Zinsentwicklung:
Auf diese Faktoren kommt es an

  • Bauzinsen: Entwicklung der vergangenen Jahre 
  • Aktuelle Bauzinsen
  • Experte über Baufinanzierung, Zinsen und Co.

Lange Zeit waren die Zinsen für Baufinanzierungen auf einem historisch niedrigen Niveau. Seit Januar 2022 zeichnet sich allerdings eine Wende bei den Bauzinsen ab, denn sie steigen wieder. Welche Tipps und Tricks bei der Bauzinsen-Entwicklung zu beachten sind, erklärt unser Heimatexperte Hauke Blohm.

    

Zinsentwicklung: Hintergründe zur Bauzinsen Entwicklung

Bis 2021 verlief die Zinsentwicklung bei Immobilien zugunsten der Eigenheim-Träumer. Insbesondere zwischen 2019 und 2021 waren etwa Baufinanzierungszinsen im Bereich von Null-Komma umsetzbar. Diese Zeiten sind vorerst vorbei. Seit Januar 2022 steigen die Bauzinsen wieder.

Doch was sind eigentlich Baufinanzierungszinsen? Und warum sind sie bei der Finanzierung der Traum-Immobilie so wichtig? Im Grunde sind Bauzinsen der Preis, den Kreditgeber für die Bereitstellung der Kreditsumme verlangen.  Schon zu Anfang einer Immobilienfinanzierung werden auf Basis aktueller Bauzinsen die Kosten der Baufinanzierung für die folgenden Jahre festgelegt. Eben wegen der Laufzeit sind bereits Nachkommastellen entscheidend.  

Soweit so gut, aktuelle Bauzinsen liegen im Schnitt bei mehr als 2 Prozent bei einer Laufzeit von über 10 Jahren. Zum Vergleich: Vor gerade einmal 20 Jahren lagen sie deutlich höher bei 6 Prozent. Doch die Phase der jahrelangen Niedrigzinsen scheint vorerst beendet zu sein, denn seit Januar 2022 steigen die Zinsen rapide an. Experten und Politiker sprechen in diesem Zusammenhang von einer Zeitenwende, wie weit sich die Zinsen allerdings noch nach oben entwickeln ist ungewiss.

Deshalb macht es Sinn, sich die noch vergleichsweise niedrigen Zinsen für später zu sichern. Der Bausparvertrag mit seinen günstigen und fest vereinbarten Konditionen bietet dafür die ideale Lösung. Sprechen Sie jetzt mit unseren Heimatexperten vor Ort.

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Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der aktuellen Bauzinsen?

Vor allem der  Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) ist ein wichtiger Faktor bei der Zinsentwicklung. Der EZB-Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich europäische Kreditbanken bei den Zentralbanken Geld leihen können. 

Es gibt aber weitere relevante Faktoren, die die Zinsentwicklung beeinflussen:

Fünf Faktoren beeinflussen die Zinsenentwicklung
Die Zinsentwicklung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Neben dem EZB-Leitzins haben auch fünf weitere Aspekte Auswirkungen auf die aktuellen Bauzinsen. (Quelle: © Fokusiert - iStock ID:1186083060)
  • Risikokosten: Diese Kosten entstehen in erster Linie beim Kreditinstitut. Wenn ein Darlehen neu finanziert werden muss, ergibt sich ein Risiko für die Bank. Sprich, wenn das Objekt nicht mehr finanziert werden kann, trägt die Bank das Risiko, die Immobilie neu finanzieren zu müssen. Dieser Faktor trägt zur Berechnung der Bauzinsen durch die Bank bei. 
  • Darlehenssumme: Darlehen können unterschiedlich hoch sein und Banken finanzieren mehr als nur ein einzelnes Objekt. Die Gesamtheit aller Immobilienfinanzierungen trägt ebenfalls zur Berechnung und Bauzinsenentwicklung bei.
  • Dauer der Zinsbindung: Baufinanzierungen können sich über unterschiedliche Zeiträume erstrecken. Je nach Länge der Laufzeit sind die Zinsen höher oder niedriger. Man kann sich merken, dass längere Laufzeiten höhere Bauzinsen mit sich bringen, andersherum: kürzere Laufzeiten haben oftmals niedrigere Bauzinsen.
  • Persönliche Umstände: Nicht nur die Lage auf dem Finanzierungsmarkt entscheidet über die Höhe der Baufinanzierungszinsen, sondern auch die Lebensumstände und individuellen Voraussetzungen des Darlehensnehmers. So ist etwa der Beruf ein wichtiger Faktor. Bestimmte Berufsgruppen wie Beamte erhalten häufig ein breiteres Angebot im Vergleich zu beispielsweise Freiberuflern. Auch Aspekte wie der Schufa-Score beeinflussen das Angebot. 
  • Aktuelle Ereignisse: Die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges auf die Inflation bekommen Darlehensnehmende  immer deutlicher zu spüren. Die steigenden Preise beeinflussen wiederum die Baugeldkonditionen.

Wie entwickeln sich die aktuellen Bauzinsen?

Es ist derzeit die Frage aller Fragen, wenn es um die Zinsentwicklung geht: Wie geht es mit den aktuellen Bauzinsen weiter? Wie sich die unterschiedlichen Zinssätze auf Ihre Baufinanzierung auswirken können, zeigt unser Zinsrechner

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Juli 2022 den Leitzins erstmals nach knapp elf Jahren um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Die Gründe liegen vor allem im hohen Inflationsdruck innerhalb Europas. Denn je länger die Zinsen niedrig bleiben, desto stärker steigt auch die Inflation. Ein zusätzlicher Faktor besteht darin, dass immer mehr Menschen die sogenannte Lohninflation zu spüren bekommen. Dabei schlagen sich höhere Löhne zeitverzögert in höheren Preisen nieder. Dadurch wird der Wert des Lohnes immer geringer, gar von der Inflation aufgefressen – eine Entwicklung, die auch durch die Covid-19-Pandemie und den Ukraine-Krieg verstärkt wurde. 

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Fragen zur Zinsentwicklung an Experte Hauke Blohm

Heimatexperte Hauke Blohm gibt im Interview Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Zinsentwicklung. Außerdem verrät er Ihnen seinen persönlichen Top-Tipp.

Worauf sollte man bei den Baufinanzierungszinsen ganz besonders achten?

Hauke Blohm Heimatexperte Hauke Blohm (Quelle: © Sascha Drömer Photography)

Hauke Blohm: Darauf gibt es verschiedene Antworten. Je nach Kunde und dessen Bedarf und Wünsche gibt es verschiedene Punkte, die beachtet werden müssen. Ein Beispiel: Sucht ein Kunde nach einer günstigen Immobilienfinanzierung, ist ein günstiger Effektivzins immer gut. So bleiben die Gesamtkosten niedrig. Dieser ist wiederum abhängig von der Sollzinsbindung und der Gesamtlaufzeit. Je länger die Sollzinsbindung und die Gesamtlaufzeit sind, desto höher ist der Gesamteffektivzins. Einem Kunden, der von einem steigenden Zinsniveau ausgeht und etwas risikoscheuer ist, ist eine längere Sollzinsbindung zu empfehlen.

Was wäre Ihr Top-Tipp bei der aktuellen Zinsentwicklung für eine Baufinanzierung?

Hauke Blohm: Wichtig ist auf jeden Fall, stets auch schon an die Zukunft zu denken. So kann man etwa durch Abschluss eines Bausparvertrages steigenden Zinsen entgegenwirken. Das lohnt sich für energetische Modernisierung, Anschlussfinanzierung oder den Wunsch nach Wohneigentum in einigen Jahren. Denn steigende Zinsen bedeuten unter Umständen auch fallende Immobilienpreise – so schlägt man sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Und natürlich der Top-Tipp aktuell: Nutzen Sie langfristige Zinsbindung für mehr Planbarkeit.

Und wovon sollte man heutzutage die Finger lassen?

Hauke Blohm: Das trifft den letzten Tipp gut: Denn andersherum sollte man zu geringe Tilgungen beziehungsweise zu lange Gesamtlaufzeiten meiden. Sie gefährden die Planbarkeit und den Geldbeutel“ stark. Auch von „einfachen“ Finanzierungsmodellen sollte man Abstand nehmen. Besser ist es den Blick zu weiten, denn beispielsweise die Einbindung von staatlichen Förderungen können 6-stellige Förderbeträge mit sich bringen.

In einigen Jahren wird bei einigen Käufern die Zinsbindung auslaufen und die ersten Anschlussfinanzierungen werden fällig. Welchen Ratschlag haben Sie für diesen Fall parat, damit es nicht zu einer bösen Überraschung kommt?

Hauke Blohm: Wir empfehlen bei den aktuell niedrigen Bauzinsen ein Forward-Darlehen. Mit einem Forward-Darlehen sichern Sie sich bereits heute den Zinssatz für Ihre Anschlussfinanzierung. Sofern zum Zeitpunkt der Ablösung die Zinsen höher als heute sind, haben Sie auf alle Fälle eine gute Wahl getroffen.

Zu guter Letzt: Wie sieht Ihr Ratschlag zum Thema Bausparen aus?

Hauke Blohm: Warum nicht heute einen Bausparvertrag gegen steigende Zinsen abschließen und wenn die Zinsen steigen, sollten Sie von niedrigen Zinsen und einem günstigen Finanzierungsbaustein profitieren.


Gute Beratung ist unverzichtbar

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