Wohnraum schaffen: Keller abdichten und ausbauen

Serie Generationenwechsel, Folge 6: Das geerbte, überschriebene oder gekaufte Haus hat einen feuchten, ungenutzten Keller? Hier lässt sich vielfach nutzbarer Wohnraum gewinnen. Nachdem der Keller in einer ersten Sanierungsphase auf Vordermann gebracht ist, kann er später in Phase zwei durch den Kellerausbau einer neuen Verwendung zugeführt werden.


Der Keller – bedeutender Teil der Haussubstanz

Der Keller trägt das Haus und hat einen großen Einfluss auf das gesamte Wohnklima, die Bausubstanz und die Energieeffizienz. Feuchte Keller können auf Dauer zu umfangreichen Schäden am Mauerwerk führen. Daher sollten Sie bei der Sanierung jedes älteren Hauses zuallererst außer dem Dach auch den Keller genau unter die Lupe nehmen. Den Keller abzudichten ist dann der nächste Schritt. Dadurch lösen Sie Probleme mit der Feuchtigkeit und sparen Heizkosten. Und sollten sich die Räumlichkeiten dazu eignen, aus dem reinen Nutz- und Lagerkeller einen Fitnessraum, einen Wellnessbereich, ein Spielparadies für die Kinder, ein Arbeits- oder ein Gästezimmer zu schaffen, können Sie gleich wichtige Vorarbeiten erledigen.


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Ein sanierungsbedürftiger Keller ist eine Gefahr für das gesamte Haus. Von unten setzen Kälte und Feuchtigkeit der Bausubstanz zu, und je nach Alter und Bauweise Ihres Hauses können diese Probleme auf die ganze Immobilie übergreifen, gesundheitsgefährdend werden und die Substanz zerstören. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie einen entsprechenden Keller abdichten. Probleme verraten sich oft durch einen modrigen Geruch, Schimmelbefall oder feuchte Stellen an den Wänden.

Typische Ursachen für einen feuchten Keller sind:

  • ein undichtes Rohr, das lokal für feuchte Wände sorgt,
  • aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden – alte Häuser haben oft eine unzureichende oder gar keine horizontale Nässesperre.
  • Feuchtigkeit dringt durch das Mauerwerk der Kellerwände ein.
  • Die Kellerwände haben Risse aufgrund von Frostschäden oder wurden von Baumwurzeln beschädigt.
  • Die Drainageist beschädigt oder verstopft und führt das Wasser aus dem umliegenden Erdreich unzureichend ab, sodass es in den Keller eindringt.
  • Der Dachablauf ist defekt, sodass Wasser in das Mauerwerk eindringt.

Fragen Sie einen Bauexperten um Rat, mit welchen Maßnahmen sich die Ursachen der Feuchtigkeit dauerhaft beseitigen lassen.

Phase eins: Die Kellersanierung

Keller sind oft die Stiefkinder der Häuser – dunkle, häufig muffige und vollgestellte Lagerräume. Früher war das in Ordnung; ein Keller war kalt und feucht und damit für die Aufbewahrung von Lebensmittelvorräten geeignet. Heute hat man von einem Keller ein ganz anderes Grundverständnis, denn seine Bedeutung für das Haus groß: Der Keller ist für rund elf Prozent aller Wärmeverluste im Haus verantwortlich. Wenn Sie den Keller abdichten, sparen Sie Energie, selbst wenn Sie ihn nicht als Wohnraum nutzen. Eine Dämmung der Kellerdecke beispielsweise bringt eine deutliche Heizkostenersparnis und ein gemütlicheres Wohnklima im Erdgeschoss. Wollen Sie den Kellerbereich heizen, kommen Sie um eine weitere Wärmedämmung nicht herum: Dann sollten Sie auch Wände, Fenster und Boden energetisch sanieren.


Keller abdichten: Die Nässe stoppen

Fast jeder ältere Keller ist feucht, da man früher kaum bauliche Maßnahmen gegen das Eindringen von Feuchtigkeit unternommen hat oder weil der Nässeschutz im Lauf der Jahre schadhaft geworden ist. Ganz entscheidend: Ziehen Sie einen Experten hinzu. Sanierung und Trockenlegung von feuchten Kellern gelingen nur, wenn eindeutig feststeht, woher die Feuchtigkeit kommt, in welchem Zustand das Mauerwerk ist und welches Raumklima vorherrscht.

Bevor die Arbeiten beginnen, sollten Sie untersuchen, was genau die Feuchtigkeit in den Wänden verursacht. Ist es

  • Bodenfeuchte,
  • Sickerwasser,
  • Grundwasser,
  • stauendes Wasser oder nur
  • Kondenswasser?

Je nachdem, welchen sogenannten Lastfall die Fachleute feststellen, wählen Sie das Material und die Sanierungstechnik aus.


Die Außenabdichtung

Die effektivste Maßnahme, mit der Sie den Keller abdichten und Probleme mit Feuchtigkeit beseitigen, ist die Außenabdichtung. Dafür werden die Außenwände freigelegt und zur Abdichtung mit Bitumen oder Flüssigkunststoff bestrichen. Ist das Mauerwerk auf diese Weise imprägniert, werden oft noch nässeresistente Dämmplatten und eine stabile Folie zum weiteren Schutz davorgesetzt.

Die Außenabdichtung ist teuer, schließlich stehen umfangreiche Erdarbeiten an. Falls Sie auf die Außenabdichtung verzichten und sich ganz darauf konzentrieren, den Keller von innen abzudichten, geht der Angriff des Wassers auf die Kellerwände ständig weiter, mit womöglich weitreichenden Folgen für die gesamte Bausubstanz. Der Zufluss des Wassers wird am sinnvollsten außerhalb des Mauerwerks gestoppt.


Die Innenabdichtung

Ist keine Außenabdichtung nötig oder möglich, sollten Sie Ihren Keller von innen abdichten. Auch so können Sie verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem umliegenden Erdreich oder dem Boden ins Haus eindringt.

Zuerst muss das innere Mauerwerk freigelegt werden. Die Wände werden gereinigt und feuchte Stellen freigelegt. Dann wird die Wasserleitfähigkeit des Mauerwerks unterbunden: Durch Kernbohrungen in die Mauersteine wird spezielle Dichtflüssigkeit eingespritzt. Sie härtet in kleinsten Hohlräumen und Kapillaren der Steine aus, die nun kein Wasser mehr aufnehmen und durchlassen können. Ergänzend kann eine Steinhöhe oberhalb des Fußbodenniveaus die waagerechte Fuge aufgetrennt und durch eine Horizontalsperre aus Bitumenpappe ersetzt werden. So hat aufsteigendes Wasser keine Chance mehr. Anschließend wird die Wand mit einem Sanierputz beschichtet, der vorhandene Restfeuchte nach innen ableitet.

Phase zwei: Der Kellerausbau

Wenn Sie die künftige Nutzung Ihrer sanierten Kellerräume für wohnliche Zwecke planen, sind

  • Platz,
  • Wärme,
  • Licht und
  • Belüftung

zu bedenken. Anders als beim Dachbodenausbau gibt es beim Um- und Ausbau des Kellers mehr bauliche Einschränkungen. Vor allem hinsichtlich des Grundrisses haben Sie wenig Spielraum: Oft sind die raumaufteilenden Wände tragend, auf ihnen liegt die Last der oberen Geschosse. Nur ein Architekt oder Statiker kann entscheiden, ob Wände ganz oder teilweise herausgenommen und auf diese Weise kleinere Räume zusammengelegt werden können. Die vergleichsweise niedrige Deckenhöhe schließt es meistens aus, tragende Innenwände zu entfernen und das auf ihnen lastende Gewicht durch unter der Decke eingezogene Stahlträger abzufangen.


Neue Räume, klug geplant

Planen Sie die neue Raumnutzung möglichst clever: Wohnlich zu nutzende Räume, in die auch Gäste kommen oder in denen Sie häufig zu tun haben werden, sollten nahe an der Kellertreppe liegen. Lagerräume werden im abgelegenen Kellerbereich angelegt. Die Art der Raumnutzung richtet sich auch nach den verfügbaren Versorgungsleitungen, damit diese nicht quer durch den Keller neu verlegt werden müssen. Wasserrohre und Stromkabel werden im Keller auf dem Putz angebracht und sollten auch aus optischen Gründen sparsam und nicht über längere Strecken verlegt werden.

Neben der Frage, welche Optionen für eine neue Raumaufteilung bestehen, spielt Wärme eine wichtige Rolle beim Projekt Kellerumbau. Um sich länger in den neu zu nutzenden Räumen aufhalten zu können, ist die Dämmung der Mauern und die Möglichkeit zur Beheizung unverzichtbar. Werden die Mauern ohnehin von außen trockengelegt, lässt sich gleich die nötige Dämmung aufbringen. Sind keine Sanierungsarbeiten am Mauerwerk nötig, ist die Innendämmung die weit einfachere Lösung, die allerdings zulasten der nutzbaren Grundfläche geht. Denken Sie auch an die Dämmung der Kellerdecke. Damit verhindern Sie, dass Heizwärme aus dem Keller in obere Geschosse entweicht oder – falls Sie den Keller nicht heizen – das Erdgeschoss unnötig auskühlt.


Mehr Licht für den Keller!

Ob zur Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften oder für den höheren Wohnkomfort: Fenster im Kellergeschoss sind sinnvoll, ihr nachträglicher Einbau ist aber eine große Herausforderung. Planen Sie den Einbau schon in der Sanierungsphase ein, selbst wenn Sie den Kellerausbau noch ein paar Jahre aufschieben wollen. Wenn die Außenmauern einmal freigelegt sind, lassen sich die Öffnungen für Fenster gleich mit anlegen.

Treffen Sie die Entscheidung über neue Kellerfenster, bevor Sie den Keller abdichten und das Außermauerwerk ohnehin freigelegt werden muss. Alte Kellerfenster, teilweise noch aus Metall, sind berüchtigt für Undichtigkeiten. Die zumeist einfach verglasten Fenster bilden außerdem eine Kältebrücke. Hier schlägt sich die Innenluftfeuchtigkeit als Kondenswasser nieder, was zu erneuten Mauerwerksschäden und Schimmelbildung führen kann. Neue Isolierfenster haben eine bessere Energiebilanz und bieten mehr Schutz vor Einbrechern. Und sie bieten gute Möglichkeiten zum Lüften.


Optionen für Tageslicht im Keller

Ist Ihr Haus von einem Garten umgeben, ist häufig ausreichend Platz für großzügige Lichtschächte vorhanden. Deren Einbau bietet die Möglichkeit,

  • in die Außenwände des Kellers zusätzliche Fenster einzubauen,
  • vorhandene Fenster gegen größere auszutauschen oder
  • den Lichteinfall durch die vorhandenen Fenster zu verbessern.

Lichtschächte – auch Kasematten genannt – bestanden früher aus Beton oder Mauerwerk, heute gibt es eine Vielzahl von Angeboten aus Kunststoff, teilweise mit Glasfaser verstärkt. Zum Schutz gegen Schmutz benötigen Sie zusätzlich eine Abdeckung durch einen Gitterrost oder aus Acrylglas. Um den Keller richtig abzudichten, müssen Sie im Schacht Vorkehrungen gegen Starkregen und Überflutung treffen. Moderne Lichtschachtsysteme gibt es beispielsweise mit einer eingebauten Rückstausicherung. Dabei ist der Schacht mit einer eigenen Drainage an das Abwassernetz angeschlossen.

Relativ einfach mit Tageslicht beleuchten lässt sich der Hochkeller. Er ragt 50 bis 100 Zentimeter aus dem Boden, in diesem Bereich lassen sich große Fensteröffnungen einbauen. Sie liegen zwar höher als Fenster in den Zimmern einer oberen Etage, sorgen aber für viel natürliches Licht und gute Belüftung.


Neue Kellernutzungen

Sobald Sie Ihren sanierten Keller gründlich auf- und ausgeräumt haben, werden Sie staunen, dass sich unter Ihrem Haus viele Quadratmeter Nutzfläche verbergen. Diese lassen sich auf vielerlei Art nutzen:

  • Gästezimmer: perfekt, wenn Sie Ihrem Besuch einen eigenen Raum geben können – und schön, wenn auch ein kleines Duschbad mit Toilette im Keller vorhanden ist
  • Hobbyraum: ideal für das Werken mit Holz oder Metall, Basteln an Elektronik oder Modellen
  • Bandproberaum: nicht nur bei der jüngeren Generation beliebt – ungestört und ohne zu stören Gitarre, Schlagzeug oder Cello spielen zu können, ist immer attraktiv
  • Hauswirtschaftsraum: besonders praktisch, wenn die Waschmaschine ohnehin im Keller steht und gleich nebenan Bügeleisen und Plättbrett einziehen

Für diese Nutzungsarten müssen Sie nicht viel investieren. Wichtig ist, dass Sie den Keller so dämmen, dass beim Heizen nicht zu viel Energie verloren geht, und ein guter Schallschutz besteht, falls Ihr Hobby etwas lauter ist. Neue Fenster sind oftmals nicht nötig, allerdings sollten Sie den Raum heizen können und vor allem für eine gute Be- und Entlüftung sorgen.


Extraräume für mehr Wohnkomfort

Der Keller ist der ideale Platz für eine Sauna mit Wellnessbereich, einen Fitnessraum oder einen zusätzlichen Raum zum Toben für Ihre Kinder. Für diese Nutzung ist es sinnvoll, in Fenster mit Wärmschutzverglasung und dämmende Kunststoffrahmen zu investieren und auch an den Wänden Wärmedämmung anzubringen, denn Sie wollen diese Räume ganzjährig nutzen.

Wer einen Wellnessbereich anlegt, sorgt natürlich für die entsprechenden Wasseranschlüsse. Sport- und Saunabereiche benötigen zudem eine gute Belüftung. Auf Tageslicht können Sie bei dieser Nutzung verzichten, mit moderner LED-Technik gestalten Sie wunderbare Ruheoasen.

Die Beleuchtung spielt auch eine große Rolle, wenn Sie einen Medienraum planen, etwa mit einer großen Leinwandfläche für das Heimkino und einer Lounge-Beleuchtung zum Chillen.


Die Nutzungsänderung für den Kellerausbau

Für manche Kellerprojekte ist eine Baugenehmigung vorgeschrieben. Fragen Sie im Zweifel eine fachkundige Person, ob dies bei Ihrem Projekt der Fall ist. Grundsätzlich ist die Baugenehmigung bei einer Nutzungsänderung nötig. Nicht nötig ist sie in der Regel, wenn nur die Wohnraumnutzung erweitert wird.

Eine Nutzungsänderung ist beispielsweise gegeben, wenn Sie im Keller eine zusätzliche Wohnung einrichten. Für Aufenthaltsräume gelten außerdem die jeweiligen Ländervorschriften. So schreiben die Länder eine Mindestraumhöhe vor, sie variiert zwischen 2,2 und 2,5 Meter. Vorschriften gibt es zudem zum Anteil der Fensterflächen an der gesamten Wandfläche.

Viele nutzen den Keller, um ein Arbeitszimmer oder weiteres Kinderzimmer einzurichten. Wer das plant, sollte bedenken, dass die Anforderungen an Wohnklima und Tageslicht besonders hoch sind, wenn dort dauerhaft jemand wohnt oder arbeitet. Dann sind eine gute Wärmedämmung, Heizung und ausreichend Fensterfläche notwendig.Eine abgeschlossene Wohnung im Kellergeschoss schließlich ist ein komplexes Bauprojekt. Es erhöht den Wert der Immobilie deutlich. Außerdem kann sich das Projekt zumindest teilweise über Mieteinnahmen finanzieren. Eine abgeschlossene Wohneinheit ist ideal für erwachsene Kinder, ältere Verwandte, Au-pair-Personen, Hausangestellte oder Pflegekräfte.


Kosten und Finanzierung

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Die Grundsanierung des Kellers und der Kellerausbau sind teure Projekte. Mit einer klugen Baufinanzierung können Sie die Kosten auf viele Jahre verteilen, erkundigen Sie sich außerdem nach öffentlichen Förderprogrammen. Für die Modernisierung und energetische Sanierung auch des Kellers stehen Zuschüsse und günstige Kredite bereit. Selbstverständlich eignet sich auch Ihr Bausparvertrag mit dem günstigen Bauspardarlehen oder ein Modernisierungskredit für die Finanzierung Ihres Kellerumbaus. Gern entwickeln unsere Heimatexperten zusammen mit Ihnen ein individuelles Finanzierungskonzept.


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