Ölheizung austauschen

  • Kosten sparen und Umwelt schonen
  • Alternative Heizungsanlagen
  • Förderoptionen

Hoher CO2-Verbrauch, steigender Ölpreis, CO2-Abgabe, in die Jahre gekommene Modelle – vieles spricht mittlerweile dafür, dass Hauseigentümer ihre Ölheizung austauschen. Außerdem gibt es zahlreiche Alternativen, die nachhaltig und günstiger im Verbrauch sind. Hier erfahren Sie, welche das sind.


Ölheizung austauschen lohnt sich doppelt!

Alte Ölheizungen gelten als Umweltsünder. Denn Öl als fossiler Brennstoff wächst nicht nach und darüber hinaus verursacht die Ölheizung am meisten CO2 im Haushalt. Doch nach wie vor heizen rund 5,6 Mio. Haushalte in Deutschland mit Öl, das ist jede vierte Heizung – und viele davon sind mehr als 20 Jahre alt. Laut Bundesumweltamt stößt eine alte Heizung jährlich rund 10 Tonnen des "Klimakillers" Kohlendioxid aus. Bei umweltfreundlicheren Alternativen, wie z. B. der Holzpelletheizung, ist es nur rund 1 Tonne CO2.

Der Heizungstausch zugunsten alternativer Heizsysteme zahlt sich jedoch nicht nur für die Umwelt aus – auch Ihr Geldbeutel profitiert davon langfristig:

  • Da ab 2021 der CO2-Ausstoß von fossilen Brennstoffen kompensiert werden muss, wird der Ölpreis in den Folgejahren kontinuierlich steigen. Denn die von der Bundesregierung eingeführte CO2-Abgabe wird bis 2025 schrittweise anwachsen. 
  • Durch den Umstieg auf erneuerbare Energien senken Sie Ihre Ausgaben, da der Energieverbrauch sinkt, wenn Sie klimafreundlich heizen.
  • Staatliche Fördermöglichkeiten entlasten Sie beim Heizungstausch.

Expertentipp: CO2-Preis – so viel zahlen Sie mehr

Modernisierungsexperte Thomas Billmann
Was die neue CO2-Regelung für die Heizkosten der Verbraucher bedeutet, rechnet Schwäbisch Hall-Modernisierungsexperte Thomas Billmann vor.

Verbraucher, die ihre Ölheizung nicht austauschen, müssen sich auf höhere Kosten einstellen. Gleiches gilt auch für Wohneigentümer mit Gasheizungen.    

Was bedeutet der CO2-Preis für einen Haushalt mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern und einer Ölheizung? Schwäbisch Hall-Modernisierungsexperte Thomas Billmann hat Folgendes berechnet: Auf das ganze Jahr gesehen, entstehen Mehrkosten von knapp 180 Euro. 2025 sind es schon etwa 390 Euro zusätzlich gegenüber 2020. Dadurch erhöhen sich die Heizkosten für diesen Haushalt bis 2025 um insgesamt ca. 1.350 Euro.
Bei einer Gasheizung fällt die Belastung etwas geringer aus: 2021 erhöht der CO2-Preis die Heizkosten im 150-Quadratmeter-Haus um etwa 135 Euro, 2025 um fast 300 Euro pro Jahr. In Summe sind das bis 2025 Zusatzkosten von rund 1.030 Euro.

  

Ölheizung austauschen: die aktuelle Gesetzeslage

Seit dem 1. November 2020 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG), als Nachfolger der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG). In Bezug auf die Anforderungen an Öl- und Gasheizungen führt das GEG die Bestimmungen der EnEV fort:

  • Nach spätestens 30 Jahren müssen Sie Ihre alte Öl- oder Gasheizung durch eine moderne Anlage ersetzen. Ausnahmen der Nachrüstpflicht: Sie bewohnen Ihr Ein- oder Zweifamilienhaus seit dem 1. Februar 2002 selbst oder Ihre Heizung hat eine Nennleistung unter 4 Kilowatt. Heizungsanlagen, die ein Mehrfamilienhaus versorgen und eine Nennleistung über 400 KW haben, sind von der Austauschpflicht ebenfalls ausgenommen.
  • Bestehende Ölheizungen mit Niedertemperatur- und Brennwerttechnik dürfen auch nach 2025 noch betrieben werden
  • Bis Ende 2025 dürfen Sie Ihren alten Heizkessel gegen ein Öl-Brennwertgerät austauschen.
  • Ab 2026 dürfen nur noch Ölheizungen eingebaut werden, die erneuerbare Energien einbinden.
  • Wenn kein Gas- oder Wärmenetz vorhanden ist und keine erneuerbare Energie (anteilig) genutzt werden kann, darf auch nach 2026 noch eine Ölheizung eingebaut werden.

Ölheizung ersetzen: Die Austauschprämie

Wenn Sie Ihre Heizung modernisieren, bevor ein Heizungstausch Pflicht wird, können Sie von der Austauschprämie des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) profitieren. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

  • Wie viel Förderung erhalte ich, wenn ich meine Ölheizung austausche?   
    Tauschen Sie Ihre Ölheizung gegen ein klimafreundliches Heizsystem aus – wie Biomasseanlage, Holzpelletheizung oder Wärmepumpe –, gibt es bis zu 45 % Austauschprämie vom Staat. Die förderfähigen Investitionskosten sind auf 50.000 Euro pro Wohneinheit beschränkt. Achtung: Es gibt KEINEN Zuschuss für Heizungen, die älter als 30 Jahre alt sind und für die bereits die Austauschpflicht gilt.
Ölheizung ersetzen – in fünf Schritten zur Austauschprämie
  • Soll ich bei der Heizungswahl einen Experten zu Rate ziehen?
    Wer sich über Vorteile und Nachteile der Heizungssysteme nicht genau im Klaren ist, sollte sich immer Rat beim Energieberater oder örtlichen Heizungsbauer holen.
  • Gibt es anstelle der Austauschprämie auch andere Fördermöglichkeiten?
    Anstatt der BAFA-Förderung können Sie auch 20 Prozent der Ausgaben für Einzelmaßnahmen – über drei Jahre verteilt – steuerlich geltend machen, wenn Sie Ihre Ölheizung austauschen. Der Maximalbetrag liegt bei 40.000 Euro. Das kann sich lohnen, wenn z. B. auch das Dach gedämmt oder weitere förderfähige Gewerke saniert werden sollen. Was sich mehr auszahlt, hängt vom Umfang der Maßnahmen sowie von Einkommen und Steuerklasse ab.
  • Wann und wo muss ich den Antrag stellen?
    Wichtig: Bevor man loslegt, muss der Antrag auf Förderung online bei der BAFA gestellt werden. Hierfür ist ein Kostenvoranschlag erforderlich. Die Summe der im Antrag angegebenen Kosten ist Basis für die maximale Fördersumme. Sie kann später nicht nach oben korrigiert werden.
  • Innerhalb welchen Zeitraums muss ich die Ölheizung austauschen?
    Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhält man einen Zuwendungsbescheid. Dann bleiben neun Monate Zeit, das neue Heizsystem in Betrieb zu nehmen. Spätestens einen Monat nach Ablauf dieses Zeitraums, also nach zehn Monaten, muss ein Verwendungsnachweis (Rechnung, Fachunternehmererklärung) eingereicht werden. Anschließend wird der Zuschuss nach Prüfung durch die BAFA ausbezahlt.

Ölheizung austauschen: Kosten und Finanzierung

Sie möchten Ihre alte Ölheizung ersetzen durch ein klimafreundliches Heizsystem? Die Kosten für eine neue Heizung können schnell im fünfstelligen Bereich liegen – wenn Sie beispielsweise einen alten Heizkessel durch einen neuen Brennwertkessel und eine Solarthermieanlage ersetzen. Im Idealfall können Sie dabei 45 Prozent der Kosten durch die BAFA-Förderung einsparen. Hinzukommt, dass Ihre jährlichen Ausgaben sinken werden – und der Wert Ihrer Immobilie steigt.

Gerne unterstützt Sie auch Ihr Heimatexperte vor Ort, wenn Sie Fragen zur BAFA-Förderung haben. Zudem kann er Ihnen für Ihren geplanten Heizungstausch gleich ein konkretes Finanzierungsangebot erstellen. Mit einem Modernisierungskredit profitieren Sie bei der Finanzierung von energetischen Maßnahmen von besonders günstigen Zinsen. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin. Im Beratungsgespräch können Sie dann alles in Ruhe besprechen.

Persönliche Beratung

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Nachhaltige und klimaschonende Heizsysteme

Solarthermie

Mit Sonnenenergie heizen – das ist das Prinzip der Solarthermie. Die über Kollektoren gewonnene Energie erwärmt eine Flüssigkeit, die in einem Solarspeicher landet. Heizkosten und CO2-Emission werden deutlich reduziert.

Biomasse

Die Biomasseheizung wird mit regenerativen und biologischen Brennstoffen betrieben. Beispielweise mit Holz oder Bioabfällen. Die Pelletheizung ist ein bekannter Vertreter dieser Heizungsart und weist eine sehr gute CO2-Bilanz auf.

Wärmepumpe

Wärmepumpen entziehen z. B. der umgebenden Luft die Wärme und machen sie zum Heizen nutzbar. Dabei wird Dampf verdichtet und auf Temperatur gebracht. Im Vergleich zur Ölheizung sind die Heizkosten mehr als ein Drittel geringer.

Hybridheizung

Hybridheizungen kombinieren diese verschiedenen Heiztechnologien über eine gemeinsame Steuerungs- und Regelungstechnik.


Ölheizung austauschen durch Solarthermie

Solarkollektoren auf dem Hausdach
Das Energiekraftwerk auf dem Dach – die Sonne gibt’s kostenlos. Und: Solarthermie eignet sich gut fürs Nachrüsten beim Altbau.

Bevor Sie Ihre Ölheizung austauschen und über die Finanzierung nachdenken, stehen Sie natürlich vor der Frage: Welches alternative Heizsystem passt zu mir?

Immer beliebter wird das Prinzip der Solarthermie. Hierbei wird Sonnenlicht in Wärme umgewandelt – für die Heizung der Wohnfläche oder zur Trinkwassererwärmung. Im Durchschnitt sprechen Experten von 1.050 Kilowattstunden pro Quadratmeter Sonnenenergie im Jahr. Eine gute Alternative, wenn Sie Ihre alte Ölheizung austauschen wollen und zumindest einen Teil des Bedarfs klimafreundlich decken möchten.

Was Sie hierfür brauchen? Solarkollektoren auf dem Dach, am besten nach Süden ausgerichtet in einer Dachneigung von 45 Grad, ein Solarspeicher und eine Wärmepumpe.


Vorteile einer Solarthermieanlage:

  • Sie erhalten bis zu 365 Tage im Jahr Energie kostenlos.
  • In den Sommermonaten können Sie Ihren Warmwasserbedarf komplett decken.

Anschaffungskosten:

  • Die Kosten für die neue Heizung sind abhängig von der Wahl der Kollektoren und Haushaltsgröße: 4.000 bis 5.000 Euro z. B. für eine Anlage mit Flachkollektoren zur Trinkwassererwärmung – zzgl. ca. 2.000 Euro Montagekosten.

Ölheizung austauschen durch Biomasse

Was versteht man unter Biomasse beim Heizen? Hier wird vor allem mit pflanzlichen, nachwachsenden (Roh-) Stoffen Wärme erzeugt: z. B. mit Holzscheiten, Hackschnitzel, Pellets, Holzrinde oder organischen Abfällen. Geringe Emissionen bei hohem Wirkungsgrad – eine sehr gute Alternative, wer im Altbau die Ölheizung austauschen will.

Vorteile der Pelletheizung:

  • Die Pelletheizung ist auf einen sauberen, effizienten sowie meist automatischen Betrieb ausgelegt.
  • Holz als heimischer Brennstoff ist nachwachsend, kostengünstig und unterliegt keinen großen Preisschwankungen wie etwa das Rohöl.
  • Beim Wechsel von Öl- auf Pelletheizung lassen sich knapp 90 % an Treibhausgasen einsparen. 1,5 Tonnen CO2-Einsparung pro Tonne Pellets sollen möglich sein.
Hand mit Pellets vor Pelletheizung
Fossile Brennstoffe werden immer teurer. Und: Je stärker das Umweltbewusstsein, desto mehr steigt die Nachfrage nach regenerativen Stoffen.

Kleiner Nachteil: Die Heizanlage selbst ist zwar klein, Sie benötigen aber ausreichend Lagerplatz für die Pellets.

Anschaffungskosten:

  • Die Anschaffungskosten beim Heizungstausch sind mit rund 20.000 Euro relativ hoch. Dafür setzt man als Verbraucher auf ein äußerst umweltfreundliches Heizsystem.
Tipp: Lassen Sie sich von einem Energieberater oder Heizungsfachmann individuell beraten.

Mit einer Wärmepumpe die Ölheizung austauschen

Wärmepumpe vor Hauswand
Wärmepumpe: Bei Neubauten häufig eingebaut, aber auch für die Modernisierung einer bestehenden Immobilie eine geeignete, umweltfreundliche Wahl.

Wärmepumpen nutzen die kostenfreie Energie der Umwelt – Grundwasser, Luft oder Erdwärme. Immer mehr Modernisierer setzen auf dieses System, um z. B. die alte Ölheizung auszutauschen.

Die Wärmepumpe braucht Strom – konsequenterweise Ökostrom. Mit Luft als Wärmemedium arbeitet sie dann sparsam, wenn der Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Heizungsvorlauf nicht zu groß wird. Voraussetzung dafür ist die Einstellung einer niedrigen Vorlauftemperatur. Am besten wird sie mit einer Fußbodenheizung betrieben, die mit deutlich niedrigeren Temperaturen als Heizkörper arbeitet.

Vorteile der Wärmepumpe:

  • Gut geplante und eingeregelte Wärmepumpen sind effizient und günstig im laufenden Betrieb.
  • Sie können bis zu 2,5 Tonnen CO2 einsparen

Anschaffungskosten:

  • Je nach Wärmequelle variieren die Kosten für eine neue Heizung. Die Installation einer Luft-Wasser-Pumpe z. B. kostet ca. 15.000 Euro.
Tipp: Die Wärmepumpe muss genau zum Gebäudetyp passen, insbesondere beim Altbau. Also auf jeden Fall den Fachmann fragen.

Hybridheizung – die perfekte Kombination

Die Hybridheizung kombiniert verschiedene Systeme für erneuerbare Energien – wie Solar, Biomasse oder Wärmepumpe. Dies erfolgt über eine gemeinsame Steuerungs- und Regelungstechnik. Zentrales Element ist ein Warmwasser- oder Pufferspeicher, der über längere Zeit die gewonnene Energie „horten“ kann.

Vorteile der Hybridheizung:

  • Die Basis wird durch regenerative Energie getragen. In Spitzenleistungen springen die fossilen Brennstoffe wenn nötig ein
  • Bei der Gas-Hybridheizung werden eine neue Gasheizung und mindestens eine Komponente der erneuerbaren Heizsysteme zusammengeschlossen. Das Heizsystem ist modular nachrüstbar, daher gut für Modernisierungen geeignet
  • Eine CO2-Einsparung bis zu 60 % ist abhängig vom genutzten System möglich.
Hybridheizung
Sie wollen Ihre alte Ölheizung ersetzen? Mit der Hybridheizung vermeiden Sie Versorgungs-Engpässe. Sie sorgt für gleichbleibende Wärme und permanent heißes Wasser.

Anschaffungskosten:

  • Wenn Sie Ihre Ölheizung austauschen, müssen Sie bei der Gas-Hybridheizung mit Kosten zwischen etwa 9.000 Euro bis 12.000 Euro rechnen.

Gute Beratung ist unverzichtbar

Behalten Sie bei der Finanzierung eines alternativen Heizsystems alle Schritte im Blick. Ob Sie eine neue Pelletheizung oder eine energetische Dachsanierung finanzieren möchten – unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit für Sie da, wenn Sie offene Fragen haben. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und profitieren Sie von unserer umfassenden Beratung.

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