Wohnung kaufen oder mieten – was lohnt sich 2026?
Hohe Preise und steigende Zinsen, der Wohnungsmarkt stellt viele Menschen vor die Frage: Jetzt ins Eigentum oder lieber weiter Miete zahlen? Eine Entscheidungshilfe.
Hohe Preise und steigende Zinsen, der Wohnungsmarkt stellt viele Menschen vor die Frage: Jetzt ins Eigentum oder lieber weiter Miete zahlen? Eine Entscheidungshilfe.
Aktualisiert am 26.08.2026
Artikel erstellt von
Constance Schmitt
Schwäbisch Hall-Redaktion
Für beide Wohnformen sprechen gute Gründe: Wer sich für den Kauf einer Immobilie entscheidet, baut langfristig Vermögen auf und schützt sich vor Mieterhöhungen. Gleichzeitig zahlt man am Anfang deutlich mehr und trägt zusätzlich mit seiner Finanzierung das Risiko steigender Zinsen. Gerade wer Angst hat, sich finanziell zu übernehmen, sollte diese Kosten realistisch durchrechnen, bevor er entscheidet. Die Vor- und Nachteile eines Wohnungskaufs:
Mieten gibt Flexibilität und schont das Ersparte – aber Mietzahlungen bauen kein Vermögen auf, und steigende Mieten können langfristig zum Problem werden. Wer Angst hat, dauerhaft in der "Generation Miete" hängen zu bleiben, sollte Mieten deshalb nicht als Endstation sehen, sondern als Phase, in der man gezielt für später vorsorgt. Auch Mieten hat Vor- und Nachteile:
Keine einfache Frage. Je nachdem, was Ihnen aktuell wichtig ist, kann es besser sein, zu mieten oder zu kaufen. Die folgenden Punkte bieten eine Orientierung, worauf Sie bei Ihrer Entscheidung für oder gegen eine eigene Wohnung achten und welche Fragen Sie sich stellen sollten:
Die 25er Regel (auch Kaufpreis-Miete-Verhältnis) gibt Antwort. Dafür teilt man den Kaufpreis der Immobilie durch die jährliche Nettokaltmiete. Das Ergebnis zeigt rein rechnerisch, ob Kaufen günstiger ist als Mieten:
Das errechnete Ergebnis wird auch als Vervielfältiger oder als Kaufpreisfaktor bezeichnet. Kurz gesagt: Je niedriger der Kaufpreisfaktor ist, desto günstiger für den Käufer.
Nehmen wir an, der Kaufpreis für die Wohnung beträgt 420.000 Euro, die Jahreskaltmiete liegt bei 14.000 Euro (12 x 1.200 Euro). 420.000 geteilt durch 14.400 ergibt 29,2. Der Vervielfältiger liegt in diesem Beispiel bei über 29 – in einem Bereich, in dem das Mieten tendenziell wirtschaftlicher ist, zumindest rein rechnerisch.
Viele unterschätzen, wie weit Wunsch und Wirklichkeit auf dem Wohnungsmarkt auseinanderliegen. Sowohl die Immobilienpreise als auch die Mietpreise haben sich in den letzten Jahren deutlich nach oben bewegt:
Die bewährte Regel, nicht mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens für Miete auszugeben, ist besonders in Ballungsräumen wie München oder Hamburg längst überholt. Es ist keine Seltenheit, dass Familien inzwischen mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für ihre Mietwohnung bezahlen. Steigende Mietpreise verschärfen die Lage am Wohnungsmarkt weiter.
Für viele stellt sich daher die Frage: Ist der Immobilienkauf langfristig doch die bessere Option?
Besonders junge Menschen fragen sich, ob sie sich Rate für einen Immobilienkredit leisten können. Denn neben dem Kaufpreisfaktor sowie der Preisentwicklung am Wohnungsmarkt gibt weitere Punkte, die darüber entscheiden, ob ein Wohnungskauf realistisch ist:
Machen wir es konkret und vergleichen die Mietkosten für eine Wohnung mit den Kosten, die beim Kauf für eine vergleichbare Wohnung in einer mittelgroßen Stadt anfallen würden. Wie steht der Mieter nach 20 Jahren im Vergleich zum Käufer da? Dafür sind wir davon ausgegangen, dass beide 100.000 Euro Eigenkapital zur Verfügung haben. Der Mieter legt es am Kapitalmarkt an, der Käufer bringt es in seine Finanzierung ein und nimmt ein Annuitätendarlehen von 260.000 € auf.
Die Eckdaten:
Nach 20 Jahren hat ein Käufer:
Ausgaben:
360.000 €
(100.000 € Eigenkapital, 260.000 € Darlehen)
+ ca. 151.000 € Zinsen
+ ca. 40.000 € Nebenkosten
-------------------------------------
= 551.000 €
✅ Restschuld: 0 €
✅ Immobilie: Wert ca. 485.000 €
(Kaufpreis zzgl. Wertsteigerung)
Nach 20 Jahren hat ein Mieter:
Ausgaben:
1.200 € x 12 x 20 (+ Mietsteigerungen)
-----------------------------------------
= 350.000 €
✅ Vermögen: ca. 219.000 €
(Eigenkapital 100.000 € + Zins nach 20 Jahren)
❌ Keine eigene Immobilie.
-> Wohnt weiter in Miete.
Achtung! Das ist nur ein grob vereinfachtes Rechenmodell! Viele Parameter wie zum Beispiel Sondertilgungen, günstige Zinsen beim Bausparvertrag, Instandhaltungskosten, die Steigerung des Immobilienwertes oder Sprünge bei der Miete nach oben können diese Rechnung verändern. Für die Berechnung haben wir unseren Baufinanzierungs-Rechner eingesetzt (Annuitätendarlehen über 260.000 Euro, 20 Jahre Sollzinsbindung, schuldenfrei nach Ende der Sollzinsbindung. Stand 08/26)
Der Kauf einer Wohnung ist eine komplexe Angelegenheit. Lassen Sie sich von einem unserer Heimatexperten zum Ablauf, den Möglichkeiten und vor allem der passenden Baufinanzierung beraten. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, wie viel Wohnung Sie sich leisten können, nutzen Sie unseren Mieten-oder-kaufen-Rechner.
📌 Kaufen lohnt sich, wenn
📌 Mieten ist sinnvoller, wenn
"Wie kann es trotz angespanntem Immobilienmarkt mit der Wunschimmobilie klappen?" Mit dieser Frage beschäftigen sich Heimatexperte Luca Florit und Moderator Florian Rußler in der neuen Folge des Schwäbisch Hall-Podcats "Hausplaudern". Einfach mal reinhören:
Die Entscheidung für einen Wohnungskauf hängt stark vom Einzelfall ab. Hier einige allgemeine Punkte, die potenzielle Wohnungskäufer beachten sollten:
Der Kauf einer Wohnung kann eine gute Geldanlage sein, vorausgesetzt, Lage, Kaufpreis und Finanzierung passen. Die Preise für Wohnimmobilien steigen 2026 wieder, gleichzeitig bleibt Wohnraum in vielen Regionen knapp. So das Ergebnis einer Studie des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). Das spricht grundsätzlich für eine langfristig stabile Wertentwicklung. Ein großes Hindernis jedoch sind beim Neubau die nach wie vor hohen Baupreise.
Wichtig ist: Eine Immobilie ist keine Geldanlage ohne laufende Kosten und Risiken. Neben dem eigentlichen Kaufpreis fallen Nebenkosten, mögliche Aufwendungen für Modernisierungen und Kosten für die Finanzierung an. Ausreichendes Eigenkapital und ein finanzieller Puffer schaffen dabei eine solide Grundlage.
Langfristig gesehen zählt die eigene Wohnung immer noch zu den attraktivsten Kapitalanlagen, verbindet sie doch Wertsteigerung gleichzeitig mit Lebensqualität. Lassen Sie sich dazu gerne von unseren Heimatexperten beraten.
Wer kaum oder kein Eigenkapital mitbringt, denkt vielleicht über einen Mietkauf nach. Dabei wird eine monatliche Zahlung geleistet, die sowohl Miete als auch eine Anzahlung auf den Kaufpreis umfasst. Dieses Modell kann eine Chance sein – birgt aber auch einige Risiken. Mehr Informationen zum Thema "Mietkauf".
Unsere Heimatexperten empfehlen, mindestens 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises einer Immobilie sollten Sie als Rücklage haben. mehr Eigenkapital bedeutet: weniger notwendige Kreditmittel und oft bessere Konditionen, niedrigere Zinsen und Raten. Ihre monatliche Belastung verringert sich so deutlich. Bedenken Sie bitte auch, dass vor allem Nebenkosten beim Immobilienkauf aus den eigenen Mitteln finanziert werden müssen. Das können bis zu 15 Prozent des Kaufpreises sein.
Ja, das ist möglich. Für diese sogenannte Vollfinanzierung benötigen Sie vor allem eine gute Kreditwürdigkeit, ein gutes Einkommen und oft weitere Sicherheiten. Da Sie keine eigenen Ersparnisse einsetzen, ist eine Hauskredit ohne Eigenkapital meist mit höheren Zinsen und Kosten verbunden. Überlegen Sie gut, ob Sie nicht lieber noch etwas länger Geld zur Seite legen, um zum Beispiel mit einem Schwäbisch Hall-Bausparvertrag Eigenkapital aufzubauen und sich damit ein zinssicheres Darlehen für eine solide Baufinanzierung sichern.
Sie haben Fragen auf Ihrem Weg zur eigenen Wohnung? Sprechen Sie mit einem unserer Heimatexperten, wenn Sie nach einer passenden Finanzierung für Ihr Vorhaben suchen. Er beantwortet gerne Ihre Fragen zu den verschiedenen Optionen und Fördermöglichkeiten und erstellt mit Ihnen gemeinsam einen Finanzierungsplan. Oder zeigt Ihnen Wege auf, wie Sie noch Eigenkapital aufbauen können, um zu einem späteren Zeitpunkt ins Wohneigentum zu verwirklichen. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und profitieren Sie von unserer individuellen Beratung.
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