Schmuckstück fürs Haus: Die Dachterrasse

Eine Dachterrasse ist eine echte Oase, dabei sind Bau und Gestaltung des Schmuckstücks gar nicht so schwierig. Das Wichtigste: Die Statik muss stimmen. Hier erfahren Sie, welche Bauvorschriften es zu beachten gilt und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.


Dachterrasse: Bauliche Voraussetzungen

Prinzipiell können Sie auf jedem Haus eine Dachterrasse bauen. Zwar ist ein Flachdach ideal, doch selbst ein Satteldach trägt eine Dachterrasse. Dazu werden ein Teil des Dachfirsts und der Dachziegel abgetragen, das schafft den nötigen Platz. Und Sie ahnen schon: Ohne die richtigen Fachleute an Ihrer Seite wird das eine schwierige Aufgabe. An der Gartenterrasse hinterm Haus können Sie sich noch selbst ausprobieren. Wird sie uneben, ist das zwar ärgerlich – doch Sie richten damit keinen großen Schaden an. Bei einer Dachterrasse sollten Sie unbedingt Experten hinzuziehen.

Vor allem geht es bei der Dachterrasse um das Thema Statik. Das Dach Ihres Hauses muss stark genug sein, um die zusätzliche Last zu tragen. Ist das nicht der Fall, muss die Möglichkeit bestehen, verstärkende Streben einzubauen. Eine weitere wichtige Frage: Wie steht es um den Zugang zum Dach? Idealerweise gibt es bereits ein größeres Fenster, das sich zu einer Tür umbauen lässt. Ist ein solches Fenster nicht vorhanden, können Sie per Treppe einen Zugang über ein darunterliegendes Zimmer schaffen. Wenn Sie für Ihre Dachterrasse Ideen sammeln möchten, besichtigen Sie einfach einige Neubaugebiete. Dort finden Sie zahlreiche Anregungen.  


Vorschriften für die Dachterrasse

Juristen bezeichnen eine Dachterrasse als „nicht unbedeutende bauliche Anlage“. Dementsprechend müssen Sie sich den Bau von Ihrer kommunalen Behörde genehmigen lassen. Wenn Sie neu bauen, geschieht das im Rahmen des dafür notwendigen Bauantrags. Wollen Sie die Dachterrasse nachträglich einbauen, müssen Sie die Genehmigung separat einholen. Bei der Planung der Dachterrasse ist unbedingt der für Ihr Wohngebiet geltende Bebauungsplan zu berücksichtigen. Unter Umständen ist es sogar verboten, dort überhaupt eine Dachterrasse zu errichten. Einen Schwarzbau sollten Sie niemals riskieren: Ohne Genehmigung drohen Bußgeld und Baustopp. Außerdem müssen Sie den Umbau nachträglich genehmigen lassen. Ist das aufgrund der örtlichen Bauvorschriften nicht möglich, sind Sie eventuell sogar zum Abriss gezwungen.

Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) empfiehlt, sich vorab bei der örtlichen Baubehörde beraten zu lassen. Eine solche Beratung ist kostenfrei, und Sie bekommen schnell Gewissheit, ob Ihr Bauvorhaben Aussicht auf Genehmigung hat. Außerdem erfahren Sie dort genau, welche Unterlagen und Informationen Ihr Bauantrag enthalten muss. Darunter sind in der Regel:

  • vom Architekt erstellte Bauunterlagen, die unter anderem belegen, dass ausreichend Abstand zum Nachbarn besteht und alle DIN-Normen berücksichtigt sind
  • das Gutachten eines Statikers, das die Stabilität des Hauses bestätigt
  • Informationen zur geplanten Dämmung, wenn die Dachterrasse über Wohnraum liegt
  • gegebenenfalls Einverständniserklärungen Ihrer Nachbarn

Was kostet eine Dachterrasse?

Wie viel Sie Ihre Dachterrasse kosten wird, ist pauschal nicht zu sagen. In erster Linie sind die baulichen Gegebenheiten ausschlaggebend. Wie immer gilt: Je größer der Aufwand, umso höher die Kosten. Außerdem kommt es natürlich darauf an, wie groß der Austritt werden soll. Eine kleine Dachterrasse auf dem Flachdach fällt günstiger aus als ein großflächiger Bereich, für den das Satteldach umgestaltet werden muss.

Ganz grob können Sie davon ausgehen, dass ein kleiner Austritt mit wenigstens 3.000 Euro zu Buche schlägt. Voraussetzung ist, dass der Umbau völlig unproblematisch vonstattengehen kann. Nach oben sind den Kosten kaum Grenzen gesetzt. Bei einer größeren Dachterrasse liegen Sie leicht bei rund 20.000 Euro. Und jeder Sonderwunsch, jedes statische Problem verursacht weitere Kosten. Auch beim Preis gilt die Empfehlung: Sprechen Sie mit den Experten. Wird Ihre Planung konkret, holen Sie am besten mehrere Kostenvoranschläge bei verschiedenen Handwerksfirmen ein.

 

Dachterrasse: Ideen entwickeln

Ein guter Zeitpunkt für den Bau einer Dachterrasse ist, wenn Sie ohnehin Ihr Hausdach erneuern müssen. Ob im Neubau oder in der Bestandsimmobilie – auf Folgendes müssen Sie achten:

  • Ausrichtung: Ähnlich wie bei der Gartenterrasse ist auch bei der Dachterrasse entscheidend, in welcher Richtung sie liegt. Die meisten Bauherren bevorzugen die Ausrichtung gen Süden – so bekommt die Dachterrasse die meisten Sonnenstunden. Mit einer Ostterrasse genießen Sie die Sonne gegen Abend, mit einer Westterrasse am Morgen. Auch die ungeliebte Nordterrasse hat ihre Vorteile. So können Sie zum Beispiel Ihr Homeoffice im Sommer nach draußen verlegen – ohne von der Sonne geblendet zu werden.
  • Sonnenschutz: Mit Ausnahme der Nordterrasse sollten Sie für Ihre Dachterrasse Ideen entwickeln, wie Sie sich vor der Sonne schützen. Infrage kommen zum Beispiel eine teilweise Überdachung, Sonnensegel, Markise oder der altbewährte Sonnenschirm.
  • Gefälle: Ihre Dachterrasse benötigt ein leichtes Gefälle von mindestens zwei Prozent. Damit sorgen Sie dafür, dass das Regenwasser abfließen kann und sich keine Pfützen bilden. Das Gefälle sollte schon in der Bauplanung einbezogen werden. Aber Sie haben auch die Möglichkeit, nachträglich durch den Belag der Dachterrasse dafür zu sorgen. Sinnvoll ist es, Notüberläufe zu installieren. Sind die regulären Abläufe einmal verstopft,– etwa durch Laub, kann das Regenwasser dennoch abfließen.

Bodenbelag für die Dachterrasse

Sie haben Ihren Statiker alles prüfen lassen? Wenn sein Okay vorliegt, haben Sie freie Bahn, was die Gestaltung Ihrer Dachterrasse angeht. Großen Einfluss auf die Atmosphäre hat der Bodenbelag. Zur Auswahl stehen Holz, Stein, Fliesen, Rasen oder WPC. WPC („Wood-Plastic-Composites“) sind Verbundstoffe aus Holz und Plastik. Die Materialien haben unterschiedlichen Pflegebedarf. WPC gilt als besonders witterungsbeständig, Holz dagegen ist anfällig. Es sollte einmal jährlich gründlich gereinigt und geölt werden.

Das Magazin „Schöner Wohnen“ empfiehlt bei der Wahl des Bodens, nicht nur von den persönlichen Vorlieben auszugehen. Ratsam sei, den architektonischen Stil des Hauses zu berücksichtigen. „Einem sachlich-modernen Wohnhaus kann eine großzügige Holzterrasse als warmer, natürlicher Kontrast richtig guttun“, heißt es dort. „Während Bodenbeläge aus Beton oder Steinzeug die unterkühlte Wirkung der Architektur noch unterstreichen.“ Bei Altbauten raten die Wohnexperten zu Natursteinboden. Damit werde ein älteres Haus optisch gut ergänzt.

 

Dachterrasse: Beispiele für die Gestaltung

Auch die Begrenzung ist ein wichtiges Gestaltungselement, wenn Sie nach Ideen für Ihre Dachterrasse suchen. Das kann eine Mauer oder ein Geländer sein; als Materialen stehen Holz, Stein, verschiedene Verbundstoffe oder sogar Glas zur Auswahl. Wichtig: die Höhe der Begrenzung Ihrer Dachterrasse. Die Vorgaben variieren leicht von Bundesland zu Bundesland. Bei einer Absturzhöhe von maximal zwölf Metern sind meist Geländer mit mindestens 100 Zentimetern vorgeschrieben. Mancherorts reichen 90 Zentimeter. Befindet sich die Dachterrasse in größerer Höhe, ist eine Absicherung von mindestens 110 Zentimetern vorgeschrieben.
Denken Sie bei der Absicherung Ihrer Dachterrasse vor allem an Kinder. Bei einem Geländer mit vertikalen Stäben dürfen die Abstände dazwischen maximal zwölf Zentimeter betragen. So verhindern Sie, dass ein Kind seinen Kopf hindurchstecken und hängenbleiben kann. Und noch etwas sollten Sie in Bezug auf Kinder beachten: Querstreben laden dazu ein, hinaufzusteigen. Suchen Sie sich besser ein Geländer aus, das Kindern keinen Tritt bietet.
Im Internet gibt es für Dachterrassen viele Beispiele. Zur Gestaltung bieten sich Sofas, Bodenvasen, Pflanzkörbe und Laternen an. Zahlreiche Vorschläge für Dachterrassen finden Sie in der Fotocommunity „Solebich.de“ (https://www.solebich.de/wohnen/dachterrasse?id=4413258). Tipp: Denken Sie schon beim Bau an die Beleuchtung und lassen Sie Kabel, Anschlüsse und Steckdosen installieren.


Eine Dachterrasse für die Bestandsimmobilie

Sie möchten eine Dachterrasse nachträglich einbauen? Erste Anlaufstelle ist wie immer der Statiker. Er prüft, ob Sie Ihr Vorhaben weiterverfolgen können. Als nächstes wenden Sie sich mit Ihren Vorstellungen an einen Architekten oder Bauingenieur. Der erarbeitet einen Plan für Ihre Dachterrasse auf einem Flachdach oder Satteldach. Beim nachträglichen Einbau einer Dachterrasse ist die Bauwerksabdichtung ein heikles Thema, warnt der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Insbesondere gilt das für Dachterrassen auf dem Flachdach. „Bedenken Sie, dass der Bau einer Dachterrasse ein zusätzlicher Eingriff in die Dachstruktur ist und somit einen möglichen Schwachpunkt darstellt“, so die Experten. Beim Bau verwenden die Fachleute meistens eine Abdichtung aus Bitumen (einer Art Asphalt) in Kombination mit Bahnen aus Kunststoff.

Eine Alternative ist die Dachterrasse auf der Garage. Das Thema Wärmeisolierung können Sie dort vernachlässigen. Dafür ist die Frage der Statik umso wichtiger: Schließlich ist das Garagendach ursprünglich nicht für schwere Lasten gedacht. Natürlich brauchen Sie auch für die Dachterrasse auf der Garage eine entsprechende Baugenehmigung.  


Tipp: Förderung fürs Gründach

 

Wenn Sie für den Bodenbelag Ihrer Dachterrasse weitere Ideen benötigen: Warum nicht über eine Begrünung nachdenken? Dafür erhalten Sie unter Umständen sogar Fördergelder. Staat, Städte und Kommunen haben verschiedene Programme aufgelegt, die Sie für diesen Zweck in Anspruch nehmen können. Da ein grünes Dach den Energiebedarf eines Hauses senkt, kommt beispielsweise ein Zuschuss der staatlichen KfW-Bank infrage: Für die Wärmedämmung von Dächern ist deren Investitionszuschuss 430 „Energieeffizient Sanieren“ gedacht.

Auch viele Städte und Kommunen unterstützen Hauseigentümer, die ihr Dach begrünen wollen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Verwaltung, ob es ein solches Angebot gibt. Um sich für eine Förderung zu qualifizieren, müssen Sie natürlich eine angemessen große Dachterrasse planen. Ein kleiner Austritt von sechs Quadratmetern wird nicht reichen. Einen Überblick zu diesem Thema bietet der Deutsche Dachgärtnerverband. Er informiert auf seinem Portal über die Fördermöglichkeiten für Dachbegrünungen. (http://dachgaertnerverband.de/foerderung_gruendach/foerderung.php).  


Finanzierung mit Schwäbisch Hall

Generell ist in allen Fragen rund um die Immobilie Schwäbisch Hall der richtige Finanzierungspartner. Auch den Bau einer Dachterrasse können Sie mit einem vorhandenen Bausparvertrag finanzieren, da es hier um einen wohnwirtschaftlichen Zweck geht. Wer noch keinen Bausparvertrag abgeschlossen hat, kann ebenfalls in den Genuss entsprechender Zinsvorteile und möglicherweise Förderungen kommen – und sogar im Rahmen der Sofortfinanzierung das benötigte Geld für die Baumaßnahme erhalten, das dann in der Folgezeit abbezahlt wird. Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall beraten Sie dazu professionell und erarbeiten mit Ihnen gern einen individuellen, langfristig zinsgünstigen Finanzierungsplan.

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