Schnee und Eis: Was Hausbesitzer beachten müssen

Der Winter ist für Eigenheimbesitzer eine besondere Zeit: Wenn draußen Eis und Schnee das Wetter bestimmen, beginnt die Räumpflicht. Zusätzliche Risiken drohen bei großen Schneemengen auf dem Dach. Erfahren Sie hier, was der Winterdienst für Sie bedeutet und mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Immobilie gegen Winter- und Schneeschäden absichern können. Außerdem erklären wir in einer großen Grafik, was es mit den sogenannten Schneelastzonen auf sich hat.


Streu- und Räumpflicht beachten

Wenn weiße Flocken Winterstimmung verbreiten oder Eisregen Straßen und Wege in Rutschbahnen verwandelt, gilt für Immobilienbesitzer die Verkehrssicherungspflicht: Sie müssen grundsätzlich dafür sorgen, dass Gehwege entlang Ihres Grundstücks sowie Zuwege zu Haus und Garage sicher begangen werden können. Mögliche Gefahrenquellen wie

  • Schnee,
  • Schneematsch,
  • Eis,
  • Unrat und
  • altes Herbstlaub

müssen beseitigt werden. Kommt der Verantwortliche dieser Pflicht nicht nach und passiert ein Unfall, haftet er für die Folgen. Nun brauchen Sie nicht selbst zu Schaufel, Besen und Streusandeimer greifen: Winterdienste übernehmen die Räumpflicht, doch muss der Auftraggeber sich von der ordnungsgemäßen Erfüllung des Winterdienstes überzeugen. Vermieter können die Räumpflicht auch an die Mieter delegieren. Das muss aber klar im Mietvertrag festgehalten sein.


Feste Regeln ohne Ausnahmen

Art und Umfang des Winterdienstes und damit auch die Haftung sind klar geregelt. Nahezu überall im Bundesgebiet gelten feste Zeiten, zu denen Sie der Räumpflicht nachkommen müssen:

  • werktags von 7 bis 20 Uhr
  • sonn- und feiertags von 8 bis 20 Uhr

Festgelegt ist ebenfalls, was genau zu tun ist:

  • Schnee und Eis müssen auf Gehwegen entlang des Grundstücks auf einer Breite von 100 bis 120 Zentimetern entfernt werden. Auch Zuwege zum Haus und zur Tiefgarage sind zu räumen.
  • Überfrieren geräumte Flächen, ist die Glätte durch abstumpfende Mittel zu beseitigen. Achtung: Streusalz ist fast überall verboten.
  • Kommt es erneut zu Schneefall oder Eisbildung, muss wiederholt geräumt und gestreut werden.
  • Wer berufstätig ist oder verreist, muss eine Vertretung organisieren.

Zusätzlich gilt, dass der zu beseitigende Schnee nicht auf die Straße, den Fahrradweg oder das Nachbargrundstück geschaufelt werden darf.


Regionale Schneelastzonen und Schneelastrechner

Grundsätzlich kommt der Schnee selten aus heiterem Himmel. Es gibt sogar die Möglichkeit, die Menge vorab einzuschätzen: Deutschland ist auf Basis langjähriger Statistiken in sogenannte Schneelastzonen eingeteilt. Wer weiß, in welcher Schneelastzone sich sein Haus befindet, weiß auch, mit welcher durchschnittlichen Schneemenge und somit mit welcher Schneelast für sein Dach er zu rechnen hat. Denn die Sicherung des Eigenheims ist für Hausbesitzer im Winter ebenfalls wichtig.

Deutschland ist in drei Haupt-Schneelastzonen unterteilt. Die Schneelastzone 1 beschreibt die geringste und die Schneelastzone 3 die höchste zu erwartende Schneelast. Regional stellt sich das wie folgt dar:

  • Schneelastzone 1 umfasst unter anderem das Rheintal und die Niederrheinische Tiefebene.
  • Zur Schneelastzone 2 zählen die Norddeutsche Tiefebene und beispielsweise das Siegerland und der Breisgau.
  • Zur Schneelastzone 3 gehören die Alpen, das Erzgebirge und der Harz.
  • Tipp: Zu welcher Schneelastzone Ihr Wohnort gehört, erfahren Sie auf dieser Internetseite (http://schneelast.info/snowzones). Hier können Sie auch genauere Fakten mithilfe eines Schneelastrechners ermitteln.

Schneelast kann Dächer einstürzen lassen

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Unterschätzen sollten Sie das Gewicht von Schnee nicht – Schnee kann Dächer zum Einsturz bringen. Gerade, wenn es sich nicht um pulverigen Neuschnee handelt, kann das kristallisierte Wasser beträchtliches Gewicht entwickeln. Beispiel: Teils feuchter, teils vereister Altschnee, der 20 Zentimeter dick auf einer Dachfläche von 20 Quadratmetern liegt, kann bis zu 2.400 Kilogramm wiegen!

Niemand sollte jedoch so leichtsinnig sein, auf das Dach zu steigen und den Schnee mit der Schaufel beseitigen. Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls ist wesentlich höher als das Risiko, dass der Dachstuhl unter der Schneelast nachgibt. In vielen Regionen wird schon bei der Hausplanung die Statik an den möglichen Schneelasten ausgerichtet.

Übrigens: Ihre Wohngebäudeversicherung kommt nicht dafür auf, wenn eine große Schneelast Dach, Wintergarten oder Garage einstürzen lässt. Gegen solche Schäden müssen Sie sich als Hausbesitzer mit einer speziellen Elementarschadenversicherung schützen, die oft als Modul der Wohngebäude- und Hausratversicherung angeboten wird. Die Versicherung zahlt allerdings nur, wenn beim Bau oder Umbau Materialien und Techniken eingesetzt wurden, die Ihrer Schneelastzone entsprechen. Wenn Sie Ihr Dach nicht nur regelmäßig überprüfen, sondern ausbauen oder neu decken lassen, ist das eine gute Gelegenheit, den Dachstuhl von einem Gutachter prüfen zu lassen.

Warum Sie Schneefanggitter montieren sollten

Schneelasten können nicht nur für Hausdächer zur Gefahr werden, sondern für Passanten: Dachlawinen können abgehen. Spezielle Schneefangsysteme, die auf dem Dach installiert werden und den Schnee am Abrutschen hindern, schützen davor.

Am häufigsten werden Schneefanggitter montiert. Durch sie staut sich der Schnee über der Regenrinne, der Traufe – etwa, wenn er bei Tauwetter langsam zu rutschen beginnt. Eine Alternative sind Schneefanghaken, die in bestimmten Abständen auf dem ganzen Dach verteilt angebracht werden. Sie sorgen dafür, dass die Schneelast oben auf dem Dach gehalten wird und sich gar nicht erst wie ein Schneebrett Richtung Traufe bewegt. Besitzer von Solaranlagen sollten unbedingt Schneefangsysteme installieren – auf den glatten Solarmodulen kommt auftauender Schnee sehr leicht und schnell ins Rutschen. Eine bundesweite Pflicht, Schneefanggitter zu montieren, gibt es nicht. Die Bestimmungen sind abhängig vom jeweiligen Bundesland.

Eine weitere Möglichkeit, gegen die Schneelast auf dem Dach anzugehen, sind Dachheizungen. Einige Modelle beziehen sogar die Dachrinnen mit ein, sodass sich dort keine Eiszapfen bilden. Dachheizungen gelten jedoch aufgrund des Energieverbrauchs als unwirtschaftlich und ökologisch fragwürdig.

Eiszapfen: mangelnde Wartung, fehlende Wärmedämmung

Neben Dachlawinen bilden herabfallende Eiszapfen eine winterliche Gefahr – außerdem weisen sie oft auf unterlassene Wartung der Dachrinnen und auf eingefrorene Fallrohre hin. Spätestens zum Ende des herbstlichen Laubfalls sollten alle Dachrinnen und wenn möglich auch die Fallrohre gereinigt und auf einwandfreien Zustand geprüft werden. Sind sie von gefrorenem Laub verstopft. Dann läuft das Schmelzwasser über die Rinnenränder in die Tiefe. Bei erneutem Frost bilden sich dann gefährliche Eiszapfen.Bei wärmegedämmten Häusern zeigt sich ein zusätzliches winterliches Problem: Weil das Haus kaum noch Wärme abgibt, können die außerhalb der Dämmung befindlichen Fallrohre zufrieren – Schmelzwasser vom Dach läuft dann über die Dachrinnen in die Tiefe. Vorbeugen können Sie, indem Sie Laub und Schmutz durch die Revisionsklappe entfernen. Schmelzwasser kann dann schnell abfließen. Ist das Fallrohr gefroren, können Sie den Auftauprozess möglicherweise mit einem Warmluftgebläse (Achtung, bei Kunststoffrohren kein Heißluftgebläse einsetzen!) unterstützen. Arbeiten Sie aber nur bis zu einem Höhenbereich, den Sie ohne Leiter erreichen können.

Eiszapfen können darüber hinaus ein Anzeichen dafür sein, dass ein Dach nicht oder nicht ausreichend wärmegedämmt ist und der Schnee von entweichender Wärme aufgetaut wird. Selbst bei anhaltendem Frost entsteht so womöglich Schmelzwasser, das nicht nur bei einem älteren Dach durch undichte Stellen eindringen kann, sondern auch an den eiskalten Dachrinnen wieder gefriert und unter Umständen Eiszapfen bildet. Besprechen Sie am besten mit einem Dachexperten, ob Sie die Wärmedämmung optimieren und Heizkosten sparen können.

Dringende Maßnahmen: So wird Ihr Haus winterfest

  • Dachflächen und Anschlüsse zu Schornsteinen, Gauben und Trennmauern auf Undichtigkeiten überprüfen lassen
  • Schneefanggitter auf dem Dach installieren lassen
  • Regenrinnen und Fallrohre inspizieren und – soweit zugänglich – reinigen
  • Eingefrorene Fallrohre – soweit gefahrlos zugänglich – auftauen
  • Außenwasserleitungen vor Frostbeginn abstellen und leeren
  • Eventuell Zusatzversicherung abschließen