Kellersanierung: Methoden & Kosten

  • Abdichtung von außen oder innen
  • Isolierung und Wärmedämmung
  • Horizontalsperre versus Vertikalsperre

Der Keller trägt das Haus und hat großen Einfluss auf das Wohnklima, die Bausubstanz und die Energieeffizienz. Feuchte Keller können zu umfangreichen Schäden am Mauerwerk führen – eine Kellersanierung ist dann unumgänglich. Erfahren Sie mehr zu Maßnahmen, Kosten und Co.

Kellersanierung: Methoden und ihre Kosten

Wenn die Kellerräume von Feuchtigkeit befallen sind, ist häufig eine umfassende Kellersanierung erforderlich. Wie aufwändig eine Sanierung wird und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, hängt vor allem von der Bausubstanz der Kellerräume und deren späteren Nutzung ab. Am besten ziehen Sie gleich zu Beginn einen Sachverständigen zu Rate, denn es bedarf einer genauen Analyse von Mauerwerk und direkter Umgebung.

Um Feuchtigkeit und Nässe im Untergeschoss zu stoppen, gibt es unterschiedliche Methoden und Verfahren. Hier eine Auswahl:

  • Vertikalabdichtungen mit Bitumen, Kunststoff oder Dichtschlämmen
  • Horizontalabdichtungen durch Mauersägeverfahren, Ramm-Riffelblechverfahren oder elektrophysikalische Verfahren.  
  • Injizieren von Dichtungsmitteln in die Bausubstanz
  • Über Bohrlöcher ins Mauerwerk eingeführte wasserbindende Stoffe
  • Kellerentfeuchtung durch Sanierputz oder Luftentfeuchtung

    

Kosten Kellersanierung: Preise für einzelne Methoden laut "Deutsche Bauvermittlung"

Methode/
Verfahren
Bitumenschicht
(außen)
Mauersägeverfahren
(innen)
Ramm-Riffelblech-
verfahren (außen)
Elektrophysikal.
Verfahren (innen)
Flächeninjektion
(innen)
ca.
Kosten
450 €
pro m2
350 €
pro lfm
200 € - 300 €
pro lfm
350 €
pro m2
300 €
pro m2
Methode/
Verfahren
Kellerent-
feuchtung (innen)
Perimeterdämmung
(Kelleraußenwand)
Innendämmung
(mit Putz)
Kellerboden-
dämmung
ca.
Kosten
25 €
pro m3
50 - 100 €
pro m2
50 - 90 €
pro m2
25 - 45 €
pro m2

Kosten Kellersanierung insgesamt: Steht eine umfassende Sanierung an – also Freilegen und Trocknen der Bausubstanz, Abdichten von außen oder innen sowie Anbringen einer Wärmedämmung – dann rechnen Sie mit Kosten von mindestens 15.000 Euro. Dabei nicht berücksichtigt ist der finanzielle Aufwand für den Sachverständigen und die Erneuerung von Wandputz und Estrich. Besonders teuer ist eine umfangreiche Schimmelsanierung inklusive Mauerwerksaustausch.


Kellersanierung: Feuchtigkeit im Untergeschoss

Ein sanierungsbedürftiger Keller ist eine Gefahr für das gesamte Haus. Von unten setzen Kälte und Feuchtigkeit der Bausubstanz zu, und je nach Alter und Bauweise Ihres Hauses können diese Probleme auf die ganze Immobilie übergreifen, gesundheitsgefährdend werden und die Substanz zerstören. Deshalb ist in solchen Fällen eine Kellersanierung unumgänglich.

Probleme verraten sich oft durch einen modrigen Geruch, Schimmelbefall oder feuchte Stellen an den Wänden. Typische Ursachen für einen feuchten Keller sind:

  • ein undichtes Rohr, das lokal für feuchte Wände sorgt,
  • aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden – alte Häuser haben oft eine unzureichende oder gar keine horizontale Nässesperre.
  • Feuchtigkeit dringt durch das Mauerwerk der Kellerwände ein.
  • Die Kellerwände haben Risse aufgrund von Frostschäden oder wurden von Baumwurzeln beschädigt.
  • Die Drainage ist beschädigt oder verstopft und führt das Wasser aus dem umliegenden Erdreich unzureichend ab, sodass es in den Keller eindringt.
  • Der Dachablauf ist defekt, dadurch dringt Wasser ins Mauerwerk ein.

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Keller sanieren: Außen- und Innenabdichtung

Den größten Schutz gegen eindringende Nässe erzielen Sie bei einer Kellerrenovierung mit der Außenabdichtung.

  • Dabei werden die Außenwände freigelegt und mit Bitumen oder Flüssigkunststoff bestrichen (Vertikalsperre).
  • Ist das Mauerwerk auf diese Weise imprägniert, werden oft noch nässeresistente Dämmplatten (Perimeterdämmplatten) und eine stabile Folie zum weiteren Schutz davorgesetzt.
  • Die Außenabdichtung ist effektiver aber auch deutlich teurer als eine Abdichtung von innen. Schließlich stehen umfangreiche Erdarbeiten an.

Aber nicht immer ist eine Abdichtung von außen möglich – sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder weil der betroffene Bereich am Haus für schweres Gerät nicht zugänglich ist. Dann sollten Sie Ihre Schutzmaßnahmen gegen die Feuchtigkeit bei der Kellersanierung von innen vornehmen. Und so gehen Sie dabei vor:

  • Zuerst muss das innere Mauerwerk freigelegt werden. Die Wände werden gereinigt und feuchte Stellen freigelegt.
  • Dann wird die Wasserleitfähigkeit des Mauerwerks unterbunden: Durch Kernbohrungen in die Mauersteine wird spezielle Dichtflüssigkeit eingespritzt. Sie härtet in kleinsten Hohlräumen und Kapillaren der Steine aus, die nun kein Wasser mehr aufnehmen und durchlassen können.
  • Ergänzend kann eine Steinhöhe oberhalb des Fußbodenniveaus die waagerechte Fuge aufgetrennt und durch eine Horizontalsperre aus Bitumenpappe ersetzt werden. So hat aufsteigendes Wasser keine Chance mehr. Anschließend wird die Wand mit einem Sanierputz beschichtet, der vorhandene Restfeuchte nach innen ableitet.

Kellerwand sanieren mit Horizontalsperre

Welches Abdichtverfahren bei der Kellersanierung zum Zuge kommt, ist davon abhängig, wodurch Feuchtigkeit und Schimmel verursacht sind. Sollte Wasser von unten aus dem Erdreich in das Mauerwerk ziehen – kapillar aufsteigende Feuchtigkeit –, ist eine Horizontalsperre die richtige Lösung. Vor allem bei älteren Immobilien nehmen die Wände aufgrund ihrer porösen Struktur sehr leicht Feuchtigkeit auf. Doch auch Neubauten können durch Baumängel und schlechte Baumaterialien feuchte Kellerwänden aufweisen.

Bei Horizontalabdichtungen können Sie – in Abhängigkeit vom Schadensumfang und Kelleraufbau – zwischen drei Arten wählen: mechanische und chemische Horizontalsperre sowie elektrophysikalisches Verfahren.

  • Mechanische Horizontalabdichtung: Hierbei kommt eine Sperrbahn, beispielsweise aus Metall oder Kunststoff, zum Einsatz, die das Eindringen der Feuchtigkeit verhindert. Die bekanntesten sind das Mauersägeverfahren, Blecheinschlagverfahren und Maueraustauschverfahren.
  • Eine Horizontalsperre lässt sich auch chemisch über das Injektionsverfahren aufbauen. Dabei sind Bohrlöcher in bestimmten Abständen und mit einer bestimmten Tiefe in den betroffenen Wänden zu setzen. Über die Löcher wird das Dichtungsmittel – teilweise mit Druck – eingebracht.
  • Elektrophysikalische Verfahren (Elektroosmose) bauen ein elektromagnetisches Feld auf. Das Wasser bewegt sich vom Plus- zum Minuspol – und damit in den Wänden wieder nach unten. Für dieses Verfahren sind ringförmig angebrachte Elektroden im Mauerwerk erforderlich.

    

Kellersanierung mit Vertikalsperre

Eine Kellersanierung und der damit verbundene Schutz gegen Nässe kann auch mit einer Vertikalsperre von außen oder innen erfolgen. Damit schützen Sie Ihre Kellerwände vor seitlich eindringender Feuchtigkeit. Die Abdichtung muss für einen optimalen Schutz über die gesamte Höhe und Breite des im Erdreich befindlichen Mauerwerks erfolgen – daher wird die Vertikalsperre auch Flächenabdichtung genannt.

Ältere Gebäude besitzen vor ihrer Kellersanierung oftmals nur eine dünne Bitumenschicht. Eine moderne Vertikalsperre wird mehrschichtig aufgebracht und zusätzlich mit Dichtplatten versiegelt. Planen Sie im Untergeschoss Wohnräume einzurichten, ist eine vertikale Abdichtung unabdingbar.

Verschiedene Methoden der Vertikalsperre bei der Kellersanierung:

  • Vertikalsperre mit Bitumen (Schwarze Wanne): Der Bitumen wird natürlich abgebaut oder aus Erdöl gewonnen. Diese Methode der Vertikalabdichtung ist für außen geeignet und bietet weitgehend dauerhaften und sicheren Schutz vor Nässe. Die verschiedenen Ausführungen sind: Bitumen-Dickbeschichtung, selbstklebende Bitumenbahnen und heißverklebte Bitumenbahnen.
  • Mineralische Dichtschlämme: Wenn Sie Ihre Kellerwand sanieren und dabei auf eine umweltfreundliche Flächenabdichtung zurückgreifen möchten, bieten sich mineralische Dichtschlämme an. Diese werden von außen auf die Kellerwände aufgebracht – entweder aufgerollt, gestrichen oder gespachtelt. Es entsteht eine hochflexible Dichtungsschicht.
  • Weiße, Braune und K-Wanne: Um eine Kellerwand zu sanieren und das Mauerwerk trockenzulegen, kann auch eine „Wanne“ davor platziert werden. Und zwar in Form von Beton (Weiße Wanne), von wasserdurchlässigen Trägermatten, die mit aufquellendem Granulat gefüllt sind (Braune Wanne) oder von Vlies aus PVC oder Polyethylen (K-Wanne). Jede Methode hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile.
  • Flächeninjektion: Wenn eine Abdichtung von außen nicht möglich ist, können Sie für die Kellersanierung von innen eine Flächeninjektion einsetzen. Wie oben beschrieben, müssen Sie dafür ein Raster von Löchern in die Kellerwand bohren. Über die Löcher gelangt dann ein Dichtungsmittel (zum Beispiel Gel oder Harz) in das Mauerwerk.

Keller renovieren: Isolierung und Dämmung

Allein der Schutz vor Feuchtigkeit macht aus einem alten Keller noch keine gute nutzbare Wohnfläche. Ein entscheidender Faktor ist die Wärmedämmung. Wurde das Untergeschoss bei der Kellersanierung von außen freigelegt und abgedichtet, bringt man in einem nächsten Arbeitsschritt Dämmmatten an. Dafür bieten sich sogenannte Perimeterplatten aus Polystyrol-Hartschaum an. Es empfiehlt sich, die Platten mit einer Folie gegen Beschädigungen durchs Erdreich zu schützen.

Leichter und kostengünstiger zu realisieren, aber bauphysikalisch tückisch: eine Wärmedämmung für die Kellersanierung von innen. Das Material der Wahl sind hier ebenfalls Hartschaumplatten, die anschließend verputzt oder mit Paneelen verkleidet werden. Und was ist das Tückische an dieser Variante? Ist die Dämmung nicht lückenlos ausgeführt und entsteht durch die neue Nutzung mehr Luftfeuchtigkeit, kondensiert sie an diesen Wärmebrücken und durchfeuchtet die Wand, die vorher beim Keller sanieren erst trockengelegt wurde. Folglich entsteht Schimmel.

Ob Außen- oder Innendämmung: Wenn Sie den Keller abdichten und isolieren, sparen Sie auch Energie, selbst wenn Sie ihn nicht als Wohnraum nutzen. Eine Dämmung der Kellerdecke beispielsweise bringt eine deutliche Heizkostenersparnis und ein gemütlicheres Wohnklima im Erdgeschoss. Wollen Sie den Keller nach der Kellerrenovierung heizen, dann sollten Sie auch Wände, Fenster und Boden energetisch sanieren.

Tipp: Schimmelbildung vermeiden

Schimmel kann auch auftreten, wenn man falsch lüftet – was in Kellern häufig passiert. Steht im Sommer nämlich das Kellerfenster offen, dringt warme, feuchte Außenluft ein und schlägt sich an den kälteren Kellerwänden nieder.

Und so geht's richtig: Während der Heizperiode regelmäßig lüften – dann kann die warme, mit Feuchtigkeit gesättigte Luft der oberen Stockwerke, die gern an den kalten Kellerwänden und -böden kondensiert, ablüften. Im Sommer, wenn die warme Außenluft feuchter ist als die Innenluft, sollten Sie nur gelegentlich in den frühen Morgenstunden lüften.

 

    

Häufige Fragen rund um die Kellersanierung

Was kostet eine Kellersanierung?

Die Kosten der Kellersanierung sind abhängig vom Umfang und den Maßnahmen, die dabei zu ergreifen sind. Der größte Preisunterschied liegt sicherlich in der Abdichtung der Kellerräume von außen oder innen. Bei der Außenabdichtung sind zum Freilegen der feuchten Wände Erdarbeiten erforderlich.       

Soll im Zuge der Kellerrenovierung Wohnraum entstehen, ist mit weiteren Kosten für eine notwendige Wärmedämmung zu rechnen.  

 

Wasserschaden im Keller wie sanieren?

Bei einem akuten Wasserschaden empfiehlt das Fachportal "Deutsche Bauvermittlung" folgendes Vorgehen:

  1. Strom abstellen
  2. Wasser stoppen (Haupthahn abdrehen!) und beseitigen
  3. Beschädigte Leitungen reparieren lassen
  4. Kellerräume trocknen  
  5. Kellerwand sanieren und -boden sanieren
 

Keller feucht wie sanieren?

Grundsätzlich gehen Sie bei einer Kellersanierung so vor:

  • Betroffenenes Mauerwerk freilegen
  • Abdichten der Kellerwände von außen und innen
  • Keller isolieren und dämmen
  • Gegebenenfalls als Wohnfläche ausbauen

Zum Abdichten gibt es unterschiedliche Methoden und Materialien.    

 

    

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