Dachformen – zwischen Tradition und Trend

  • Sieben Dachformen im Portrait
  • Dachformen-Übersicht
  • Behördliche Vorschriften

Sie planen Ihr Traumhaus? Das Dach prägt nicht nur die Optik Ihres Hauses entscheidend, sondern ist auch ein großer Kostenfaktor. Bei der Entscheidung für eine Dachform ist neben der Ästhetik auch die Funktionalität zu beachten. Zudem gibt es behördliche Vorgaben, die Sie berücksichtigen müssen. Welche Dachformen es gibt und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, lesen Sie hier.


Welche Dachformen gibt es?

Als zukünftiger Bauherr stehen Sie vor der Frage, welche Dachform sich für Ihr Bauvorhaben eignet. Angesichts der zahlreichen verschiedenen Dachformen für Häuser kann diese Entscheidung eine echte Herausforderung sein. Welche Dachform Sie wählen, hat nicht nur Einfluss auf das Aussehen Ihres Hauses. Die Dachform bestimmt auch, wie viel Wohnraum Sie zur Verfügung haben. Je nach Dachart können die Kosten stark variieren.

Grundsätzlich werden Dachformen hinsichtlich ihrer Parameter klassifiziert:

  • ebenflächig oder krummflächig
  • einflächig oder mehrflächig
  • ungerichtet oder gerichtet

Die gebräuchlichsten Dachformen sind weltweit je nach Klima und Lage sehr verschieden. Auch regional gibt es große Unterschiede. In Deutschland sind diese sieben Dacharten besonders populär:

Wir stellen Ihnen diese beliebten Dachformen vor und zeigen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Dachart auf einen Blick. Am Ende des Artikels finden Sie eine Tabelle mit einer Dachformen-Übersicht, die Ihnen bei Ihrer Entscheidung hilft.


1. Dachform: Walmdach – für Wind und Wetter

Das Walmdach gilt als die ursprünglichste der Dachformen. Es weist vier Dachflächen auf, von denen zwei auch an den Giebelseiten heruntergezogen sind. Damit bietet es für alle Seiten des Hauses Schutz vor Witterung und hat eine besonders stabile Konstruktion, die auch stärkere Schneelasten aushält.

Ein Walmdach eignet sich für Sie, wenn Ihr Haus nicht an andere Häuser angrenzt und in einer Gegend, die starken Witterungsbelastungen ausgesetzt ist, gebaut wird. Walmdächer sind häufig im Bergland oder an der Küste zu sehen. Da Walmdächer aufwändiger zu bauen sind, verursachen sie höhere Kosten.

 

Vorteile:

  • Stabilität und Witterungsbeständigkeit
  • Viel Fläche zur Gewinnung von Solarenergie
  • Hohe Lebensdauer
  • Niedrige Instandhaltungskosten
  • Erlaubt bauliche Besonderheiten wie Balkone und überdachte Eingangsbereiche

 

Nachteile:

  • Aufwändige Konstruktion
  • Hohe Baukosten
  • Eingeschränkter Wohnraum durch Dachschrägen
  • Lichtzufuhr nur über kostenintensive Dachfenster

2. Dachform: Satteldach – der Klassiker

Das Satteldach ist der absolute Klassiker in Deutschland. Es besteht aus zwei Dachflächen, die sich einander zuneigen und am Dachfrist zusammentreffen. Das Satteldach zählt zu den Steildächern und ist auch unter den Namen Giebeldach bekannt.

Durch seine zeitlose Optik, die einfache Bauweise und seine Robustheit ist das Satteldach für Einfamilienhäuser zum Standard geworden. Wie gut sich Satteldächer für die Integration von Solaranlagen eignen, hängt von der Ausrichtung und der Dachneigung ab.

Kategorisierung nach Dachneigung:

  • 30 Grad oder weniger: Flachsatteldach
  • 40 Grad: neudeutsches Dach oder Winkeldach
  • 60 Grad und wenn die Giebelfläche ein gleichseitiges Dreieck bildet: altfränkisches Dach
  • 62 Grad oder mehr: altdeutsches Dach oder gotisches Dach

Beachten Sie, dass viele Bebauungspläne bestimmte Dachneigungen festlegen.
 

Vorteile:

  • Einfache Konstruktion
  • Niedrige Baukosten
  • Einfache Instandhaltung
  • Witterungsbeständig und robust
  • Dämmung leicht einbaubar
  • Flexibilität bei Gestaltung, z.B. Gauben
  • Geeignet für Solarenergie

Nachteile:

  • Lichtzufuhr im Dachgeschoss nur durch kostspielige Dachfenster
  • Steile Dächer reduzieren Wohnraum

3. Dachform Pultdach – trendig und funktional

Das Pultdach besitzt nur eine Dachfläche, die sich zu einer Seite hin neigt – so wie die Fläche eines Pults. Wenn ein Flachdach einen Neigungswinkel von mehr als zehn Grad besitzt, wird es als Pultdach bezeichnet

Dieser Dachtyp wird typischerweise für Garagen und Schuppen verwendet, doch seit einigen Jahren werden Pultdächer immer häufiger für Wohnhäuser eingesetzt.

Aufgrund der einfachen Bauweise und des geringen Materialaufwands sind Pultdächer kostengünstig. Außerdem bieten sie enorm viel Fläche für Photovoltaikanlagen. Idealerweise richten Sie die Schräge nach der Sonne aus und achten darauf, dass die hohe Wand keiner Witterung ausgesetzt ist.

Da das Pultdach nur eine Schräge hat, können Sie den Wohnraum unter dem Dach optimal nutzen. Mit seiner asymmetrischen Form gilt das Pultdach als sehr modern.
 

Vorteile:

  • Einfache Konstruktion
  • Niedrige Baukosten
  • Gut geeignet für Solaranlagen
  • Viel Wohnraum im Dachgeschoss
  • Guter Abfluss von Regenwasser
  • Begrünung möglich
  • Viel Licht im Obergeschoss

Nachteile:

  • Hohe Wandseite hat geringen Witterungsschutz
  • Schnelle Hitzeentwicklung im Dachgeschoss
  • Aufwändige Abdichtung und Dämmung

4. Dachform: Flachdach – modern und vielseitig

Flachdächer sind der Inbegriff des modernen Dachs und werden immer beliebter. Durch die Vermeidung von Schrägen entsteht maximal viel Wohnraum, zusätzlich kann die Dachfläche für Begrünung, Solaranlagen oder eine Dachterrasse genutzt werden.

Obwohl das Flachdach die einfachste Dachform ist, stellt die Konstruktion eine bauliche Herausforderung dar: Aufgrund des geringen Neigungswinkels kann Regenwasser nur eingeschränkt abfließen. Das bedeutet, dass die Dachabdeckung äußerst sorgfältig durchgeführt werden muss. Ansonsten besteht die Gefahr von eindringendem Regenwasser im Wohnraum.


Vorteile:

  • Einfache Konstruktion
  • Niedrige Baukosten
  • Optimale Wohnraumnutzung
  • Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Dachfläche (Photovoltaik, Parkdeck, Dachterrasse, Begrünung etc.)


Nachteile:

  • Starke Belastung durch Witterung
  • Wasserschäden und Schimmel bei Fehlern in Dachkonstruktion möglich
  • Hohe Instandhaltungskosten
  • Häufige Wartung
  • Kurze Lebensdauer
  • Für Nutzung von Solarenergie müssen extra Gerüste angebracht werden

5. Dachform: Zeltdach – für mediterranes Flair

Das Zeltdach besitzt drei oder vier Schrägen, die pyramidenförmig aufeinander zulaufen. Dieser Dachtyp ist in mediterranen Gegenden verbreitet und kommt in Deutschland vor allem bei Bauten wie Kirchtürmen vor.

Für Wohnhäuser wird diese Sonderdachform in Deutschland bisher selten verwendet, gewinnt aber zunehmend an Popularität. Geeignet sind Zeltdächer für quadratische und kleine Flächen.

Da Dachraum und Wohnraum bei Zeltdächern mit geringem Neigungswinkel getrennt sind, weisen sie eine gute Isolierung auf, was bei großer Hitze angenehm ist, verfügen aber über keinen Wohnraum im Dachgeschoss. Dafür ist der Wohnraum unterhalb oft großzügiger, da es keine Dachschrägen gibt.

Bei Zeltdächern mit steilem Neigungswinkel ist die Dachgeschossfläche recht gering, aber grundsätzlich nutzbar. Auch die Installation von Solartechnik ist mit Zusatzkonstruktionen möglich.


Vorteile:

  • Gute Isolation des Wohnraums
  • Installation von Solaranlagen möglich
  • Mehr Wohnraum durch niedrige Dachhöhe
  • Einfache Konstruktion bei kleinem Grundriss


Nachteile:

  • Kein oder wenig Wohnraum im Dachgeschoss
  • Ungeeignet für hohe Schneelast
  • Regenwasserproblem bei geringer Dachneigung
  • Ungeeignet für große und rechteckige Grundflächen

6. Dachform: Mansarddach – ein besonderes Schmuckstück

Ein Mansarddach ist an den abgeknickten Flächen im unteren Bereich des Dachs zu erkennen. Diese Bauweise ermöglicht eine besonders effiziente Nutzung des darunterliegenden Wohnraums.

Das Mansarddach besticht mit prachtvoller Optik und war im 17. Jahrhundert bei französischen Palästen beliebt. Entwickelt wurde dieser spezielle Dachtyp, um Steuern zu umgehen, die für Wohnflächen unter dem Dach nicht erhoben wurden. Heutzutage gibt es eine solche Steuer nicht mehr, doch aufgrund ihres edlen Aussehens sind Mansarddächer weiterhin sehr gefragt.


Vorteile:

  • Viel Wohnraum unterm Dach
  • Geeignet für hohe Schneelast
  • Guter Schutz vor Witterung
  • Ideal für Baupläne, die die Höhe der Dachkante als Limit festlegen


Nachteile:

  • Aufwändige Konstruktion
  • Hohe Baukosten
  • Ungeeignet für Solaranlagen
  • Kostenintensive Dämmung
  • Lichtzufuhr im Obergeschoss nur über Giebel möglich

7. Dachform: Schleppdach – kleines Dach, viele Möglichkeiten

Als Schleppdach wird eine zusätzliche Dachfläche bezeichnet, die ein Hauptdach oder eine Außenmauer ergänzt und über die Außenmauern des Gebäudes hinausgeht.

Meist finden sich Schleppdächer in Kombination mit Satteldächern oder Pultdächern, theoretisch ist jedoch der Anschluss an nahezu jede Dachform möglich.

Typischerweise wird das Schleppdach zur Überdachung von Carport, Terrasse oder eines Anbaus genutzt. Je nach Funktion des Schleppdachs variiert das Material für die Dacheindeckung.


Vorteile:

  • Einfache Konstruktion
  • Nachträgliche Montage möglich
  • Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten
  • Passt sich an bestehenden Stil des Hauses an


Nachteile:

  • Vergrößerung der Dachfläche erfordert Anpassung von Traufe und Wasserrohren
  • Eingeschränkte Lichtzufuhr für dahinterliegende Wohnräume

Dachformen-Übersicht: Die wichtigsten Punkte im Vergleich

Nun stellt sich die Frage, welche Dachform zu Ihrem Haus passt und Ihren Ansprüchen gerecht wird. Alle wichtigen Kriterien für die Wahl des Dachtyps finden Sie in unserer Dachformen-Übersicht:

DachformKonstruktionBaukostenAufwand InstandhaltungWohnflächeWitterungs-
beständigkeit
Eignung für Solar
Optik
Walmdachschwierig
hochmittelmittelhochmittelzeitlos
Satteldacheinfach
niedriggeringmittelhochmittelzeitlos
Pultdacheinfachniedrigmittelgroßzügigmittelhochmodern
Flachdacheinfachniedrighochgroßzügigniedrighochmodern
Zeltdachmittelmittelmittelmittelniedrigmittelmediterran
Mansarddachschwierighochmittelgroßzügighochgeringtraditionell
Schleppdacheinfachgeringgeringmittelmittelmittelindividuell

Dachformen: Regeln und Vorschriften

Bevor Sie sich für eine Dachform entscheiden, sollten Sie unbedingt prüfen, welche Freiräume Ihnen geltende Vorschriften der Behörden lassen.

Dabei spielen der Stadtteil oder das Baugebiet eine Rolle. Vielerorts ist es üblich, durch vorgeschriebene Dachformen eine Einheitlichkeit und optische Geschlossenheit des Areals zu erreichen. Wenn Sie und Ihr Architekt also eine ganz besondere Vorstellung von der Dachart haben, kann das mit den geltenden Bestimmungen kollidieren.

Je enger der Gestaltungsspielraum in den Bauauflagen ist, desto stärker wird die optische Einheitlichkeit von Neubauvierteln. Auf diese Weise können auch Behörden Trends setzen.

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