Bauzinsen aktuell:
Was passiert bei der Bauzinsentwicklung

  • Historischer Vergleich
  • Prognose für die Zukunft
  • Niedrigzinsen jetzt sichern

Ein wichtiges Detail einer Baufinanzierung sind Zinsen. Über Jahre sind sie gesunken und befanden sich auf einem historisch niedrigen Niveau. Seit Anfang 2022 zeichnet sich eine Trendwende ab, die Bauzinsen steigen wieder. Alles, was Sie darüber wissen müssen und wie es um die Bauzinsen aktuell bestellt ist, erfahren Sie hier.

   

Bauzinsen: Entwicklung und aktuelle Situation

Lange Zeit befanden sich die Bauzinsen in einem historischen Tief. Zahlten Bauwillige im Januar 2010 3,5 Prozent Effektivzins für einen Wohnungsbaukredit, lagen die Bauzinsen Anfang 2022 nur bei knapp über einem Prozent – eine deutliche Bauzinsentwicklung nach unten, die eine Baufinanzierung günstiger werden lies. Das lag auch am niedrigen Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), der ein wichtiger Ausgangspunkt für die Höhe der Bauzinsen ist.

Doch die Situation hat sich verändert und angehende Immobilienbesitzer erleben derzeit schwierige Zeiten. Die Bauzinsen liegen mittlerweile zwischen drei und vier Prozent. Hinzu kommt eine Inflationsrate, in der Spitze knapp über 10 Prozent, die das angesparte Eigenkapital "auffrisst". Gleichzeitig schießen wegen anhaltender Nachfrage die Immobilien- und Materialpreise immer weiter in die Höhe.

       

    

+++ Bauzinsentwicklung: Leitzins und Inflation +++

+++ Leitzins: Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat in seiner jüngsten Sitzung am 02.02.2023 die Leitzinsen im Euroraum um weitere 0,5 Prozentpunkte auf nun 3 Prozent angehoben. Es war bereits die fünfte Erhöhung in Folge. Bereits einen Tag vorher hatte die amerikanische US-Notenbank Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Der Leitzins in den USA liegt demnach aktuell in einer Spanne von 4,5 bis 4,75 Prozent.

+++ Inflationsrate: Die Inflationsrate im Euroraum ist im Vergleich zum Dezember 2022 gesunken. Im Januar kletterten die Verbraucherpreise binnen Jahresfrist zwar um 8,5 Prozent, im Dezember lag die Rate aber noch bei 9,2 Prozent. Das gab das Statistikamt Eurostat am 1. Februar 2023 bekannt.

Für Deutschland sind bislang noch keine Januar-Zahlen bekannt. Im Dezember lag die Inflationsrate hierzulande bei 8,6 Prozent.

 

  Entwicklung Bauzinsen

   Wohnungsbaukredite an private Haushalte    

    

Bauzinsen aktuell: Der Podcast zum Thema

   


Bauzinsen Entwicklung: Das sagt unser Kapitalmarktexperte

Steigende Zinsen, steigende Preise – doch wie geht deren Entwicklung weiter und welche Auswirkungen haben sie auf den Immobilienmarkt? Einfache Antworten auf diese Fragen gibt es nicht. Prognosen sind durch die derzeitigen Rahmenbedingungen auch für unseren Kapitalmarktexperten Dr. Rainer Eichwede schwierig. Was die Immobilienpreise und die Zinsentwicklung angeht, sagt er:

"Wohnen wird gerade für alle teurer – so viel können wir feststellen. Egal ob steigende Baupreise, Energie- oder gar Zinskosten. Entlastung gibt es allenfalls bei den Immobilienpreisen in einem engen Korridor. So schätzt die DZ BANK den Preisrückgang in einer neuen Studie für 2023 bei vier bis sechs Prozent ein, andere Experten prognostizieren bis zu minus zehn Prozent. Das ist angesichts der Wachstumsraten der vergangenen Jahre nur ein sehr kleiner Trost: Seit 2010 haben sich die Immobilienpreise quasi verdoppelt."

 Eine Entlastung an der Zinsfront wird es so schnell nicht geben. Die EZB scheint ihren Kurs der Inflationsbekämpfung strikt weiterzuverfolgen.

Schwäbisch Hall-Kapitalmarktexperte Dr. Rainer Eichwede. (Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall)

"Was können (angehende) Immobilienbesitzer für 2023 angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen also zu tun? Ich sehe vier Lösungen", so die Einschätzung von Dr. Eichwede vom 5. Dezember 2022:

  • "Erstens das Bauvorhaben wie geplant durchziehen und den finanziellen Spielraum maximal ausreizen. Dieser Vorschlag gilt insbesondere für finanzstarke Bauherren mit gutem Eigenkapitalpolster. Sie profitieren von ihrer Investition in einem Umfeld, in dem Sicherheit und energetische Autarkie immer wichtiger werden.
  • Zweite Lösung: Bauvorhaben ändern, also die Investitionssumme senken durch Kauf in kleineren Städten außerhalb größerer Ballungszentren. Auch wer ein Doppelhaus oder Reihenhaus wählt, kann Baukosten minimieren. Wer Grundstücksgröße oder Grundriss eindämpft oder den Keller weglässt, spart ebenfalls signifikant.
  • Dritte Möglichkeit: Vertagen, wobei diese Lösung notwendig sein kann, aber meistens keine gute Idee ist: Denn alle Experten erwarten einen erheblichen Nachfragedruck angesichts der wachsenden Bevölkerung in Deutschland. Mittlerweile leben mit mehr als 84 Millionen Menschen gut eine Million mehr als vor einem Jahr in Deutschland. Und alle drängen auf den Wohnungsmarkt, ob als Mieter oder Erwerber. Lösung drei kommt also nur in Frage, wenn die Aussicht besteht, den Eigenkapitalanteil zeitnah über die notwendige Schwelle von mindestens 20 Prozent zu heben oder die finanzielle Tragbarkeit besser gewährleisten zu können.
  • Lösung vier: Bauvorhaben aufgeben – dieser Weg ist der traurigste. Wer knapp kalkulieren musste, alle anderen Einsparoptionen schon ausgereizt hat, der wird weiterhin am enger werdenden Mietwohnungsmarkt teilnehmen müssen. Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer: Die Politik hat noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um den Immobilienmarkt zu stützen. Sie wird über kurz oder lang die Förderung auch für Neubauten wieder intensivieren müssen, um die drohende Wohnungsnot zu minimieren. Sie könnte jetzt schon den Dschungel an Bauvorschriften lichten, damit Bauvorhaben erleichtern und am Ende zu einer Senkung der Baukosten beitragen. Oder sie schafft zumindest für Erstkäufer günstigere Rahmen­bedin­gungen, indem sie Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer einführt. Gerade junge Familien könnten davon immens profitieren."

In Bezug auf die Bauzinsen sagt Dr. Eichwede: "Eine Entlastung an der Zinsfront wird es so schnell nicht geben. Die EZB scheint ihren Kurs der Inflationsbekämpfung strikt weiterzuverfolgen, die Kreditvergabe verläuft angesichts der wirtschaftlichen Parameter restriktiver als bisher: Insbesondere die Inflation wird hartnäckiger bleiben, so dass Zinsen zunächst auf den Niveaus der letzten sechs Monate bleiben dürften – allerdings werden wir insbesondere in den nächsten Monaten aufgrund der weiterhin hohen Unsicherheiten mit erheblichen Ausschlägen rechnen müssen."

Kostenlose Infos zur Bauzinsentwicklung

Sie machen sich Sorgen, weil die Bauzinsen steigen? Haben Bedenken, ob das mit der eigenen Immobilie noch klappt? Und Sie fragen sich, wie Sie Ihr Traumhaus überhaupt finanzieren sollen? Dann laden Sie sich unser kostenloses Whitepaper herunter. Darin lesen Sie Informationen, Rechenbeispiele, Prognosen, Tipps und Handlungsempfehlungen von Experten.

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Bauzinsen steigen: Jetzt günstige Zinsen für später sichern

Immobilien-Experte Oliver Adler
Schwäbisch Hall-Immobilienexperte Oliver Adler. (Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall AG)

Doch wie reagiert man auf die veränderten Rahmenbedingungen und die aktuellen Bauzinsen? Unser Immobilienexperte Oliver Adler spricht von einer Zeitenwende. Deshalb empfiehlt er, sich die noch immer sehr günstigen Konditionen für die eigene Baufinanzierung zu sichern: „Allein schon die Inflation sorgt für steigende Zinsen. Trotzdem sind die Konditionen nach wie vor historisch günstig: Vor zehn Jahren haben wir Zinssätze mit einer 3 vor dem Komma als Niedrigzinsangebot bezeichnet.“ 

Und wer noch keine geeignete Immobilie gefunden hat, kann sich laut Adler für einen Bausparvertrag entscheiden: "Damit bauen Sie nicht nur Eigenkapital auf, sondern Sie sichern sich die günstigen Darlehenszinsen für die Baufinanzierung von morgen.", fügt er hinzu und ergänzt: "Der Bausparvertrag ist aber auch für Wohneigentümer interessant: Sie können ihn zum Bauen, Kaufen, energetischem Modernisieren oder für Ihre Anschlussfinanzierung nutzen."


Bauzinsen aktuell: Warum Bausparen jetzt Sinn macht

Bausparen bedeutet in diesen Zeiten vor allem, sich die jetzt noch günstigen Zinsen für die Zukunft zu sichern. Wir haben die Vorteile des Bausparens für Sie kompakt zusammengefasst:

  • Sie sichern sich günstige Darlehenszinsen für Ihre Wohnwünsche von morgen. 
  • Sie bilden gezielt Eigenkapital als Basis für Ihre Finanzierung. 
  • Sie entscheiden selbst, ob Sie Ihren Bausparvertrag zum Bauen, Kaufen, energetischen Modernisieren oder für Ihre Anschlussfinanzierung nutzen. 
  • Sie werden vom Staat mit Fördermitteln unterstützt, sofern Sie berechtigt dafür sind. 

In unserem Video zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt wie Bausparen funktioniert. Einfach auf den Play-Button drücken und anschauen.

So einfach kann Bausparen sein.

Informieren Sie sich über die Fördermöglichkeiten des Bausparens:
 

Bauzinsen aktuell: Lassen Sie sich informieren und beraten

Sie sehen also: Mit seinen günstigen und fest vereinbarten Konditionen ist der Bausparvertrag die ideale Lösung für Ihre Zinssicherung. Sie können sicher planen und sparen zusätzlich bares Geld, sollte der spätere Anschlusskredit einen höheren Sollzins aufweisen. Mit dem Ersparten können Sie wiederum entweder mehr tilgen, für später finanziell vorsorgen oder sich andere Wünsche erfüllen. Sprechen Sie jetzt mit unseren Heimatexperten vor Ort, der Ihnen auch zur aktuellen Bauzinsentwicklung und den damit verbundenen Auswirkungen auf eine Baufinanzierung weiterhilft.

Lassen Sie sich zum Thema Bausparen und Finanzieren beraten – Ihr Heimatexperte vor Ort freut sich auf Sie.

Abbildung Bausparfuchs Beratung vereinbaren

    

Bauzinsen steigen: Berechnen Sie das Zinsänderungsrisiko

Auch wenn sich die Experten weitestgehend einig sind, kann niemand eine sichere Prognose für die Bauzinsentwicklung der nächsten zehn Jahre geben. Weil die Phase der Niedrigzinsen aber schon mehrere Jahre anhält, die Zinsen derzeit steigen, sollte längerfristig mit einer Zinsentwicklung gerechnet werden, in der die Bauzinsen aktuell weiter ansteigen. Wenn Sie also gerade Ihr Traumhaus realisieren wollen, ist eine längere Zinsbindung für Ihre Baufinanzierung durchaus sinnvoll. Unser Zinsrechner zeigt Ihnen, wie Ihre Konditionen abhängig von der Laufzeit der Zinsbindung aussehen können.

   


Bauzinsen aktuell: Fragen und Antworten

Warum steigen die Bauzinsen jetzt?

Generell entwickeln sich die Zinsen für Immobilienkredite parallel zum allgemeinen Zinsgeschehen auf den Geldmärkten. Die Steigerungen bei den Bauzinsen sind vor allem mit dem steigenden Zinsniveau in Deutschland und der gesamten Eurozone zu erklären. So liegt die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen im Januar 2023 bei etwa 2 Prozent. Zur Erklärung: Mit Staatsanleihen und Pfandbriefen refinanzieren die Banken Immobilienkredite. Die Mehrkosten geben sie wiederum durch höhere Bauzinsen an die Verbraucher weiter.

Einen großen Einfluss auf die aktuellen Bauzinsen hat auch die Inflation. 

Welche Faktoren die Höhe Bauzinsen aktuell beeinflussen, können Sie hier deatailliert nachlesen.

 

Wie kann ich mir Bauzinsen aktuell sichern?

  • Mit einem Bausparvertrag können Sie sich das aktuelle Zinsniveau für die Darlehensphase sichern, auch wenn das Bauspardarlehen selbst erst nach der Sparphase in einigen Jahren ausgezahlt wird. Unser Heimatexperte Hauke Blohm bringt die Vorteile in einem Interview auf den Punkt: "Wichtig ist auf jeden Fall, stets auch schon an die Zukunft zu denken. So kann man etwa durch Abschluss eines Bausparvertrages steigenden Zinsen entgegenwirken. Das lohnt sich für energetische Modernisierung, Anschlussfinanzierung oder den Wunsch nach Wohneigentum in einigen Jahren. Denn steigende Zinsen bedeuten unter Umständen auch fallende Immobilienpreise – so schlägt man sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Und natürlich der Top-Tipp aktuell: Nutzen Sie langfristige Zinsbindung für mehr Planbarkeit."
  • Bauherren oder Eigenheimbesitzer können sich mit einem Forward-Darlehen die Zinsen von heute bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung sichern. Am Ende der festgelegten Vorlaufzeit wird das Darlehen ausgezahlt. 
  • Endet die Zinsbindung des Baukredits schon innerhalb der nächsten sechs Monate, können sich Anschlussfinanzierer die derzeit noch niedrigen Zinsen mit Hilfe eines Sofortdarlehens sichern. Mit dem Sofortdarlehen lösen die Kreditnehmer den Restbetrag des alten Darlehens ab.
 

Wie hoch ist der Zinssatz für eine Baufinanzierung?

Auch wenn Online-Suchmaschinen heute den direkten Preisvergleich erleichtern, einen verbindlichen Zinssatz für die Baufinanzierung gibt es nicht.  Wenn Sie dort Laufzeit, Wunschrate und Kredithöhe angeben, erhalten Sie eine Vielzahl von Angeboten mit dem jeweiligen Effektivzins. Daran lässt sich zwar abschätzen, in welchem Rahmen sich eine Baufinanzierung aktuell bewegt. Diese Informationen geben aber nur einen groben Anhaltspunkt. Für die Planung Ihrer individuellen Baufinanzierung reichen sie nicht aus. Denn bevor eine Bausparkasse oder Bank ein konkretes Finanzierungsangebot macht, prüft sie eine Vielzahl von Faktoren, darunter:

  • verfügbares Eigenkapital
  • Bonität
  • Verhältnis zwischen Kreditsumme und Preis der Immobilie

Wenn Sie über einen hohen Anteil an Eigenkapital verfügen, erhalten Sie unter Umständen einen günstigeren Zinssatz. Wenn Sie nur einen Teil, beispielsweise 60 Prozent der Immobilie beleihen, erhalten Sie bessere Konditionen als Kunden, die 80 Prozent des Kaufpreises finanzieren wollen.  

 

Gute Beratung ist unverzichtbar

Sie haben Pläne für Ihren Wohntraum? Sprechen Sie mit einem unserer Heimatexperten, wenn Sie nach einer passenden Finanzierung für Ihr Vorhaben suchen. Er beantwortet gerne Ihre Fragen zu den verschiedenen Optionen und Fördermöglichkeiten und erstellt mit Ihnen gemeinsam einen Finanzierungsplan. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und profitieren Sie von unserer individuellen Beratung.

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Weitere Infos zum Thema Bauzinsen

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