Sie sind hier:

Tiny House: Gut leben auf engstem Raum

Für manche ist das Tiny House eine Philosophie, für andere einfach praktisch. Die Bewohner haben meist nur 15 bis 40 Quadratmeter zur Verfügung, müssen sich also aufs Wesentliche beschränken. Das passt hervorragend in unsere Zeit: Minimalismus liegt im Trend. Ein Tiny House ist das passende Wohnmodell dazu.


Was ein Tiny House ausmacht

In den USA sind Tiny Houses Teil einer regelrechten Bewegung: Das Tiny House Movement entstand als Gegentrend zu Häusern mit immer größerer Wohnfläche. Ins Deutsche übersetzt heißt Tiny House Kleinsthaus, eingebürgert hat sich der Begriff aber nicht. Auch im deutschen Sprachraum werden die winzigen Behausungen meist Tiny House genannt. Alternative Bezeichnungen sind Mikrohaus, Minihaus und Singlehaus.

Wie klein ein Tiny House sein muss, um so genannt zu werden, ist nicht klar definiert. Zudem hängt es auch davon ab, wie viele Personen darin leben sollen.

  • Wenn Sie allein in Ihr Tiny House ziehen, wird es um die 20 Quadratmeter haben. Dann verdient es seinen Namen.
  • Sind Sie eine kleine Familie, gilt genauso ein Häuschen mit 40 Quadratmetern Wohnfläche als Tiny House.
  • Darüber hinaus gibt es die Variante „Tiny House auf Rädern“. Die mobile Version bietet selten mehr 15 Quadratmeter Wohnfläche, der Transport wäre zu schwierig.

Tiny House: Vom Eigenbau bis zum Designermodell

Wer glaubt, das kleine Tiny House benötigt weniger Planung als ein großer Bungalow, liegt falsch. Bau und Ausbau Ihres Tiny Houses sollten Sie mindestens genauso, wenn nicht sogar noch kritischer planen: Bereits ein kleiner verbauter Bereich hat im Tiny House große Auswirkungen auf den Komfort. Dementsprechend bietet es sich an, den Entwurf einem Architekten zu übertragen. Oder Sie wenden sich direkt an einen Produzenten: Da Tiny Houses in Deutschland seit gut zehn Jahren im Aufwind sind, haben sich zahlreiche Hersteller darauf spezialisiert. Die Betreiber der Internetseite kleiner-leben.de haben eine Liste mit rund 20 Anbietern zusammengestellt. Außerdem helfen Ihnen wie immer Suchmaschinen, spezialisierte Architekten oder Bauunternehmen in Ihrer Region zu finden.

An Selbstbauer geht der Rat: Tauschen Sie sich mit anderen Besitzern von Tiny Houses aus. Inzwischen gibt es eine relativ große Szene, die sich mit dem Thema beschäftigt. Viele berichten in Blogs und Foren über ihre Erfahrungen und geben Ratschläge. Das kann sehr hilfreich sein, um beim Entwerfen des Grundrisses Fehler zu vermeiden beziehungsweise den Raum optimal zu nutzen.

Gesetzliche Vorgaben in Deutschland

In den USA ist es einfach, ein Tiny House zu errichten. In Deutschland muss eine Reihe von gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Ob Sie Ihr Tiny House als feststehendes Haus planen oder mit Rädern: Auflagen gelten für beide Varianten. Das Tiny House auf Rädern gilt als Wohnwagen und muss dementsprechend für den Straßenverkehr zugelassen sein. „Alle Extras müssen individuell beantragt und nachgenehmigt werden“, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB). Haben Sie die Zulassung erhalten, müssen Sie Ihr Tiny House wie einen Wohnwagen anmelden, versichern und versteuern. Eine TÜV-Plakette benötigt es auch.

Entscheiden Sie sich für ein feststehendes Tiny House, müssen Sie es wie jedes andere Wohnhaus genehmigen lassen. Als erstes muss Ihr Entwurf also der Landesbauordnung und dem Bebauungsplan Ihrer Kommune entsprechen. Sie brauchen Anschlüsse an Strom sowie Trink- und Abwasser. Natürlich können Sie bei Ihrem Tiny House auch auf Selbstversorgung setzen, beispielsweise mit Regenwasser und Komposttoilette. Allerdings müssten Sie vorab mit Ihrer Gemeinde darüber verhandeln, ob das genehmigt wird. Der VPB empfiehlt, auch an relevante Versicherungen zu denken: Das Tiny House sollte gegen Haftpflichtschäden, Brand und Unwetter versichert sein.  


Kosten und Finanzierung des Tiny Houses

Für viele Menschen spricht sicher auch der niedrige Preis für ein Tiny House. Die günstigsten Varianten sind bereits ab etwa 5.000 Euro zu haben – ohne Bauplatz, versteht sich. Allerdings sollten Sie sich davon nicht täuschen lassen: Sie werden noch einiges an Material und Handwerkerstunden zahlen müssen, bis Sie einziehen können. Denn zu dem Preis gibt es nur den Fertigbausatz. Schlüsselfertig kosten Tiny Houses etwa 20.000 Euro. Teurer geht natürlich immer: Auch beim Tiny House gibt es die Luxusvariante mit besonderer Ausstattung. Die Preise dafür können durchaus bei 100.000 Euro liegen.

Die Finanzierung Ihres Tiny Houses funktioniert grundsätzlich genauso wie bei jedem anderen Neubau. Als Kreditsicherheit dient ein Tiny House nicht. Die Möglichkeit der Immobilienfinanzierung besprechen Sie am besten mit Ihrem Heimatexperten von Schwäbisch Hall.


Passt das Tiny House zu Ihnen?

Sie finden online zahlreiche Baupläne für Tiny Houses. So können Sie sich Anregungen für Ihren eigenen Bau holen. Wichtig ist auch, dass Sie vorab eine Liste aufstellen, was Sie persönlich benötigen, um gut im Tiny House leben zu können. Folgende Fragen zeigen die Bandbreite an Vorüberlegungen auf:

  • Innenwände kosten Platz: Welche finden Sie wirklich notwendig?
  • Reicht Ihnen die Kopffreiheit? Ab wann würden Sie sich in Ihrem Tiny House „bedrückt“ fühlen?
  • Haben Sie an Methoden oder technische Einrichtungen gedacht, mit denen Sie hochgelegene Schränke problemlos erreichen? Sie werden schnell genervt sein, wenn Sie dafür immer die Trittleiter herausholen müssen.
  • Können Sie sich damit arrangieren, dass vieles nicht sofort zur Benutzung bereit steht? In der Regel muss beispielsweise das Bett vor dem Schlafengehen immer erst ausgefahren werden.
  • Was benötigen Sie an Haushaltsgeräten? Würden Sie zugunsten eines Handquirls auf den Smoothie-Maker verzichten?
  • Wenn Sie Familie haben: Funktioniert das Tiny House auch, wenn die Kinder größer werden? Haben Sie alternative Ideen für diese Zeit?
  • Und nicht zuletzt: Sind Sie ordentlich genug für ein Tiny House? Der kleine Raum setzt voraus, Gegenstände nach Gebrauch wieder an ihrem Platz zu verstauen.

Tiny House of Trends – so wird es aussehen

Über 10.000 junge Leute haben darüber abgestimmt, wie das Haus ihrer Generation aussehen soll. Wir haben die Wünsche ausgewertet und bauen jetzt das Tiny House of Trends. Ab dem 14. August wird es auf dem Highfield Festival und auf Instagram zu sehen sein.

Neugierig? Video ab und staunen! Weitere Infos zum Tiny House of Trends gibt es auf unserer Aktionsseite > Dein Wohntraum.

Energie sparen mit dem Tiny House

Die meisten Menschen, die sich für ein Tiny House interessieren, sind besonders umweltbewusst. Es passt zu ihrem Lebensstil, sich in materiellen Dingen einzuschränken und fürsorglich mit Ressourcen umzugehen. Das kompakte Tiny House macht sich gut dabei. Weil es klein ist, lässt es sich günstig beheizen. Die relativ kleinen Außenwände lassen nicht so viel Energie verloren gehen. Auch in Sachen Strom punktet das Tiny House: Weil weniger benötigt wird, reicht unter Umständen eine eigene Photovoltaikanlage – wenigstens für die Sommermonate. Darüber hinaus können am Tiny House alle energieschonenden Technologien verbaut werden wie bei einer großen Immobilie: Erdwärme- und Windkraftanlagen oder Biomeiler zum Beispiel.

Wollen Sie es perfekt machen, bauen Sie Ihr Tiny House gleich nach dem Prinzip des Passivhauses. Dann brauchen Sie aufgrund der guten Dämmung und des Einsatzes von Wärmetauschern meist gar keine klassische Heizung. Natürlich verteuert sich Ihr Bau damit. Andererseits profitieren Sie von einer höheren staatlichen Förderung: Die KfW-Bank unterstützt den Bau von Passivhäusern mit einem zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen. Darüber hinaus gibt es mehrere regionale Förderprogramme. Der Verbraucherzentrale Bundesverband gibt auf seinem Portal baufoerderer.de einen Überblick


Möbel fürs Tiny House

Wenn Sie die Einrichtung Ihres Tiny Houses in Angriff nehmen, haben Sie mehrere Möglichkeiten: Selbst bauen, einem Tischler Ihre Ideen vermitteln oder bei einem Designer kaufen, der sich auf Minimalismus spezialisiert hat. Mit ein bisschen Zeit und Geduld finden Sie aber auch in normalen Einrichtungshäusern platzsparende Möbel. Eigenbau hat allerdings den Vorteil, dass Sie Lücken vermeiden, beispielsweise zwischen Schränken. Geht es aber nicht anders, können Sie auch diese Lücken nutzen. Dann bauen Sie zum Beispiel Miniregale hinein.

Generell müssen Ihre Möbel und Einrichtungsgegenstände einigen grundlegenden Kriterien genügen. Dazu gehört, dass sie sich möglichst zusammenklappen oder falten lassen. „Auch Möbelstücke, die mehrere Funktionen in sich vereinen, sind perfekt geeignet“, regt die Seite tiny-houses.de an – ein Portal, das Blog, Ratgeber und Herstellerinfos bietet. Sinnvoll sind zum Beispiel ausziehbare Schlafsofas und Bänke mit integriertem Stauraum. Die Bank bietet sich vor allem am Esstisch an: Sie benötigt deutlich weniger Platz als mehrere Stühle. In den Stauräumen des Tiny Houses sollten Sie genormte Stapelsysteme verwenden. Dank solcher Boxen verschwenden Sie keinen Platz, wie es bei Kisten von unterschiedlichem Format der Fall wäre. Generell gibt es für praktischen Stauraum clevere Ideen. Um den normierten Systemen etwas Individuelles entgegenzusetzen, empfiehlt tiny-houses.de Möbelstücke aus Recyclingmaterial. Sie passen zum Konzept der Nachhaltigkeit.  


Ballast abwerfen fürs Tiny House

Wenn Sie sich für ein Tiny House entscheiden, müssen Sie sich unweigerlich mit dem Thema Minimalismus auseinandersetzen. Vielleicht war das ja sogar Ihre ursprüngliche Motivation für den Bau. Sie wollen Ihren Besitz reduzieren und mit dem auskommen, was Sie wirklich brauchen. Unterm Strich heißt das: Sie müssen erst einmal Ballast abwerfen. Das bezieht sich übrigens nicht nur auf Ihr Mobiliar und Ihre Küchenutensilien. Auch in Sachen Kleidung, Accessoires und Kosmetik sollten Sie jedes Teil einzeln begutachten: Brauchen Sie es, oder ist es überflüssig?

Für die Vorbereitung auf das Leben im Tiny House empfiehlt sich ein dreistufiges Vorgehen:

  • Entscheiden Sie, was Sie definitiv nicht mit ins Tiny House nehmen werden. Verkaufen oder verschenken Sie es.
  • Legen Sie fest, was auf jeden Fall mit Ihnen umziehen soll.
  • Kümmern Sie sich um die Dinge, über die Sie sich nicht im Klaren sind. Unterziehen Sie jedes einzelne einer kritischen Prüfung. Für Gegenstände, bei denen Sie anhaltend unentschlossen sind, mieten Sie einen Lagerraum als Zwischenlösung. Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass Sie nichts vermissen, und auch diese Reste verkaufen. Nach einem halben Jahr können Sie das Lager dann endgültig auflösen.

Gut beraten bei der Finanzierung

Wenn Sie eine Immobilie bauen oder kaufen möchten, muss die Finanzierung exakt zu Ihrer Lebenssituation und Ihren Einkommensverhältnissen passen. Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall informieren Sie gern über alle Möglichkeiten der Finanzierung. Sie unterstützen Sie beim Kassensturz zur Ermittlung Ihres möglichen Budgets und erarbeiten dann mit Ihnen Ihren individuellen, langfristig zinssicheren Finanzierungsplan.  

Persönliche Beratung

Unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Hinweis: Sie verwenden einen veralteten oder nicht unterstützten Browser. Gegebenenfalls kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung der Webseite kommen.