Themenspecial: Holzhaus

Ein Holzhaus hat einen natürlichen Charme, bietet ein gesundes Wohnklima und basiert auf einem nachwachsenden Rohstoff. Bauherren können unterschiedlichste Typen von Holzhäusern realisieren: von rustikal bis luxuriös, von der Massivbauweise über das Holzhaus-Fertighaus bis zum Holzhaus aus dem Bausatz. In diesem Themenspecial stellen wir Ihnen Varianten, Kosten sowie Vor- und Nachteile von Holzhäusern vor.


Ökologische Vorteile des Holzhauses

Etwa 15 Prozent der Wohngebäude in Deutschland werden in Holzbauweise errichtet. Das sind rund 14.500 Gebäude pro Jahr, hat der Verein Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen in einer Studie ermittelt (www.arge-sh.de). Am beliebtesten ist das Holzhaus in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern, wo etwa 20 Prozent der jährlichen Neubauten aus Holz sind.

Der Bau von Holzhäusern ist deutlich umweltverträglicher als die Massivbauweise mit Stein oder Beton. Das hat eine Ökobilanzstudie des Instituts für Massivbau der Technischen Universität Darmstadt schon im Jahr 2008 festgestellt:

  • Holzhäuser stehen in ihrer Lebensdauer Massivbauten in nichts nach: Auch sie überdauern in der Regel 80 bis 100 Jahre.
  • Die Ökobilanz fällt positiv aus, weil Holz ein nachwachsendes Naturprodukt ist, das emissionsfrei produziert wird – anders als Beton und Steine für deren energieaufwendige Herstellung auch Eingriffe in die Natur nötig sind, um das benötigte Material zu gewinnen.

Die Arge für zeitgemäßes Bauen hebt hier vor allem Holz aus heimischer Produktion hervor. Sie empfiehlt, auf entsprechende Qualitätssiegel zu achten, zum Beispiel auf das FSC-Zertifikat. Der Verein für verantwortungsvolle Waldwirtschaft zeichnet damit Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Forsten aus (www.fsc-deutschland.de).


Energieeffizienz des Holzhauses

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Hinsichtlich der Energieeffizienz eines Holzhauses kommt es auf die Dämmung des Hauses an. Grundsätzlich hat Holz einen anderen Wärmedurchlässigkeitswert als Stein oder Beton – ein Holzhaus kann je nach Jahreszeit und Witterung sehr kalt oder sehr heiß werden. So sehr es im Sommer die Außenwärme staut, kühlt es bei niedrigen Außentemperaturen auch sehr schnell aus.

Dämmen Sie Ihr Holzhaus mit effizienten Dämmmaterialien, können Sie jedoch eine hervorragende Energiebilanz erreichen. „Der Holzbau kommt im Idealfall an die energetische Effizienz eines Passivhauses heran“, erklärt Ursula Pidun im Online-Magazin „Mein Bau“ (www.mein-bau.de). In der Vergleichsstudie der Arge für zeitgemäßes Bauen heißt es: „Durch das Ausnutzen der Hohlräume in den Holzelementwänden, durch den Einbau von Dämmmaterial sowie der weiteren Dämmmöglichkeit auf der Innen- oder Außenseite sind überdurchschnittliche Wärmedurchgangswerte (…) möglich.“

Menschen, denen der Umweltschutz am Herzen liegt, denken die Vorteile der erneuerbaren Energien beim Bau eines Holzhauses mit. Besonders in Kombination mit Solar- oder Erdwärmeheizungen punkten Holzhäuser mit einer guten Energieeffizienz. „Erdwärme und Holz – ein Spitzenteam für Bauherren“, nennt es beispielsweise das „BioBau-Portal – die gesunde Immobilie“ (BioBau-Portal.de).

Wohlfühlfaktor Holzhaus

Wenn Sie vor der Entscheidung für oder gegen ein Holzhaus stehen, sollten Sie den Wohlfühlfaktor eines Gebäudes aus Holz nicht unterschätzen. Viele Bauherren erfreuen sich am rustikalen Charme ihres Holzhauses und am Bewusstsein, mit einem nachwachsenden Material gebaut zu haben. Wer in einem Holzhaus lebt, lobt meist das angenehme Raumklima in seinem neuen Zuhause. Dazu trägt bei, dass Holz Wärme reflektiert. Wird ein Zimmer geheizt, sorgt diese Reflexion dafür, dass die Oberflächentemperatur der Holzwand relativ hoch ist. Sie wirkt im Gegensatz zu Beton oder Glas behaglich warm. Darauf weist das Portal bau-welt.de hin.

Idealerweise haben Wohnräume eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. Darüber hinaus sollten Eigentümer von Holzhäusern Folgendes über Feuchtigkeit wissen:

  • „Als organischer Werkstoff besitzt Holz die Fähigkeit, seinen Feuchtegehalt dem umgebenden Klima anzupassen“, erläutert bau-welt.de. Ist es im Raum sehr feucht, nehmen die Holzbohlen Feuchtigkeit auf. Trocknet die Luft im Raum, gibt das Holz Feuchtigkeit wieder ab. Es wirkt also feuchteregulierend.
  • Damit geht im Holzhaus aber die Gefahr einher, dass sich Schimmel bildet. Regelmäßiges Stoßlüften ist daher Pflicht. An Tagen, an denen Sie sich viel im Haus aufhalten, sollten Sie mindestens vier- bis fünfmal lüften, wird auf dem Portal Energie-Fachberater.de empfohlen: im Winter je fünf bis zehn Minuten, in den Sommermonaten dreimal so lange.

Weitere Vorteile eines Holzhauses

Der Bau Ihres Holzhauses kann schnell vonstattengehen – ausgenommen, es handelt sich um ein massives Blockhaus, bei dem die Holzstämme oder die maschinell bearbeiteten Holzbalken manuell übereinandergeschichtet und verbunden werden. Im Gegensatz dazu können bei der Skelett- oder Holzrahmenbauweise einzelne Wandelemente schon im Werk zusammengesetzt werden. Sie werden auf der Baustelle nur noch zum fertigen Holzhaus aneinandergefügt und fixiert. Das geht sogar bei Frost. „Die Gebäudehülle eines Einfamilienhauses kann in wenigen Tagen errichtet werden, wenn alle Voraussetzungen für eine einwandfreie Montage gegeben sind“, heißt es in dem Ratgeber „Was Sie schon immer über Holzhäuser wissen wollten – aber nie zu fragen wagten…“, herausgegeben von der Aachener Stiftung Kathy Beys (aachener-stiftung.de).

Darüber hinaus lassen sich Zeit und Geld dadurch sparen, dass Ihre Baustelle beim Bau eines Holzhaus-Fertighauses relativ sauber bleibt. Da vorgefertigte Elemente verarbeitet werden, fallen vor Ort kein überschüssiges Material und kein Bauschutt an, die Sie entsorgen lassen müssten.


Bauweisen und Kosten fürs Holzhaus

Im Groben unterscheidet man bei einem Holzhaus zwischen Fertighaus und Massivhaus. Im Detail wird beim Holzhaus-Fertighaus noch einmal zwischen Holzrahmenbau und Holztafelbau differenziert. Diese beiden Varianten unterscheiden sich im Grad der Vorfertigung: Im Holztafelbau werden noch größere Stücke in der Werkstatt zusammengefügt, sodass sich die Bauzeit vor Ort weiter reduziert. Daneben gibt es natürlich auch Mischformen.

Wie viel ein Holzhaus kostet, hängt maßgeblich vom Umfang der Vorfertigung und der Qualität der Dämmung ab – und davon, wie viel Arbeit Sie in Eigenregie übernehmen. Drei Beispiele:

  • Der Anbieter VästkustStugan (schwedenhaus-holzhaus.de) gibt den Preis für ein Holzhaus der Marke SkandiHaus als Ausbauhaus (das heißt ohne Nebengewerke) mit etwa 1.100 bis 1.400 Euro pro Quadratmeter an. Schlüsselfertig geht es hinauf bis zu 3.400 Euro pro Quadratmeter.
  • Für einen Holzmassivbau nennt der Hersteller Brunthaler (brunthaler-massivholzhaus.com) folgende Preise: Ein Holzhaus als Ausbauhaus bietet er ab 226.000 Euro an. Den Aufpreis für den schlüsselfertigen Bau beziffert der Hersteller mit mindestens 134.000 Euro.
  • Besonders günstig wird es mit einem Holzhaus-Bausatz. Das Portal fertighaus.de vermittelt Anbieter und listet unter anderem einen Bausatz mit 73 Quadratmetern Wohnfläche auf einer Etage auf. Preis: ab 51.000 Euro.

Pflege eines Holzhauses

Als organisches Material reagiert Holz auf Feuchtigkeit. Dementsprechend müssen Sie Ihr Holzhaus von außen gut pflegen, um es lange zu erhalten. Die Macher des Portals Blockhausbauen.com weisen auf drei elementare Punkte hin, die vor dem Baubeginn berücksichtigt werden sollten:

  • Die verwendete Holzart muss bezüglich Dauerhaftigkeits- und Resistenzklasse für den Einsatzzweck im Holzhaus geeignet sein (Anbieter fragen!).
  • Physikalische und konstruktive Maßnahmen müssen die Holzbauteile weitgehend trocken halten, beziehungsweise muss eine schnelle Abtrocknung möglich sein: Vermeiden Sie Spritzwasser, bedenken Sie eine gute Positionierung in der vorherrschenden Windrichtung, denken Sie an gute Belüftungsmöglichkeiten.
  • Nur dort, wo es unbedingt notwendig ist, wie zum Beispiel im Schwellenbereich, sollte chemischer Holzschutz verwendet werden.

Das fertige Holzhaus erfordert regelmäßig Ihre Aufmerksamkeit. Zum einen sollten Sie Staub und Feuchtigkeit per Besen entfernen, um Pilzbefall zu vermeiden, erklärt die Seite holzhaus.guru. „Einmal im Jahr muss überprüft werden, ob der Anstrich noch in Ordnung ist“, heißt es dort weiter. „Je nach Grad der Verwitterung sind hier gegebenenfalls Ausbesserungen durchzuführen, oder es ist gar ein kompletter Neuanstrich notwendig.“ Um das Imprägnieren des Holzes vor dem Bau müssen Sie sich als Bauherr in der Regel nicht kümmern, das hat meist schon der Hersteller erledigt.


Holzhäuser in verschiedenen Stilen

Beim Bauen mit Holz sind Ihnen nur durch die vorhandenen finanziellen Mittel und die Bauordnung Ihrer Gemeinde Grenzen gesetzt. Ansonsten können Sie Ihr Holzhaus in jedem erdenklichen Stil errichten. Die Klassiker, gerade im Bereich Holzhaus-Fertighaus, sind:

  • Schwedenhaus: Merkmal sind die Anstriche in auffälligen Farben, besonders typisch in Rot- und Gelbtönen. Türen und Sprossenfenster werden meist in Weiß gestrichen.
  • Blockhaus: Dies ist ein in Blockbauweise errichtetes Gebäude, das heißt, die Wände bestehen aus übereinanderliegenden, rohen oder bearbeiteten Baumstämmen.
  • Landhaus: Bei der Gestaltung orientiert man sich an dem in der betreffenden Region vorherrschenden Baustil – beispielsweise am Friesenstil oder an lokalen Bauernhäusern.

Gebaut werden Holzhäuser meist aus Fichte, Lärche oder Kiefer. Fichte ist das weichste und günstigste der drei Hölzer. Lärche ist besonders robust und entsprechend teurer. Hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses fällt die Wahl beim Massivbau meist auf Kiefer, so das Portal „Wohnen in Holz“ (blockhaus-bauen.info).


Holz als Fassadenverkleidung

Sie haben schon ein Haus und würden daraus gern ein Holzhaus machen? Zumindest optisch geht das, indem Sie die Fassade Ihrer Immobilie verkleiden lassen. Das dient nicht nur als Maßnahme zur Verschönerung. Richtig durchgeführt ist die Fassadenverkleidung mit Holz eine sogenannte energetische Sanierung. Die ursprüngliche Wand aus Putz oder Ziegelstein muss dafür nicht verändert werden – man hängt die Holzverkleidung quasi davor. Diese Art der Wärmedämmung ist anerkannt und wird staatlich gefördert. So vergibt beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW (www.kfw.de) günstige Kredite für diese Maßnahme, wie die Online-Ausgabe der Zeitschrift „Das Haus“ berichtet (www.haus.de). Die Vorteile einer hölzernen Verkleidung laut „Das Haus“ im Überblick:

  • Die Fassadenverkleidung aus Holz verleiht dem Gebäude ein sympathisches Gesicht.
  • Der Wärmeschutz wird ebenso erhöht wie der Schutz der ursprünglichen Bausubstanz vor Wind und Wetter.
  • Der Vorbau aus Holz hebt die Wandtemperatur auf der Innenseite und verbessert das Wohnklima in den Innenräumen.

Die Umsetzung ist auch im Do-it-Yourself-Prinzip möglich. Das Heimwerker-Portal baumarkt.de hat eine Anleitung online gestellt, wie Sie aus Ihrem Haus ein Pseudo-Holzhaus machen können - wahlweise mit oder ohne zusätzliche Wärmedämmung. (http://www.baumarkt.de/nxs/957///baumarkt/schablone1/Vorgehaengte-Holzfassade-eine-SelbstbauAnleitung)


Holz als Dämmstoff

Über die nachträgliche Fassadendämmung hinaus kommt Holz generell als Dämmstoff im Hausbau zum Einsatz. Vor allem geschieht dies in Form von Holzfaserdämmplatten. Grundstoff dafür ist Restholz ohne Rinde, das zu Holzfasern zerrieben und zu Platten gepresst wird. „Als Klebstoff dienen die holzeigenen Harze, sodass keine weiteren Zusätze erforderlich sind“, erläutern Markus Boos und Gerd Hansen vom Portal Ökologisch Bauen (www.oekologisch-bauen.info). Sie weisen allerdings auch darauf hin, dass dem Produkt zum Schutz gegen Fäulnis Ammoniumsulfat beigemengt wird.

Laut Ökologisch Bauen können Holzfaserdämmplatten unterschiedlich eingesetzt werden:

Für die Auswahl des passenden Lieferanten oder Dienstleisters in Sachen Dämmen mit Holz und Bau eines Holzhauses sollten Sie sich Zeit nehmen. Bei der Planung eines Holzhaus-Fertighauses empfiehlt es sich dringend, die Offerten mehrerer Anbieter einzuholen. Das Selbsthilfe-Forum Blockhaus Bauen weist darauf hin, dass sich die Angebote in den grundlegenden Punkten wie Wandstärke, Aufbau der Wände, Quadratmeterpreis und Wärmedämmung gleichen müssen. Sonst kann man keine Vergleiche ziehen und somit keine optimale Auswahl treffen.

Die Experten von Schwäbisch Hall unterstützen Sie gern bei Fragen zur Finanzierung Ihres Holzhauses. Sprechen Sie uns gern an.