Messbare Ökologie: Energiestandard KfW 55

  • Was ist KfW 55?
  • Energiesparende Maßnahmen
  • Beantragung der Fördeurng

Mit dem Energiestandard KfW 55 erfüllen Immobilieneigentümer die Mindestanforderungen, um eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für eine energetische Sanierung zu erhalten.  


Wichtiger Hinweis: Ende Januar hatte die Bundesregierung die Förderung für effiziente Gebäude gestoppt. Nun wurde das Programm zum Teil wieder aufgenommen. Wie aus einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht, können seit dem 22. Februar bei der KfW wieder neue Anträge für Sanierungsmaßnahmen gestellt werden. Die Förderbedingungen dafür blieben demnach unverändert. Mit der Bearbeitung der Altanträge, die bis zum vorläufigen Antragsstopp am 23. Januar eingegangen waren, habe die Förderbank bereits begonnen.


KfW 55-Förderung

KfW 55 ist die Abkürzung für KfW-Effizienzhaus 55. KfW wiederum ist das Kürzel für Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die Förderbank, die im Besitz des Bundes und der Bundesländer ist, hat die Aufgabe, wirtschaftliche, soziale und ökologische Lebensbedingungen in Deutschland zu verbessern. Dazu gehört die Förderung energiesparender Techniken. Die KfW hat Standards festgelegt, nach denen entschieden wird, welche Unterstützung Sie als Sanierer für den Umbau Ihrer Immobilie erhalten können. Diese Standards, beispielsweise KfW 55, beschreiben den Energieverbrauch eines Hauses in Relation zu den gesetzlichen Vorschriften: Je niedriger die Zahl, desto energieeffizienter ist das Gebäude.

Neben dem Standard KfW 55 gibt es weitere Effizienzhaus-Typen. Informieren Sie sich hier zu allen Erneuerbare-Energie-Klassen, die seit 1. Juli 2021 von der KfW gefördert werden.

KFW 55 Thermografie-Kamera
Die Aufnahme einer Thermografie-Kamera zeigt, wo große Wärmeverluste stattfinden. (Quelle: Ingo Bartussek - Fotolia)

Maximal 55 Prozent des Höchstwertes

Wenn Sie für Ihre Renovierungsmaßnahme KfW-Förderungmittel erhalten wollen, müssen Sie bestimmte Mindestwerte einhalten, was Energieverbrauch und -verlust angeht. Diese sind im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgeschrieben. Gemessen daran darf Ihr Neubau, wenn er den KfW-55-Standard erfüllen soll, maximal einen Primärenergie-Bedarf von 55 Prozent des gesetzlich erlaubten Höchstwerts haben. Das entspricht in absoluten Zahlen einem Heizwärmebedarf von höchstens 35 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr.

„Primärenergie“ heißt es, weil in die Berechnung nicht nur der tatsächliche Energieverbrauch Ihrer Immobilie eingeht, sondern über einen speziellen Berechnungsfaktor auch der Verbrauch durch Gewinnung und Verteilung der Energie.

Parallel darf der Wärmeverlust des Hauses nicht zu groß sein. Der sogenannte Transmissionswärmeverlust beschreibt, wie viel Energie ein Gebäude beim Heizen an die Umwelt abgibt. Vorgabe für ein KfW-55-Haus: ein Transmissionswärmeverlust von maximal 70 Prozent.
 

KfW 55: Förderung für Neubauten wird eingestellt

Die KfW 55-Förderung bei Neubauten wurde zum 31. Januar 2022 eingestellt. Die Bundesförderung konzentriert sich in Zukunft stärker auf die energetische Sanierung von Altbauten und noch effizientere Neubauten. Bei der Sanierung von Altbauten ist eine Förderung nach Effizienzhausstandard 55 weiterhin möglich. 
Die Einstellung der Förderung für das Effizienzhaus 55 bedeutet nicht, dass Neubauten ab 2022 überhaupt keine Bundeszuschüsse mehr erhalten. Die Gebäude müssen zukünftig mindestens den höheren Standard Effizienzhaus 40 erreichen.

Energiesparende Maßnahmen

Um Ihre Immobilie gemäß KfW 55-Voraussetzungen energieeffizient zu sanieren, können Sie verschiedene Maßnahmen treffen. Welche es sind, ist Ihnen überlassen, nur muss die insgesamt erreichte Energieeffizienz dem KfW-55-Standard entsprechen. Die Expertise Ihres Architekten oder eines unabhängigen Energieberaters ist hilfreich.

  • Dämmung der Außenwände: Hier sollten Sie sowohl die sichtbaren Wände als auch die Kellerwände berücksichtigen. Wichtig sind hier zudem Fenster und Außentüren. Beispielsweise bietet sich eine Dreifachverglasung an, um den Energiestandard KfW 55 zu erreichen.
  • Dachdämmung: Wird die Dachdämmung vernachlässigt, können Sie bis zu 30 Prozent der Heizenergie allein dort verlieren. Es gibt verschiedene Techniken der Dämmung, etwa die Unter- oder die Aufsparrendämmung. Ebenfalls wichtig: gut isolierte Dachfenster und die Dämmung der obersten Geschossdecke.
Wärmedämmung an eines Daches
Eine fachgerechte Dachdämmung ermöglicht große Energieeinsparungen. (Quelle: Alterfalter - Fotolia)
  • Energiegewinnung durch Solarenergie: Sonnenkollektoren werden meist zur Warmwasserbereitung und/oder zur Gewinnung von Heizenergie genutzt. Auch das ist ein Modul im Gesamtkonzept für den Bau eines Hauses nach KfW 55-Standard.
  • Wärme durch Biomasseheizung: Biomasseheizungen können eine Heizleistung von bis zu 1.500 Kilowatt erreichen. Sie verbrennen unter anderem Pellets, Getreide oder Sägespäne. Förderungsmöglichkeiten für eine Heizungserneuerung gibt es übrigens auch bei Bestandsgebäuden.

Energieeffizienter als der KfW 55 sind die ebenfalls geförderten Standards KfW 40 und KfW 40 Plus. Für diese beiden Standards bietet die KfW noch bessere Konditionen.


Wie sieht die KfW 55-Förderung aus?

KFW 55 Energieberatung
Im Rahmen einer umfassenden Energieberatung werden alle Effizienzsteigerungspotenziale ausgelotet. (Quelle: Fotolia-50951999-Dieter-Pregizer)

In Verbindung mit KfW-Krediten wurde der Förderhöchstbetrag für die energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus in den Erneuerbare-Energie-Effizienzklasse 55 auf 150.000 Euro aufgestockt. Der Zuschuss beträgt in diesem Fall 45 %, also maximal 67.500 Euro.

Zusätzlich können Sie Fördermittel für die Baubgeleitung beantragen. Wird dieser Zuschuss für ein Ein- oder Zweifamilienhaus genehmigt, übernimmt die KfW 50 Prozent der Kosten beziehungsweise bis zu 5.000 Euro pro Vorhaben. Zielgruppe: alle, die Wohnraum energetisch sanieren oder neu bauen.


KfW 55: Beantragung der Förderung

Da das Thema Energieeffizienz in Gebäuden sehr komplex ist, ist die Einbindung eines Energieberaters, des sogenannten Energie-Effizienz-Beraters, für die Fachplanung und für die Förderbeantragung notwendig. Dieser begleitet Sie bei der Planung Ihres Vorhabens und sorgt für die Einhaltung der technischen Anforderungen, etwa beim KfW 55-Standard. Der Energieberater erstellt darüber hinaus auch die Bestätigung für die Antragstellung. Eine Internetseite hilft bei der Suche nach einem anerkannten Energieberater: www.energie-effizienz-experten.de. Sie wird unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der KfW getragen.

Planen Sie eine Sanierung nach Energiestandard KfW 55 oder besser? Ihr Heimatexperte vor Ort steht Ihnen in allen Fragen der Finanzierung und Förderung gern zur Verfügung. Er entwickelt gemeinsam mit Ihnen einen Finanzierungsplan, der zu Ihnen passt und die verschiedenen Fördermöglichkeiten berücksichtigt.

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Häufige Fragen zur KfW 55-Förderung

Was bedeutet KfW 55?

KfW 55 ist ein von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entwickelter Standard für energieeffiziente Häuser. Das KfW-Effizienzhaus 55 benötigt nur 55 Prozent der Energie eines konventionellen Neubaus und ist daher besonders umweltfreundlich.

 

Wie erreicht man den KfW 55-Standard?

Der energetische Standard eines KfW-Effizienzhaus 55 wird durch bauliche und anlagentechnische Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie die Einbindung erneuerbarer Energien erreicht. Dazu gehören zum Beispiel Verbesserungen an Gebäudehülle, Dach und der Einbau moderner Heiztechnologie.

 

    

Nachhaltig sanieren und bauen – der Umwelt zuliebe

Die Energieeffizienz Ihres Hauses lässt sich durch viele Faktoren steigern, das beginnt bereits mit der Wahl der richtigen Baustoffe. Wissenswertes zu nachhaltigen Aspekten – und weiteren Fördermöglichkeiten – finden Sie hier:

 

    

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