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CO2-Steuer: Das sollten Hausbesitzer wissen

  • So verteuert die Steuer Gas und √Ėl
  • Wie die CO2-Steuer berechnet wird
  • Womit Sie erh√∂hte Kosten durch die Steuer vermeiden

Wer mit √Ėl und Gas heizt, muss daf√ľr in Zukunft mehr bezahlen. Die CO2-Steuer verteuert in den n√§chsten Jahren die fossilen Brennstoffe. Lesen Sie hier, wie hoch der Mehrpreis ausf√§llt und was Sie dagegen tun k√∂nnen.

             

Was ist die CO2-Steuer?

Die CO2-Steuer heißt offiziell CO2-Preis. Dabei handelt es sich um eine Abgabe auf fossile Brennstoffe. Die Abgabe verteuert diese fossilen Brennstoffe und soll so einen Anreiz zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und zur Nutzung klimafreundlicherer Alternativen schaffen.

Die CO2-Steuer wird auf folgende Brennstoffe erhoben:

  • Benzin (auch Flugbenzin)
  • Diesel
  • Heiz√∂l
  • Erdgas
  • Fl√ľssiggas
  • Kohle zum Heizen
  • Biogas (au√üer nachhaltig produziertes Biogas)
  • Abfall in Heizkraftwerken

Holzpellets, Hackschnitzel und Wärmepumpen sind von der Steuer ausgenommen.

Hausbesitzer, die mit fossilen Brennstoffen wie Gas oder √Ėl heizen, m√ľssen aufgrund der CO2-Steuer in den n√§chsten Jahren mit stetig steigenden Brennstoffkosten rechnen.


Wie wird die CO2-Steuer bezahlt?

CO2-Steuer. Heizöl wird geliefert
Die CO2-Steuer wird zusätzlich auf den eigentlichen Preis des fossilen Brennstoffes aufgeschlagen. (Quelle: stock.adobe.com/U. J. Alexander)

Die CO2-Steuer wird nicht direkt von Verbrauchern bezahlt, sondern von den Unternehmen, die diese Brennstoffe in Verkehr bringen. Die Kosten werden jedoch an die Endverbraucher weitergegeben, wodurch fossile Energieträger teurer werden.

Geregelt wird das durch das¬†Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Es bildet die gesetzliche Grundlage f√ľr das¬†nationale Emissionshandelssystem¬†zur Bepreisung der¬†CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen in den Bereichen Verkehr und W√§rme.

Hei√üt konkret: Unternehmen, die mit Heiz√∂l, Erdgas, Benzin und Diesel handeln, m√ľssen seit dem 1. Januar 2021 daf√ľr einen¬†CO2-Preis bezahlen. Sie werden verpflichtet, f√ľr den Treibhausgas-Aussto√ü, den ihre Produkte verursachen, Emissionsrechte in Form von Zertifikaten zu erwerben. Und die Ausgaben f√ľr diese Zertifikate werden an den Endverbraucher weitergegeben.


Heizen: So verteuert die CO2-Steuer Gas und √Ėl

Die H√∂he des CO2-Preises legt das Brennstoffemissionshandelsgesetz¬†fest. Nach der Einf√ľhrung im Januar 2021 waren es 25 Euro pro Tonne, im Jahr 2022 stieg der Preis auf 30 Euro. In der Regel steigt der Preis jedes Jahr an. Nur¬†2023 gab es wegen der sehr hohen Energiepreise infolge des Ukraine-Krieges eine Ausnahme. Daf√ľr kletterte¬†2024 der Preis dann gleich um 50 Prozent auf 45 Euro. Grund daf√ľr war die Deckung¬†der Finanzierungsl√ľcke nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

Ab 2026¬†werden die CO2-Zertifikate dann versteigert. In diesem Jahr solle dann ein Preiskorridor¬†von¬†55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 gelten.¬†¬†Ab 2027 ist die Einf√ľhrung eines freien europ√§ischen Emissionshandelssystems geplant. Ab dann sind die CO2-Preise frei verhandelbar. Die lagen in den vergangenen Jahren¬†in der EU¬†im Schnitt bei rund 85 Euro pro Tonne.

Zusätzliche Heizkosten beim Einfamilienhaus durch die CO2-Steuer:

Jahr  CO2-Preis pro Tonne Erdgas, saniertes Haus1 Erdgas, wenig saniertes Haus2 Heiz√∂l, saniertes Haus3 Heiz√∂l, wenig saniertes Haus4
2021 25 Euro 39 Euro 120 Euro 52 Euro 159 Euro
2022 30 Euro 47 Euro 144 Euro 62 Euro 190 Euro
2023 30 Euro 47 Euro 144 Euro 62 Euro 190 Euro
2024 45 Euro 70 Euro 215 Euro 93 Euro 285 Euro
2025 55 Euro 78 Euro 239 Euro 103 Euro 317 Euro
2026 55 bis 65 Euro 85 bis 101 Euro 263 bis 311 Euro 113 bis 134 Euro 349 bis 412 Euro
2027 freie Preisbildung

1) KfW 70-Haus, 6.500 kWh/Jahr 2) wenig saniertes EFH, 20.000 kWh/Jahr 3) KfW 70-Haus, 6.50 l/Jahr 4) wenig saniertes EFH, 2.000 l/Jahr

Quelle: Verbraucherzentrale NRW e. V.

Der Heizungshersteller Vaillant geht in seinem Wissensblog 21grad davon aus, "dass sich bis zum Jahr 2030 das Heizen mit √Ėl um etwa 35 Prozent verteuert haben wird, das Heizen mit Erdgas um rund 25 Prozent".

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Wie wird die CO2-Steuer berechnet?

Die CO2-Steuer wird anhand des CO2-Aussto√ües bei der Verbrennung des fossilen Brennstoffes berechnet.¬†F√ľr jeden fossilen Brennstoff ist daf√ľr ein spezifischer CO2-Emissionsfaktor festgelegt. Dieser gibt an, wie viel CO2 bei der Verbrennung einer bestimmten Menge des Brennstoffs freigesetzt wird.

Der CO2-Emissionsfaktor wird mit der Menge des verbrannten Brennstoffs multipliziert. Das Ergebnis ist die Menge des CO2-Ausstoßes in Tonnen. Die CO2-Menge in Tonnen wird dann mit dem aktuellen CO2-Preis pro Tonne multipliziert. 

Ein Beispiel: F√ľr Erdgas ist ein CO2-Emissionsfaktor von 0,201 kg CO2 pro kWh festgelegt.¬†Das bedeutet, bei der Verbrennung von 1 kWh Erdgas werden 0,201 kg bzw. 0,000201 Tonnen CO2 freigesetzt. 2024 betr√§gt die CO2-Steuer 45 Euro pro Tonne CO2.

Das ergibt folgende Rechnung:

  • CO2-Aussto√ü Erdgas: 0,000201 Tonnen
  • CO2-Steuer: 0,000201 Tonnen x 45 Euro/Tonne = 0,009045 Euro

Somit fallen 2023 rund 0,9 Cent CO2-Steuer pro Kilowattstunde Erdgas an. Bezogen auf einen Jahresverbrauch von 20.000 kWh Erdgas heißt das:

  • CO2-Aussto√ü: 20.000 kWh x 0,000201 Tonnen/kWh = 4,02 Tonnen
  • CO2-Steuer: 4,02 Tonnen x 45 Euro/Tonne = 180,90 Euro

Die CO2-Steuer f√ľr 20.000 kWh Erdgas k√∂nnte 2024 rund 181 Euro betragen und wird vom Gasversorger auf die Endverbraucherrechnung aufgeschlagen.


Wie vermeide ich als Hausbesitzer steigende Kosten durch die CO2-Steuer?

Als Hausbesitzer können Sie steigende Kosten durch die CO2-Steuer auf verschiedene Weise vermeiden:

Energetische Sanierung

Eine der wirksamsten Maßnahmen ist die energetische Sanierung Ihres Hauses. Je besser die Wärmedämmung und je effizienter die Heizungsanlage, desto weniger Brennstoff wird benötigt und desto geringer fallen die Kosten durch die CO2-Steuer aus. Zu den Sanierungsmaßnahmen, die infrage kommen, zählen:

Interessant ist die energetische Sanierung vor allem deshalb, weil es daf√ľr zahlreiche staatliche F√∂rderprogramme gibt. Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, dann empfehlen wir Ihnen diesen Artikel:¬†Energetische Sanierung: So viel F√∂rderung gibt's vom Staat.

CO2-Steuer: rauchender Schornstein
Die energetische Sanierung des Hauses ist die effektivste Methode, die Heizkosten und damit auch die CO2-Steuer zu senken. (Quelle: stock.adobe.com/AlexGo)

Umstieg auf erneuerbare Energien

Ein Umstieg auf erneuerbare Energien wie Solarthermie, Pelletheizung oder eine Wärmepumpe vermeidet die CO2-Steuer komplett, da diese nur auf fossile Brennstoffe erhoben wird. Besonders effizient ist die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage.

Reduzierung des Energieverbrauchs

Durch einfache Verhaltens√§nderungen, wie k√ľrzer und effizienter heizen, Sto√ül√ľften statt Dauerl√ľften und den Einsatz von Thermostatventilen l√§sst sich der Energieverbrauch und damit die CO2-Steuer senken. Lesen Sie dazu gern auch unsere Energiespartipps. Und noch ein Praxistipp: Laut¬†¬ß 41 Abs. 5 EnWG haben Sie ein Sonderk√ľndigungsrecht,¬†wenn Ihr¬†Gasanbieter¬†einen steigenden CO2-Preis an Sie weitergibt.


Wof√ľr wird die CO2-Steuer verwendet?

Die Einnahmen aus der CO2-Steuer flie√üen in den Energie- und Klimafonds der Bundesregierung. Sie sollen f√ľr folgende Zwecke verwendet werden:

  1. Finanzierung von F√∂rderprogrammen und Investitionen zur Energiewende und Klimaschutz:¬†Dazu geh√∂ren beispielsweise F√∂rderprogramme f√ľr energetische Geb√§udesanierung, erneuerbare Energien und energieeffiziente Technologien.
  2. Entlastung der B√ľrger von den Kosten des CO2-Preises:¬†Einen betr√§chtlichen Teil der Einnahmen aus dem¬†CO2-Preis verwendet der Bund zur Finanzierung der Kosten der¬†EEG-Umlage. Das hat zur Folge, dass bei Stromkunden die¬†EEG-Umlage nicht mehr auf der Rechnung erscheint.¬†F√ľr einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahr entspricht das laut bundesregierung.de einer j√§hrlichen Entlastung von rund 130 Euro.¬†
  3. Förderung von Forschung und Innovation im Bereich Klimaschutz: Mittel fließen in Projekte zur Entwicklung neuer klimafreundlicher Technologien und Verfahren.
  4. Unterst√ľtzung des Strukturwandels in Regionen, die stark vom Kohleausstieg betroffen sind: Hier geht es um Investitionen in neue Arbeitspl√§tze und Infrastruktur in ehemaligen Kohlerevieren.

Die genaue Mittelverwendung wird j√§hrlich im Bundeshaushalt festgelegt. Die Bundesregierung verspricht, die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung vollst√§ndig in Klimaschutzma√ünahmen und Entlastungen f√ľr die B√ľrger zu investieren.


Wann und wie bekommen Mieter den CO2-Preis vom Vermieter erstattet?

 

Seit dem 01.01.2023 m√ľssen auch Mieter, die mit √Ėl oder Gas heizen, anteilig die CO2-Steuer bezahlen. Das sogenannte "Kolendioxidkostenaufteilungsgesetz" regelt aber, dass sich¬†Wohnungsinhaber ebenfalls an den CO2-Kosten beteiligen m√ľssen.

In welcher Höhe die Beteiligung erfolgt, das richtet sich nach dem Effizienzgrad des Gebäudes. Danach muss der Vermieter zwischen 0 und 95 Prozent der CO2-Kosten tragen. Als Faustregel gilt: Je schlechter die Dämmung und je höher der Energieverbrauch, desto höher der Anteil der CO2-Steuer, die der Vermieter trägt.

Wie der CO2-Preis erstattet wird, h√§ngt von der Form der Heizung ab. Wird die Wohnung √ľber eine Zentralheizung versorgt, dann muss der Vermieter die Aufteilung des CO2-Preises ausweisen und seinen Anteil automatisch von den Heizkosten abziehen. Das gilt erstmalig f√ľr die Nebenkostenabrechnung 2023.

Bei einem direkten Vertrag des Mieters mit einem Energieversorger (zum Beispiel bei einer Gasetagenheizung) m√ľssen Sie als Mieter selbst aktiv werden und den Anteil des CO2-Preises vom Vermieter zur√ľckverlangen. Wie hoch dieser Anteil ist, daf√ľr hat die Bundesregierung einen¬†Online-Rechner f√ľr die CO2-Kosten und deren Aufteilung ins Netz gestellt.


Gute Beratung ist unverzichtbar

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