Messbare Ökologie: Energiestandard KfW 55

Lange Zeit galt der Energiestandard KfW 70 als das Maß aller Dinge beim Bau oder Kauf einer Privatimmobilie. Mit dem KfW 70 erfüllten Bauherren die Mindestanforderungen, um eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu erhalten. Inzwischen wurde der Standard vom Nachfolger KfW 55 abgelöst.


Hausbau mit KfW-55-Förderung

KfW 55 ist die Abkürzung für KfW-Effizienzhaus 55. KfW wiederum ist das Kürzel für Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die Förderbank, die im Besitz des Bundes und der Bundesländer ist, hat die Aufgabe, wirtschaftliche, soziale und ökologische Lebensbedingungen in Deutschland zu verbessern. Dazu gehört die Förderung energiesparender Techniken. Die KfW hat Standards festgelegt, nach denen entschieden wird, welche Unterstützung Sie als Bauherr oder Sanierer für den (Um-)Bau Ihrer Immobilie erhalten können. Diese Standards – beispielsweise KfW 55, KfW 40 oder eben auch der inzwischen überholte KfW 70 – beschreiben den Energieverbrauch eines Hauses in Relation zu den gesetzlichen Vorschriften: Je niedriger die Zahl, desto energieeffizienter ist das Gebäude.


Maximal 55 Prozent des Höchstwertes

Wollen Sie ein Haus neu bauen, müssen Sie bestimmte Mindestwerte einhalten, was Energieverbrauch und -verlust angeht. Diese sind in der Energiesparverordnung (EnEV) festgeschrieben (www.enev-online.de). Gemessen daran darf Ihr Neubau, wenn er den KfW-55-Standard erfüllen soll, maximal einen Primärenergie-Bedarf von 55 Prozent des gesetzlich erlaubten Höchstwerts haben. Das entspricht in absoluten Zahlen einem Heizwärmebedarf von höchstens 35 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr. „Primärenergie“ heißt es, weil in die Berechnung nicht nur der tatsächliche Energieverbrauch Ihrer Immobilie eingeht, sondern über einen speziellen Berechnungsfaktor auch der Verbrauch durch Gewinnung und Verteilung der Energie.

Parallel darf der Wärmeverlust des Hauses nicht zu groß sein. Der sogenannte Transmissionswärmeverlust beschreibt, wie viel Energie ein Gebäude beim Heizen an die Umwelt abgibt. Vorgabe für ein KfW-55-Haus: ein Transmissionswärmeverlust von maximal 70 Prozent.


Energiesparende Maßnahmen

Um Ihren Bau gemäß KfW-55-Voraussetzungen energieeffizient zu errichten, können Sie verschiedene Maßnahmen treffen. Welche es sind, ist Ihnen überlassen, nur muss die insgesamt erreichte Energieeffizienz dem KfW-55-Standard entsprechen. Die Expertise Ihres Architekten oder eines unabhängigen Energieberaters ist hilfreich.

  • Dämmung der Außenwände: Hier sollten Sie sowohl die sichtbaren Wände als auch die Kellerwände berücksichtigen. Wichtig sind hier zudem Fenster und Außentüren. Beispielsweise bietet sich eine Dreifachverglasung an, um den Energiestandard KfW 55 zu erreichen.
  • Dachdämmung:Wird die Dachdämmung vernachlässigt, können Sie bis zu 30 Prozent der Heizenergie allein dort verlieren. Es gibt verschiedene Techniken der Dämmung, etwa die Unter- oder die Aufsparrendämmung. Auch wichtig in diesem Zusammenhang: gut isolierte Dachfenster und die Dämmung der obersten Geschossdecke.
  • Energiegewinnung durch Solarenergie: Sonnenkollektoren werden meist zur Warmwasserbereitung und/oder zur Gewinnung von Heizenergie genutzt. Auch das ist ein Modul im Gesamtkonzept für den Bau eines Hauses nach KfW-55-Standard.
  • Wärme durch Biomasseheizung: Biomasseheizungen können eine Heizleistung von bis zu 1.500 Kilowatt erreichen. Sie verbrennen unter anderem Pellets, Getreide oder Sägespäne. Förderungsmöglichkeiten für eine Heizungserneuerung gibt es übrigens auch bei Bestandsgebäuden.

Energieeffizienter als der KfW 55 sind die ebenfalls geförderten Standards KfW 40 und KfW 40 Plus. Für diese beiden Standards bietet die KfW noch bessere Konditionen. Naturgemäß sind aber auch die Investitionen in den Bau eines solchen Hauses höher. Hier sollten Sie gut abwägen, was Ihnen langfristig mehr nützt.


Wie sieht die KfW-55-Förderung aus?

Diese Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau kommen für Ihr Vorhaben gemäß KfW 55 infrage:

  • „Energieeffizient Bauen“: Kredit über 100.000 Euro für den Bau oder Kauf eines neuen KfW-Effizienzhauses (ab 0,75 Prozent effektiver Jahreszins, bis 15.000 Euro Tilgungszuschuss, bis zu 20 Jahre Zinsbindung).
  • „KfW-Wohneigentumsprogramm“: Kreditnehmer erhalten ein Darlehen von bis zu 50.000 Euro pro Vorhaben für den Kauf oder Bau von selbstgenutztem Wohneigentum.
  • Parallel gibt es das Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“. Wird dieser Zuschuss genehmigt, übernimmt die KfW 50 Prozent der Kosten beziehungsweise bis zu 4.000 Euro pro Vorhaben. Zielgruppe: alle, die Wohnraum energetisch sanieren oder neu bauen. Mehr Informationen dazu unter: www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Das-KfW-Effizienzhaus.

Da das Thema Energieeffizienz in Gebäuden sehr komplex ist, empfiehlt die KfW (www.kfw.de), einen Energieberater zu Rate zu ziehen. Dieser begleitet Sie bei der Planung des Neubaus und sorgt für die Einhaltung der technischen Anforderungen, etwa beim KfW-55-Standard. Der Energieberater stellt Ihnen darüber hinaus auch eine Bestätigung aus, die von der KfW beim Kreditantrag vorausgesetzt wird. Eine Internetseite hilft bei der Suche nach einem anerkannten Energieberater: www.energie-effizienz-experten.de. Sie wird unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der KfW getragen.


Planen Sie einen Neubau oder eine Sanierung nach Energiestandard KfW 55 oder besser? Ein Experte von Schwäbisch-Hall steht Ihnen in allen Fragen der Finanzierung gern zur Verfügung.

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