Tiny House – Wohnen auf kleinstem Raum

  • Definition und Varianten
  • Kosten und Finanzierung
  • Gesetzliche Vorgaben

Für manche ist das Tiny House eine Philosophie, für andere einfach praktisch. Die Bewohner haben meist nur 15 bis 40 Quadratmeter zur Verfügung, müssen sich also aufs Wesentliche beschränken. Das passt zu dem aktuellen Trend des Minimalismus. Ein Tiny House ist das passende Wohnmodell dazu.


Was ist ein Tiny House?

Eine offizielle Definition gibt es für den Begriff Tiny House zwar nicht. Der Begriff lässt sich aber im Deutschen als „winziges Haus“ oder „Kleinsthaus“ übersetzten. Tiny Houses stehen somit für Wohnen auf kleinstem Raum.

Tiny Houses sind in den USA als Teil einer Bewegung entstanden: Das Tiny House Movement ist ein Gegentrend zu Häusern mit immer größerer Wohnfläche. Auch in Deutschland spielt Minimalismus eine immer größere Rolle und das Tiny House findet hier immer mehr Anhängerinnen und Anhänger. Alternative Bezeichnungen sind übrigens Mikrohaus, Mini House, Small House und Singlehaus.

Wie klein ein Tiny House sein muss, um so genannt zu werden, ist nicht klar definiert. Die Größe hängt natürlich auch davon ab, wie viele Personen darin leben sollen:

  • Wenn Sie allein in Ihr Tiny House ziehen, hat es womöglich nur um die 20 Quadratmeter.
  • Sind Sie eine kleine Familie, gilt genauso ein Häuschen mit 40 Quadratmetern Wohnfläche als Tiny House.

Tiny House: die verschiedenen Varianten

Wer denkt, die Auswahl an platzsparenden Tiny Homes sei klein, der irrt sich. Tiny Houses gibt es in ganz unterschiedlichen Formen, Ausstattungen und Größen. Generell kann man zwischen folgenden Tiny House Arten grob unterscheiden:

  • Tiny House auf Rädern: Diese mobile Variante ist oft aus Holz oder Aluminium. Um wirklich mobil zu sein, muss man sich hier in Größe und Gewicht klar einschränken: Viele Tiny Houses auf Rädern sind nicht größer als 15 Quadratmeter.
  • Modulhäuser: Modulhäuser bestehen aus fertigen Komponenten, die meist recht unkompliziert zusammengesetzt werden können und mitunter erweiterbar sind. Modulhäuser gibt es in Größe von üblichen Einfamilienhäusern, aber ebenso als Tiny House mit 15 oder 30 Quadratmetern Wohnfläche.
  • Container: Wer alte Schiffscontainer als Tiny House nutzt, spart Zeit und Geld. Standardisierte Container bieten eine Wohnfläche von knapp 14 oder 28 Quadratmetern. Je nach handwerklichem Geschick können Sie Container aber auch miteinander kombinieren oder einzelne Wände durch Glas ersetzen.
  • Hausboote: Auch Tiny Houses auf dem Wasser werden immer beliebter. Sie können zwar schwimmen, liegen meist dennoch fest verankert an Kanälen oder Flüssen. Praktisch: In vielen Regionen kann man Hausboote auch für einen Kurzurlaub mieten. So kann man gleichzeitig austesten, ob diese Wohnform überhaupt in Frage kommt.
  • Wohnwagen oder Zirkuswagen: Eine besondere Form der Tiny Houses auf Rädern sind Wohn- oder Zirkuswagen, die als dauerhafter Wohnraum umgebaut werden. Wer im Wohnmobil ganzjährig leben möchte, sollte darauf achten, dass das rollende Heim auch winterfest ist und Abwasser- und Frischwassertanks nicht zufrieren.

Für welche Variante Sie sich auch entscheiden: Gerade beim Tiny House sind Planung und Ausbau entscheidend für den Wohnkomfort.


Passt ein Tiny House zu mir?

Um einschätzen zu können, ob ein Tiny House zu Ihnen passt, sollten Sie sich folgende Fragen vorab stellen:

  • Reicht Ihnen die Kopffreiheit? Ab wann würden Sie sich in Ihrem Tiny House „bedrückt“ fühlen?
  • Haben Sie an Methoden oder technische Einrichtungen gedacht, mit denen Sie hochgelegene Schränke problemlos erreichen? Sie werden schnell genervt sein, wenn Sie dafür immer die Trittleiter herausholen müssen.
  • Können Sie sich damit arrangieren, dass vieles nicht sofort zur Benutzung bereit steht? In der Regel muss beispielsweise das Bett vor dem Schlafengehen immer erst ausgefahren werden.
  • Was benötigen Sie an Haushaltsgeräten? Würden Sie zugunsten eines Handquirls auf den Smoothie-Maker verzichten?
  • Wenn Sie Familie haben: Funktioniert das Tiny House auch, wenn die Kinder größer werden? Haben Sie alternative Ideen für diese Zeit?
  • Und nicht zuletzt: Sind Sie ordentlich genug für ein Tiny House? Der kleine Raum setzt voraus, Gegenstände nach Gebrauch wieder an ihrem Platz zu verstauen.

Tiny House: Eigenbau oder Designermodell

Falls Sie sich auch nach diesen Vorüberlegungen vorstellen können, dass Sie mit einem reduzierten Wohnraum gut zurechtkommen, stellt sich die Frage nach der Planung und dem Bau. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Tiny House per se weniger Planung benötigt als ein großer Bungalow. Bau und Ausbau Ihres Tiny Houses sollten Sie mindestens genauso penibel planen: Bereits ein kleiner verbauter Bereich hat im Tiny House große Auswirkungen auf den Komfort. Dementsprechend bietet es sich an, den Entwurf einem Architekten zu übertragen.

Oder Sie wenden sich direkt an einen Produzenten: Inzwischen haben sich zahlreiche Anbieter in Deutschland auf Tiny Houses spezialisiert, zum Beispiel:

  • Cabin One GmbH: Das Tiny House des Berliner Anbieters besteht aus Holz und bietet nachhaltigen Wohnkomfort auf 20 Quadratmetern. Kostenpunkt: ab 74.500 Euro
  • Smart House GmbH: Auch dieses Tiny House wird in Holzbauweise produziert. Das Modulhaus gibt es in Varianten von 30 bis 50 Quadratmetern. Die kleinste Variante gibt es ab 55.000 Euro.
  • Rest House: Dieses Blockbohlenhaus ist besonders „tiny“, es verfügt über gerade mal 16 Quadratmeter Wohnfläche, ist dafür aber schon ab 34.000 Euro zu haben.
  • Onoxo Home: Hier sind verschiedene Dachformen und Fassaden möglich. Diese Individualität macht sich auch im Preis bemerkbar: 42 Quadratmeter Wohnfläche kosten hier etwa 107.000 Euro.
An Selbstbauer geht der Rat: Tauschen Sie sich mit anderen Besitzern von Tiny Houses aus. Viele berichten in Blogs und Foren über ihre Erfahrungen und geben Ratschläge. Das kann sehr hilfreich sein, um beim Entwerfen des Grundrisses Fehler zu vermeiden beziehungsweise den Raum optimal zu nutzen.

Tiny House: Kosten und Finanzierung

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Ob Fertighaus oder Marke Eigenbau: Für viele Menschen spricht sicher auch der niedrige Preis für ein Tiny House. Die günstigsten Varianten sind bereits ab etwa 5.000 Euro zu haben – ohne Bauplatz. Allerdings kommen hier noch Material und Handwerkerstunden hinzu. Denn zu dem Preis gibt es nur den Fertigbausatz. Schlüsselfertig kosten Tiny Houses ab 20.000 Euro aufwärts. Je nach Größe und Ausstattung können die Preise aber auch bei 100.000 Euro und mehr liegen.

Die Finanzierung Ihres Tiny Houses funktioniert grundsätzlich genauso wie bei jedem anderen Neubau. Als Kreditsicherheit dient ein Tiny House allerdings nicht. Die Möglichkeit der Immobilienfinanzierung besprechen Sie am besten mit Ihrem Heimatexperten von Schwäbisch Hall.


Gesetzliche Vorgaben für ein Tiny House

Wer in Deutschland ein Tiny House errichten möchte, muss eine Reihe von gesetzlichen Vorschriften einhalten. Ob Sie Ihr Tiny House als feststehendes Haus planen oder mit Rädern: Auflagen gelten für beide Varianten:

  • Das Tiny House auf Rädern gilt als Wohnwagen und muss daher für den Straßenverkehr zugelassen sein. „Alle Extras müssen individuell beantragt und nachgenehmigt werden“, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB). Haben Sie die Zulassung erhalten, müssen Sie Ihr Tiny House wie einen Wohnwagen anmelden, versichern und versteuern. Eine TÜV-Plakette benötigt es auch.
  • Ein feststehendes Tiny House müssen Sie wie jedes andere Wohnhaus genehmigen lassen. Als erstes muss Ihr Entwurf der Landesbauordnung und dem Bebauungsplan Ihrer Kommune entsprechen. Sie brauchen Anschlüsse an Strom sowie Trink- und Abwasser. Der Verband privater Bauherren empfiehlt, auch an relevante Versicherungen zu denken: Das Tiny House sollte gegen Haftpflichtschäden, Brand und Unwetter versichert sein.

Ein Wohntraum aus Wünschen – das Tiny House of Trends

Ein ganz besonderes Tiny House ist das sogenannte "Tiny House of Trends" von Schwäbisch Hall. Unter dem Motto "Dein Wohntraum. Deine Entscheidung." konnten sich junge Leute aktiv an der Gestaltung eines etwa 20 Quadratmeter großen Tiny Houses beteiligen. 

​Mit kleinen Videoclips auf Instagram richteten sich Influencer, also Menschen, die in den sozialen Medien eine große Reichweite haben, direkt an die junge Zielgruppe. Sie stellten Fragen rund um deren Wohnträume: „Wie willst du selbst einmal wohnen?“ oder „Wie stellst du dir das Haus der Zukunft vor?“. Über 10.000 junge Leute haben letztendlich abgestimmt und ihre Wünsche geäußert. Herausgekommen ist das „Tiny House of Trends“ – gebaut aus Daten.

Auf dem Highfield-Festival wurde es im Sommer 2019 vorgestellt. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf Instagram.

Auf dem Highfield-Festival wurde das "Tiny House of Trends" vorgestellt.

Energie sparen mit dem Tiny House

Die meisten Menschen, die sich für ein Tiny House interessieren, sind umweltbewusst. Sie schränken sich in materiellen Dingen ein und gehen fürsorglich mit Ressourcen um. Das kompakte Tiny House passt ideal zu diesem Lebensstil. Weil es klein ist, lässt es sich günstig beheizen. Denn über die relativ kleinen Außenwände geht wenig Energie verloren.

Auch in Sachen Strom punktet das Tiny House: Weil weniger benötigt wird, reicht unter Umständen eine eigene Photovoltaikanlage, mit der Sie Ihren Strom selbst erzeugen können. Darüber hinaus können am Tiny House alle energieschonenden Technologien verbaut werden wie bei einer großen Immobilie: Erdwärme- und Windkraftanlagen zum Beispiel.

Sie können Ihr Ihr Tiny House auch direkt als Passivhaus bauen lassen. Dann brauchen Sie aufgrund der guten Dämmung und des Einsatzes von Wärmetauschern meist gar keine klassische Heizung. Natürlich verteuert sich Ihr Bau damit. Andererseits profitieren Sie von einer höheren staatlichen Förderung: Die KfW-Bank unterstützt den Bau von Passivhäusern mit einem zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen.


Möbel fürs Tiny House

Die Idee ist ausgereift, Finanzierung und Genehmigungen stehen auf sicheren Beinen? Dann geht es zuletzt um die Einrichtung Ihres Tiny Houses. Überlegen Sie sich, ob Sie selbst bauen, einen Tischler engagieren oder auf die Suche nach geeigneten Möbeln gehen. Der Eigenbau hat den Vorteil, dass Sie Lücken vermeiden, beispielsweise zwischen Schränken. Entstehen dennoch Lücken, können Sie diese aber auch nutzen, indem Sie zum Beispiel ein Miniregal einbauen.

Generell sollten Ihre Möbel und Einrichtungsgegenstände einigen grundlegenden Kriterien genügen. Dazu gehört, dass sie sich möglichst zusammenklappen oder falten lassen. Sinnvoll sind zum Beispiel ausziehbare Schlafsofas und Bänke mit integriertem Stauraum.

In den Stauräumen des Tiny Houses sollten Sie genormte Stapelsysteme verwenden. Dank solcher Boxen verschwenden Sie keinen Platz, wie es bei Kisten von unterschiedlichem Format der Fall wäre.


Gute Beratung ist unverzichtbar

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