Die Holzterrasse selber bauen: So funktioniert’s

Eine schöne Holzterrasse selber zu bauen spart viel Geld. Nicht nur das: Vor allem im Sommer bieten Terrassen zusätzlichen Wohnraum. Und während der Fußball-WM ist sie der ideale Ort für das Private Viewing mit Freunden. Über etwas handwerkliches Talent und Erfahrung sollten Sie für ein solches Vorhaben allerdings schon verfügen. Von der Unterkonstruktion bis zur stimmungsvollen Beleuchtung: Lesen Sie hier alles Wissenswerte zum Thema.


Materialbedarf ermitteln!

Damit Sie nicht unnötig viel Baumaterial kaufen, empfiehlt es sich, zu Beginn eine detaillierte und maßstabsgetreue Skizze zu erstellen. Planen Sie zum Beispiel die einzelnen Dielen und die Abstände dazwischen, ebenso die notwendigen Schraublöcher. Auf diese Weise erhalten Sie einen ziemlich genauen Überblick über die Menge des benötigten Materials. Falls nötig, können Sie sich die Holzdielen im Baumarkt zuschneiden lassen. Viele Märkte bieten darüber hinaus einen Leihservice für Werkzeug an, falls Ihr Equipment nicht ausreicht, um eine Holzterrasse selber zu bauen.

Alle Materialien bekommen Sie im Fachhandel oder in gut sortierten Baumärkten. Die Dielen sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Bei der Auswahl sollten Sie bedenken: Sehr breite Dielen sehen zwar elegant aus, dafür ist das Risiko größer, dass sie sich unter dem Einfluss von Sonne und Feuchtigkeit wölben. Als ideal werden meist Dielen mit einer Breite 14,5 Zentimetern empfohlen. Die gebräuchlichsten Längen liegen zwischen circa zweieinhalb und vier Metern. Außerdem brauchen Sie für die Unterkonstruktion Trägerbalken, auf denen die Dielen später aufliegen. Diese sollten mindestens 4,5 mal 9 Zentimeter stark sein und in einem Abstand von höchstens 60 Zentimetern zueinander angebracht werden.

Auch bei den Schrauben gibt es ein paar Aspekte zu beachten: zum Beispiel, dass diese aus Edelstahl bestehen. Andernfalls können später durch Korrosion unschöne dunkle Flecken entstehen. Am besten fährt man mit Schrauben, die eine eigene Bohrspitze besitzen. Sie dringen leichter ins Holz ein und werden speziell für Holzterrassen hergestellt. Besonders bei Harthölzern oder wenn Sie die Schraube dicht am Holzrand setzen wollen, ersetzen sie aber nicht das Bohren. Schrauben und den passenden Schrauber-Aufsatz für Ihr Werkzeug bekommen Sie im Fachhandel.


Tropenhölzer? Bitte mit FSC-Zertifikat!

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Als nächstes ist die Frage zu klären, aus welchem Holz die künftige Terrasse bestehen soll. Dabei steht eine ganze Reihe an heimischen oder tropischen Hölzern zur Auswahl. Das mit Abstand beliebteste Holz für Terrassenböden ist in Deutschland das südostasiatische Bangkirai – den warmen, rotbraunen Farbton findet man landauf, landab auf zahlreichen Holzterrassen. Besonders geschätzt wird seine hohe Wetterbeständigkeit. Andere Tropenhölzer mit ähnlich guten Eigenschaften, aber anderen Farbtönen, sind beispielsweise das hellere, besonders harte Garapa oder das ins Dunkelrötliche schimmernde Massaranduba. Letzteres ist so schwer, dass es noch nicht einmal schwimmt!

Bei Holzsorten aus tropischen Regenwäldern sollten Sie auf das FSC-Zertifikat achten. Es wird vom internationalen Forrest Stewardship Council vergeben (daher das Kürzel) und garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

Unter den heimischen Hölzern, die meist deutlich günstiger sind, sind Lärche und Douglasie verbreitet. Eine Besonderheit stellt das sogenannte Thermoholz dar. Dabei handelt es sich in der Regel um Kiefern- oder Buchenholz, das durch eine spezielle Wärmebehandlung besonders haltbar gemacht wurde.

Holzterrasse selber bauen: Basis für einen Wintergarten

Wichtig bei der Planung ist die gewünschte Lage der Terrasse. Soll sie direkt ans Haus anschließen? Um Stolpergefahren zu vermeiden, sollte sie in diesem Fall entweder auf exakt der gleichen Höhe wie die Schwelle der Terrassentür liegen – oder aber einen so deutlichen Höhenunterschied aufweisen, dass eine nicht zu übersehende Stufe entsteht. Manche Hausbesitzer bevorzugen aber auch eine separate Terrasse im Garten. In beiden Fällen sollte ein leichtes, etwa einprozentiges Gefälle eingebaut werden, damit Regenwasser abfließen kann (entspricht einem Zentimeter Höhenunterschied pro Meter). Besonders bei Terrassen, die viel im Schatten liegen, ist das wichtig, um den Einfluss von Feuchtigkeit auf das Holz so gering wie möglich zu halten.

Sowohl Holzterrassen am Haus als auch solche im Garten lassen sich überdachen – und später sogar zu einem Wintergarten beziehungsweise einem Gartenhaus ausbauen. Finanzieren können Sie das beispielsweise über einen Bausparvertrag. Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten Sie auch Fördermittel der staatlichen KfW-Bank; etwa wenn der Wintergarten bestimmte Energieeffizienz-Standards einhält.


Fundament der Terrasse: die Unterkonstruktion

Zunächst wird die Unterkonstruktion gefertigt. Dies ist zugleich der schwierigste Teil, wenn Sie Ihre Holzterrasse selber bauen möchten. Auf den Unterbau zu verzichten ist aber keinesfalls praktikabel, weil auch imprägnierte Holzdielen im direkten Kontakt mit dem Erdreich rasch verrotten würden.

Unter den verschiedenen Varianten einer Terrassen-Unterkonstruktion gilt der sogenannte Betonstein-Unterbau als eine der einfacheren Methoden. Dabei ebnen Sie zunächst den Boden ein und legen darüber als Unkrautschutz ein Kunststoffvlies.

Nachdem Sie die Fläche mit einer etwa fünf Zentimeter dicken Kiesschicht bedeckt haben, platzieren Sie im Abstand von etwa 50 bis 60 Zentimetern einen Betonstein – als Sockel für die Tragebalken. Meist werden dazu quadratische Basamentsteine verwendet, wie sie auch im Straßenbau für die seitlichen Abflussrinnen zum Einsatz kommen. Zwischen Betonstein und Tragebalken legen Sie am besten noch einen Streifen Bautenschutzmatte, damit der Balken nie im Wasser liegt. Müssen bei besonders langen Terrassen zwei Tragebalken hintereinander verlegt werden, empfiehlt es sich, sie mithilfe von Lochplatten miteinander zu verschrauben.

Die meisten Heimwerker fahren besser damit, sich für diesen anspruchsvollen Abschnitt des Terrassenbaus die Unterstützung eines fachkundigen Helfers zu sichern.

Schrauben, sägen, hobeln: Wie Sie Fehler vermeiden

Sind die Tragebalken aufgebracht, kann das Verlegen der Holzdielen beginnen. Vorher noch ein Tipp: Wenn Sie die Kanten mit einem sogenannten Fasenhobel bearbeiten (in der Fachsprache: anfasen), verhindern Sie, dass die Bretter an den Rändern bei Belastung absplittern – denn das würde eine echte Verletzungsgefahr darstellen. Auch durch Wind und Wetter können Absplitterungen entstehen.

Sind die Vorarbeiten erledigt, können die Dielen eine nach der anderen im rechten Winkel zur Tragekonstruktion darauf verschraubt werden. Dabei sieht es hübscher aus, wenn die Schraublöcher exakt auf einer Geraden liegen. Zur Orientierung kann man zum Beispiel eine Maurerschnur spannen. Mit einem normalen Akkuschrauber lassen sich die Schrauben leicht eindrehen. Noch einfacher ist es, wenn Sie sie vorher etwas einölen.

Sofern Sie hartes Tropenholz verwenden, empfiehlt es sich, die Löcher vorzubohren. Achtung: Der Bohrer sollte etwa einen Millimeter dicker sein als die Schraube, damit das Holz Platz zum „arbeiten“ hat. Auf diese Weise werden die Dielen an jedem Tragebalken festgeschraubt, wobei ein Abstand von fünf Millimetern eingehalten werden sollte. Abstandshalter aus Kunststoff oder passenden Leistenabschnitte helfen dabei, dass die Fugen überall gleich groß sind. Anfangs ist es ratsam, die Schrauben von Zeit zu Zeit zu kontrollieren und falls nötig nachzuziehen.

Zum Abschluss greifen Sie nun noch einmal zu Säge und Schleifwerkzeug: Mit einer Handkreissäge können Sie die überstehenden Dielen auf eine Länge bringen und erhalten somit eine gerade Terrassenkante. Nehmen Sie ein feines Sägeblatt, um Ausrisse an den Brettenden zu vermeiden. Kleinere Unebenheiten lassen sich mit einem Schwingschleifer oder einfachem Schmirgelpapier beseitigen – für ein angenehmes Fußgefühl auf Ihrer Holzterrasse.

Tipp: Holzdielen sind dem Wetter ausgesetzt, daher kann es auch bei hochwertigen Hölzern durch Verwitterung zu Absplitterungen an den Dielenrändern kommen. Deshalb ist es grundsätzlich wichtig, sie regelmäßig auf Beschädigungen zu kontrollieren und diese gegebenenfalls zu beheben.


So setzen Sie Ihre Terrasse ins rechte Licht

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Übrigens: Wer plant, nicht nur die Holzterrasse selber zu bauen, sondern sie auch noch mit einem Dach zu versehen, sollte sich vorher beim Bauamt erkundigen, ob eventuell eine Genehmigung nötig ist. Je nach Bundesland darf immer nur eine begrenzte Quadratmeterzahl überdacht werden. Terrassendächer gibt es aus Holz, Kunststoff oder aus Glas – letzteres ohne und mit Aluminium-Elementen. Sie können sie auch selber bauen (mit Bausätzen) oder von einem Fachbetrieb anfertigen lassen.

Ein Terrassendach – sofern es nicht aus Glas ist – geht natürlich immer zulasten des Lichts. In diesem Fall, aber auch für laue Sommerabende, kommt es darauf an, die Terrasse mit der passenden Beleuchtung auszustatten. Lampen für die Terrasse sollten ausreichend hell, aber nicht zu grell sein. Eine Möglichkeit besteht darin, Spots am Rand der Terrasse einzulassen. Diese können Sie auch nachträglich in die Dielen einbauen. Diesen Aufwand vermeiden Sie aber, indem Sie die Installation gleich beim Terrassenbau erledigen oder die Spots direkt neben der Terrasse anbringen.

Technisch und geschmacklich gibt es beim Thema Beleuchtung kaum Beschränkungen. Schön anzusehen sind zum Beispiel Standleuchten, die rund um die Terrasse aufgestellt werden. Strahler, die einzelne Objekte im Garten erhellen, sorgen für eine indirekte Beleuchtung. Und wer eine Terrasse mit Dach oder Geländer hat, kann Lichterketten verwenden oder mit einem Lichternetz einen künstlichen Sternenhimmel unter dem Dach erzeugen – Romantik pur!

Sollte Ihre selbstgebaute Holzterrasse die Basis für einen späteren Wintergarten werden, beraten wir Sie gern hinsichtlich einer Finanzierung per Bausparvertrag.


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