Nachfinanzierung fürs Haus: Was tun, wenn das Geld ausgeht?
Wenn Kosten steigen oder etwas übersehen wurde, wird’s schnell eng. Hier sehen Sie, welche Nachfinanzierung zu Ihrer Situation passt – und was Sie konkret unternehmen können.
Wenn Kosten steigen oder etwas übersehen wurde, wird’s schnell eng. Hier sehen Sie, welche Nachfinanzierung zu Ihrer Situation passt – und was Sie konkret unternehmen können.
Aktualisiert am 05.08.2026
Artikel erstellt von
Ulrich Hasper
Schwäbisch Hall-Redaktion
Eine Nachfinanzierung fürs Haus ist eine zusätzliche Finanzierung, wenn die ursprünglich geplanten Mittel für Kauf, Bau oder Sanierung nicht reichen. Praktisch heißt das: Sie schließen einen weiteren Kredit ab oder passen Ihre Finanzierung so an, dass die Finanzierungslücke geschlossen wird.
⚠️ Wichtig: Eine Baufinanzierung lässt sich meist nicht einfach „per Knopfdruck“ erhöhen. In der Regel braucht es dafür eine neue Kreditentscheidung – inklusive Prüfung Ihrer aktuellen Zahlen.
Eine Finanzierungslücke entsteht oft nicht, weil jemand seine Baufinanzierung grundsätzlich falsch geplant hat. Sondern weil sich während eines Kauf- oder Sanierungsprojektes vieles verändert hat: Preise, Zeitpläne, Lebenssituation, Umfang der Arbeiten.
Typische Gründe für eine Finanzierungslücke sind:
👉 Tipp: Planen Sie von Anfang an einen Puffer von 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten ein. Das ist oft der Unterschied zwischen „unangenehm, aber machbar“ und „jetzt wird’s kritisch“.
Eine Nachfinanzierung ist machbar – aber sie hat Stolpersteine, die Sie kennen sollten:
Bevor Sie sich Angebote anschauen, brauchen Sie eine ehrliche Antwort auf die Frage: Was ist monatlich wirklich drin?
Tipp: Ein klarer Kostenplan (z. B. mit Angeboten je Gewerk) macht die Entscheidung deutlich einfacher.
Je nach Summe, Zeitdruck und Sicherheiten kommen unterschiedliche Finanzierungslösungen in Frage:
Je besser Sie vorbereitet sind, desto eher klappt es mit der Nachfinanzierung. Die dafür benötigten Unterlagen können je nach Bank variieren, üblicherweise benötigen Sie aber:
Starten Sie beim Finanzierungsvergleich zuerst bei dem Institut, das die Erstfinanzierung gemacht hat – und holen Sie trotzdem mindestens ein Vergleichsangebot ein. Achten Sie beim Vergleich nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf:
Die Kosten einer Nachfinanzierung hängen von ein paar klaren Faktoren ab:
Nachfinanzierung als Annuitätendarlehen (grundschuldgesichert), 50.000 Euro, 4,1 Prozent Sollzins, 3 Prozent Anfangstilgung
| Kosten der Nachfinanzierung | |
|---|---|
| Darlehensbetrag | 50.000 € |
| Laufzeit (Sollzinsbindung ) | 5 Jahre |
| Zinssatz p. a. | 4,1 % |
| Anfängliche Tilgung p. a. | 3 % |
| monatliche Rate | 296 € |
Quelle: Berechnung durch Bausparkasse Schwäbisch Hall AG.
In diesem Beispiel kommen also zur ursprünglichen Darlehens-Rückzahlung noch zusätzlich knapp 300 Euro im Monat für die Nachfinanzierung dazu.
👉 Tipp: Im obigen Beispiel der Nachfinanzierung bleibt am Ende der fünfjährigen Sollzinsbindung noch eine Restschuld von über 41.000 Euro. Soll die gesamten Nachfinanzierungssumme von 50.000 Euro innerhalb der fünf Jahre getilgt werden, läge die monatliche Rate bei rund 923 Euro! Bedenken Sie das bei Ihren Finanzierungsplänen.
Eine Absage ist ärgerlich, aber nicht automatisch das Ende Ihrer Nachfinanzierung. Gehen Sie strukturiert vor:
Begründung klären: Was war der Knackpunkt (Rate zu hoch, Unterlagen, Beleihung, Schufa/Bonität)?
Zahlen nachschärfen: Kostenplan präzisieren, unnötige Posten streichen, Reserve realistisch darstellen.
Alternativen prüfen: kleinerer Betrag (nur das Nötigste), anderer Finanzierungsweg (z. B. Ratenkredit für Teilbetrag), Finanzierung neu strukturieren (in manchen Fällen Umschuldung prüfen)
Vergleichsangebote einholen: Kriterien unterscheiden sich oft zwischen verschiedenen Anbietern.
Zeit gewinnen: Wenn Rechnungen drücken, sprechen Sie früh über Zahlungsziele oder Raten.
👉 Eine Ablehnung kann auch ein Signal sein, dass die Gesamtbelastung zu hoch wird. Dann geht es um eine Lösung, die Sie langfristig nicht überfordert. Sprechen Sie dazu mit einem unserer Heimatexperten bei Ihnen vor Ort.
Eine Nachfinanzierung ist nicht immer unvermeidlich, aber meistens unnötig teuer. Drei Hebel helfen am meisten, diese Situation zu vermeiden:
Puffer einplanen: Rechnen Sie von Anfang an mit 10 bis 15 Prozent Reserve.
Kaufnebenkosten komplett erfassen: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler – da kommen schnell viele Tausend Euro zusammen.
Projekt sauber planen: Was muss wirklich sofort passieren (Bau/Sanierung), was kann nach Einzug folgen? Wofür benötige ich sofort das Geld, welche Investition kann auch später erfolgen?
👉 Planen Sie möglichst flexibel. So können Sie z. B. eine Sondertilgung vereinbaren, müssen diese aber nicht zwangsläufig bedienen, wenn es die Reserven nicht hergeben. Umgekehrt können Sie mit freien Mitteln so Ihr Darlehen früher abzahlen.
Das hängt stark von der gewählten Lösung ab. Ein Ratenkredit kann in der Praxis oft schneller gehen als eine grundschuldgesicherte Nachfinanzierung, weil weniger Prüf- und Sicherheiten-Themen dranhängen. Planen Sie grundsätzlich Zeit ein – und handeln Sie früh.
Das hängt vor allem von der Höhe Ihrer bestehenden Belastung, dem Immobilienwert und der Beleihung ab. Entscheidend ist nicht nur die Summe, sondern ob die Rate, um das Darlehen zurückzuzahlen, langfristig zu Ihrem Einkommen passt.
Bei einer einmal abgeschlossenen Baufinanzierung lässt sich die Darlehenssumme nicht einfach so aufstocken. Die Konditionen des Darlehensvertrages gelten üblicherweise nur für das vereinbarte Darlehen. Eine Finanzierungslücke lässt sich in der Regel nur durch eine Nachfinanzierung über einen zweiten Kredit oder über eine Umschuldung decken.
Kein Finanzierungspartner ist verpflichtet, dem Kreditnehmer eine Nachfinanzierung zu gewähren. Das sind die häufigsten Gründe für die Ablehnung:
Das ist grundsätzlich möglich – die Frage ist eher: Passt die zusätzliche Monatsrate (und zu welchen Konditionen) in Ihr Budget? Prüfen Sie zuerst die Haushaltsrechnung und holen Sie dann konkrete Angebote ein. Überlegen Sie genau, welcher Weg der Nachfinanzierung für Sie der richtige ist.
Sprechen Sie dazu mit einem unserer Heimatexperten vor Ort. Er entwickelt mit Ihnen gemeinsam eine individuelle Lösung.
Ein Bausparvertrag kann je nach Vertragsstand eine Option sein – entscheidend ist, ob und wann Mittel verfügbar sind und ob die Lösung zur benötigten Summe und zum Zeitplan passt. Da kommt es immer auf die individuelle Situation an.
Sprechen Sie dazu mit einem unserer Heimatexperten. Er findet die für sie passende Finanzierungslösung.
Für die Nachfinanzierung einen Privatkredit aufnehmen? Oder doch besser zur Bank gehen?
Ein Privatkredit/Ratenkredit ist sinnvoll, wenn …
⚠️ Achtung: Die monatliche Rate kann durch die oft kürzere Laufzeit deutlich höher ausfallen.
Eine Nachfinanzierung / Baufinanzierung aufstocken ist sinnvoll, wenn …
⚠️ Achtung: Das dauert in der Praxis häufig länger, weil die Prüfung durch den Darlehensgeber mehr Zeit braucht.
Auch wenn es drängt: Eine Nachfinanzierung sollten Sie nicht übers Knie brechen. Hier ist professioneller, fachlicher Rat gefragt.
Lassen Sie sich dazu jetzt von Ihrem Heimatexperten beraten: per Telefon oder persönlich vor Ort. Einfach Postleitzahl eingeben und den Heimatexperten in Ihrer Nähe finden.
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