Hausinstallationen sanieren: Leitungen erneuern

Serie Generationenwechsel, Folge 11: Ob geerbt, überschrieben oder gekauft – in einer älteren Immobilie müssen im Bereich der Hausinstallationen fast ausnahmslos die Versorgungsleitungen erneuert werden. Zumeist entsprechen sie weder den aktuellen Sicherheitsanforderungen noch dem modernen Wohnbedarf.


Versorgungsleitungen – die Infrastruktur der Immobilie

Bei der Übernahme einer älteren Bestandsimmobilie ist die Überprüfung der Hausinstallationen und vor allem der Versorgungsleitungen ein zentraler erster Schritt, um den Aufwand der Haussanierung abzuschätzen. Je älter das Haus, desto sicherer muss hier grundlegend erneuert werden. Eine veränderte Aufteilung der Räume und moderne Komforterwartungen sind weitere Gründe, Elektriker und Klempner zu rufen. Denn alle Leitungen brauchen ein besonderes Augenmerk:

  • Strom: Sowohl Leitungen als auch Sicherungen und die Verteilung können veraltet sein und sogar Gefahrenquellen darstellen. Fast immer werden alte Anlagen beim Anschließen zahlreicher Geräte überlastet und zum Sicherheitsrisiko.
  • Wasser: Alte Leitungen können aus gesundheitsschädlichem Blei bestehen oder unhygienische Ablagerungen enthalten. Je älter sie sind, desto größer ist das Risiko eines Wasserrohrbruchs.
  • Heizung: Früher wurden Heizungsrohre aus Eisen verwendet, die irgendwann durchrosten oder – von Korrosion geschwächt – bei Schwingungen brechen können.
  • Gas: Lassen Sie die Gasleitung in Abstimmung mit dem Versorger von einem Fachmann prüfen, der den Alterungszustand richtig einschätzen kann.

Besonders bei kleineren Bestandsimmobilien wird gern die Raumaufteilung geändert, oder es wird angebaut. Auch dabei ist der Eingriff in die Infrastruktur der Hausinstallationen unumgänglich. Erweiterungen sind nur umsetzbar, wenn die Substanz der vorhandenen Versorgungsleitungen in gutem Zustand ist.


Die elektrischen Installationen grunderneuern

Bis in die Siebzigerjahre hinein nutzte man deutlich weniger elektrische Geräte als heute. Dementsprechend knapp war das hausinterne Stromleitungsnetz ausgelegt. In vielen Häusern lässt sich aber beobachten, dass das System immer mal wieder erweitert wurde, allerdings nicht immer sachgemäß. Die elektrischen Hausinstallationen entsprechen daher nur sehr selten den aktuellen Sicherheitsnormen. Oft fehlen Schutzleiter und Sicherheitsvorkehrungen in Nassräumen. Daraus können Gefahren für Mensch und Gebäude entstehen. Ganz alte Leitungen sind nur zweiadrig und lassen keinen Anschluss von Steckdosen und Schaltern nach aktuellen Sicherheitsvorschriften zu.

Die Konsequenz ist klar: Die Erneuerung der elektrische Anlage ist Grundbestandteil jeder Haussanierung. Der dafür nötige Material- und Arbeitsaufwand macht sich bezahlt: Sie bekommen eine voll funktionstüchtige und vor allem sichere Hauselektrik, die nicht nur ausreichend viele und Ihren Bedürfnissen entsprechend platzierte Steckdosen bietet, sondern auch zusätzliche Funktionen ermöglicht – etwa in der Wand verlegte Lautsprecherkabel oder die künftige Ausstattung mit Smart-Home-Modulen.

Ob Sanierungsdarf an den elektrischen Hausinstallationen besteht, können Sie anhand von zwei Indikatoren vorab leicht erkennen:

  • Schauen Sie, wie viele Steckdosen es in den Räumen gibt. Sind es nur eine oder zwei, reicht das auf keinen Fall für den sicheren Betrieb Ihrer Geräte. Für jedes sollte eine eigene feste Wandsteckdose vorhanden sein, flexible Mehrfachstecker sind keine Dauerlösung und können bei starker Belastung eine erhebliche Brandgefahr darstellen!
  • Schauen Sie, wie viele Sicherungen es im Sicherungskasten gibt. Jeder Stromkreis ist separat durch eine Schraubsicherung aus Porzellan oder einen flachen Sicherungsautomaten mit Kippschalter abgesichert. Sind überwiegend Porzellansicherungen vorhanden, dürfte die Elektrik recht betagt sein. Wenn Sie modernere Sicherungsautomaten vorfinden, ist deren Anzahl bezeichnend. Sind es nur vier oder fünf, verfügt das Haus über zu wenige Stromkreise, um alle heutzutage üblichen Geräte betreiben zu können.

Eine verlässliche Einschätzung vom Zustand der Elektroinfrastruktur kann natürlich nur der Fachmann geben. Jede Sanierung oder Neuplanung gehört in die Hand zugelassener Experten.

Neue Wasserleitungen: Bruchsicher und hygienisch

Früher bestanden Kaltwasserleitungen aus hochgiftigem Blei – das ist inzwischen generell verboten, ein Austausch ist unumgänglich und zwingend vorgeschrieben. Sie erkennen Bleileitungen an ihrem größeren Durchmesser und ihrer grauen Oberfläche, die beim Anritzen silbrig glänzt. Verbindungen – besonders zu neueren Kupferleitungen – sind mit einer Aufstülpung gelötet.

Sind schon Kupferleitungen neueren Datums verbaut, sollte ein Klempner einen Dichtigkeitstest durchführen und alle offenliegenden Leitungen und Verbindungen kritisch prüfen. Grünliche oder kalkige Ablagerungen an gelöteten, gepressten oder geschraubten Verbindungen sind Hinweise auf Undichtigkeiten. Ablagerungen im Inneren der Leitungen lassen sich erst dann feststellen, wenn der Wasserfluss deutlich reduziert ist.

Seit einigen Jahren werden Wasserleitungen zunehmend aus Kunststoff gefertigt. Das Material ist geschmacksneutral und schadstofffrei, Verbindungen werden geklebt oder verschweißt.


Heizung: Sichere Wärme aus neuen Rohren

Einen wesentlichen Teil der Hausinstallationen machen die Heizungsrohre aus. Rohre älteren Datums bestehen aus Eisen. Sind sie beispielsweise im Keller offen sichtbar, lassen sie sich an ihrem größeren Durchmesser erkennen. Während der Heizperiode kann man sie auch leicht anhand ihrer Wärme identifizieren. Da Eisen rostanfällig ist, können die Leitungen von innen korrodiert sein. Irgendwann halten sie dem Wasserdruck nicht mehr Stand und brechen – besonders ärgerlich, wenn so ein Rohrbruch innerhalb der Wand passiert.

Die Rostgefahr ist ein Hauptgrund für den Austausch von Heizungsrohren im Rahmen der Haussanierung. Hinzu kommt, dass sich im Lauf der Jahre Ablagerungen bilden und den Wasserfluss innerhalb der Rohre behindern können. Neue Leitungen sind für den Wassertransport viel effizienter. Übrigens können bei älteren Anlagen auch die Heizkörper durchrosten. Der Installateur wird sie spätestens beim Anschluss der neuen Leitungen in Augenschein nehmen und gegebenenfalls den Ersatz durch neue Heizkörper empfehlen. Auch beim Umstieg auf eine Fußbodenheizung ist die Grunderneuerung der Rohre selbstverständlich.

Bei der Erneuerung der Heizungsrohre gibt es noch zwei weitere Vorteile: Aufgrund gesetzlicher Auflagen nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen alle frei verlaufenden Rohre wärmegedämmt sein. Dadurch ergibt sich eine Energie- und damit Kosteneinsparung. Vorteil zwei: Moderne Heizungsrohre haben einen deutlich geringeren Durchmesser als die alten. Daher kann man sie bei Bedarf ohne größere Stemm- und Mauererarbeiten in speziellen Fußleistenkanälen verlegen und so Handwerkerkosten sparen.


Gas: Leitungscheck besonders wichtig

Den Zustand älterer Gasleitungen kann nur der Fachmann beurteilen. Sind sie offen verlegt, überprüft er die Leitungen durch Inaugenscheinnahme und kontrolliert alle Verbindungen mit einem speziellen Prüfgerät auf ausströmendes Gas. Einen ersten Hinweis auf Undichtigkeiten kann der Gaszähler liefern – wenn er Verbrauch anzeigt, obwohl weder gekocht noch geheizt wird, deutet das auf ein Leck hin. Innerhalb der Räume macht sich ausströmendes Erdgas durch einen stechenden Geruch bemerkbar. Dem von Natur aus geruchlosen Erdgas wird nämlich aus Sicherheitsgründen das stechend riechende Tetrahydrothiophen beigefügt, damit man Leckagen riechen kann. Außerdem gibt es Gaswarngeräte, die bei ausströmendem Gas akustische und optische Signale geben. Auf Wunsch wird die Inaugenscheinnahme der Gasleitungen beim jährlichen Besuch des Schornsteinfegers (Feuerstättenschau) vorgenommen.

Sollte Ihr Haus noch keinen Gasanschluss haben, ist die Erneuerung der Hausinstallationen der optimale Zeitpunkt, eine Versorgungsleitung für Heizung und Küchenherd legen zu lassen. Im Rahmen der meisten Haussanierungen ist ohnehin eine Heizungserneuerung nötig. Der Wechsel zu Gas bietet mehrere Vorteile: Sie müssen sich dann nicht mehr um Ihren Heizölvorrat kümmern. Da auf Tanks verzichtet werden kann, gewinnen Sie entweder Platz im Keller oder sparen bei Erdtanks die Kosten für die turnusmäßige Überprüfung auf Dichtheit. Erdgas ist zudem ein emissionsärmerer Energieträger als Heizöl. Und viele Köche schwören darauf, Gerichte auf offener Flamme zuzubereiten.


Versorgungsleitungen erneuern – ein Aufwand, der sich lohnt

Renovierung finanzieren?

Unser Bausparberater weiß wie's funktioniert.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Jetzt beraten lassen

Eines steht außer Zweifel: Die Installation neuer Versorgungsleitungen ist ein aufwendiges Unterfangen, weil sie fast ausschließlich in den Mauern verlegt werden. Ihr Haus verwandelt sich dann in eine riesige Baustelle. Allerdings ist diese Maßnahme unverzichtbar, wenn die Haussanierung Hand und Fuß haben soll: Neue Versorgungsleitungen halten länger, als man das Haus selbst bewohnen kann. Außerdem gibt Ihnen dieser Sanierungsschritt Sicherheit vor Gefahren für Gesundheit und Gebäude und stellt eine erhebliche Wertverbesserung der Immobilie dar.

Die Kosten für neue Versorgungsleitungen können nur aufgrund eines Ortstermins mit dem Architekten oder den Handwerkern ermittelt werden, Faustregeln oder Schätzpreise sind bei älteren Gebäuden nicht verlässlich. Am besten lassen Sie diese Maßnahmen von einem Architekten planen und beaufsichtigen. Er erarbeitet nicht nur die nötige Baubeschreibung und stellt die gegebenenfalls nötigen Bauanträge, sondern hilft auch bei der Auswahl geeigneter Firmen und übernimmt die Bauleitung. Bei möglichem Pfusch am Bau oder im Falle von Gewährleistungen steht er Ihnen als Verbündeter zur Seite.

Hausinstallationen zu erneuern, kann viel Geld kosten. Sprechen Sie daher mit einem Heimatexperten der Schwäbisch Hall über die Möglichkeit eines Modernisierungskredits. Er erarbeitet mit Ihnen eine individuelle, clevere Finanzierung, die genau zu Ihrer persönlichen Situation und der Immobilie passt.

Hinweis: Sie verwenden einen veralteten oder nicht unterstützten Browser. Gegebenenfalls kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung der Webseite kommen.