Holzterrasse selber bauen: So funktioniert’s

  • Benötigtes Material
  • Anleitung Schritt für Schritt
  • Kosten einer Holzterrasse

Holzterrassen sehen gut aus und sind ein Klassiker für einen gemütlichen Garten. Wenn Sie Ihre Holzterrasse selber bauen, sparen Sie viel Geld. Voraussetzung dafür ist ein gewisses handwerkliches Geschick und Erfahrung. Von der Unterkonstruktion der Holzterrasse bis zur Beleuchtung und den Kosten: Lesen Sie hier alles Wissenswerte.

Holzterrasse selber bauen: Materialbedarf ermitteln

Wer sich gern als Heimwerker betätigt und Spaß am Selbermachen hat, kann mit etwas handwerklichem Geschick und der richtigen Anleitung eine Holzterrasse selber bauen. Dabei sind einige Punkte wesentlich:

  • Baumaterial: Damit Sie nicht unnötig viel Baumaterial kaufen, empfiehlt es sich, zu Beginn eine detaillierte und maßstabsgetreue Skizze zu erstellen. Planen Sie zum Beispiel die einzelnen Dielen und die Abstände dazwischen, ebenso die notwendigen Schraublöcher. Auf diese Weise erhalten Sie einen ziemlich genauen Überblick über die Menge des benötigten Materials.
    Falls nötig, können Sie sich die Holzdielen im Baumarkt zuschneiden lassen. Viele Märkte bieten darüber hinaus einen Leihservice für Werkzeug an, falls Ihr Equipment nicht ausreicht, um eine Holzterrasse selber zu bauen.
  • Größe der Dielen: Alle Materialien bekommen Sie im Fachhandel oder in gut sortierten Baumärkten. Die Dielen sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Bei der Auswahl sollten Sie bedenken: Sehr breite Dielen sehen zwar elegant aus, dafür ist das Risiko größer, dass sie sich unter dem Einfluss von Sonne und Feuchtigkeit wölben. Als ideal werden meist Dielen mit einer Breite von 14,5 Zentimetern empfohlen. Die gebräuchlichsten Längen liegen zwischen circa zweieinhalb und vier Metern.

Außerdem brauchen Sie für die Unterkonstruktion Trägerbalken, auf denen die Dielen später aufliegen. Diese sollten mindestens 4,5 mal 9 Zentimeter stark sein und in einem Abstand von höchstens 60 Zentimetern zueinander angebracht werden.

  • Schrauben: Auch bei den Schrauben gibt es ein paar Aspekte zu beachten: zum Beispiel, dass diese aus Edelstahl bestehen. Andernfalls können später durch Korrosion unschöne dunkle Flecken entstehen. Am besten fährt man mit Schrauben, die eine eigene Bohrspitze besitzen. Sie dringen leichter ins Holz ein und werden speziell für Holzterrassen hergestellt. Besonders bei Harthölzern oder wenn Sie die Schraube dicht am Holzrand setzen wollen, ersetzen sie aber nicht das Bohren. Schrauben und den passenden Schrauber-Aufsatz für Ihr Werkzeug bekommen Sie im Fachhandel.

Holzterrasse bauen: Wahl des richtigen Holzes

Als nächstes ist die Frage zu klären, aus welchem Holz die künftige Terrasse bestehen soll. Dabei steht eine ganze Reihe an heimischen oder tropischen Hölzern zur Auswahl.

  • Tropische Hölzer: Das mit Abstand beliebteste Holz für Terrassenböden ist in Deutschland das südostasiatische Bangkirai – den warmen, rotbraunen Farbton findet man landauf, landab auf zahlreichen Holzterrassen. Besonders geschätzt wird seine hohe Wetterbeständigkeit. Andere Tropenhölzer mit ähnlich guten Eigenschaften, aber anderen Farbtönen, sind beispielsweise das hellere, besonders harte Garapa oder das ins Dunkelrötliche schimmernde Massaranduba. Letzteres ist so schwer, dass es noch nicht einmal schwimmt!
    Hinweis: Bei Holzsorten aus tropischen Regenwäldern sollten Sie auf das FSC-Zertifikat achten. Es wird vom internationalen Forrest Stewardship Council vergeben und garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
  • Heimische Hölzer: Unter den heimischen Hölzern, die meist deutlich günstiger sind, sind Lärche und Douglasie verbreitet. Eine Besonderheit stellt das sogenannte Thermoholz dar. Dabei handelt es sich in der Regel um Kiefern- oder Buchenholz, das durch eine spezielle Wärmebehandlung besonders haltbar gemacht wurde.

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Holzterrasse selber bauen: Basis für einen Wintergarten

Wichtig bei der Planung ist die gewünschte Lage der Terrasse. Soll sie direkt ans Haus anschließen? Um Stolpergefahren zu vermeiden, sollte sie in diesem Fall entweder auf exakt der gleichen Höhe wie die Schwelle der Terrassentür liegen – oder aber einen so deutlichen Höhenunterschied aufweisen, dass eine nicht zu übersehende Stufe entsteht.

Manche Hausbesitzer bevorzugen aber auch eine separate Terrasse im Garten. In beiden Fällen sollte ein leichtes, etwa einprozentiges Gefälle eingebaut werden, damit Regenwasser abfließen kann (entspricht einem Zentimeter Höhenunterschied pro Meter). Besonders bei Terrassen, die viel im Schatten liegen, ist das wichtig, um den Einfluss von Feuchtigkeit auf das Holz so gering wie möglich zu halten.

Sowohl Holzterrassen am Haus als auch solche im Garten lassen sich überdachen – und später sogar zu einem Wintergarten beziehungsweise einem Gartenhaus ausbauen. Finanzieren können Sie das beispielsweise über einen Bausparvertrag. Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten Sie auch Fördermittel der staatlichen KfW-Bank; etwa wenn der Wintergarten bestimmte Energieeffizienz-Standards einhält.


Das Fundament: Unterkonstruktion der Holzterrasse

Zunächst wird die Unterkonstruktion gefertigt. Dies ist zugleich der schwierigste Teil, wenn Sie Ihre Holzterrasse selber bauen möchten. Auf den Unterbau zu verzichten ist aber keinesfalls praktikabel, weil auch imprägnierte Holzdielen im direkten Kontakt mit dem Erdreich rasch verrotten würden.

  • Unter den verschiedenen Varianten einer Terrassen-Unterkonstruktion gilt der sogenannte Betonstein-Unterbau als eine der einfacheren Methoden. Dabei ebnen Sie zunächst den Boden ein und legen darüber als Unkrautschutz ein Kunststoffvlies.
  • Nachdem Sie die Fläche mit einer etwa fünf Zentimeter dicken Kiesschicht bedeckt haben, platzieren Sie im Abstand von etwa 50 bis 60 Zentimetern einen Betonstein – als Sockel für die Tragebalken. Meist werden dazu quadratische Basamentsteine verwendet, wie sie auch im Straßenbau für die seitlichen Abflussrinnen zum Einsatz kommen.


Zwischen Betonstein und Tragebalken legen Sie am besten noch einen Streifen Bautenschutzmatte, damit der Balken nie im Wasser liegt. Müssen bei besonders langen Terrassen zwei Tragebalken hintereinander verlegt werden, empfiehlt es sich, sie mithilfe von Lochplatten miteinander zu verschrauben.
Die meisten Heimwerker fahren besser damit, sich für diesen anspruchsvollen Abschnitt des Terrassenbaus die Unterstützung eines fachkundigen Helfers zu sichern.


Verlegen der Holzdielen: So gehen Sie vor

Sind die Tragebalken aufgebracht, kann das Verlegen der Holzdielen beginnen. Vorher noch ein Tipp: Wenn Sie die Kanten mit einem sogenannten Fasenhobel bearbeiten (in der Fachsprache: anfasen), verhindern Sie, dass die Bretter an den Rändern bei Belastung absplittern – denn das würde eine echte Verletzungsgefahr darstellen. Auch durch Wind und Wetter können Absplitterungen entstehen.

  • Die Dielen werden eine nach der anderen im rechten Winkel zur Tragekonstruktion darauf verschraubt. Dabei sieht es hübscher aus, wenn die Schraublöcher exakt auf einer Geraden liegen. Zur Orientierung kann man zum Beispiel eine Maurerschnur spannen. Mit einem normalen Akkuschrauber lassen sich die Schrauben leicht eindrehen. Noch einfacher ist es, wenn Sie sie vorher etwas einölen.
  • Sofern Sie hartes Tropenholz verwenden, empfiehlt es sich, die Löcher vorzubohren. Achtung: Der Bohrer sollte etwa einen Millimeter dicker sein als die Schraube, damit das Holz Platz zum „arbeiten“ hat. Auf diese Weise werden die Dielen an jedem Tragebalken festgeschraubt, wobei ein Abstand von fünf Millimetern eingehalten werden sollte. Abstandshalter aus Kunststoff oder passende Leistenabschnitte helfen dabei, dass die Fugen überall gleich groß sind. Anfangs ist es ratsam, die Schrauben von Zeit zu Zeit zu kontrollieren und falls nötig nachzuziehen.
  • Zum Abschluss greifen Sie nun noch einmal zu Säge und Schleifwerkzeug: Mit einer Handkreissäge können Sie die überstehenden Dielen auf eine Länge bringen und erhalten somit eine gerade Terrassenkante. Nehmen Sie ein feines Sägeblatt, um Ausrisse an den Brettenden zu vermeiden. Kleinere Unebenheiten lassen sich mit einem Schwingschleifer oder einfachem Schmirgelpapier beseitigen – für ein angenehmes Fußgefühl auf Ihrer Holzterrasse.

Tipp: Holzdielen sind dem Wetter ausgesetzt, daher kann es auch bei hochwertigen Hölzern durch Verwitterung zu Absplitterungen an den Dielenrändern kommen. Deshalb ist es grundsätzlich wichtig, sie regelmäßig auf Beschädigungen zu kontrollieren und diese gegebenenfalls zu beheben.


Holzterrasse selber bauen: Überdachung und Beleuchtung

Übrigens: Wer plant, nicht nur die Holzterrasse selber zu bauen, sondern sie auch noch mit einem Dach zu versehen, sollte sich vorher beim Bauamt erkundigen, ob eventuell eine Genehmigung nötig ist. Je nach Bundesland darf immer nur eine begrenzte Quadratmeterzahl überdacht werden. Terrassendächer gibt es aus Holz, Kunststoff oder aus Glas – letzteres ohne und mit Aluminium-Elementen. Sie können sie auch selber bauen (mit Bausätzen) oder von einem Fachbetrieb anfertigen lassen.

Ein Terrassendach – sofern es nicht aus Glas ist – geht natürlich immer zulasten des Lichts. In diesem Fall, aber auch für laue Sommerabende, kommt es darauf an, die Terrasse mit der passenden Beleuchtung auszustatten:

  • Helligkeit der Lampen ausreichend, aber nicht zu grell
  • Spots oder Strahler am Rand der Terrasse für indirekte Beleuchtung
  • Highlights durch Strahler, die einzelne Objekte im Garten erhellen
  • Lichterketten an Dach oder Geländer

Holzterrasse bauen: Kosten

Wie hoch die Kosten für Ihre selbstgebaute Holzterrasse sind, hängt im Wesentlichen von der Wahl des Holzes und des Unterbaus ab. Durchschnittlich liegen die Kosten pro Quadratmeter bei etwa 90 bis 180 Euro. Die Preisdifferenz zwischen den Holzarten ist groß:

  • Kiefer: ab 20 Euro pro qm
  • Douglasie, Lärche: ab 30 Euro pro qm
  • Bangkirai, Ipe, Teak: ab 60 Euro pro qm
  • Bambus, Eiche: ab 100 Euro pro qm

Eine kostengünstige Alternative sind WPC-Terrassendielen. Diese bestehen aus einem Holz-Kunststoff-Mix und gelten als langlebig und pflegeleicht. Die Preise beginnen bei etwa 20 Euro pro Quadratmeter.

Hinzu kommen Kosten für das Fundament, das Unterkonstrukt und Materialkosten für Montagematerialien. Die Kosten liegen zwischen 45 bis 90 Euro pro Quadratmeter und variieren je nach Holzsorte.


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