Wallbox: Ladestation für Ihr Elektroauto zu Hause

Viele Autofahrer würden gern auf ein umweltfreundliches Elektrofahrzeug umsteigen – wenn es genügend „E-Tankstellen“ gäbe. Wer seine eigene Ladestation fürs Elektroauto zu Hause installiert, macht sich unabhängig von öffentlichen Stationen. Lesen Sie hier, was Sie dabei beachten sollten.


Die Haushaltssteckdose nur im Ausnahmefall benutzen

Um den Akku Ihres E-Autos jederzeit aufladen zu können, benötigen Sie eine sogenannte Wallbox. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Spezialsteckdose, die an der Wand angebracht wird – zum Beispiel in der Garage, im Carport oder an einem anderen Ort, von dem aus Sie Ihr abgestelltes Fahrzeug mit dem dazugehörigen Ladekabel gut erreichen können.

Theoretisch können Sie ein Elektroauto über die ganz normale Haushaltsteckdose aufladen. Dies hat jedoch mehrere Nachteile. Erstens dauert es an der Steckdose bis zu zehn Stunden, bevor der Akku des Fahrzeugs voll ist – eine Wallbox schafft das in bis zu rund 90 Minuten. Außerdem können Sie mit einer privaten Ladestation für Ihr Elektroauto zu Hause Geld sparen: Nach einer auf Angaben des ADAC und des Daimler-Konzerns basierenden Berechnung ergibt sich beispielsweise bei durchschnittlicher Nutzung eines kleinen Elektrowagen vom Typ Smart Fortwo Electric eine Ersparnis von rund 31 Euro im Jahr, wenn zum Aufladen statt der Steckdose eine Wallbox verwendet wird. Das liegt daran, dass durch die kürzere Ladezeit auch sogenannte Nebenverbraucher wie die Batterieüberwachung weniger lange aktiv sind. Außerdem ist der Energieverlust bei einer hohen Ladeleistung geringer als bei der niedrigen Leistung über die Steckdose. Künftige Strompreissteigerungen mit einkalkuliert, erhöht sich die eingesparte Summe nochmals leicht.

Wichtiger als dieser zugegeben recht überschaubare Spareffekt ist ohnehin der Sicherheitsaspekt. Die üblichen 230-Volt-Steckdosen im Haus sind nicht für die Dauerbelastung und Strommengen ausgelegt, die für das Laden eines E-Autos benötigt werden. Die Folge kann – vor allem in Bestandsgebäuden mit alten Leitungen – eine Überhitzung sein, die schlimmstenfalls zum Brand führt. Experten raten deshalb, den Fahrzeug-Akku nur im Ausnahmefall über die Steckdose zu laden: zum Beispiel wenn Sie auf Reisen sind und weder Wallbox noch öffentliche Ladestation in der Nähe vorhanden ist.


Ladestation fürs Elektroauto zu Hause benötigt Starkstrom!

Schneller, einfacher, sicherer – mit einer Wallbox als Ladestation fürs Elektroauto zu Hause fahren Sie also in dreierlei Hinsicht besser. Installiert werden sollte sie unbedingt von einem qualifizierten Elektriker. Der Grund: Wie beispielsweise der Elektroherd, benötigt auch eine Wallbox einen Starkstromanschluss, in diesem Fall mit 400 Volt Spannung. Die notwendigen Kabel dürfen nur von einem Experten verlegt werden. Eigenarbeit ist hier lebensgefährlich, außerdem riskieren Sie bei Eigenmontage im Schadensfall Ihren Versicherungsschutz.

Praktischerweise wird die Wallbox direkt in der Garage installiert, wobei in den meisten Fällen eine Leitung von der Küche dorthin zu verlegen ist. Die Box bildet fortan die Schnittstelle zwischen Stromnetz und Akku des Elektroautos. Bei einer Ladeleistung von 22 Kilowatt dauert das Aufladen eines E-Mittelklassewagens nicht länger als anderthalb Stunden. Geringere Ladeleistungen wirken sich in entsprechend längeren Ladezeiten aus, allerdings spielt auch die Leistung des Ladegerätes im Fahrzeug eine Rolle.

Installation der Wallbox

Sofern Sie sich nicht für ein Modell entscheiden, dass ausdrücklich für den Außeneinsatz vorgesehen ist, sollten Sie darauf achten, dass die Box vor Witterungseinflüssen wie Feuchtigkeit, Frost und Sonneneinstrahlung geschützt ist. Welcher Aufwand für den Einbau notwendig ist, ergibt sich aus den baulichen Bedingungen im Haus. Überlegen Sie beispielsweise, ob vorhandene Starkstromleitungen genutzt werden können oder ob neue Kabel verlegt werden müssen. Dabei fallen möglicherweise einige Erdarbeiten an. Wenn die Wallbox nicht direkt an der Wand angebracht werden kann, besteht auch die Möglichkeit, einen Standfuß zu verwenden.

Als Eigenheimbesitzer können Sie Ihre Wallbox selbstverständlich installieren lassen, wo immer Sie wollen. Ab einer bestimmten Leistungsgrenze müssen Sie lediglich Ihren Netzbetreiber über den Einbau informieren. Meist liegt diese Grenze bei einer Ladeleistung von 4,6 kW. Verbindliche Auskunft über eine Meldepflicht erteilt der jeweilige Netzbetreiber.


Das müssen Vermieter und Mieter beachten

Bei Eigentumswohnungen mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen sind weitere Aspekte zu beachten. Soll die Wallbox in einer Tiefgarage angebracht werden, muss die Eigentümergemeinschaft zustimmen. Sinnvoll ist dann in jedem Fall die Verwendung eines separaten Stromzählers, damit die anderen Eigentümer nicht durch die Wallbox belastet werden. Außerdem empfiehlt es sich, die Box durch eine Zugangssicherung für Fremde zu sperren. Das kann zum Beispiel durch einen sogenannten RFID-Transponder geschehen.

Mieter müssen vor Installation einer Ladestation für ihr Elektroauto zu Hause die Erlaubnis des Vermieters einholen. Vermieter wiederum können von sich aus eine Wallbox installieren, idealerweise schon während der Bauphase eines Objekts. Das erhöht den Wert der Immobilie, auch wenn die Box vom Mieter vielleicht nicht sofort genutzt wird.

Die einfachsten Wallbox-Modelle sind bereits für circa 500 bis 700 Euro zu haben. Sie verfügen meist über einen 11-Kilowatt-Anschluss (oder schwächer). Für einen leistungsfähigen 22-Kilowatt-Anschluss werden um die 1.000 Euro fällig. Boxen mit Zusatzfunktionen, etwa zum Laden mehrerer Autos (siehe unten), können auch schon mal das Doppelte kosten. Hinzu kommen Kosten für den professionellen Einbau der Wallbox. Hier sind in der Regel noch einmal einige Hundert Euro einzukalkulieren, bei größerem Aufwand (Wand- oder Deckendurchbrüche, extra lange Kabel) auch eine vierstellige Summe.


Zuschüsse zur Wallbox von Ländern und Gemeinden

Das klingt zunächst einmal nach einer relativ hohen Investition. Was viele nicht wissen: Die Bundesregierung fördert nicht nur den Kauf von Elektroautos mit Prämien von bis zu 4.000 Euro – einige Bundesländer sowie Städte und Gemeinden gewähren auch Zuschüsse zur privaten Ladestation fürs Elektroauto zu Hause. Hier ein Überblick, basierend auf Angaben des ADAC:

  • Düsseldorf: 500 Euro bei Nutzung von Ökostrom oder Solaranlage
  • Hannover: 500 Euro bei Nutzung von Ökostrom
  • Karlsruhe: 500 Euro für Wallbox beim Kauf eines E-Autos
  • München: 20 Prozent der Nettokosten für Montage und Installation der Ladeinfrastruktur sowie 80 Prozent der Beratungsleistungen (maximal 6.000 Euro)
  • Dachau: 250 Euro bei Abschluss eines Ökostromvertrags
  • Nürnberg: 250 Preisnachlass beim Kauf einer Wallbox
  • Merseburg: 500 Euro Zuschuss
  • Nordrhein-Westfalen: 50 Prozent der Wallbox-Kosten (höchstens 1.000 Euro)
  • Sachsen: 1.000 Euro plus 200 Euro pro kW/h beim Einbau einer Wallbox inklusive Stromspeicher

Auch Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige können Zuschüsse erhalten, zum Teil sogar deutlich höhere als Privatpersonen. Mehr Informationen dazu bekommen Sie beispielsweise beim ADAC.

Achten Sie aber vor Beantragung eines Zuschusses darauf, ob er eventuell an die Stromabnahme von einem bestimmten Anbieter gekoppelt ist. Sollte das der Fall sein, rechnen Sie zunächst aus, ob sich durch einen Wechsel in einen anderen Tarif Ihre Stromkosten erhöhen – und ob sich der Zuschuss dann auf Dauer gesehen noch lohnt. Natürlich können Sie auch Ihren Bausparvertrag zum Kauf und Einbau einer Ladestation einsetzen. Einzelheiten dazu erklärt Ihnen gern Ihr Heimatexperte der Schwäbisch Hall.


E-Auto über Photovoltaikanlage aufladen

Persönliche Beratung

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Die umweltschonende Wirkung Ihres E-Autos erhöhen Sie noch einmal, wenn Sie den Akku mit Solarstrom aus einer vorhandenen Photovoltaikanlage aufladen. Je weiter die staatliche Einspeisevergütung sinkt, umso mehr lohnt sich der Eigenverbrauch. Genaue Summen lassen sich über einen Eigenverbrauchsrechner im Internet ermitteln. Außerdem können Sie für eine Photovoltaikanlage ebenfalls Zuschüsse erhalten, etwa von der KfW-Bank. Der Stromanbieter Yello hat errechnet, dass eine Anlage mit einer Fläche von 40 Quadratmetern genug Energie für einen BMW i3 mit 30.000 Kilometer Fahrleistung im Jahr liefert – ohne dass ein Cent an zusätzlichen Stromkosten anfällt.

Technisch immer ausgereifter sind „intelligente“ Ladestationen, die zum Beispiel mit entsprechenden Zusatzmodulen in ein komplettes Lastmanagementsystem integriert werden. Auf diese Weise haben Sie unter anderem die Möglichkeit, mehrere E-Fahrzeuge gleichzeitig mit Energie zu versorgen. Ist die Wallbox mit Ihrem Smart Home vernetzt, können Sie die Ladestation auch per Smartphone und Tablet bedienen. Erhältlich sind Ladestationen entweder direkt über die Hersteller von Elektroautos, über Stromanbieter und in Fachmärkten. Um zu erfahren, welche Anlage für Ihre individuellen Wohnverhältnisse am besten geeignet ist, sollten Sie den Rat eines Elektrofachmanns einzuholen. Er kennt alle Details, beispielsweise zu den benötigten Steckern und Kabeln, und übernimmt auch die fachgerechte Installation.

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