Kaminofen richtig heizen

  • Richtig anfeuern und befüllen
  • Effizient und umweltbewusst heizen
  • Bundesimmissionsschutzverordnung

Wenn es draußen kalt ist, fühlen wir uns in den eigenen vier Wänden am wohlsten – vor allem, wenn sie angenehm beheizt sind. Besonders gemütlich ist es, wenn Sie zuhause einen Kaminofen haben. Keine andere Heizungsart verbreitet eine wohligere Wärme. Mit unseren nützlichen Tipps ist es ganz einfach, mit dem Kaminofen richtig zu heizen. Informieren Sie sich hier, wie Sie damit energieeffizient heizen und was Sie sonst noch beachten sollten.

Kaminofen richtig heizen: Die 10 wichtigsten Tipps

Kaminöfen sind seit einigen Jahren wieder beliebt – aber wie kann man mit dem Kaminofen richtig heizen? Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst, damit bei Ihnen im Winter der Kaminofen eine wohlige Wärme verbreiten kann.

Tipp 1: Wärmebedarf ermitteln

Bevor es darum geht, wie Sie mit dem Kaminofen richtig heizen, sollten Sie den Wärmebedarf des betreffenden Raumes ermitteln – am besten mithilfe eines Schornsteinfegers oder eines anderen Fachmanns. Damit stellen Sie sicher, dass die Heizleistung des gewählten Ofens nicht zu hoch oder zu gering ausfällt. Ist der Ofen zu groß, wird er in der Regel nicht mit Volllast betrieben. Das wirkt sich wiederum negativ auf die Emissionen aus.

Tipp 2: Richtig anfeuern

Feuer machen ist einfach, wenn man weiß, wie’s geht. Schichten Sie möglichst dünne Hölzer zeltartig auf. Nutzen Sie zum Entflammen wenig Zeitungspapier oder fertige Holzanzünder. Übrigens: Je härter und je dichter ein Holz ist, desto höher die Zündtemperatur. Daher sind weiche Nadelhölzer zum Anfeuern besonders gut geeignet. Spiritus oder Ähnliches dürfen nicht verwendet werden, sonst besteht Explosionsgefahr!

Tipp 3: Kaminofen heizen mit dem richtigen Holz

Nutzen Sie am besten naturbelassenes, lufttrockenes Holz mit Rinde – sogenanntes Scheitholz. So können Sie sicher sein, dass Sie mit dem Kaminofen richtig heizen: schadstoffarm und energieefizzient. Wichtig: Wenn Sie ofenfertiges Brennholz kaufen, sollten Sie sich bestätigen lassen, dass das Holz eine Restfeuchte von unter 20 Prozent aufweist. Sie können den Feuchtigkeitsgehalt auch selbst kontrollieren, z. B. mit einem Feuchtigkeitsmessgerät.


Was kostet ein Kaminofen?

Falls Sie noch gar keinen Kaminofen besitzen – oder Ihren bisherigen austauschen möchten – stellt sich natürlich auch die Frage: Was kostet ein Kaminofen eigentlich?

Einfache Schwedenöfen bekommen Sie im Baumarkt schon für wenige hundert Euro, ein wasserführender Kachelofen kann hingegen bis zu 10.000 Euro kosten. Gemauerte Kamine bekommen Sie ab etwa 5.000 Euro aufwärts, Specksteinöfen gibt es ab etwa 800 Euro. Die Preisspanne ist also groß. Bedenken Sie auch: Öfen mit einer höheren Energieeffizienz sind zwar prinzipiell etwas teurer, dafür sparen Sie einen Teil der Verbrauchskosten ein – und leisten gleichzeitig einen Beitrag für die Umwelt.

Ihr Kaminofen muss in jedem Fall nach der deutschen DIN 18891 oder europäischen DIN EN 132540 geprüft worden sein. Kaminöfen nach der DIN 18891 dürfen nicht als Alleinheizung im Dauerbetrieb laufen, sondern können nur als Zusatz- oder Zweitheizung genutzt werden.

So finanzieren Sie den Heizungstausch

Ein Kaminofen dient in Deutschland immer nur als Zweitheizung. Kombinieren Sie diesen mit einer alternativen Heizmethode, zum Beispiel einer Pelletheizung oder einer Solarthermie-Anlage.

Ein Heizungstausch ist natürlich mit Kosten verbunden. Bei umweltschonenden Heizungen können Sie allerdings von verschiedenen Förderprogrammen profitieren. Sprechen Sie mit einem unserer Heimatexperten über Ihre Optionen zur Finanzierung. Er geht gerne auf Ihre Wünsche und Vorstellungen ein und erstellt mit Ihnen gemeinsam ein Konzept für einen zinsgünstigen Kredit.

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Tipp 4: Nur geeignete Materialien verbrennen

Wenn Sie Ihren Kaminofen befüllen, sollten Sie auf Abfälle oder Briketts aus Altpapier verzichten. Sie belasten die Umwelt und die Luft der eigenen Innenräume. Auch beschichtete, lackierte oder verleimte Hölzer und Spanplatten gehören nicht in den Kaminofen. Bei der Verbrennung dieser Materialien können gesundheitsschädliche Stoffe entstehen.

Tipp 5: Auf ausreichende Luftzufuhr achten

Wenn Sie mit dem Kaminofen richtig heizen wollen, sollten Sie darauf achten, dass die Brennkammer möglichst heiß ist und jederzeit ausreichend Luft zugeführt wird. Ist die Luftzufuhr zu niedrig, gelangt zu wenig Sauerstoff in die Brennkammer: Das Holz verbrennt schlechter. Ein Luftüberschuss in der Brennkammer kann dazu führen, dass zu viel Wärme durch den Kamin verloren geht. Ein Blick auf Ihre Sichtscheiben verrät, ob die Verbrennungsqualität in Ordnung ist: Sind sie rußig oder von braunem Kondensat bedeckt, deutet das auf eine geringe Verbrennungstemperatur oder feuchtes Holz hin. Wenn Sie durch die Sichtscheiben einen guten Blick aufs brennende Feuer haben und die Asche weiß und fein ist, verbrennt der Ofen gut.


Tipp 6: Kaminofen richtig befüllen

Sparen Sie nicht am Holz: Das lässt die Innentemperatur der Brennkammer und damit die Verbrennungsqualität sinken. Optimale Verbrennung erreichen Sie bei voller Auslastung. Wenn Sie mit dem Kaminofen richtig heizen wollen und unsicher sind, ob Ihr Ofen die optimale Brenntemperatur erreicht, können Sie diese kontrollieren. Am besten geht das in einem Ofen mit Backfach. Verwenden Sie dort ein Backfachthermometer, um die Temperaturverläufe zu überwachen und gegebenenfalls zu verbessern.

Tipp 7: Wärmeverluste vermeiden

Sorgen Sie für langanhaltende Wärme: Wenn das Holz in der Brennkammer vollständig verbrannt ist, können Sie die Luftklappe schließen. So vermeiden Sie Wärmeverluste durch den Naturzug des Schornsteins.


Tipp 8: Sicher heizen

Beim Heizen mit dem Holzofen sollten Sie neben dem richtigen Material auch Sicherheitsaspekte beachten. Zunächst wichtig: Legen Sie keine brennbaren Materialien in die Nähe des Ofens, denn dieser strahlt auch nach außen Hitze ab. Außerdem müssen Sie Heizkamine immer auf einer feuerfesten Unterlage platzieren, zum Beispiel auf Platten aus Glas oder Metall. Diese sollten nach vorne und zu den Seiten etwa 30 bis 50 cm überstehen. Halten Sie außerdem zur Wand hinter Ihrem Ofen einen Abstand von etwa 20 cm ein.

Tipp 9: Kaminofen sauber halten

Ein sauberer Ofen sieht nicht nur schön aus, sondern sorgt auch für einen besseren Wirkungsgrad. Ist der Ofen stark verrußt, behindert das die Wärmeabgabe: Der Wirkungsgrad kann um mehr als zehn Prozent sinken. Halten Sie Ihren Kaminofen deshalb stets sauber und führen Sie mindestens einmal jährlich eine gründliche Innenreinigung durch.

Tipp 10: Holz richtig lagern

Noch vor dem Lagern sollte das Holz gesägt und in ofenfertige Scheite gespalten werden. Am besten trocknen die gestapelten Scheite vor Regen geschützt, in der Sonne an der frischen Luft. Schlecht belüftete Räume sind als Lagerplatz nicht geeignet.
Frisches Holz benötigt etwa ein bis zwei Jahre, um vollständig auszutrocknen. Dabei trocknen Weichhölzer wie Birke, Fichte oder Tanne am schnellsten. Harthölzer wie Buche oder Eiche müssen etwas länger ruhen, bevor Sie ofenfertig sind.


Erste Bundesimmissionsschutzverordnung

Die erste Bundesimmissionsverordnung – kurz 1. BImSchV genannt – regelt Aufbau und Betrieb von Kaminöfen, Kachel- und Grundöfen. Sie bestimmt neben den zugelassenen Brennstoffen auch die Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Stoffe wie Feinstaub, Kohlenmonoxid und polyzyklischen Kohlenwasserstoff (PAK).

Ältere Öfen mussten bereits zum 31.12.2020 stillgelegt oder mit Feinstaubabscheidern nachgerüstet werden (ausgenommen sind Anlagen die vor 1950 erstellt oder errichtet wurden). Seit Inkrafttreten der überarbeiteten 1. BImSchV im Jahr 2020 gelten Übergangsregelungen für Einzelraumfeuerungsanlagen (wie z. B. Kaminöfen), die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden.

Legen Sie bei der Auswahl eines Kaminofens oder Kachelofens Wert auf modernste Technik und gute Qualität. Das garantiert geringe Emissionen und einen hohen Wirkungsgrad. Orientierung geben Qualitätssiegel wie das EFA-Gütesiegel. Das Gütesiegel der Europäischen Feuerstätten Arbeitsgemeinschaft e. V. bestätigt Qualität, eine umweltschonende Betriebsweise sowie Sicherheit und eine einfache Handhabung.

Kaminofen
Die sogenannte Herstellerbescheinigung dokumentiert die Einhaltung der geforderten Emissionsgrenzwerte einer Heizanlage. (Quelle: Delpixart at iStock)

Kaminofen richtig beheizen: energieeffiziente Modelle

Achten Sie nicht nur darauf, mit dem Kaminofen richtig zu heizen, sondern setzen Sie auch auf ein Modell mit einer hohen Effizienzklasse wie A+. Generell sind wasserführende Kaminöfen energieeffizienter als andere Modelle. Der Blaue Engel für Kaminöfen für Holz gibt Orientierung beim Kauf eines Kaminofens. Er zeichnet Geräte aus, die niedrige Staub- und Schadstoffemission aufweisen und die bedienerfreundlich sind.

Auch der Wirkungsgrad gibt Aufschluss: Je höher dieser ausfällt, desto energieeffizienter arbeitet der Ofen. Die Prozentzahl gibt dabei an, in welchem Verhältnis die zugeführte zur tatsächlich nutzbaren Energie steht. Moderne Kaminöfen können einen Wirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent erreichen.


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