Regenwassernutzung schont Umwelt und Geldbeutel

In Zukunft wird es mehr Sommer mit langen, heißen Trockenperioden geben. Daneben ist aber auch häufiger mit Gewittern und plötzlichem Starkregen zu rechnen. Hausbesitzer können mit einer intelligenten Regenwassernutzung gegensteuern – und dabei Geld sparen.


Regenwassernutzung senkt Verbrauch von teurem Leitungswasser

Das meiste Regenwasser, das auf private Grundstücke fällt, versickert ungenutzt im Boden oder läuft in die Kanalisation ab. Würde es sinnvoll eingesetzt werden, hätte es einen beachtlichen ökologischen Vorteil: Regenwassernutzung senkt den Trinkwasserverbrauch und schont so die natürlichen Ressourcen. Generell bietet sich eine Anlage zur Regenwassernutzung für mehrere Zwecke an. Angefangen von der Gartenbewässerung bis hin zum Gebrauch des aufgefangenen Wassers im Haushalt. Findet das „Gratis-Nass“ etwa zum Waschen, Putzen oder für die Toilettenspülung Verwendung, kann die Regenwassernutzung die Kosten im Haushalt deutlich senken. Unter bestimmten Bedingungen gibt es zudem für Regenwassernutzung eine staatliche Förderung (siehe weiter unten).

Die erste Überlegung sollte sein, wie Sie Regenwasser im und ums Haus herum einsetzen wollen. Wenn Sie lediglich ein paar Beete im Garten mit Regenwasser gießen möchten, reicht es völlig aus, den Niederschlag in einer oder mehreren großen Regentonnen aufzufangen.

Die Tonnen fangen das Regenwasser am besten über eine Zuleitung aus der Regenrinne auf. Beachten Sie aber, dass Kupfer- und Zinkdächer sowie Dächer mit einer Bitumenabdichtung oder Teerpappe schädliche Stoffe absondern können. Wasser von solchen Dächern zu nutzen, ist nicht zu empfehlen.


Wassertank für Regenwassernutzung selbst einbauen

Sollen größere Rasenflächen gewässert werden, kann sich bereits eine Anlage mit einem kleinen Flachtank lohnen. Bei dieser Art der Regenwassernutzung sind die Kosten nicht allzu hoch, solche Anlagen sind schon für unter 500 Euro zu haben. Die Tanks können Sie mit etwas Geschick zu zweit selbst im Garten einbauen.

Dazu heben Sie zunächst eine rund einen Meter tiefe Grube sowie Anschlusswege für den Zulauf und Ablauf des Regenwassers aus. Achten sie darauf, dass der Boden eben ist. Gegebenenfalls bedecken Sie ihn mit einer Sandschicht und nivellieren diese mit einer Richtlatte.

Mithilfe von Seilen oder Gurten lassen Sie den Tank dann – sorgfältig justiert – in die Grube ein. Den etwa 50 Zentimeter breiten Raum zwischen Grubenwand und Tank füllen Sie mit Kies oder Sand auf, bevor Sie die Grube wieder mit Erdreich oder Rasen bedecken. Dabei müssen Sie natürlich den Deckel freilassen. Zum Schluss den Entnahmeschlauch an die meist direkt am Tank angebrachte Tauchpumpe anschließen.

Bis zu 50 Prozent weniger Trinkwasserverbrauch

Beete und Rasen lassen sich nun bequem mit dem Schlauch bewässern. Gesammeltes Regenwasser hat den Vorteil, dass es weicher ist als teures Leitungswasser. Es tut den Pflanzen in Ihrem Garten richtig gut. Auch ein Gartenteich lässt sich mühelos mit Regenwasser befüllen. Und sollten Sie es im Haushalt zum Beispiel für die Waschmaschine nutzen, benötigen Sie dank des weicheren Wassers etwa 20 Prozent weniger Waschmittel. Ein weiterer Pluspunkt für die Umwelt. In der Waschmaschine gibt es geringere Kalkablagerungen.

Für eine umfangreiche Regenwassernutzung in Garten und Haus benötigen Sie allerdings eine größere Anlage. Sie sammelt die Niederschlagsmengen, die auf das Hausdach treffen, speichert sie in einem großen Tank und hält sie als Brauchwasser für den Haushalt verfügbar. Bei einem geschätzten Verbrauch von circa 120 Litern Trinkwasser pro Person und Tag lassen sich durch den Einsatz von Regenwasser bis zu 50 Prozent sparen. Davon entfallen

  • 30 Prozent auf die Toilettenspülung,
  • 13 Prozent auf die Waschmaschine,
  • fünf Prozent auf die Gartenpflege und
  • zwei Prozent auf Wasser zum Putzen.

Bevor Sie eine solche Anlage nutzen, müssen Sie diese in der Regel bei Ihrem Wasserversorgungsunternehmen und der Gemeinde anmelden, meist beim Gesundheitsamt.


Regenwassernutzung: Auf die Hygiene achten

 

Zu einer Regenwassernutzungsanlage gehört zunächst ein Wasserspeicher aus Kunststoff oder Beton. Er kann wie ein Flachtank im Garten ins Erdreich eingelassen oder im Keller aufgestellt werden. Ein System aus Rohren, Filtern und Pumpen sorgt für den Wasserfluss und stellt sicher, dass die hygienischen Standards eingehalten werden. Die Wäsche mit Regenwasser zu waschen, ist damit ohne Probleme möglich. Das bestätigen auch die Verbraucherzentralen: „Für Gartenbewässerung, Putzen, Toilettenspülung und die Waschmaschine reicht fast immer die Wasserqualität aus einer gut gebauten und gewarteten Sammelanlage für Regenwasser“, heißt es in einer Mitteilung, die auf wissenschaftlichen Untersuchungen aus Berlin, Bremen und Hamburg beruht.


Wie groß der Regenwassertank zur Regenwassernutzung sein sollte

Wenn Sie Regenwasser in ihrem Zuhause möglichst umfassend nutzen möchten, sollten Sie bereits beim Hausbau daran denken, die notwendigen Rohre ins Haus legen zu lassen. So können Sie sich später teure Umbaukosten ersparen. Wichtig ist, dass die Niederschlagsnutzung komplett vom Trinkwasserkreislauf im Haus getrennt ist, damit kein Regenwasser versehentlich als Trinkwasser konsumiert wird. Auch zum Duschen, Baden und Zähneputzen sollten Sie selbstverständlich ausschließlich Trinkwasser verwenden.

Die Größe des Tanks zur Regenwassernutzung hängt maßgeblich von der Nutzungsart ab. Soll lediglich der Garten bewässert werden, reicht bei Grundstücken bis 500 Quadratmeter ein Tank mit etwa 4.000 Litern Fassungsvermögen. Wollen Sie Regenwasser auch im Haushalt verwenden, ist je nach Haushaltsgröße ein 5.000 bis 6.000 Liter großer Tank erforderlich. Die Größe des Daches spielt ebenfalls eine Rolle. Je größer es ist, umso mehr Regenwasser fällt an. Als Faustformel gilt: 30 Quadratmeter Dachfläche benötigen zur Regenwassernutzung ein Speichervolumen von einem Kubikmeter, das entspricht 1.000 Litern.

Aus hygienischen Gründen sollte der Wasserspeicher immer nur so groß sein, dass er von Zeit zu Zeit überlaufen kann. Ansonsten bildet sich eine unschöne Schwimmschicht, und das Regenwasser droht, schnell faulig zu werden.


Diese Kosten kommen auf Sie zu

Wie hoch sind bei einer Anlage zur Regenwassernutzung die Kosten – und lohnen sich diese Ausgaben? Als groben Richtwert gibt die Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung bei einer Anlage mit 4.000-Liter-Speicher einen Preis von 4.000 bis 5.000 Euro an. Darin sind die Aufwendungen für den oft auch Zisterne genannten Tank oder die Zisterne samt Rohren, Pumpen und Filter sowie die Kosten für die fachgerechte Installation enthalten. Je nach Größe des Tanks und Umfang Ihrer Eigenleistung lässt sich diese Summe aber auf bis zu 2.500 Euro drücken. Eine nachträgliche Installation kann bis zu 1.000 Euro teurer werden. Die laufenden Kosten betragen lediglich rund 100 Euro pro Jahr für die Wartung.


Regenwassernutzung und staatliche Förderung

In einigen Bundesländern sind separate Wasseruhren für Regenwassernutzungsanlagen vorgeschrieben, die amtlich geeicht sein müssen. Hierüber informiert sie das zuständige Amt Ihrer Gemeinde, in der Regel das Umwelt- oder Tiefbauamt.

Trotz der Anschaffungskosten halten Verbraucherberater private Regenwassernutzungsanlagen für sinnvoll. Neben einem sparsamen Wassergebrauch sei „die Nutzung von Regenwasser eine lohnende Maßnahme“, so der „Verbraucherzentrale Bundesverband“ in einer aktuellen Einschätzung aus dem September 2018. Energiefachberater haben errechnet, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit vier Personen bis zu 60 Kubikmeter Trinkwasser sparen kann, wenn das gesammelte Regenwasser optimal eingesetzt wird. Abhängig von der Höhe der Wassergebühren kommen so im Jahr bis zu 300 Euro Ersparnis zusammen. Finanziell betrachtet kann sich die Anschaffung einer Anlage zur Regenwassernutzung im besten Fall schon nach acht Jahren rentieren.

Unter Umständen können Sie für die Regenwassernutzung staatliche Förderung in Anspruch nehmen. Das ist allerdings regional sehr unterschiedlich, eine bundesweit einheitliche Förderung gibt es nicht. Die KfW-Bank fördert die private Nutzung von Regenwasser nicht, so eine Sprecherin auf Anfrage. Einzelne Gemeinden gewähren jedoch Förderbeiträge in unterschiedlicher Höhe. So werden zum Beispiel im bayerischen Oettingen bis zu 1.250 Euro an Zuschüssen gewährt, Bremen schießt bis zu einem Drittel der Kosten zu. Wenden Sie sich mit der Frage nach Fördermitteln am besten an Ihre Gemeinde.

Persönliche Beratung

Unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Hinweis: Sie verwenden einen veralteten oder nicht unterstützten Browser. Gegebenenfalls kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung der Webseite kommen.