Hausanbau: mehr Raum gewinnen

  • Motive und Möglichkeiten
  • Vorbereitung und Planung
  • Baugenehmigung

Serie Generationenwechsel, Folge 10: Wenn der Platz im eigenen Haus eng wird oder die ererbte Immobilie für die Familie zu klein ist, hilft ein Hausanbau. Die Möglichkeiten reichen vom kleinen Erker bis zum zweistöckigen Hausanbau mit Platz für eine Einliegerwohnung – je nach Bedarf und Budget. Stimmen Idee und Plan, Baugenehmigung und Finanzierung, können Sie sofort loslegen.


Fünf Motive für den Hausanbau

Wer einen Hausanbau plant, überlegt sich meist zuvor, wofür er die neugewonnene Fläche nutzen will. Ob als Hobbyraum, Arbeitszimmer oder Einliegerwohnung – hier sind die wichtigsten Gründe für den Hausanbau:

  • Mehr Platzbedarf
    Oft wird die Wohnfläche knapp, wenn Nachwuchs kommt. Sobald die Kinder größer werden, wünschen sie sich ein eigenes Zimmer. Sind Ihre Kinder das Motiv für den Hausanbau, denken Sie gleich noch weiter in die Zukunft. Nach dem Auszug der Kinder könnte das Zimmer als Gästewohnung oder für Untermieter genutzt werden.
  • Neue und alte Hobbys
    Mit einem Hausanbau schaffen Sie Raum für Ihre Hobbys. Ob Nähwerkstatt, ein Raum für Bastelarbeiten oder ein großer Fitnessbereich: Dank Hausanbau gehen Sie Ihrem Hobby unbeschwert nach, ohne jedes Mal Ihr Wohn- oder Esszimmer umräumen zu müssen. Schmutz und Lärm bleiben auf die zusätzlichen Räume beschränkt – Ihre Familienmitglieder werden es Ihnen danken.
  • Mehr Abstellfläche
    Gerade wenn ein Haus nicht unterkellert ist, schafft ein Hausanbau Raum für all das, was nicht in den Wohnbereich gehört. Im zusätzlichen Abstellraum können Waschmaschine, Trockner, Wäscheständer und große Vorratsregale Platz finden. Weiterer Vorteil: Die übrigen Räume können Sie dadurch großzügiger gestalten.
  • Separates Arbeitszimmer
    Schon aus Steuergründen möchten viele nicht am Wohnzimmertisch arbeiten, sondern ein separates Arbeitszimmer einrichten. Außerdem arbeitet es sich besser, wenn Sie die Tür hinter sich schließen können. Ein Hausanbau bietet die Chance auf ein oder mehr zusätzliche Zimmer, eventuell sogar mit einem separaten Eingang, falls sie Geschäftspartner empfangen möchten.
  • Einliegerwohnung
    Typisch ist diese Konstellation: Sie übernehmen das Haus Ihrer Eltern, die weiterhin einen kleineren Bereich nutzen. Dann ist eine Einliegerwohnung ideal. Sie lässt sich natürlich auch für Verwandte und Besucher, eine Haushaltshilfe oder Pflegekraft nutzen. Dieser Anbau wertet das Haus deutlich auf und ist ein gutes Argument bei den Verhandlungen über eine Finanzierung.

Unterschiede im Umfang, Bauweise und Materialien

Beim Hausanbau ist nicht nur die Bandbreite an Motiven groß: Der Umfang des Hausanbaus reicht vom Wintergarten bis hin zur Aufstockung um eine ganze Etage. Hauseigentümer haben folgende Möglichkeiten:

  • Die Aufstockung beinhaltet ein neuesDach und erfordert besonders gründliche Vorbereitung. Denn in vielen Gegenden sind Geschossanzahl, Firsthöhe und Fassadenhöhe im Bebauungsplan festgelegt.
  • Etwas unkomplizierter können Sie durch eine Hauserweiterung in die Breite oder Tiefe anbauen am Haus. Wird das Haus verbreitert, wird im gleichen Zuge auch das Dach erweitert, teilweise ist dafür ein neuer Dachstuhl notwendig.
  • Bei der Hausverlängerung bleibt meist die Dachform gleich: Über das zusätzliche Zimmer oder die Erweiterung im Erdgeschoss wird ein Dach gesetzt, das den Stil des vorhandenen Dachs weiterführt. Eine weitere Variante: Das Dach für den Anbau setzt einen neuenAkzent, beispielsweise als Flachdach.

Auch der Einsatz verschiedenster Materialien führt dazu, dass sich kaum zwei Hausanbau-Projekte gleichen. Manch einer setzt beim Hausanbau auf ein massives Mauerwerk, andere möchten in Form von Holzbauweise oder Glas- und Metallkonstruktionen ihr Haus erweitern.


Kosten für den Anbau

Die Frage nach den Kosten für einen Hausanbau lassen sich pauschal nicht beziffern. Natürlich ist es ein großer Unterschied, ob ein Wintergarten ans Wohnzimmer angebaut wird oder sich der Hausanbau überzweiEtagen erstreckt. Dennoch gibt es im Internet zahlreiche Schätzungen, die sich entweder auf die Nutzfläche, auf die Bruttofläche oder auf den Bruttorauminhalt beziehen. Als grobe Richtlinie werden häufig Kosten von 1.400 Euro bis 2000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche angegeben. Hierbei handelt sich aber lediglich um eine grobe Schätzung.

Die Kosten setzen sich aus folgenden Posten zusammen:

  • die Bodenarbeiten und das Fundament
  • der Rohbau
  • (zusätzliche) Heizungsleistungen und Wärmedämmung
  • Fenster und Türen
  • Elektrik und Wasseranschlüsse
  • die Dachkonstruktion
  • eventuelle Treppen und Übergänge zum bestehenden Haus
  • die Fassade
  • der Innenausbau

Holen Sie sich hierfür verschiedene Angebote ein. Vielleicht haben Sie auch Bekannte oder Freunde, die Erfahrungen mit einem Hausanbau haben? Setzen Sie die Kosten in jedem Fall immer in Relation zu dem Nutzen, den Sie aus dem Hausanbau ziehen.

So finanzieren Sie den Hausanbau

Ob Wintergarten oder ein weiteres Stockwerk: Ein Hausanbau ist mit Kosten verbunden, die womöglich über einen Kredit finanziert werden sollen. Haben Sie sich einen Überblick über alle Posten verschafft, können Sie mit unserem Baufinanzierungsrechner einen ersten Eindruck davon gewinnen, mit welchen monatlichen Raten Sie rechnen müssen.


Der Rechner ersetzt aber nicht das Gespräch mit einem unserer Heimatexperten. Denn er weiß, worauf es bei der Baufinanzierung ankommt. Gemeinsam erarbeitet er mit Ihnen einen Finanzierungsplan, der zu Ihren Wünschen und Voraussetzungen passt.

Lassen Sie sich zum Thema Modernisieren & Förderung beraten – Ihr Heimatexperte vor Ort freut sich auf Sie.

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Hausanbau planen

Neben den verschiedenen Möglichkeiten beim Hausanbau stehen weitere Vorüberlegungen an, um den Hausanbau zu planen.

Ausgangspunkt jeder Planung ist das bestehende Haus. Daher sollte ein aktueller Grundriss des Hauses vorliegen. Falls das Original nicht vorhanden ist, können Hausbesitzer den Grundriss möglicherweise beim Bauamt besorgen oder beim Stadt- oder Landesarchiv nachfragen. Bei älteren Häusern empfiehlt es sich, nachzumessen, ob der Plan mit den tatsächlichen Gegebenheiten und Grundflächen übereinstimmt.

Ihre Ideen für den Hausanbau müssen unbedingt mit dem örtlichen Bebauungsplan abgestimmt werden. Er kann Vorschriften zu diesen Punkten enthalten:

  • Wie viele Quadratmeter dürfen zusätzlich bebaut werden?
  • Welche Firsthöhe und Fassadenhöhe darf nicht überschritten werden?
  • Welche Zahl der Etagen ist einzuhalten?

Allgemeine Anforderungen wie beispielsweise die Abstandspflicht zum Nachbargrundstück müssen Hausbesitzer beim Hausanbau auf jeden Fall einhalten.

Wenn die Rahmenbedingungen geklärt sind, geht es an die konkrete Planung. Dazu gehört zum einen die Planung der Innenräume: die Nutzung der neuen Wohnfläche, Umgestaltung der bisherigen Räume und der Übergang zum bestehenden Haus. Zum anderen müssen Sie den Hausanbau von außen planen: Wie werden Fassade und Dach gestaltet, wie entwickelt sich der Gesamteindruck?

Für größere Projekte und insbesondere, wenn ein Bauantrag gestellt wird, arbeiten die meisten Hausbesitzer mit einem Architekten zusammen. Sind tragende Wände betroffen oder benötigen Sie ein neues Dach, führt ein Statiker Berechnungen zur Lastenverteilung durch. Bei einem umfangreichen Hausanbau benötigen Sie auch eine Bauaufsicht, die verschiedene Gewerke wie Elektriker und Dachdecker koordiniert und kontrolliert.


Die Baugenehmigung

Bevor Sie mit dem Hausanbau loslegen können, müssen Sie noch prüfen, ob Sie eine Baugenehmigung brauchen. Grundsätzlich ist eine Baugenehmigung nötig, wenn Gebäude oder Gebäudeteile errichtet werden oder sich die Nutzung ändert. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn der Anbau ein geringes städtebauliches oder wirtschaftliches Gewicht hat. Diese Einschätzung ist jedoch regional unterschiedlich, entscheidend sind die Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes.

Für den Bauantrag zum Hausanbau benötigen Sie unter anderem Bauzeichnungen, einen Lageplan, die Berechnungen der Wohnflächen, Nutzflächen und neu umbauten Flächen, Schätzungen für die Rohbaukosten und Gesamtkosten sowie technische Nachweise.

Falls für das Projekt keine Baugenehmigung nötig ist, müssen Sie es in den meisten Bundesländern dennoch anzeigen. Die Bauanzeige ist eine vereinfachte Form des Baugenehmigungsverfahrens. Auch dafür benötigen Sie die Unterstützung von einem Architekten oder anderen befugten Experten.

 


Gute Beratung ist unverzichtbar

Sie planen einen umfangreichen Hausanbau und suchen nach einer passenden Finanzierung? Sprechen Sie mit einem unserer Heimatexperten über Ihre Vorstellungen und Wünsche. Klären Sie mit uns Ihre offenen Fragen. Profitieren Sie jetzt von unserer umfassenden Beratung.

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