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Nachfinanzierung fürs Haus: Was tun, wenn das Geld ausgeht?

Wenn Kosten steigen oder etwas übersehen wurde, wird’s schnell eng. Hier sehen Sie, welche Nachfinanzierung zu Ihrer Situation passt – und was Sie konkret unternehmen können.

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Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 05.08.2026

  • Nicht verwechseln: Eine Anschlussfinanzierung brauchen Sie typischerweise am Ende der Zinsbindung, wenn noch Restschuld offen ist. Nachfinanzierung passiert während der Laufzeit, weil eine Finanzierungslücke entsteht.
  • Häufige Auslöser sind Kostensteigerungen, Planungsänderungen, unterschätzte Kaufnebenkosten oder Einkommenseinbußen.
  • Eine Nachfinanzierung kann teurer werden, weil die Bank Ihre Situation neu prüft und sich die Risiko- und Beleihungssituation ändern kann.
  • Wichtig ist der Zeitfaktor. Deshalb Lücke früh erkennen und sofort strukturiert vorgehen.
  • Für kleinere Summen kommt eher ein Ratenkredit/Privatkredit infrage, für größere Beträge oft eine zweite Baufinanzierung.

Artikel erstellt von
Ulrich Hasper
Schwäbisch Hall-Redaktion

Was bedeutet Nachfinanzierung bei der Baufinanzierung?

Eine Nachfinanzierung fürs Haus ist eine zusätzliche Finanzierung, wenn die ursprünglich geplanten Mittel für Kauf, Bau oder Sanierung nicht reichen. Praktisch heißt das: Sie schließen einen weiteren Kredit ab oder passen Ihre Finanzierung so an, dass die Finanzierungslücke geschlossen wird.

⚠️ Wichtig: Eine Baufinanzierung lässt sich meist nicht einfach „per Knopfdruck“ erhöhen. In der Regel braucht es dafür eine neue Kreditentscheidung – inklusive Prüfung Ihrer aktuellen Zahlen.


Nachfinanzierung vs. Anschlussfinanzierung

  • Nachfinanzierung: zusätzliches Geld während der laufenden Baufinanzierung, weil etwas fehlt (z. B. erhöhte Baukosten, größerer Sanierungsbedarf, gestiegene Kaufnebenkosten).
  • Anschlussfinanzierung: Neue Finanzierung nach Ablauf der Sollzinsbindung, wenn der Kredit noch nicht vollständig zurückgezahlt ist.

Wie kommt es zu einer Nachfinanzierung beim Haus?

Eine Finanzierungslücke entsteht oft nicht, weil jemand seine Baufinanzierung grundsätzlich falsch geplant hat. Sondern weil sich während eines Kauf- oder Sanierungsprojektes vieles verändert hat: Preise, Zeitpläne, Lebenssituation, Umfang der Arbeiten.

Typische Gründe für eine Finanzierungslücke sind:

  • Kostensteigerungen während des Projekts: Materialien, Handwerkerleistungen oder einzelne Gewerke werden teurer.
  • Planungsänderungen: Aus „eigentlich reicht Standard“ wird plötzlich „wir machen’s gleich richtig“ (Bad, Küche, Dämmung, Fenster, Außenanlagen).
  • Zeitverzug: Wenn sich Bau oder Sanierung verzögert, laufen Kosten länger weiter (z. B. die Miete oder weitere Nebenkosten).
  • Unterschätzte Kaufnebenkosten: Häufig werden Posten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten zu knapp kalkuliert.
  • Einkommensveränderungen: Elternzeit, Jobwechsel, Selbstständigkeit, Krankheit – und schon sieht die Haushaltsrechnung anders aus.

👉 Tipp: Planen Sie von Anfang an einen Puffer von 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten ein. Das ist oft der Unterschied zwischen „unangenehm, aber machbar“ und „jetzt wird’s kritisch“.


Probleme bei der Nachfinanzierung

Eine Nachfinanzierung ist machbar – aber sie hat Stolpersteine, die Sie kennen sollten:

  • Neue Bonitätsprüfung: Die Bank prüft Ihre Kreditwürdigkeit erneut. Es zählt die aktuelle Situation (Einkommen, laufende Kredite, Ausgaben, Reserven).
  • Beleihung & Sicherheiten: Wenn die Darlehenssumme steigt, kann sich das Verhältnis aus Darlehen und Immobilienwert verschlechtern. Das kann die Konditionen negativ beeinflussen.
  • Zusatzkosten: Je nach Lösung können zusätzliche Gebühren und Nebenkosten entstehen (z. B. bei grundschuldgesicherten Varianten).
  • Zeitfaktor: Bis zur Auszahlung einer grundschuldgesicherten Nachfinanzierung kann es mehrere Wochen dauern. Wenn Rechnungen oder Fristen drücken, müssen Sie das in Ihrer Planung berücksichtigen.
  • Risiko Ablehnung: Wird die Nachfinanzierung abgelehnt, brauchen Sie schnell einen Plan B – sonst drohen Baustopp, Vertragsstress oder Mahnungen.
Nachfinanzierung Haus: Berechnen Sie ihre Konditionen
Mit der Nachfinanzierung erhöht sich das Risiko für den Kreditgeber – und damit verschlechtern sich in der Regel auch die Konditionen. (Quelle: stock.adobe.com / TStudious)

Schritt für Schritt: So funktioniert eine Nachfinanzierung fürs Haus

Schritt 1: Prüfen Sie Ihre monatliche Belastbarkeit

Bevor Sie sich Angebote anschauen, brauchen Sie eine ehrliche Antwort auf die Frage: Was ist monatlich wirklich drin?

  • Listen Sie alle regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben auf.
  • Rechnen Sie konservativ (lieber etwas zu streng als zu optimistisch).
  • Planen Sie Luft für Unerwartetes ein (Rücklagen, Reparaturen, Lebenshaltung).

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  • Wie viel Euro fehlen genau?
  • Wofür wird das Geld gebraucht (z. B. Sanierung, Restarbeiten, Kaufnebenkosten)?
  • Welche Kosten sind „nice to have“ und welche sind zwingend?

Tipp: Ein klarer Kostenplan (z. B. mit Angeboten je Gewerk) macht die Entscheidung deutlich einfacher.

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Je nach Summe, Zeitdruck und Sicherheiten kommen unterschiedliche Finanzierungslösungen in Frage:

  • Baufinanzierung nachfinanzieren / Baufinanzierung aufstocken (oft sinnvoll bei größeren Beträgen).
  • Ratenkredit / Privatkredit abschließen (oft eher bei kleineren Lücken und wenn es schnell gehen muss).
  • Umschuldung/Neustrukturierung (wenn die Gesamtfinanzierung neu aufgestellt werden soll).
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Je besser Sie vorbereitet sind, desto eher klappt es mit der Nachfinanzierung. Die dafür benötigten Unterlagen können je nach Bank variieren, üblicherweise benötigen Sie aber:

  • Aktuelle Einkommensnachweise (z. B. Gehaltsabrechnungen)
  • Kostenplan / Liste der offenen Arbeiten / Angebote
  • Finanzierungsantrag bzw. Selbstauskunft
  • Unterlagen zur bestehenden Finanzierung (z. B. Darlehensdaten, Tilgungsplan)
  • Objektunterlagen (z. B. Adresse, Wohnfläche, Baujahr – je nach Fall)
  • Bei grundschuldgesicherten Lösungen oft erforderlich: Grundbuchdaten/Grundbuchauszug
  • Bei Bau/Modernisierung je nach Situation: Nachweise zum Baufortschritt
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Starten Sie beim Finanzierungsvergleich zuerst bei dem Institut, das die Erstfinanzierung gemacht hat – und holen Sie trotzdem mindestens ein Vergleichsangebot ein. Achten Sie beim Vergleich nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf:

  • Laufzeit und Flexibilität (Sondertilgung möglich?)
  • Gebühren und Nebenkosten
  • Wie schnell kann die Auszahlung erfolgen?
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  • Klären Sie, welche Rechnungen wann fällig werden.
  • Planen Sie einen realistischen Zeitrahmen bis zur Auszahlung der Nachfinanzierungssumme ein.
  • Legen Sie fest, wie Sie im Notfall überbrücken (z. B. Verschiebung von Maßnahmen, Zahlungsziele verhandeln).

     

Wie hoch sind die Kosten bei einer Nachfinanzierung?

Die Kosten einer Nachfinanzierung hängen von ein paar klaren Faktoren ab:

  • Kreditsumme: Je höher die Lücke, desto größer die Summe des neu aufzunehmenden Kredites und damit auch der zusätzlichen Monatsrate.
  • Laufzeit & Tilgung: Gibt es am Ende der Laufzeit noch eine Restschuld? Oder ist das Darlehen komplett getilgt?
  • Zinsniveau & Bonität: Banken kalkulieren je nach Risiko – und das kann bei einer Nachfinanzierung anders sein als beim Erstkredit.
  • Sicherheiten/Beleihung: Eine grundschuldgesicherte Lösung läuft anders als ein unbesicherter Ratenkredit.
  • Nebenkosten: Je nach Modell können zusätzliche Kosten entstehen (z. B. für Eintragung/Anpassung von Sicherheiten).

Hauskredit nach Maß

Hauskredit nach Maß

Schwierig wird eine Hausfinanzierung immer dann, wenn die Kosten plötzlich steigen und die ursprüngliche Kalkulation nicht mehr aufgeht. 

Hier hilft der Heimatexperte von Schwäbisch Hall. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und profitieren Sie von einem sicheren, durchdachten Finanzierungsplan.

Schwäbisch Hall-Fuch: Daumen hoch


Beispielkosten der Nachfinanzierung

Nachfinanzierung als Annuitätendarlehen (grundschuldgesichert), 50.000 Euro, 4,1 Prozent Sollzins, 3 Prozent Anfangstilgung

Kosten der Nachfinanzierung  
Darlehensbetrag 50.000 €
Laufzeit (Sollzinsbindung ) 5 Jahre
Zinssatz p. a. 4,1 %
Anfängliche Tilgung p. a. 3 %
monatliche Rate 296 €

Quelle: Berechnung durch Bausparkasse Schwäbisch Hall AG. 

In diesem Beispiel kommen also zur ursprünglichen Darlehens-Rückzahlung noch zusätzlich knapp 300 Euro im Monat für die Nachfinanzierung dazu.

👉 Tipp: Im obigen Beispiel der Nachfinanzierung bleibt am Ende der fünfjährigen Sollzinsbindung noch eine Restschuld von über 41.000 Euro. Soll die gesamten Nachfinanzierungssumme von 50.000 Euro innerhalb der fünf Jahre getilgt werden, läge die monatliche Rate bei rund 923 Euro! Bedenken Sie das bei Ihren Finanzierungsplänen.


Abgelehnte Nachfinanzierung beim Hauskredit – was nun? 5 Tipps

Eine Absage ist ärgerlich, aber nicht automatisch das Ende Ihrer Nachfinanzierung. Gehen Sie strukturiert vor:

  1. Begründung klären: Was war der Knackpunkt (Rate zu hoch, Unterlagen, Beleihung, Schufa/Bonität)?

  2. Zahlen nachschärfen: Kostenplan präzisieren, unnötige Posten streichen, Reserve realistisch darstellen.

  3. Alternativen prüfen: kleinerer Betrag (nur das Nötigste), anderer Finanzierungsweg (z. B. Ratenkredit für Teilbetrag), Finanzierung neu strukturieren (in manchen Fällen Umschuldung prüfen)

  4. Vergleichsangebote einholen: Kriterien unterscheiden sich oft zwischen verschiedenen Anbietern.

  5. Zeit gewinnen: Wenn Rechnungen drücken, sprechen Sie früh über Zahlungsziele oder Raten.

👉 Eine Ablehnung kann auch ein Signal sein, dass die Gesamtbelastung zu hoch wird. Dann geht es um eine Lösung, die Sie langfristig nicht überfordert. Sprechen Sie dazu mit einem unserer Heimatexperten bei Ihnen vor Ort.


Wie lässt sich die Nachfinanzierung fürs Haus vermeiden? 

Eine Nachfinanzierung ist nicht immer unvermeidlich, aber meistens unnötig teuer. Drei Hebel helfen am meisten, diese Situation zu vermeiden:

  1. Puffer einplanen: Rechnen Sie von Anfang an mit 10 bis 15 Prozent Reserve.

  2. Kaufnebenkosten komplett erfassen: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler – da kommen schnell viele Tausend Euro zusammen.

  3. Projekt sauber planen: Was muss wirklich sofort passieren (Bau/Sanierung), was kann nach Einzug folgen? Wofür benötige ich sofort das Geld, welche Investition kann auch später erfolgen?

👉 Planen Sie möglichst flexibel. So können Sie z. B. eine Sondertilgung vereinbaren, müssen diese aber nicht zwangsläufig bedienen, wenn es die Reserven nicht hergeben. Umgekehrt können Sie mit freien Mitteln so Ihr Darlehen früher abzahlen.

 

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Nachfinanzierung beim Haus: Fragen und Antworten

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Das hängt stark von der gewählten Lösung ab. Ein Ratenkredit kann in der Praxis oft schneller gehen als eine grundschuldgesicherte Nachfinanzierung, weil weniger Prüf- und Sicherheiten-Themen dranhängen. Planen Sie grundsätzlich Zeit ein – und handeln Sie früh.

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Das hängt vor allem von der Höhe Ihrer bestehenden Belastung, dem Immobilienwert und der Beleihung ab. Entscheidend ist nicht nur die Summe, sondern ob die Rate, um das Darlehen zurückzuzahlen, langfristig zu Ihrem Einkommen passt.

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Bei einer einmal abgeschlossenen Baufinanzierung lässt sich die Darlehenssumme nicht einfach so aufstocken. Die Konditionen des Darlehensvertrages gelten üblicherweise nur für das vereinbarte Darlehen. Eine Finanzierungslücke lässt sich in der Regel nur durch eine Nachfinanzierung über einen zweiten Kredit oder über eine Umschuldung decken.

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Kein Finanzierungspartner ist verpflichtet, dem Kreditnehmer eine Nachfinanzierung zu gewähren. Das sind die häufigsten Gründe für die Ablehnung:

  • Zahlungsausfall bei früheren Krediten
  • Negativer Schufa-Eintrag
  • Zu geringe Bonität (Einkommen zu gering bei zu hoher Belastung)
  • Eingeschränkte Kreditwürdigkeit (zum Beispiel bei Selbständigkeit)
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Das ist grundsätzlich möglich – die Frage ist eher: Passt die zusätzliche Monatsrate (und zu welchen Konditionen) in Ihr Budget? Prüfen Sie zuerst die Haushaltsrechnung und holen Sie dann konkrete Angebote ein. Überlegen Sie genau, welcher Weg der Nachfinanzierung für Sie der richtige ist.

Sprechen Sie dazu mit einem unserer Heimatexperten vor Ort. Er entwickelt mit Ihnen gemeinsam eine individuelle Lösung.

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Ein Bausparvertrag kann je nach Vertragsstand eine Option sein – entscheidend ist, ob und wann Mittel verfügbar sind und ob die Lösung zur benötigten Summe und zum Zeitplan passt. Da kommt es immer auf die individuelle Situation an.

Sprechen Sie dazu mit einem unserer Heimatexperten. Er findet die für sie passende Finanzierungslösung.

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Für die Nachfinanzierung einen Privatkredit aufnehmen? Oder doch besser zur Bank gehen?

Ein Privatkredit/Ratenkredit ist sinnvoll, wenn …

  • ... die Lücke eher klein ist (z. B. einzelne Gewerke, kurzfristige Rechnung).
  • ... Sie das Geld schnell brauchen.
  • ... Sie keine zusätzlichen Grundbuch-/Sicherheiten-Themen möchten.

⚠️ Achtung: Die monatliche Rate kann durch die oft kürzere Laufzeit deutlich höher ausfallen.
 

Eine Nachfinanzierung / Baufinanzierung aufstocken ist sinnvoll, wenn …

  • ... die Lücke größer ist (z. B. 50.000 Euro nachfinanzieren oder mehr).
  • ... es um Sanierung oder größere Restarbeiten geht.
  • ... die Rate langfristig tragbar bleiben muss.

⚠️ Achtung: Das dauert in der Praxis häufig länger, weil die Prüfung durch den Darlehensgeber mehr Zeit braucht.

    

Nachfinanzierung mit Schwäbisch Hall

Luca Florit, Heimatexperte bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall

Auch wenn es drängt: Eine Nachfinanzierung sollten Sie nicht übers Knie brechen. Hier ist professioneller, fachlicher Rat gefragt.

Lassen Sie sich dazu jetzt von Ihrem Heimatexperten beraten: per Telefon oder persönlich vor Ort. Einfach Postleitzahl eingeben und den Heimatexperten in Ihrer Nähe finden.

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