Carport oder Garage bauen: So gehen Sie vor

Serie Generationenwechsel, Folge 14: Sie haben ein älteres Haus übernommen und sich wohnlich eingerichtet. Doch Ihr Auto muss auf der Straße stehen? Warum nicht eine Garage oder einen Carport bauen? Hier erfahren Sie alles Wichtige über den optimalen Standort und die erforderliche Größe, über Baugenehmigungen und Finanzierung.


Die Vorteile, wenn Sie Carport oder Garage bauen

Ob Sie eine Garage bauen oder einen Carport, ist erst einmal zweitrangig. Die Vorteile eines Unterstands für Ihren Pkw sind in beiden Varianten groß:

  • Sie schützen Ihr Fahrzeug vor dem Wetter. Unter anderem entfällt das lästige Entfernen von Eis, Schnee und Laub. Außerdem hat Ihr Pkw einen höheren Wiederverkaufswert, wenn er dem Wetter nicht so stark ausgesetzt war.
  • Indem Sie eine Garage bauen, sichern Sie Ihren Pkw gegen Diebstahl und Einbrüche ab. Der Pkw steht schließlich weggeschlossen hinter einem Garagentor. Auch wenn Sie nur einen Carport bauen, steigt die Sicherheit: Bewegungsmelder schrecken Diebe besser ab als jede Straßenlaterne. Zudem sinken auch Ihre Beiträge zur Kfz-Versicherung.
  • Wenn Sie Garage oder Carport richtig platzieren, können Sie auch bei schlechtem Wetter trockenen Fußes ins Auto gelangen.
  • Wenn Sie eine Garage bauen, verhindern Sie, dass Marder Bissschäden an Kabeln, Schläuchen und Manschetten Ihres Fahrzeugs verursachen.

Erste Entscheidung: Carport oder Garage bauen?

Bevor Sie Ihr Projekt starten, müssen Sie die Voraussetzung klären: Ist nach dem geltenden Flächennutzungsplan der Bau überhaupt genehmigungsfähig? Erst dann kann die nächste Entscheidung fallen: Ob Sie einen Carport oder eine Garage bauen, ist zunächst einmal eine Kostenfrage.

  • Die Materialkosten für eine Blechgarage liegen im günstigsten Fall bei rund 1.450 Euro.
  • Für eine Holzgarage kosten die Baustoffe mindestens 2.150 Euro.
  • Wenn Sie eine gemauerte Garage bauen, rechnen Sie mit Sachkosten von mindestens 1.650 Euro.

Eine Garage aus Stein benötigt ein mindestens 80 Zentimeter tiefes, stabiles Fundament. Wer es durch eine Firma erstellen lässt, zahlt zusätzlich Handwerkerstunden. Bei einer gemauerten Garage entstehen leicht Gesamtkosten zwischen 9.000 und 11.000 Euro.

Wenn Sie einen Carport bauen, sind die Kosten in der Regel niedriger. Doch auch hier kommt es auf das gewählte Material an. Ein Dach aus Kunststoff ist günstiger als eines aus Schindeln. Wände aus Holz kosten weniger als solche aus Aluminium. Ein einfacher Carport aus Alu schlägt mit etwa 1.200 Euro zu Buche. Bausätze aus Holz sind in einfacher Qualität bereits ab 400 Euro zu haben.

Garage bauen: Günstig ist nicht immer die beste Wahl

Material, Größe, eventuell eine Zweitnutzung – alles das hat Einfluss auf die Kosten, wenn Sie eine Garage bauen. Und wirkt sich natürlich auf den Umfang einer benötigten Finanzierung aus. Denken Sie daran, dass eine besonders günstige Ausführung zwar den Geldbeutel schont, aber selten die attraktivste Variante ist. Schließlich bildet der Unterstand für Ihr Fahrzeug eine optische Einheit mit dem Haus. Wenn Sie Ihre Garage bauen, können Sie Stil und Materialien der Immobilie aufgreifen. Eine ähnliche Dachform, dieselben Schindeln oder Fenster wie beim Haus ergeben eine harmonische Gesamtwirkung.

Fragen Sie sich zunächst, wie groß Sie Ihre Garage bauen wollen. Sind Sie vom verfügbaren Platz her nicht eingeschränkt, können Sie über eine Zusatznutzung nachdenken. Zum einen gibt es die naheliegende Möglichkeit, eine Doppelgarage zu bauen. Zum anderen lässt sich eine große Garage für zusätzliche Zwecke nutzen. Sie kann als Unterstellmöglichkeit für Gartengeräte und Mülleimer dienen, als Fahrradschuppen, Hobbywerkstatt oder Lagerraum für die Sportutensilien. Gerade wenn Ihre Immobilie über keinen Keller verfügt, können einige Quadratmeter mehr Stauraum vieles vereinfachen. Wenn Sie etwas größer denken möchten: Wie wäre es mit einer Einliegerwohnung über der Garage?


Carport bauen: Wie viele Pfähle, wie viele Wände?

Wenn Sie eine Garage bauen, liegt es auf der Hand: Das Gebäude benötigt vier Wände, ein Tor und im Idealfall eine Tür. Wollen Sie einen Carport bauen, haben Sie deutlich mehr Varianten zur Auswahl. Sie können den Bauplan selbst entwerfen, einen Architekten beauftragen oder einen der zahlreichen Bausätze kaufen. Vorab müssen Sie sich für die Zahl der tragenden Pfähle und der Wände entscheiden:

  • Carports werden je nach Größe meist von vier bis sechs Pfählen getragen, als Dach kommt häufig ein Flachdach zum Einsatz. In der Regel hat es ein leichtes Gefälle, damit Regenwasser abfließen kann. Bei einem größeren Dach sollten Sie über Regenrinnen am Carport nachdenken. Fehlen die Rinnen, kann viel Wasser vom Dach herabprasseln, beispielsweise auf ein benachbartes Beet. Den Pflanzen bekommt das auf Dauer nicht – und Sie werden sich immer wieder über Dreckspritzer am Auto ärgern.
  • Merkmal eines Carports ist, dass er nicht rundum geschlossen ist. Er kann aber eine oder mehrere Wände haben. Versuchen Sie, sich den fertigen Carport vorzustellen: Drei Wände beispielsweise bieten einen besonders guten Wind- und Wetterschutz, reduzieren aber zugleich den Lichteinfall. Das kann relevant sein, wenn Sie Ihren Carport eng ans Haus bauen und ein Fenster (teilweise) überdachen.

Lage und Ausrichtung von Garage oder Carport

Welcher Standort auf dem Grundstück ist für Garage oder Carport optimal? Oft beantwortet sich die Frage von selbst: da, wo ausreichend Platz zur Verfügung steht. Für eine Garage benötigen Sie immer mehr Raum als für einen rundum offenen Carport. Um den Platzbedarf zu ermitteln, messen Sie als erstes Ihr Fahrzeug aus: Länge, Breite und Höhe. Geben Sie genug Platz zum Aussteigen rechts und links hinzu. Denken Sie auch an die Zukunft. Auch wenn Sie heute einen Kleinwagen fahren, schaffen Sie sich bei Familienzuwachs eventuell einen Kombi oder SUV an.

Sie haben bei Lage und Ausrichtung verschiedene Varianten zur Auswahl? Dann wählen Sie diejenige mit dem einfachsten Zugang zum Haus, im Idealfall erhält Ihre Garage sogar einen direkten Übergang. Das erfordert in der Regel größere und damit teurere Baumaßnahmen, etwa für einen Wanddurchbruch. Wenn Sie einen Carport bauen, sollten Sie ihn ebenfalls an oder neben einer Haus- oder Seitentür errichten. Entscheidend ist, dass der Weg zum Haus kurz und im Idealfall überdacht ist.

 

Wann Sie eine Carport-Baugenehmigung benötigen

 

Planen Sie eine gemauerte Garage, ist eine Baugenehmigung unumgänglich. Ob Sie auch für Ihren Carport eine Baugenehmigung beantragen müssen, unterscheidet sich dagegen von Bundesland zu Bundesland. Kriterien sind beispielsweise die Größe des Carports und die Form des Dachs. Welche Vorgaben in Ihrer Region gelten, erfahren Sie beim zuständigen Bauamt. „Merkt doch keiner, ob wir eine Genehmigung haben“, könnten Sie nun denken. Doch überall gibt es Zufälle, die dafür sorgen, dass ein Fehlverhalten auffliegt. Möglicherweise müssen Sie einen illegalen Bau dann wieder abreißen und obendrein ein Bußgeld zahlen.

Ebenfalls beim Bauamt erfahren Sie, welche Materialien Sie verwenden dürfen. An einigen Stellen müssen Sie zum Beispiel die Vorgabe „nicht brennbar“ oder sogar „feuerhemmend“ erfüllen. In vielen Gemeinden können Sie sich über die Genehmigungspflicht für Carports und Garagen online informieren. Ein Beispiel: Im Märkischen Kreis (Südwestfalen) sind für das Baugenehmigungsverfahren folgende Unterlagen wichtig: das Bauantragsformular, ein beglaubigter Auszug aus der Liegenschaftskarte im Maßstab 1:500 sowie Bauzeichnungen im Maßstab 1:100.

Eine Garage oder ein Carport muss meistens zweieinhalb bis drei Meter vom Nachbargrundstück entfernt sein. Auch hier gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen, über die Sie Ihr Bauamt informiert. Beginnen Sie erst mit dem Bau, wenn die Genehmigung vorliegt.


Versicherung für Garage oder Carport

Wenn Sie eine Garage oder einen Carport bauen, müssen Sie das fertige Objekt auch versichern. Ein überdachter Stellplatz kann bereits Teil Ihrer Gebäudeversicherung sein, ein Blick in den Vertrag oder ein Anruf bei der Versicherung sorgt für Klarheit. Ist der Bau nicht automatisch mitversichert, können Sie Garage oder Carport nachträglich in die Gebäudeversicherung aufnehmen lassen. Diese Versicherung deckt in der Regel Schäden durch Feuer, Schneedruck, Sturm und Hagel ab. Lesen Sie aufmerksam die Details im Vertrag. Wenn Sie in einem Hochwassergebiet leben, sollte auch dieses Risiko inbegriffen sein. Da Extremwetterschäden stark zunehmen, lassen Sie am besten auch Ihre Gebäudeversicherung daraufhin prüfen, ob sie hier Deckung gewährt. Ist das nicht der Fall, sollten Sie eine Elementarschadenversicherung in Erwägung ziehen.

Der in Garage oder Carport abgestellte Pkw ist über die Gebäudeversicherung allerdings nicht versichert. Bei Schäden am Fahrzeug springt Ihre Voll- oder Teilkaskoversicherung ein. Auch hier ist es wichtig, dass Sie sich über die Vertragsklauseln informieren. In jedem Fall zahlen Sie reduzierte Versicherungsbeiträge, wenn Sie für Ihr Fahrzeug einen Carport bauen. Die Ersparnis ist noch höher, wenn Sie eine abschließbare Garage bauen.

 

Auf dem Mietgrundstück Carport oder Garage bauen

Liegt die Genehmigung des Grundstückseigentümers vor, lässt sich auch auf einem Mietgrundstück eine Garage oder ein Carport bauen. Wenn Sie als Mieter die Garage auf eigene Kosten errichten, sind konkrete Absprachen mit dem Vermieter wichtig. Diese sollten Sie in einem schriftlichen Vertrag festhalten. Finden Sie außerdem Regelungen für die Frage, was nach Ihrem Auszug mit dem Bau passiert. Carports in Leichtbauweise können Sie beispielsweise abbauen und an einem anderen Standort wieder errichten. Für den Fall, dass Sie dies nicht wollen, sollten Sie mit dem Vermieter eine Regelung bezüglich einer Abschlagszahlung treffen.


Die Garage clever finanzieren

Je größer Ihr Garagenprojekt ausfällt, umso eher benötigen Sie finanzielle Hilfe bei der Umsetzung. Neben den reinen Baukosten können weitere Ausgaben hinzukommen, etwa für

  • die elektrische Anlage
  • einen angrenzenden Nutz- oder Werkstattraum
  • ein elektrisch angetriebenes Tor
  • eine Heizung
  • Solarkollektoren auf dem Dach
  • eine Ladestation für Ihr E-Mobil

Solche Ausstattungsdetails verteuern das Projekt, bedeuten aber zugleich eine Wertsteigerung für Ihre Immobilie. Die Bau- und Ausstattungskosten können Sie auch aus einem Bausparvertrag bezahlen. Bausparen bei Schwäbisch Hall bietet Ihnen sogar die Möglichkeit einer Sofortfinanzierung. Die Heimatexperten beraten Sie gern ausführlich vor Ort und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Finanzierungskonzept mit langjähriger Niedrigzinsgarantie.

Baukredit nach Maß

Unsere Heimatexperten sind jederzeit gern persönlich für Sie da.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Hinweis: Sie verwenden einen veralteten oder nicht unterstützten Browser. Gegebenenfalls kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung der Webseite kommen.