Doppelhaushälfte

  • Definition und Besonderheiten
  • Doppelhaus bauen mit Baugruppe
  • Kosten sparen und finanzieren

Vieles spricht für eine Doppelhaushälfte – vor allem der finanzielle Aspekt: Ihren Traum vom Eigenheim können Sie so bis zu 25 Prozent günstiger realisieren. Das Bauen mit Tandempartner kann aber auch zu Problemen führen. Folgendes sollten Sie bedenken, wenn Sie ein Doppelhaus bauen.


Was ist das Besondere einer Doppelhaushälfte?

Eine Doppelhaushälfte unterscheidet sich klar von einem Einfamilienhaus hinsichtlich des Aufbaus. Ein Doppelhaus setzt sich aus zwei, meist gleichgroßen Doppelhaushälften zusammen, die nur durch eine Trennwand voneinander getrennt sind. Nach außen hin bietet jede Doppelhaushälfte ein einheitliches Erscheinungsbild und könnte somit auch als „doppeltes Einfamilienhaus“ bezeichnet werden. Meistens werden zwei Doppelhaushälften bereits von Anfang an gemeinsam geplant und gebaut.


Was gibt es bei einer Doppelhaushälfte zu beachten?

Das Projekt Doppelhaushälfte ist ideal, wenn Sie bei der Verwirklichung Ihres Immobilientraums kosteneffizient vorgehen wollen und alle wichtigen Schritte gern gemeinsam mit einem Baupartner gehen wollen.

Der Zusammenschluss mit Freunden oder fremden Personen kann bei einer Doppelhaushälfte allerdings Vor- und Nachteile mit sich bringen: Sie sparen dadurch Geld, müssen aber auch bereit zu Kompromissen sein. Das reicht von der Dacheindeckung über die Heizungsanlage bis zur Energieeffizienz.

Um Meinungsverschiedenheiten zu vermeiden, sollten Sie vertraglich regeln, wie Sie Ihr Doppelhaus bauen. Die Absicherung kann in Form einer offiziellen Baugruppe geschehen. Oder Sie verfassen mithilfe eines Notars einen individuellen Vertrag. Dort legen Sie beispielsweise fest, was geschehen soll, wenn ein Partner seine Doppelhaushälfte verkaufen möchte. Sie können sich als Nachbar ein Vorkaufsrecht sichern. Mithilfe des Vertrags können Sie auch festlegen, welche Bepflanzung im Garten erlaubt ist. So sichern Sie sich dagegen ab, dass irgendwann ein Baum des Nachbarn Ihre Terrasse verschattet.


Partner für die zweite Doppelhaushälfte

Wer Freunde, Bekannte oder Verwandte hat, die ebenfalls ein Doppelhaus bauen möchten, hat Glück. Was aber, wenn sich in Ihrem Umfeld niemand findet, der dafür infrage kommt? Dann müssen Sie auf die Suche gehen.
Hier einige Tipps:

  • Sprechen Sie Bauträger und Architekten an. Diese haben Kontakt zu zahlreichen Interessenten, zu denen Sie Kontakt aufnehmen können.
  • Recherchieren Sie online, beispielsweise auf dem Portal Ebay-Kleinanzeigen. Dort gibt es viele Inserate, in denen Baupartner gesucht werden.
  • Es gibt regionale Projekte, die Ihnen bei der Suche helfen, beispielsweise die Mitbauzentrale München (http://www.mitbauzentrale-muenchen.de).
  • Inserieren Sie selbst: in entsprechenden Portalen oder der regionalen Tageszeitung.
  • Reden Sie mit Kollegen und Bekannten über Ihr Vorhaben einer Doppelhaushälfte. Vielleicht kommt so der Kontakt zu einem Baupartner zustande.

Doppelhaus bauen mit Baugruppe

Der Begriff Baugruppe oder auch Baugemeinschaft klingt nach großen Projekten mit Mehrparteienhäusern. Doch auch beim Doppelhaus kommt das Modell Baugruppe infrage. Baugruppen gibt es in verschiedenen Formen. Relevant ist, was Sie im gemeinsamen Vertrag festschreiben.
Grundsätzlich lassen sich zwei Formen unterscheiden: die private und die betreute Baugruppe.

  • Private Baugruppe oder Baugemeinschaft: Sie organisiert sich komplett selbst und verzichtet auf die Unterstützung professioneller Baubetreuer.
  • Betreute Baugruppe oder Baugemeinschaft: Hier stehen professionelle Dienstleister zur Verfügung, die Aufgaben wie die Organisation des Baus und die Verwaltung der Finanzen übernehmen.
„Baugruppen sind ideal für alle, die nicht einfach fertige Wohnungen von der Stange beziehungsweise aus dem Exposé eines Bauträgers kaufen wollen, aber ein Projekt auch nicht allein verwirklichen möchten“, heißt es im Infoportal forum-baugemeinschaften.de.

Günstiger bauen mit Doppelhaus

Einer der größten Vorteile einer Doppelhaushälfte ist die finanzielle Ersparnis gegenüber einem Einfamilienhaus. Denn sämtliche Erschließungskosten und die gesamte Baulogistik werden von beiden Parteien geteilt.
Folgende Ausgaben können Sie mit einer Doppelhaushälfte deutlich reduzieren oder sogar halbieren:

  • Kosten für Architekten und Gutachter
  • Notargebühren beim Kauf des Grundstücks
  • Erschließungskosten
  • Materialkosten (Rabatte aufgrund der größeren Mengen)
  • Transportkosten fürs Material
  • diverse Baukosten, etwa für Aushub und Keller, Bodenplatte, Dach, Gas-, Wasser- und Elektrozuleitungen

Doppelhaushälfte finanzieren – so geht’s günstig und zinssicher

Auch wenn Sie sich einige Kosten mit Ihrem Baupartner teilen, müssen Sie Ihre Doppelhaushälfte am Ende natürlich alleine finanzieren. Bedenken Sie bei einem Darlehen alle wichtigen Punkte: Wieviel Eigenkapital können Sie aufbringen? Wie hoch sind Ihre Einkünfte, wie hoch Ihre Ausgaben?

Mit unserem Baufinanzierungsrechner können Sie sich einen ersten Eindruck davon verschaffen, welche Summe realistisch ist und wie hoch die monatlichen Raten ausfallen würden. Um eine sichere Finanzierung auf die Beine zu stellen, sollten aber viele weitere Informationen berücksichtigt werden, die nur in einem Gespräch gemeinsam beurteilt werden können. Unsere Heimatexperten nehmen sich gerne Zeit für Sie – und kennen auch die verschiedenen Fördermöglichkeiten, wenn Ihre Doppelhaushälfte beispielsweise eine nachhaltige Heizungsanlage erhalten soll. Vereinbaren Sie jetzt eine Beratung mit unseren Finanzierungsexperten. Gemeinsam betrachten wir alle Aspekte Ihrer Baufinanzierung und entwickeln Ihr maßgeschneidertes Finanzierungskonzept. Garantiert günstig und zinssicher!

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Grundstückskosten beim Doppelhaus

Bei einem Doppelhaus fällt auch das Grundstück deutlich günstiger aus, da geringere Maße erforderlich sind. Im deutschen Baurecht ist vorgeschrieben, dass ein Haus mindestens drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze haben muss. Je nach Landesverordnung kann es auch mehr sein. Ein Grundstück muss also immer mindestens sechs Meter breiter sein als das Haus, das darauf steht. Wenn Sie ein Doppelhaus bauen, entfällt dieser Abstand auf der einen Seite des Hauses. Es hängt von den Quadratmeterpreisen in Ihrer Region ab, wie viel Sie konkret sparen können.

Beispiel: Das Grundstück, auf dem Sie Ihr Doppelhaus bauen, ist 60 Meter lang. Bei einem Drei-Meter-Abstand benötigen Sie für Ihre Haushälfte 180 Quadratmeter weniger (drei Meter x 60 Meter) als für ein freistehendes Einfamilienhaus. Bei Quadratmeterpreisen zwischen 100 und 200 Euro bedeutet das eine Ersparnis von 18.000 bis 36.000 Euro. Ein günstigeres Grundstück mindert zudem die Grunderwerbsteuer, die beim Kauf anfällt. Der Steuersatz beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises.


In beiden Doppelhaushälften gemeinsam heizen

Die Heizungsanlage ist bei jedem Bauprojekt ein hoher Kostenfaktor. Ziehen Sie eine gemeinsame Heizung in Erwägung mit dem Eigentümer der anderen Doppelhaushälfte. Sie teilen sich dann nicht nur die Kosten für Anschaffung und Einbau der Anlage. Auch die Rechnungen für Wartung, Reparaturen und Modernisierung zahlen Sie nur anteilig. Planen Sie am besten gleich mit einem gemeinsamen Heizungsraum im Keller. Von dort aus werden getrennte Rohrleitungen in beide Haushälften verlegt. Sie brauchen keine Bedenken haben, dass Sie für Ihren Nachbarn mitbezahlen: Der Verbrauch wird für beide Parteien getrennt abgelesen.

Auch hier ist wieder der Hinweis auf die Bedeutung von vertraglichen Regelungen wichtig. Legen Sie vorab fest, wann die Heizung im Herbst angestellt und im Frühling abgestellt werden soll. Auch wer die Aufgabe hat, die Anlage zu verwalten, sollten Sie klären. So vermeiden Sie Unstimmigkeiten, etwa darüber, wer die Abrechnung erstellt oder eine Wartung veranlasst.
 


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