Katwarn und Co: Unwetter-Warnung aufs Smartphone

Starkregen und heftige Stürme ereignen sich immer häufiger – binnen Stunden fällt so viel Niederschlag wie sonst im gesamten Monat. Früher heulten als Unwetter-, Überschwemmungs- und Großfeuer-Warnung die Sirenen. Heutzutage gibt es Hinweise in Rundfunk und Fernsehen – und ganz aktuell auch Warnungen per Smartphone: Die für das gesamte Bundesgebiet ausgelegten Apps Katwarn, WarnWetter und auch die regional beschränkte NINA-App kündigen frühzeitig bedrohliche Wetteränderungen an. Lesen Sie hier, wie die Warn-Apps funktionieren und wie Hausbesitzer von ihnen profitieren können.


1,5 Millionen Deutsche nutzen bereits Katwarn

Katwarn ist die meistgenutzte Notfall-App in Deutschland. Sie wurde 2009 vom Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme im Auftrag des Verbands öffentlicher Versicherer entwickelt. Aktuell, Stand August 2016, haben etwa 1,5 Millionen Bundesbürger Katwarn auf ihr Smartphone oder Tablet heruntergeladen. Bei Unwettern, Bränden, Bombenfunden und weiteren Katastrophen werden die Nutzer per Push-Nachricht informiert. Je nach verfügbarem System kann man wahlweise auch eine SMS auf ein herkömmliches Handy oder eine E-Mail auf einen Computer bekommen. Das macht Katwarn zur idealen Ergänzung des Info-Systems aus Rundfunkdurchsagen und Fernseh-Einblendungen.

Die Informationen stammen von den zuständigen Unwetterzentralen, Feuerwehrleitstellen oder Katastrophenschutzbehörden. Der Deutsche Wetterdienst nutzt Katwarn für Unwetterwarnungen ab der Stufe Rot („starke Unwetter“).  


WarnWetter: sehr präzise Vorhersagen

Ausschließlich auf Unwetterwarnungen ausgerichtet ist die App WarnWetter des Deutschen Wetterdienstes, die ebenfalls schon von Millionen Nutzern verwendet wird: In der neuesten Version übermittelt sie präzise Vorhersagen und Warnungen bis auf Gemeindeebene. Die Nutzer wählen, für welche Wetterelemente die Warnungen ausgegeben werden sollen. Für Gewitter und Schlechtwetterfronten werden die möglichen Zugbahnen angezeigt. Ein Wetterradar wird optisch eingeblendet. Sollten sich eine Vorhersage und damit das Gefährdungspotenzial drastisch verschärfen, lässt sich sogar eine Alarmierungsfunktion für das Smartphone aktivieren. Auch Verkehrsinformationen können eingebunden werden, was im Fall möglicher Straßensperrungen hilfreich ist.

Über Unwetterwarnungen hinaus liefert WarnWetter auch Hinweise zur UV-Einstrahlung und zur lokalen Hitzebelastung. Diese Informationen sind für Freizeit und Urlaub hilfreich.

Maßnahmen bei drohendem Unwetter: Fünf Tipps

Auch wenn noch schönes Wetter herrscht, kann sich bereits ein Unwetter zusammenbrauen. Per Warn-App informierte Hausbesitzer oder Mieter haben aber die Chance, rechtzeitig entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen:

  • vor dem Verlassen des Hauses die Fenster schließen
  • die Wäsche von der Leine nehmen
  • gegebenenfalls aus der Ferne per Smartphone-Steuerung alle Dachfenster schließen
  • die Terrassen- oder Balkonmarkise einfahren
  • oder ganz konventionell die vertrauten Nachbarn anrufen und um Unterstützung bitten

Katwarn und WarnWetter sind kostenlos und senden bundesweit lokale Warnungen für den eigenen Standort, auf Wunsch darüber hinaus auch für weitere Städte. So kann man zusätzlich Hinweise für den Wohnort von Verwandten und Bekannten erhalten. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn diese kein Mobilgerät nutzen.


Katwarn-Alternative: NINA-App mit Schwerpunkt NRW

Die NINA-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) funktioniert wie Katwarn, deckt aber nicht das ganze Bundesgebiet ab. NINA steht für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“, wie Katwarn ist sie keine reine Unwetter-App. Sie informiert Nutzer ebenso in anderen dringlichen Fällen wie Großfeuer oder bei Umweltunfällen. Nach den aktuellen Erfahrungen mit Starkregenfällen ist NINA für diesen Bereich noch einmal optimiert worden, wie Christoph Unger, Präsident des BBK, jüngst im Westdeutschen Rundfunk erklärte.

Besonders Nordrhein-Westfalen nutzt die NINA-App. Hier sind die zuständigen Behörden nahezu aller Kommunen an das System angeschlossen. Darüber hinaus lässt sich NINA – für lokale Gefahrenlagen in bestimmten Städten und Landkreisen – auch in folgenden Bundesländern nutzen:

  • Rheinland-Pfalz
  • Thüringen
  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Bremen
  • Berlin

Experten raten dazu, sich für alle Fälle beide Unwetter-Apps zu installieren. Ebenso wie Katwarn ist auch die NINA-App kostenlos.


So installieren Sie Katwarn, WarnWetter und NINA

Katwarn läuft auf iOS, Android und Windows Phone, die App lässt sich aus den entsprechenden App-Stores herunterladen. Auch per SMS können Sie sich für den Service registrieren. Dazu schickt man eine Mitteilung mit dem Wort „KATWARN“ und dem gewünschten Postleitzahlengebiet an die Servicenummer 0163-7558842.

WarnWetter kann kostenlos über die App-Stores von Google und Apple heruntergeladen werden und läuft auch auf dem Blackberry.

Die NINA-App gibt es für iOS und Android. Kommunen müssen dagegen für die Nutzung bezahlen – bei Katwarn etwa einen Jahresbeitrag von 3.000 Euro und einen einmaligen Betrag von 15.000 Euro.

Übrigens: Wenn es nach den Vorstellungen von BBK-Präsident Unger geht, sind die Möglichkeiten der Warn- und Unwetter-Apps noch lange nicht ausgeschöpft. Denkbar sei etwa eine Vernetzung mit modernen Autos, sagte Unger dem WDR. Der Chef des Bundesamtes weiter: „Wir überlegen auch, wie wir im öffentlichen Raum Warnungen auf große Displays bringen können, zum Beispiel an Bushaltestellen oder an Gebäuden.“

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