Wohnen im Loft: Urbaner Wohntrend

Wohnen und Arbeiten am gleichen Ort – nicht nur bei Selbständigen oder Kreativen wird dieses Lebensmodell immer beliebter. Mit ein wenig Glück und viel Aufwand findet man auch heute noch echte Schmuckstücke, die man nach seinen ganz eigenen Vorstellungen renovieren kann.


Vor allem in den Großstädten gehören Loftwohnungen zu den beliebtesten Formen des Wohnens: Einzigartig, chic und urban sind die großzügigen Räume mit unverputzten Backsteinwänden oder blanken Stahlträgern. „Erfunden“ wurde der Wohntrend in den frühen 50er-Jahren in New York, als Künstler nach einem Weg suchten, Arbeiten und Wohnen möglichst kostengünstig miteinander zu verbinden. Heute zählen Loftwohnungen zu den teuersten und begehrtesten Wohnformen überhaupt.

Bereits renovierte Loftwohnungen liegen in Städten wie Hamburg oder München schnell bei 5.000 Euro pro Quadratmeter. Wer selbst Hand anlegen will und eine alte Fabriketage renovieren möchte, muss sich bei der offenen Bauweise und Größe der Immobilie intensiv mit den Themen Dämmung und Isolierung auseinander setzen. Bei mehreren hundert Quadratmetern Wohnfläche flattert ansonsten am Jahresende eine stattliche Heizkostenabrechnung in Haus.

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Wohnen in einem sanierten Industrie-Loft

Dass sich der Aufwand lohnt und man mit etwas Glück eine ganz individuelle Form des Loftwohnens finden kann, beweist das Beispiel von Heiko und seiner Frau Martina. Gemeinsam fanden sie vor einigen Jahren ein sanierungsbedürftiges Industrie-Loft in einer ehemaligen „Abschmierhalle“, in der früher Lastwagen vom Öl gesäubert wurden. „Es hat reingeregnet, überall war Öl und lange Reparaturschächte durchzogen den Boden“ erinnert sich Heiko. Dennoch hatte er zu diesem Zeitpunkt schon eine Vision, wie die alte Werkstatthalle einmal aussehen könnte. Da das Gebäude auf einem ehemaligen Betriebsgelände der Deutschen Bahn stand, sollte das Thema Reisen eine große Rolle spielen.


Renovierung eines Lofts: Mutige Architekten gesucht

Heiko und seine Freundin Martina fanden ein Architekturbüro, das diese Visionen in die Tat umsetzen wollte, und so wurden dem Paar drei Entwürfe vorgelegt. Es überzeugte am Ende der Vorschlag, der die Halle in zwei Klimazonen unterteilt. Das Loft bekam eine gedämmte „Innenhauswand“ und eine Glasfront nach außen. Diese Innenhauswand geht durch die ganze Halle und teilt ein Drittel davon ab. In dem durch diese Trennung entstandenen ungeheizten Raum, steht nicht nur der Überseecontainer auf zwei Stelzen, sondern dieser Teil wird auch als Wintergarten und Garage gleichzeitig genutzt. Bevor es mit der Sanierung losging, hat eine Spezialfirma die Entkernung übernommen, damit das alte Öl und sonstige Industrierückstände korrekt entsorgt wurden.


Heizen im Loft: Eine gute Dämmung hält die Kosten gering

Geheizt wird mit Gas. Eine Solaranlage auf dem Dach kann nachgerüstet werden. „Durch die gedämmte Innenwand und die Glasfront,die nach Norden ausgerichtet ist, herrscht ein angenehmes Raumklima und die Heizkosten sind überschaubar. Ein Loft bedeutet nicht, dass es zugig und kalt ist“, erklärt mir Heiko. Gerade der Überseecontainer, den Heiko unbedingt verbauen wollte und der ja in den kälteren Bereich hinausragt, musste besonders gedämmt werden.

Im Büro und Wohntrakt wurde eine Zwischendecke aus Beton eingezogen und es entstanden große Räume, die als Loftbüros genutzt werden können. Das Gebäude ist sowohl innen als auch außen puristisch, ohne kalt zu wirken. Dafür sorgt neben den Holzdielen sicher auch die signalgelb gestrichene Innenhauswand. Trotzdem waren die ersten Reaktionen von Freunden gemischt: „Manche haben doch tatsächlich gefragt, ob die Betonwände noch tapeziert werden.“ lacht Heiko. „Am Ende waren aber alle sehr begeistert und haben die Großzügigkeit und Luftigkeit der Räume gelobt.“ Und genau das macht das Wohnen im Loft schließlich aus.