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Heizungssysteme: Welche Heizung ist die richtige?

Bei der Wahl des Heizungssystems spielen neben dem Budget auch die Vor- und Nachteile eine Rolle. Hier ein Überblick zu Kosten, Nutzen und Fördermöglichkeiten diverser Heizungen.
 

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Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 17.07.2026

  • Die wesentlichen Kriterien bei der Wahl eines Heizsystems: Kosten, Platzangebot, gesetzliche Vorgaben und eigener Anspruch.
  • Beim Vergleich der Heizsysteme wird deutlich: alle neueren Methoden sparen Heizkosten ein, sind zum Teil aber teuer in der Anschaffung.
  • Die staatliche Förderung für den Heizungstausch wurde neu geregelt.

Artikel erstellt von
Joachim Horlacher
Schwäbisch Hall-Redaktion

Neuregelung durch das "Gebäudemodernisierungsgesetz"

Kernpunkte des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG)

Am 10.07.2026 wurde das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen. Es folgt auf das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG), auch als „Heizungsgesetz“ bekannt. Für Immobilienbesitzer und Modernisierer bringt es einige Neuerungen, insbesondere bei der Förderung.

Hier die wichtigsten Punkte:

  • Abschaffung der 65 %-Regel
    Die bisherige Pflicht, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, entfällt. 
  • Technologieoffenheit
    Eigentümer können frei entscheiden, welche Heiztechnik sie einsetzen. Neben Wärmepumpen, Fernwärme und hybriden Lösungen bleiben auch Gas- oder Ölheizungen zulässig. Ein pauschales Betriebsverbot gibt es nicht mehr. 
  • Einführung der „Bio-Treppe“
    Wer eine neue fossile Heizung einbaut, muss ab Januar 2029 zunächst mindestens 10 Prozent grüne Energieträger wie Biomethan oder Bio-Heizöl nutzen. Dieser Anteil wird ab Januar 2030 mindestens 15 Prozent, ab Januar 2035 mindestens 30 Prozent und ab Januar 2040 mindestens 60 Prozent betragen. Außerdem soll 2026 ein Gesetz auf den Weg gebracht werden mit dem Ziel, dass fossile Brennstoffe bis 2045 klimaneutral sein müssen. Für bestehende Heizungen soll von 2028 an eine "Grüngasquote" eingeführt werden. Details dazu sind bislang unklar.
  • Wegfall der Beratungspflicht
    Die verpflichtende Beratung (durch Schornsteinfeger oder Energieberater) beim Einbau von Öl- oder Gasheizungen entfällt.
  • Kostenbremse für Mieter
    Wenn ein Vermieter ab 2028 eine fossile Heizung einbaut, muss er sich an den laufenden CO2-Kosten, Netzentgelten und Biogas-Aufschlägen beteiligen. 
  • Förderung ebenfalls verändert
    Die staatliche Heizungsförderung für klimafreundliche Heizsysteme wurde neu geregelt. Zusätzlich soll die steigende CO2-Steuer Anreize für den Wechsel von Öl- und Gasheizungen auf klimafreundliche Heizungen schaffen.

Welche Heizung ist die richtige?

Wann lohnt sich ein Brennwertkessel, wann passt eine Wärmepumpe oder eine Pelletheizung? Folgende Kriterien sollten Sie bei der Wahl des Heizungssystems beachten:

  • Anschaffungskosten: Wärmepumpen sind deutlich teurer als beispielsweise Gas-Brennwertkessel. Dafür winkt bei Wechsel zu erneuerbaren Heizsystemen eine Förderung. Welche Heizung die passende ist, hängt auch davon ab, wie viel Sie langfristig an Heizkosten einsparen können. Angesichts der steigenden Energiepreise amortisieren sich die Investitionskosten heute schneller als in der Vergangenheit.
  • Eigener Anspruch: Nachhaltigkeit ist beim Heizen von immer größerer Bedeutung, aber wie wichtig ist Ihnen persönlich das Thema Umweltfreundlichkeit? Die nachhaltigsten Varianten sind aktuell leider noch mit höheren Kosten verbunden als konventionelle (Kompromiss-)Lösungen.
  • Vorhandener Platz: Die verschiedenen Heizsysteme unterscheiden sich auch hinsichtlich des Raumes, den sie benötigen. Eine Pelletheizung ist umweltfreundlich, nimmt aber aufgrund der Lagerung der Holzpellets viel Platz ein.

Wenn Sie Heizsysteme vergleichen, wird klar, dass Sie im Grunde mit allen neueren Methoden einen hohen Betrag an Heizkosten einsparen. Dem gegenüber stehen zum Teil hohe Anschaffungskosten. Diese relativieren sich bestenfalls durch gute Fördermöglichkeiten.


Heizungssystem: Was versteht man unter Brennwerttechnik?

Wenn Sie Heizsysteme vergleichen, wird Ihnen oft der Begriff Brennwert begegnen. Bei der nutzbaren Energie von Heizungsanlagen unterscheidet man zwischen Heizwert und Brennwert. Im Verbrennungsprozess geben Energieträger den Großteil ihres Energieinhalts direkt als Wärme ab. Bei einem herkömmlichen Heizkessel ohne Brennwerttechnik entweicht das im Abgas befindliche Wasser als Dampf ungenutzt in die Umgebung. Die nutzbare Energiemenge wird in diesem Fall als Heizwert bezeichnet.

Bei Brennwertheizungen kühlt das abgekühlte Heizwasser die bei der Verbrennung entstehenden heißen Abgase. Der Wasserdampf in diesen Abgasen kondensiert und es entsteht die sogenannte Kondensationswärme. Diese wird dann wiederum genutzt, um das Heizwasser zu erwärmen. Durch diesen "Brennwerteffekt" verbessert sich der Nutzungsgrad des Heizungsystems. Diese höher nutzbare Energiemenge wird Brennwert genannt.

Die Brennwert-Technik gibt es heute für nahezu alle Heizgeräte. Neben Öl- oder Gas-Brennwertheizungen gibt es die effiziente Technik auch für andere Heizungsarten wie Pelletheizungen. Durch die Nutzung von Brennwert-Technik können Sie bis zu 30 Prozent Ihrer Heizkosten einsparen – gleichzeitig verbessern Sie so Ihre CO2-Bilanz.

Technik, Kosten, Förderung: Alles Wissenswerte zur Brennwertheizung


Heizungssystem: Vor- & Nachteile einer Gas-Brennwertheizung

Gaskessel mit Brennwerttechnik
Ein moderner Gaskessel nimmt heute nur wenig Platz für sich in Anspruch. (Quelle: iStock Grassetto)

Gaskessel mit Brennwerttechnik dominieren den Markt. Knapp 14 Millionen Gas-Kessel (Brenn- und Heizwert) waren 2020 verbaut. Seit 2007 ist die Kombination mit Brennwerttechnik auf dem Vormarsch.

Kosten & Sparpotenzial im Heizsystemvergleich

  • Die Erneuerung der Heizanlage durch einen Gas-Brennwertkessel kostet bei einem Einfamilienhaus rund 6.000 bis 8.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für den Einbau. Je nach erforderlichen Maßnahmen können die Kosten auch bis zu 15.000 Euro und mehr betragen.
  • Die Brennstoffkosten für Gas lagen laut dem Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDWE) für Haushalte in Einfamilienhäusern (EFH) mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh im Jahresmittel 2023 bei 13,99 ct/kWh. (Stand: November 2023).
     
Vorteile  Nachteile
Hocheffiziente Ausnutzung des Brennstoffs mit Wirkungsgraden nahe 100 Prozent durch Brennwerttechnik. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BEDW) hat sich der Preis im Vergleich der Jahre 2021 und 2022 mehr als verdoppelt. Eine Überbrückung von Hochpreisphasen durch Vorratshaltung ist nicht möglich.
Dank niedriger Anschaffungskosten und Einsparungen gegenüber einer Ölheizung rechnet sich ein Gas-Brennwertkessel bereits nach wenigen Jahren.
Durch die sukzessive Anhebung der CO2-Steuer für Gas wird sich auch der Gaspreis in den kommenden Jahren ständig erhöhen. Und im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz ist eine stufenweise Anhebung des Anteils grüner Energieträger in Brennstoffen vorgeschrieben.
Große Gerätevielfalt, meist auch kombinierbar mit erneuerbarer Energie (Solarthermie). Bei politischen Konflikten ist die Versorgung unter Umständen gefährdet. Weniger als 20 Prozent werden aus heimischen Quellen gedeckt. 

Heizungssystem: Vor- & Nachteile einer Öl-Brennwertheizung

Ölheizung - Wie ist der IST Zustand
Auch eine moderne Öl-Brennwertheizung braucht etwas Platz, meist wird sie in einem separaten Raum im Heizungskeller installiert. (Quelle: iStock Grassetto)

Ölkessel waren lange der Heizungs-Klassiker, die Standardantwort auf die Frage, welche Heizung genutzt wird. Inzwischen gilt das ausschließliche Heizen mit Öl aber nicht mehr als zukunftsfähig.
Wer (noch) nicht komplett auf nachhaltige Heizmethoden umsteigen möchte, kann sich auch für eine Zwischenvariante entscheiden: Eine Nachrüstung mit Brennwerttechnik ist vergleichsweise günstig und senkt Ihre Heizkosten. Auch eine Kombination mit nachhaltigen Anlagen wie einer Wärmepumpe oder einer Solaranlage ist meist problemlos möglich.

Kosten & Sparpotenzial im Heizsystemvergleich

  • Die Erneuerung der Heizanlage durch eine Öl-Brennwertheizung kostet bei einem Einfamilienhaus rund 8.000 bis 10.000 Euro, je nach Sanierungsaufwand und gewählter Anlage können die Kosten auch darüber liegen.
Vorteile Nachteile
Hocheffiziente Ausnutzung des Brennstoffs mit Wirkungsgraden nahe 100 Prozent durch Brennwerttechnik.
Hohe Abhängigkeit von Ölpreisen am Weltmarkt; weiter steigende Preise bei starken Schwankungen wahrscheinlich.
Die Anschaffungskosten sind günstiger als bei regenerativen Heizsystemen.
Ausreichend Platz für Öltank erforderlich.
Bevorratung macht ggf. gezielten Einkauf in Niedrig-
preisphasen möglich.
Wie bei Gas wird auch bei Öl die CO2-Steuer die Preise sukzessive verteuern. Außerdem schreibt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz eine stufenweise Anhebung von grünen Energieträgern bei Heizöl vor.

Keine Austauschpflicht für Öl- und Gasheizungen mehr

Mit Einführung des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes besteht Bestandspflicht. Alte Öl- und Gasheizungen müssen nicht mehr wie in der Regelung zuvor automatisch nach 30 Jahren oder bei Eigentümerwechsel innerhalb von zwei Jahren raus. Funktionierende Anlagen dürfen weiter betrieben und repariert werden. Jedoch sehr alte, ineffiziente Konstanttemperaturkessel unterliegen weiterhin einer Austauschpflicht. 

So finanzieren Sie den Heizungstausch

Auch wenn Sie einen Teil der Kosten durch Fördermöglichkeiten einsparen, müssen Sie womöglich für den Austausch der Heizungsanlage einen Kredit aufnehmen. Oder stehen sogar weitreichende Sanierungsmaßnahmen wie eine Dachdämmung bei Ihnen an?

Sprechen Sie mit einem unserer Heimatexperten über die optimale Nutzung von Fördermöglichkeiten und die Finanzierung Ihres Vorhabens. Wenn Sie eine energetische Sanierung planen, berät Sie unser Heimatexperte gerne und geht auch auf Ihre offenen Fragen ein. Vereinbaren Sie unverbindlich einen Termin.

Lassen Sie sich zum Thema Modernisieren & Förderung beraten – Ihr Heimatexperte vor Ort freut sich auf Sie.

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Modernes Heizungsystem: Pelletheizung

Ausgestreckte Hand mit Pellets vor geöffnetem Sack mit Pellets am Boden
Holz ist ein nachwachsender, CO2-neutraler Brennstoff. (Quelle: Ocskay Mark/stock.adobe.com)

Bei der Frage, welche Heizung in Frage kommt, sind Pelletheizungen gerade für umweltbewusste Hausbesitzer eine echte Alternative geworden.

Durch die Einführung der Pelletkessel kann man mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz heute komfortabel und vollautomatisch heizen. Große Pluspunkte der Pellets sind ihre gute Ökobilanz und die regionale Verfügbarkeit.

Kosten & Sparpotenzial im Heizsystemvergleich

  • Der Pelletkessel für ein Einfamilienhaus kostet etwa 8.000 bis 12.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Lagerraum oder den Vorratsbehälter. So summieren sich die Gesamtkosten schnell auf rund 20.000 Euro. Einzelöfen gibt es ab etwa 3.000 Euro.
  • Auch Pellets sind vom starken Anstieg der Energiepreise betroffen. Eine Tonne Pellets kostete im August 2023 durchschnittlich 403,63 Euro pro Tonne, eine Kilowattstunde damit etwa 8,07 Cent (Quelle: Deutsches Pelletinstitut). Trotz der erhöhten Kosten besteht gegenüber Öl und Gas immer noch ein Preisvorteil.
     
Vorteile  Nachteile
Pellets sind CO2-neutral und umweltfreundlich, da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist. Voraussetzung für eine gute Ökobilanz ist, dass das Holz aus zertifizierten, heimischen Betrieben stammt. Im Vergleich zu Gas-Brennwertheizungen sind Pelletheizungen relativ teuer in der Anschaffung.
Die Verbrauchskosten sind meist günstiger als bei fossilen Brennstoffen. Für die Lagerung der Pellets brauchen Sie vergleichsweise viel Platz.
In Niedrigpreisphasen können Sie größere Mengen einkaufen und diese einlagern. Die Preisentwicklung ist unsicher, der Preis pro Tonne hat sich laut dem Deutschen Pelletinstitut (DEPI) im Betrachtungszeitraum Oktober 2021 bis Oktober 2022 um fast 200 Prozent erhöht und bei steigender Nachfrage wird es schwieriger, den Bedarf nur mit heimischen Holzpellets zu decken.

Modernes Heizungssystem: Wärmepumpe

Wärmepumpe steht vor einem Einfamilienhaus
Wärmepumpen zählen zur Schlüsseltechnologie bei der Wärmewende. (Quelle: Hermann - stock.adobe.com)

Wenn die Bedingungen stimmen, heizt man mit Wärmepumpen besonders preisgünstig und umweltfreundlich. Denn die genutzte Energie – aus dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Luft – steht in der Umwelt nahezu unbegrenzt zur Verfügung.

Um die gespeicherte Wärme zum Heizen nutzbar zu machen, ist Strom als Antriebsenergie erforderlich. Effiziente Wärmepumpen können aus einer Kilowattstunde Strom mehr als vier Kilowattstunden Wärme gewinnen.

Kosten & Sparpotenzial im Heizsystemvergleich

  • Die Verbrauchskosten hängen von der Jahresarbeitszahl (JAZ) und dem Strompreis ab. Aktuell liegt der Strompreis bei rund 40 Cent/kWh, in den letzten Jahren sind die Strompreise kontinuierlich gestiegen. Effiziente Wärmepumpen kommen aber mit einem niedrigen Stromanteil aus.
  • Die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe sind je nach Wärmequelle verschieden. Luft-Luft-Wärmepumpen liegen in der Anschaffung bei rund 25.000 Euro (Neubau). Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen Sie mit mit dem Doppelten kalkulieren.
     
Vorteile Nachteile
Bei effizienten Systemen dürfen Sie mit sehr niedrigen Verbrauchskosten rechnen.
Wärmepumpen sind eine der teuersten nachhaltigen Heizsysteme, auch wegen den Kosten für die Erschließung der Wärmequelle.
Die CO2-Bilanz von Wärmepumpen ist umso besser, desto weniger Strom benötigt wird. Bei Altbauten mit hohem Energiebedarf und ohne Flächenheizung sind sie nur eingeschränkt geeignet.
Bei Wärmepumpen müssen Sie keinen Brennstoff lagern. Außerdem ist der Wartungsaufwand vergleichsweise gering.  

Hier erfahren Sie ob es sich lohnt und wie Sie eine Wärmepumpe finanzieren.


Modernes Heizungsystem: Solarthermie

Solarthermie: Solarkollektoren auf einem Hausdach
Mit Solarthermie lässt sich Wärme für das Heißwasser und/oder die Heizung gewinnen. (Quelle: stock.adobe.com - Studio Harmony)

Ähnlich wie bei der Photovoltaik (PV) wird bei der Solarthermie mithilfe von Solarmodulen aus der Sonne Energie gewonnen. Doch während PV-Module Strom erzeugen, wird durch Solarthermie die Sonnenenergie in Wärme umgewandelt. Diese lässt sich dann für die Aufbereitung für Heißwasser, für die Unterstützung der Heizung oder für beides gewinnen.

Wichtig zu wissen: Mit Solarthermie allein lässt sich nicht heizen. Eine solche Anlage dient immer nur zur Unterstützung eines bestehenden Heizsystems und macht dieses dann zu einer Hybridheizung. Scheint die Sonne, so werden nach Möglichkeit die solaren Erträge maximal ausgenutzt. Scheint sie nicht, springt das primäre Heizungssystem ein.

Kosten & Sparpotenzial im Heizsystemvergleich

  • Die Investitionskosten für eine Solarthermie-Anlage belaufen sich bei der reinen Nutzung für Warmwasser auf rund 5.000 Euro. Bei der zusätzlichen Heizungsunterstützung sind sie rund doppelt so hoch.
  • Durch Solarthermie lassen sich bei den Kosten für das Heißwasser rund 50 bis 60 Prozent der dafür aufgewendeten Energiekosten einsparen. Bei den Heizkosten sind es rund ein Drittel.
     
Vorteile  Nachteile
Solarthermie lässt sich als Unterstützung für alle gängigen Heizungssysteme installieren. Solarthermie funktioniert nur in Verbindung mit einem primären Heizungssystem.
Sonnenenergie ist kostenlos Scheint die Sonne nicht, wird über Solarthermie keine Energie gewonnen.
Für Solarthermie gibt es attraktive Fördermittel Für die Installation müssen Dachflächen und deren Ausrichtung geeignet sein.

Mit Strom heizen: Elektroheizung

Elektrischer Heizkörper an heller Zimmerwand
Plug and play: der Vorteil einer Stromheizung ist die einfache Installation. (Quelle: SweGo - stock.adobe.com)

Stromheizungen gibt es in Form von Speicherheizungen (manche kennen Sie noch als Nachtspeicherheizung), aber auch als Direktheizungen. Stromheizungen erzeugen Wärme sofort und geben diese auch direkt ab. Elektroheizungen eignen sich daher gut als zusätzliche Raumheizung, zum Beispiel in Bädern oder kleineren Zimmern.

Ein großer Vorteil von Stromheizungen ist ihre einfache Installation. Schwierig wird es bei der ökologischen Betrachtung der Energieeffizienz. Wird die Stromheizung mit konventionellem Strom betrieben, ist der Wirkungsgrad nicht sehr gut. Werden dagegen regenerative Energien wie zum Beispiel Photovoltaik eingesetzt, kann das die Ökobilanz einer Stromheizung deutlich verbessern.

Kosten & Sparpotenzial im Heizsystemvergleich

  • Die Investitionskosten für eine Elektroheizung sind sehr gering und liegen im dreistelligen Euro-Bereich. Allerdings fressen die Betriebskosten angesichts steigender Strompreise diesen Vorteil schnell wieder auf. Ausführliche Infos finden Sie in unserem Artikel "Kosten einer Elektroheizung".
Vorteile  Nachteile
Niedrige Anschaffungskosten, einfache Installation Ziemlich schlechte Energieausbeute
Geringer Platzbedarf, kein Lagerraum oder Bevorratung für/mit Brennstoffen nötig Hohe Betriebskosten durch steigende Strompreise
Wartungsfrei, kein (kostenpflichtiger) Check durch den Schornsteinfeger nötig Höhere Temperatur zur Erzielung von ausreichender Behaglichkeit nötig

Wasserstoffheizung: H2 ready als Alternative?

Produktions-Teststand einer H2-ready-Wasserstoffheizung
Die Wasserstoffheizung ist die jüngste Technik bei der Wärmeerzeugung. (Quelle: Vaillant GmbH)

Eine Gasheizung mit Wasserstoff kann für manch einen Hauseigentümer eine Option in der Heizungserneuerung sein. Die erste Generation der sogenannten H2-ready-Heizungen ist bereits erhältlich, die zweite in der Entwicklung. 

Der Einbau von Gasbrennwertgeräten ist zulässig, die so umgerüstet werden können, dass sie statt Erdgas Wasserstoff verbrennen. Diese Geräte werden auch als H2-ready-Heizungen bezeichnet. 

Die H2-ready-Heizungen der ersten Generation erlauben nur eine Nutzung von Erdgas mit einer maximalen Beimischung von 20 Prozent Wasserstoff. Die der zweiten Generation funktionieren erstmal mit Erdgas. Wenn der Versorger sein Netz vollständig auf Wasserstoff umstellt, kann ein solches Gerät mit einem Umrüstkit des Herstellers zu 100 Prozent an den neuen Energieträger angepasst werden. 

Kosten & Sparpotenzial im Heizsystemvergleich

  • Ein Gasbrennwertgerät mit dem Prüfsiegel H2-ready für die Beimischung von bis zu 20 Volumenprozenten Wasserstoff kostet aktuell zwischen 9.000 und 11.000 Euro. Die Kosten für Geräte der zweiten Generation sind noch nicht bekannt (Stand: Oktober 2023).
     
Vorteile  Nachteile
Überschaubare Anschaffungskosten Neue, in der Praxis wenig erprobte Technologie
Im Zuge des GModG auch beim Heizungstausch zulässige Technik Betriebskosten lassen sich nur schwer voraussagen
Umweltschonend beim Einsatz von grünem Wasserstoff Durch Erdgasnutzung immer noch ein fossiler Energieträger

Mehr zum Thema in unserem Artikel Wasserstoffheizung: Für wen lohnt sich H2ready?


Hybridheizung: Zwei Systeme in einem 

Hybridheizungen verbinden zwei verschiedene Energieträger in einem System. So werden Gas, Öl oder Holz mit erneuerbaren Energien kombiniert. Das wäre zum Beispiel eine Gasheizung, die von Solarthermie für die Erwärmung des Brauchwassers unterstützt wird. Es gibt aber auch EE-Hybridheizungen. Diese nutzen verschiedene erneuerbare Energien gemeinsam, zum Beispiel eine Wärmepumpe in Kombination mit einem Pelletofen.

Erweitern lässt sich der Begriff noch, wenn Strom mit ins Spiel kommt. Auch die Einbindung einer Photovoltaik-Anlage ist konzeptionell oft sinnvoll, zum Beispiel zur Lieferung des Stroms für die Wärmepumpe. Zur optimalen Nutzung der Hybridheizung in Kombination mit einer PV-Anlage wird oft noch ein Solarstromspeicher verwendet.

Kosten & Sparpotenzial im Heizsystemvergleich

  • Die Kosten für eine Hybridheizung sind schwer zu beziffern, kommt es doch auf die gewählte Kombination und den damit verbundenen Komponenten an. Die häufigste Kombination aus Gasheizung und Solarthermie kostet mindestens 20.000 Euro. Die Mehrkosten werden über den regenerativen Energieträger wieder eingespielt. In welcher Zeit, das sollten Interessenten vor der Anschaffung genau durchrechnen.
Vorteile  Nachteile
Hohe Versorgungssicherheit (fossiler Energieträger deckt Grundlast ab) Höhere Investitionskosten durch Technologie-Kombi
Kostenersparnis durch Einsatz regenerativer Energien Weiterhin (teilweise) Abhängigkeit von fossilen Energien
CO2-Reduzierung Höhere Wartungskosten

Blockheizkraftwerk und Brennstoffzelle 

Hinter Blockheizkraftwerken für Wohnhäuser (sogenannte Mini-/Mikro-BHKW) und der Brennstoffzellenheizung steckt die Idee, mit der Heizung auch Strom zu erzeugen.

Bei Mini- und Mikro-Blockheizkraftwerken treibt ein Motor einen Generator an, der Strom erzeugt. Die dabei anfallende Wärme wird dann über einen Wärmetauscher auf das Heizsystem übertragen.

Dagegen nutzen Brennstoffzellen die chemische Energie von Wasserstoff, um Wärme und Strom zu erzeugen. Dafür wird zunächst in einer Vorstufe innerhalb des Geräts Wasserstoff aus Erdgas gewonnen.

Beide Systeme fristen im privaten Wohnbereich ein Nischendasein. Gerade die Investition in ein Mini-BHKW lohnt sich nur, wenn viel Strom produziert und selbst verbraucht wird.


Fernwärme: Heiztechnologie der Zukunft?

Fernwärme: Kraftwerk mit Leitungen
Der Ausbau der Fernwärme ist ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende. (Quelle: stock.adobe.com/Zsolt Biczó)

Fernwärme ist ein wichtiger Baustein der Wärmewende. Die Wärme wird zentral erzeugt und über ein Netz ins Gebäude geliefert. Die kommunale Wärmeplanung kann Eigentümern dabei eine wichtige Orientierung geben, ob ein Anschluss vor Ort infrage kommt. bundesregierung

Kosten & Sparpotenzial im Heizsystemvergleich

  • Die Kosten für einen Fernwärmeanschluss und den laufenden Betrieb unterscheiden sich je nach Anbieter und Netz deutlich. Die wichtigsten Faktoren dabei sind die Kosten für die Energieträger sowie die Größe und Struktur des Netzes.
Vorteile  Nachteile
keine lokale Heizungsanlage, keine Lagerkosten für Brennstoffe intransparente Preisgestaltung, lange Bindungsfristen
geringer Wartungsaufwand Abhängigkeit vom Lieferanten (keine Wechselmöglichkeit)
CO2-Reduzierung Höhere Wartungskosten

Weitere Infos zu dieser Heiztechnologie gibt's im Artikel "Fernwärme: Kosten, Technik und Verfügbarkeit".


Neue Heizung finanzieren mit Schwäbisch Hall

Luca Florit, Heimatexperte bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall

Energie und Kosten sparen und dabei die Umwelt schonen. Eine moderne Heizung bietet viele Vorteile, will aber auch solide finanziert sein.

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