnlich wie eine herkömmliche Gasheizung, teilweise fallen geringe Aufpreise für zertifizierte H2-ready-Bauteile an).

Die Gesamtkosten hängen unter anderem ab von:

  • Heizleistung und Größe des Gebäudes
  • Gerät und Regelung
  • Montageaufwand
  • Gas- oder Wasserstoffanschluss
  • Abgasführung und Schornstein
  • Leitungen und Heizflächen
  • erforderlichen Sicherheits- und Regelungseinrichtungen
  • Kosten eines späteren Umrüstsatzes
  • möglichen Anpassungen der Heizungsanlage
  • Wartung und Ersatzteilen

Ein Angebot sollte deshalb nicht nur den Preis des Heizgeräts enthalten. Es sollte auch ausweisen, welche Kosten für eine spätere Umrüstung auf 100 Prozent Wasserstoff bereits enthalten sind und welche zusätzlichen Arbeiten dann voraussichtlich anfallen.

Akkordeon öffnen

H2-ready ist keine Garantie dafür, dass

  • am Standort später Wasserstoff geliefert wird
  • das Gasnetz tatsächlich auf Wasserstoff umgestellt wird
  • ein geeigneter Umrüstsatz dauerhaft verfügbar ist
  • die Umrüstung zu den ursprünglich erwarteten Kosten möglich ist
  • die gesamte Heizungsanlage ohne weitere Anpassungen weiterverwendet werden kann

Auch die technische Bezeichnung des Heizgeräts reicht nicht aus. Bei einer späteren Umstellung können weitere Teile der Anlage betroffen sein, etwa Leitungen, Regelung, Anschluss oder Abgasführung. Ob das im Einzelfall erforderlich ist, muss ein Fachbetrieb prüfen.

Hinzu kommt das Brennstoffrisiko: Eine H2-ready-Gasheizung kann nur dann auf Wasserstoff umgestellt werden, wenn ein geeigneter Brennstoff verfügbar ist und die Versorgung am Standort tatsächlich eingerichtet wird.

Akkordeon öffnen

Nein, eine reine H2-ready-Gasheizung ist nicht förderfähig. Fördermittel gibt es grundsätzlich für den Heizungstausch auf erneuerbare Energien, nicht für eine Gasheizung, die lediglich für eine spätere Umrüstung auf Wasserstoff vorbereitet ist

Heizungserneuerung finanzieren mit Schwäbisch Hall

Luca Florit, Heimatexperte bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall

Sie planen den Einbau einer neuen Heizung? Und suchen dafür neben den Fördermitteln noch die passende Finanzierung?

Lassen Sie sich dazu jetzt von Ihrem Heimatexperten beraten: per Telefon oder persönlich vor Ort. Einfach Postleitzahl eingeben und den Heimatexperten in Ihrer Nähe finden.

Das könnte Sie auch interessieren

Hinweis: Sie verwenden einen veralteten oder nicht unterstützten Browser. Gegebenenfalls kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung der Webseite kommen.