Hausanbau: Mehr Raum gewinnen

Serie Generationenwechsel, Folge 13: Wenn der Platz im eigenen Haus eng wird oder die ererbte Immobilie für die Familie zu klein ist, hilft ein Hausanbau. Die Möglichkeiten reichen vom kleinen Erker bis zum zweistöckigen Hausanbau mit Platz für eine Einliegerwohnung – je nach Bedarf und Budget. Stimmen Idee und Plan, Baugenehmigung und Finanzierung, können Sie sofort loslegen.


Fünf Motive für den Hausanbau

So unterschiedlich wie die Motive für den Anbau am Haus, so zahlreich sind die Lösungen, die sich Hausbesitzer zur Erweiterung der Nutzfläche einfallen lassen. Hier sind die wichtigsten Gründe für den Hausanbau:

  • Mehr Platzbedarf

Viele Hauseigentümer stellen fest, dass ihre Wohnfläche knapp wird, wenn Kinder dazukommen. Sobald die Kinder größer werden, wünschen sie sich ein eigenes Zimmer. Teenager lieben einen eigenen, räumlich abgetrennten Bereich. Wenn die Kinder das Motiv für den Hausanbau sind, denken Sie gleich noch weiter in die Zukunft. Nach dem Auszug der Kinder könnten deren Zimmer vielleicht als Gästewohnung oder für Untermieter genutzt werden. Oftmals reicht auch die Wohnfläche in älteren Häusern für moderne Ansprüche nicht aus.

  • Neue und alte Hobbys

Mit einem Hausanbau schaffen Sie Raum für Ihre Hobbys. Ob Nähwerkstatt oder Atelier für Ihre künstlerische Tätigkeit, ein Raum für Bastelarbeiten und Modellbau oder ein großer Fitnessbereich: Im Hausanbau gehen Sie Ihrem Hobby unbeschwert nach, ohne dass Sie jedes Mal Ihr Wohnzimmer umräumen müssen. Schmutz und Lärm bleiben auf die zusätzlichen Räume beschränkt – Ihre Familienmitglieder werden es Ihnen danken.

  • Mehr Abstellfläche

Gerade wenn ein Haus nicht unterkellert ist, schafft ein Hausanbau Raum für all das, was nicht in den Wohnbereich gehört. Im zusätzlichen Abstell- oder Hauswirtschaftsraum können Waschmaschine, Trockner, Wäscheständer und große Vorratsregale Platz finden. Indem Sie große Geräte oder Schränke in den Hausanbau verlagern, können Sie die übrigen Räume im Haus großzügiger gestalten.

  • Separates Arbeitszimmer

Schon aus Steuergründen möchten viele nicht am Wohnzimmertisch arbeiten, sondern ein separates Arbeitszimmer einrichten. Außerdem arbeitet es sich besser, wenn Sie beispielsweise als Selbstständiger tatsächlich die Tür hinter sich schließen und Geschäftspartner im eigenen Bereich empfangen können. Ein Hausanbau bietet die Chance auf ein oder mehr zusätzliche Zimmer, eventuell sogar mit einem separaten Eingang.

  • Einliegerwohnung

Typisch ist diese Konstellation: Sie übernehmen das Haus Ihrer Eltern, die weiterhin einen kleineren Bereich nutzen. Dann ist eine Einliegerwohnung ideal. Die Einliegerwohnung lässt sich natürlich auch für Verwandte und Besucher, eine Haushaltshilfe oder Pflegekraft nutzen. Dieser Anbau wertet das Haus deutlich auf und ist ein gutes Argument bei den Verhandlungen über eine Finanzierung.


Der Hausanbau – rechtliche und bauliche Aspekte

Ein Hausanbau ist ein neu entstehender Gebäudeteil, der direkt mit dem vorhandenen Gebäude verbunden ist. Das unterscheidet ihn etwa von einem Pavillon oder einer frei stehenden Garage. Für den Hausanbau gelten Vorschriften des öffentlichen Baurechts, in der Regel ist eine Baugenehmigung für den Anbau am Haus nötig. Der Begriff Hausanbau bezeichnet gleichzeitig die eigentliche bauliche Maßnahme, mit der die Nutzfläche des bestehenden Hauses vergrößert wird.

Unterschiede im Umfang, Bauweise und Materialien

Schon anhand der verschiedenen Motive wird deutlich, wie groß die Bandbreite ist: Der Hausanbau reicht vom Wintergarten in Fertigbauweise bis hin zur Aufstockung um eine ganze Etage.

  • Die Aufstockung beinhaltet ein neues Dach und erfordert besonders gründliche Vorbereitung, was den Bebauungsplan angeht: In vielen Gegenden sind Geschossanzahl, Firsthöhe und Fassadenhöhe festgelegt.
  • Etwas unkomplizierter ist die Hauserweiterung in die Breite oder Tiefe. Wird das Haus verbreitert, wird im gleichen Zuge auch das Dach erweitert, teilweise ist dafür ein neuer Dachstuhl notwendig.
  • Einfacher ist die Hausverlängerung, bei der die Dachform gleichbleibt: Über das zusätzliche Zimmer oder die Erweiterung im Erdgeschoss wird ein Dach gesetzt, das den Stil des vorhandenen Dachs weiterführt. Eine weitere Variante: Das Dach für den Anbau setzt einen neuen Akzent, beispielsweise als Flachdach.

Auch der Einsatz verschiedenster Materialien führt dazu, dass sich kaum zwei Hausanbau-Projekte gleichen. Der Hausanbau wird massiv gemauert oder mit Fertigbauelementen hochgezogen. Andere Bauherren setzen auf Holzbauweise oder Glas- und Metallkonstruktionen, beispielweise in einem Wintergarten.


Vorüberlegungen für den Hausanbau

Ausgangspunkt jeder Planung ist das bestehende Haus. Daher sollte ein aktueller Grundriss des Hauses vorliegen. Falls das Original nicht in den eigenen Unterlagen vorhanden ist, können Hausbesitzer den Grundriss möglicherweise beim Bauamt besorgen oder beim Stadt- oder Landesarchiv nachfragen. Bei älteren Häusern und mehreren Vorbesitzern empfiehlt es sich, nachzumessen, ob der Plan mit den tatsächlichen Gegebenheiten und Grundflächen übereinstimmt.

Fertigen Sie mehrere Kopien an, damit Sie direkt auf den Zeichnungen erste Ideen skizzieren können. Ganz frei sind Sie in Ihrer Kreativität aber nicht: Der örtliche Bebauungsplan gibt wichtige Rahmenbedingungen vor. Er kann Vorschriften zu diesen Punkten enthalten:

  • Wie viele Quadratmeter dürfen zusätzlich bebaut werden?
  • Welche Firsthöhe und Fassadenhöhe darf nicht überschritten werden?
  • Welche Zahl der Etagen ist einzuhalten?

Allgemeine Anforderungen wie beispielsweise die Abstandspflicht zum Nachbargrundstück müssen Hausbesitzer auf jeden Fall einhalten. Experten empfehlen, die Nachbarn frühzeitig einzubeziehen! Denn Grundstücknachbarn können gegen eine Baugenehmigung vorgehen. Idealerweise geben die Nachbarn ihre Einwilligung bereits im Bauantrag.


Die Planung des Hausanbaus beginnt

Wenn die Rahmenbedingungen geklärt sind, geht es an die konkrete Planung. Dazu gehört zum einen die Planung der Innenräume: die Nutzung der neuen Wohnfläche, Umgestaltung der bisherigen Räume und der Übergang zum bestehenden Haus. Zum anderen müssen Sie den Hausanbau von außen planen: Wie werden Fassade und Dach gestaltet, wie entwickelt sich der Gesamteindruck?

Für größere Projekte und insbesondere, wenn ein Bauantrag gestellt wird, arbeiten die meisten Hausbesitzer mit einem Architekten zusammen. Der Architekt erarbeitet mit Ihnen Konzeptvorschläge für die Erweiterung der Wohnfläche und erstellt die Zeichnungen. Sind tragende Wände betroffen oder benötigen Sie ein neues Dach, führt ein Statiker die nötigen Berechnungen zur Lastenverteilung durch. Für den Bauantrag benötigen Sie Fachleute mit Bauvorlageberechtigung, also in der Regel einen Architekten oder Bauingenieur.

Ist das Projekt genehmigt, muss vor Baubeginn die Baubeschreibung erstellt werden, in der alle Einzelheiten, Techniken und Materialien genau verzeichnet sind. Zusätzlich benötigen Sie eine Bauaufsicht, wenn verschiedene Gewerke wie Dachdecker, Fensterbauer, Maler, Elektriker und Sanitärfachleute zu koordinieren sind. Bei kleinen Anbauten kann auch ein Bauunternehmer für das ganze Projekt beauftragt werden, oder Sie koordinieren die Arbeiten selbst.


Die Baugenehmigung für den Hausanbau

Grundsätzlich ist eine Baugenehmigung nötig, wenn Gebäude oder Gebäudeteile errichtet werden oder sich die Nutzung ändert. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn der Anbau ein geringes städtebauliches oder wirtschaftliches Gewicht hat. Diese Einschätzung ist jedoch regional unterschiedlich, entscheidend sind die Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes.

Für den Bauantrag zum Hausanbau benötigen Sie unter anderem Bauzeichnungen, einen Lageplan, die Berechnungen der Wohnflächen, Nutzflächen und neu umbauten Flächen, Schätzungen für die Rohbaukosten und Gesamtkosten sowie technische Nachweise.

Falls für das Projekt keine Baugenehmigung nötig ist, müssen Sie es in den meisten Bundesländern dennoch anzeigen. Die Bauanzeige ist eine vereinfachte Form des Baugenehmigungsverfahrens. Auch dafür benötigen Sie die Unterstützung von einem Architekten oder anderen befugten Experten.


Anbau am Haus: Die Kosten

Die Frage nach den Kosten für einen Hausanbau lassen sich pauschal nicht beziffern. Natürlich ist es ein großer Unterschied, ob etwa ein Wintergarten ans Wohnzimmer angebaut wird oder sich der Anbau über zwei Etagen erstreckt, ein neues Dach und Bad erforderlich sind. Dennoch gibt es im Internet zahlreiche Schätzungen, die sich auf die Nutzfläche (in Euro pro Quadratmeter), auf die Bruttofläche oder auf den Bruttorauminhalt (in Euro pro Kubikmeter) beziehen.

Eine andere Möglichkeit ist es, alle anfallenden Arbeiten abzuschätzen und in einem weiteren Schritt mit konkreten Angeboten zu unterfüttern. Zu diesen Arbeiten zählen beispielsweise:

  • die Bodenarbeiten und das Fundament
  • der Rohbau
  • (zusätzliche) Heizungsleistungen und Wärmedämmung
  • Fenster und Türen
  • Elektrik und Wasseranschlüsse
  • die Dachkonstruktion
  • eventuelle Treppen und Übergänge zum bestehenden Haus
  • die Fassade
  • der Innenausbau

Die Finanzierung des Hausanbaus

Persönliche Beratung

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Die Kostenaufstellung macht deutlich, dass schon ein mittlerer Anbau Investitionen von mehreren zehntausend Euro erforderlich machen kann. Da mit dem Hausanbau der Wert der Immobilie steigt, bietet sich – wie bei einem Neubau – eine Baufinanzierung an. Die Investition ins Haus wird über einen Kredit finanziert, den die Hausbesitzer mit einer festen monatlichen Rate zurückzahlen. Die Investition ins Haus wird über einen Kredit finanziert, den die Hausbesitzer mit einer festen monatlichen Rate zurückzahlen.

Die Bausparkasse oder Bank benötigt für das Kreditangebot einen Kostenplan. Meistens steht der Finanzierung des Anbaus nichts im Wege. Ihr Haus wird als Sicherheit eingesetzt. Auch wenn die Beleihungsgrenze Ihrer bisherigen Baufinanzierung noch nicht erreicht ist, sollten Sie mit Ihrer Bausparkasse (oder Bank) über die Finanzierung des Hausanbaus sprechen – dann ist insbesondere das Argument der Wertsteigerung wichtig.

Sprechen Sie frühzeitig mit einem Heimatexperten von Schwäbisch Hall. Sobald die Finanzierungszusage steht, können Sie loslegen und schon bald Ihr vergrößertes Zuhause genießen!

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