Doppelhaus bauen: So gehen Sie es an

Vieles spricht dafür, ein Doppelhaus zu bauen – vor allem der finanzielle Aspekt: Ihren Traum vom Eigenheim können Sie so bis zu 25 Prozent günstiger realisieren. Das Bauen mit Tandempartner kann aber auch zu Problemen führen. Folgendes sollten Sie bedenken, wenn Sie ein Doppelhaus bauen.

Kompromissbereitschaft erforderlich, um ein Doppelhaus zu bauen

Das Projekt Doppelhaus ist ideal, wenn Sie bei der Verwirklichung Ihres Immobilientraums kosteneffizient vorgehen wollen und alle wichtigen Schritte gern gemeinsam mit einem Baupartner gehen wollen. Tatsächlich lassen sich in dieser Kombilösung wirtschaftliche Vorteile realisieren. Doch ob Sie sich mit Freunden oder bislang fremden Personen zusammentun: Ein Doppelhaus zu bauen verlangt von Ihnen die Bereitschaft zu Kompromissen. Das reicht von der Dacheindeckung über die Heizungsanlage bis zur Energieeffizienz. Um Meinungsverschiedenheiten zu vermeiden, sollten Sie vertraglich regeln, wie Sie Ihr Doppelhaus bauen. Schon kleine Unstimmigkeiten können sich zu großen Diskussionen oder gerichtlichen Auseinandersetzungen entwickeln. Dagegen sollten Sie sich absichern – auch wenn Sie mit guten Freunden das Doppelhaus bauen. Die Absicherung kann in Form einer offiziellen Baugruppe geschehen. Oder Sie verfassen mithilfe eines Notars einen individuellen Vertrag.
Im Vertrag legen Sie beispielsweise fest, was geschehen soll, wenn ein Partner seine Haushälfte verkaufen möchte. Sie können sich als Nachbar ein Vorkaufsrecht sichern. Denken Sie auch an die Gestaltung des Gartens, wenn Sie ein Doppelhaus bauen. Mithilfe des Vertrags legen Sie fest, welche Bepflanzung erlaubt ist. So sichern Sie sich dagegen ab, dass irgendwann ein Baum des Nachbarn Ihre Terrasse verschattet. Per Vertrag können Sie prinzipiell alles regeln. Dazu gehört auch, dass Sie ein Mitspracherecht bekommen, wenn Ihr Nachbar seine Hälfte vermieten möchte. So haben Sie Einfluss auf die Auswahl der Mieter.


Den geeigneten Partner fürs Doppelhaus finden

Wer Freunde, Bekannte oder Verwandte hat, die ebenfalls ein Doppelhaus bauen möchten, hat Glück. Was aber, wenn sich in Ihrem Umfeld niemand findet, der dafür infrage kommt? Dann müssen Sie auf die Suche gehen. Wichtig: Ehrlichkeit geht vor Höflichkeit. Legen Sie klar Ihre Position dar, wenn Sie mit Interessenten sprechen. Zu viel Rücksicht zu nehmen oder eine „Das wird schon“-Einstellung – das funktioniert hier nicht. Nur wenn Sie von Anfang deutlich sagen, was Sie wollen, finden Sie den Baupartner, der zu Ihnen passt.

Wo suchen Sie nach einem geeigneten Partner, um ein Doppelhaus zu bauen? Hier einige Tipps:

  • Sprechen Sie infrage kommende Bauträger und Architekten an. Diese haben Kontakt zu zahlreichen Interessenten, zu denen Sie Kontakt aufnehmen können.
  • Recherchieren Sie online, beispielsweise auf dem Portal Ebay-Kleinanzeigen. Dort gibt es viele Inserate, in denen Baupartner gesucht werden.
  • Es gibt regionale Projekte, die Ihnen bei der Suche helfen, beispielsweise die Mitbauzentrale München (http://www.mitbauzentrale-muenchen.de).
  • Inserieren Sie selbst: in entsprechenden Portalen oder der regionalen Tageszeitung.
  • Reden Sie mit Kollegen und Bekannten über Ihr Vorhaben, ein Doppelhaus zu bauen. Vielleicht kommt so der Kontakt zu einem Baupartner zustande.

Doppelhaus bauen: Was eine Baugruppe ausmacht

 

Der Begriff Baugruppe oder auch Baugemeinschaft klingt nach großen Projekten mit Mehrparteienhäusern. Doch auch beim Doppelhaus kommt das Modell Baugruppe infrage. Baugruppen gibt es in verschiedenen Formen. Relevant ist, was Sie im gemeinsamen Vertrag festschreiben.

Grundsätzlich lassen sich zwei Formen unterscheiden: die private und die betreute Baugruppe.

  • Private Baugruppe oder Baugemeinschaft: Sie organisiert sich komplett selbst und verzichtet auf die Unterstützung professioneller Baubetreuer.
  • Betreute Baugruppe oder Baugemeinschaft: Hier stehen professionelle Dienstleister zur Verfügung, die Aufgaben wie die Organisation des Baus und die Verwaltung der Finanzen übernehmen.

„Baugruppen sind ideal für alle, die nicht einfach fertige Wohnungen von der Stange beziehungsweise aus dem Exposé eines Bauträgers kaufen wollen, aber ein Projekt auch nicht allein verwirklichen möchten“, heißt es im Infoportal forum-baugemeinschaften.de.


Ein Doppelhaus zu bauen ist relativ günstig

Sie sind sich sicher, dass Bauen in der Gemeinschaft für Sie das Richtige ist? Dann können Sie sich über finanzielle Vorteile freuen. Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau unterstreicht auf n-tv.de die Möglichkeiten: „Der Bagger für die Erdarbeiten muss nur einmal anrücken, Bauteile und Material können für beide Häuser gemeinsam angeliefert werden, die Erschließungskosten werden geteilt. Kurzum – die gesamte Baulogistik kann gemeinsam genutzt werden.“

Wenn Sie mit einer anderen Partei ein Doppelhaus bauen, können Sie folgende Ausgaben deutlich reduzieren oder sogar halbieren:

  • Kosten für Architekten und Sachverständige
  • Notargebühren beim Kauf des Grundstücks
  • Erschließungskosten
  • Materialkosten (Rabatte aufgrund der größeren Mengen)
  • Transportkosten fürs Material
  • diverse Baukosten, etwa für Aushub und Keller, Bodenplatte, Dach, Gas-, Wasser- und Elektrozuleitungen

Grundstückskosten beim Doppelhaus

Bei einem Doppelhaus fällt das Grundstück deutlich günstiger aus, da geringere Maße erforderlich sind. Im deutschen Baurecht ist vorgeschrieben, dass ein Haus mindestens drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze haben muss. Je nach Landesverordnung kann es auch mehr sein. Ein Grundstück muss also immer mindestens sechs Meter breiter sein als das Haus, das darauf steht. Wenn Sie ein Doppelhaus bauen, entfällt dieser Abstand auf der einen Seite des Hauses. Es hängt von den Quadratmeterpreisen in Ihrer Region ab, wie viel Sie konkret sparen können.

Beispiel: Das Grundstück, auf dem Sie Ihr Doppelhaus bauen, ist 60 Meter lang. Bei einem Drei-Meter-Abstand benötigen Sie für Ihre Haushälfte 180 Quadratmeter weniger (drei Meter x 60 Meter) als für ein freistehendes Einfamilienhaus. Bei Quadratmeterpreisen zwischen 100 und 200 Euro bedeutet das eine Ersparnis von 18.000 bis 36.000 Euro. Ein günstigeres Grundstück mindert zudem die Grunderwerbsteuer, die beim Kauf anfällt. Der Steuersatz beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises.


Doppelhaus bauen und gemeinsam heizen

Die Heizungsanlage ist bei jedem Bauprojekt ein hoher Kostenfaktor. Ziehen Sie eine gemeinsame Heizung in Erwägung, wenn Sie ein Doppelhaus bauen. Sie teilen sich dann nicht nur die Kosten für Anschaffung und Einbau der Anlage. Auch die Rechnungen für Wartung, Reparaturen und Modernisierung zahlen Sie nur anteilig. Planen Sie am besten gleich mit einem gemeinsamen Heizungsraum im Keller. Von dort aus werden getrennte Rohrleitungen in beide Haushälften verlegt. Sie brauchen keine Bedenken haben, dass Sie für Ihren Nachbarn mitbezahlen: Es werden Wärmemengenzähler eingebaut. Der Verbrauch wird für beide Parteien getrennt abgelesen.

Auch hier ist wieder der Hinweis auf die Bedeutung von vertraglichen Regelungen wichtig. Legen Sie vorab fest, wann die Heizung im Herbst angestellt und im Frühling abgestellt werden soll. Auch wer die Aufgabe hat, die Anlage zu verwalten, sollten Sie klären. So vermeiden Sie Unstimmigkeiten, etwa darüber, wer die Abrechnung erstellt oder eine Wartung veranlasst.

 

Finanzierung mit Eigenkapital und Kredit

Wenn Sie gemeinsam mit einem Partner ein Doppelhaus bauen, können Sie an vielen Stellen sparen. Wir haben Ihnen einige Beispiele genannt, etwa die gemeinsame Heizungsanlage sowie die Bau- und Materialkosten. Bei der Finanzierung des Projekts sind Sie aber natürlich unabhängig – sowohl was das Grundstück als auch Ihre Doppelhaushälfte angeht. Je mehr Eigenkapital Sie haben, umso leichter stemmen Sie die Immobilienfinanzierung. Der Grund liegt auf der Hand: Das Darlehen, das Sie aufnehmen müssen, fällt niedriger aus. Dementsprechend ist die Zinslast geringer, und die Laufzeit ist kürzer. Auch wenn Sie ein Doppelhaus bauen, sollten Sie mindestens 20 Prozent der Kosten mit Eigenkapital decken.

Wie hoch wird Ihr Kreditbedarf ausfallen, wenn Sie ein Doppelhaus bauen? Das hängt ganz davon ab, wie einfach oder exklusiv Ihre Planung ausfällt. Generell lässt sich sagen, dass eine Doppelhaushälfte zehn bis 25 Prozent günstiger ausfällt als ein Einfamilienhaus mit gleicher Wohnfläche. Um Ihren Finanzierungsbedarf zu ermitteln, zählen Sie folgende Positionen zusammen:

  • Objektkosten: Grundstückserschließung, Architektenhonorar und Bau.
  • Finanzierungskosten: Maklerhonorar und Notarkosten, Eintrag ins Grundbuch, Grunderwerbsteuer sowie Gebühren, die Ihr Darlehensgeber für die Kreditbearbeitung erhebt.
  • Sonstige Kosten: Darunter fallen zum Beispiel neue Möbel und Elektrogeräte sowie Ausgaben für ein Umzugsunternehmen.

Die Finanzierung Ihres Doppelhaus-Projekts

Sie können vorab berechnen, ob Sie sich die Immobilienfinanzierung leisten können. Das hängt im Wesentlichen von Ihren monatlichen Rückzahlungsraten ab. Wie hoch würden die bei der angepeilten Kredithöhe ausfallen? Der Baufinanzierungsrechner von Schwäbisch Hall zeigt Ihnen auf einen Blick, wie hoch die monatlichen Raten für Ihr Wunschdarlehen ausfallen würden.

Beim Bau von Wohneigentum erhalten Sie Unterstützung vom Staat. Das gilt auch, wenn Sie ein Doppelhaus bauen. Über die Förderbank KfW werden dafür Kredite und Zuschüsse vergeben. Hilfe gibt es für jede Art von selbstgenutztem Wohnraum (KfW-Kredit 124, bis zu 50.000 Euro). Zusätzliche Förderung erhalten Sie, wenn Sie Ihr Bauvorhaben energieeffizient umsetzen. Ein Kredit in Höhe von bis zu 100.000 Euro zu guten Konditionen ist möglich. Die geförderten Kredite laufen über Ihre Hausbank. KfW-Kredite sind besonders zinsgünstig, in der Regel rangieren die Zinsen deutlich unter den marktüblichen Zinsen. Informationen zu ihren Programmen hat die Förderbank online gestellt (https://www.kfw.de/).


Lassen Sie sich beraten

Für eine persönliche Beratung sprechen Sie mit Ihrem Heimatexperten vor Ort.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Wenn Sie ein Doppelhaus bauen, geben Sie weniger Geld für das Grundstück aus als bei einem Einfamilienhaus. Zudem sparen Sie bei den Bau- und Betriebskosten. Dafür binden Sie sich eng an Ihren künftigen Nachbarn – mit allen Vor- und Nachteilen. Wägen Sie Ihre Entscheidung sorgfältig ab.

Wollen Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten prüfen, sollten Sie sich beraten lassen. Nicht nur im eigenen Interesse: Es wäre Ihrem Baupartner gegenüber unfair, wenn Sie sich übernehmen und dann als Partner ausfallen. Sichern Sie sich also ab: In enger Zusammenarbeit mit dem Heimatexperten von Schwäbisch Hall ermitteln Sie Ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten. Dann entwickelt der Fachmann mit Ihnen einen individuellen, sicheren und zinsgünstigen Finanzierungsplan, in dem mögliche Förderungen wie Baukindergeld und Wohn-Riester berücksichtigt sind – damit Ihr Traum von Doppelhaus Wirklichkeit wird.

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